Historischer Weihnachtsmarkt

 

Weihnachtszeit, Zeit der Adventstreffen, Firmenfeiern und Marktbesuche. Alle haben ihre Räume und Vorgärten geschmückt - natürlich jeder ganz nach seinem Geschmack. Für manche müssen es batteriebetriebene Plastiknikoläuse, pinkfarbene Kunsttannen und schrillbunte LED-Engelchen sein. Warum nicht, sag ich mal. Allerdings wird mir selber da eher graulich als traulich zumute.

 

Ich mag halt alte Eisenleuchter, Bienenwachskerzen, grobe Holzsterne und dergleichen. Du weißt schon: Handgefertigtes, Natürliches, Einfaches - wie aus alten Tagen.

 

So habe ich mich auf meinen ersten Weihnachtsmarktbummel in diesem Jahr ganz besonders gefreut, denn mit zwei lieben Freundinnen bin ich zum historischen Markttreiben nach Lüneburg gefahren. Die meisten Weihnachtsmärkte sind ja eh schon recht stimmungsvoll und einladend. Lieblos organisierte Budenzeilen findet man zum Glück selten. Aber es gibt eben auch ganz besondere Highlights unter den Märkten und der in der mittelalterlichen Altstadt Lüneburgs gehört definitiv dazu. 

 

Lüneburg

 

Er findet rund um die im 14. Jahrhundert erbaute Michaeliskirche statt und wird von Anwohnern der Altstadt ehrenamtlich ausgerichtet - die Einnahmen fließen in den Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude. 

 

Wir sind gespannt und finden: Schon der Gang zur Veranstaltung ist ein Genuss...

 

Lüneburger Altstadt

 

Angekommen, fällt erst einmal wohltuend auf, dass es weder die übliche "stimmungsfördernde" Beschallung gibt, noch neuzeit-festliches Dauergeblinke. Elektrisches Licht ist tabu, denn die Besucher sollen mit allen Sinnen in die Zeit der Renaissance geführt werden.

 

Vorbei an Torwächtern und "Stattwache" tauchen wir ein ins spätmittelalterliche Getümmel.

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Stattwache

 

Es ist einfach herrlich: Kein Kunststoff, kein Fastfood, sondern Waren und Köstlichkeiten, wie es sie auch schon im 15. Jahrhundert auf einem winterlichen Markt gab. 

 

Frisch geröstete Maronen...

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Heiße Maronen

 

... Kessel mit aromatischer Fliederbeersuppe...

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt

 

... und leckere Blöcke mit Marzipan und Nougat:

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Marzipan

 

Jeder der aus urigen Holzstangen und Leinenplanen gebauten Stände ist liebevoll mit Holzkisten und Jutedecken dekoriert und alle Händler sind stilecht gekleidet.

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Bäckersfrau

 

Wir schlendern vorbei an einer Harfenspielerin, an Honigständen, Töpferwaren und Geschmiedetem und stärken uns zwischendurch mit Urbrot für 2 Taler und einem Becher heißem Met für 2,50.

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Heißer Met

 

Und immer wieder lassen sich kleine Geschenke und Mitbringsel finden: Würziger Heidehonig, Bienenwachskerzen, Trinkhörner, Spitztüten mit Dörrobst...

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Spitztüten
Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Trinkhörner

 

... daneben weiter viel Herzhaftes, wie Ziegenkäsespezialitäten, Sauerkrautbrot oder geräucherte Dauerwurst.

 

 

Auf den Kirchentreppen zwei Flötenspielerinnen, sehr nettes Publikum, tolle Stimmung... Wir sind schwer begeistert und das liegt nicht nur am heißen Met.  

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Alter Karren
Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Kupfertopf und Windlicht

 

Im Dunkeln verlassen wir den Markt - glücklich und verzaubert von dieser wunderschönen Zeitreise. Zum Glück gibt uns der Gang durch die hübschen Altstadtgassen noch ein wenig Zeit, uns wieder an 2017 zu gewöhnen.

 

Lüneburger Altstadt bei Nacht

 

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig von der besonderen Stimmung vermitteln. 

Wenn Du auch Lust bekommen hast, diesen Lüneburger Weihnachtsmarkt zu besuchen, ist hier ein Link für Dich:

 

www.alaev-lueneburg.de

 

Weitere mittelalterliche Weihnachtsmärkte oder Märkte auf Burgen und in Schlössern in ganz Deutschland kannst Du Dir z. B. hier heraussuchen:

 

www.deutsche-weihnachtsmaerkte.de oder

 

www.weihnachtsmarktdeutschland.de

 

Sicher findest Du auch in Deiner Nähe Veranstaltungen, deren Besuch sich lohnt.

 

 

Träume von wahrer Gemütlichkeit, von Natürlichkeit, von Wertschätzung...

Nimm ein wenig davon mit in Deinen Alltag. ♥


Weihnachtsgeschenke aus der Küche

 

Ende November. Die Adventszeit naht...

 

In diesen Tagen führt mich mein Weg wieder einmal zum Floristen. Der Kranz für die Haustür kann nun angebracht werden, Tannenzweige brauche ich reichlich als grünen Schmuck für draußen und drinnen und unsere Fensterbänke bestücke ich ganz traditionell mit Weihnachtssternen und Christrosen. 

 

 

Kisten mit den ersten Adventsdekorationen werden aus dem Keller geholt und jedes Jahr freue ich mich, die liebgewonnenen Holzhäuschen und Leinenwichtel wiederzusehen. Spätestens beim Blättern in unserem schönen alten Weihnachtsbuch werde ich dann so langsam in die richtige Stimmung versetzt.

 

 

So motiviert, mache ich mir Gedanken, mit welchen selbstgemachten Geschenken ich wohl dieses Jahr Tanten, Freunden oder Nachbarn eine Freude bereiten könnte.

 

"Homemade" ist Trend und das zu Recht. Kein Verschieben von noch so originellen Dingen in den Amazon-Warenkorb kann es ersetzen: Die Zeit und die Liebe, die in jedem Löffel selbstgeköchelter Marmelade steckt. 

 

Außerdem sind Geschenke aus der Küche perfekt für die, die schon "alles" haben oder deren kleine Wünsche man nicht kennt. Meist hat man doch ein gutes Gefühl dafür, wer derlei Handgefertigtes zu schätzen weiß.

 

Legen wir also los! Meine Ideen sind wie immer völlig unkompliziert.

 

Erster Vorschlag: Aromatischer Sirup in zwei oder mehr Varianten...

 

Küchengeschenk-Idee: Rezept oder Anleitung für aromatischen selbstgemachten Sirup

 

Wir bereiten Vanille-Sirup und Kräuter-Zimt-Sirup zu und Du wirst sehen: Aus dem simplen Grundrezept kannst Du auch gleich noch eigene Ideen weiterentwickeln. Der Sirup eignet sich zum Aromatisieren von Kaffee und Tee, für Obstsalat oder Cocktails uvm. und er ist ca. 1/2 Jahr lang haltbar.

 

Einfache, natürliche Zutaten - Hier findest Du das Rezept.

 

 

Die zweite Idee ist ebenfalls kinderleicht: Du rührst aus Dinkelvollkornmehl, Backpulver, Brotgewürzen u.a. eine Fertigbackmischung für leckere Quarkbrötchen an.

 

Küchengeschenk-Idee: Backmischung für Quarkbrötchen - Rezept für schnelle Quarkbrötchen

 

Diese Mischung füllst Du in eine Papiertüte, die Du vorher mit dem Rezept plus Foto der fertigen Brötchen beklebst und fertig ist Dein Mitbringsel.

 

Rezept für Quarkbrötchen

 

Die Anleitung für Dich und die fertige Rezept-Vorlage für die Papiertüte findest Du hier.

 

 

Der dritte Tipp wird sicher auch gut ankommen. Bruchschokolade aus eigener Herstellung. Viel benötigst Du nicht dafür: Kuvertüre, ein paar Gewürze und Nüsse. Auch hier wirst Du sehen: Hast Du einmal das Rezept probiert, kannst Du es ganz einfach nach Lust und Laune abwandeln. 

 

Ich habe geschmolzene weiße Kuvertüre, Orangenschale, Ingwer, Pistazien und Pinienkerne genommen, alles in eine flache Form gefüllt...

 

 

... und so sieht das Ergebnis aus:

 

Geschenk aus der Küche - Küchengeschenk-Idee: Selbstgemachte Bruchschokolade

 

Wie es genau gemacht wird, erfährst Du hier.

 

 

Konnte ich Dich überzeugen, dieses Mal zumindest einen Teil Deiner Geschenke selber herzustellen? Dann stöbere doch gerne auch in meinen früheren Rezepten. 

 

Dörrobstlikör, Pomelogelee, Backpflaumenmus, Rumrosinen und andere gibt es hier.

 

Wenn Du oben schon auf die Links für Sirup, Backmischung und Schokolade geklickt hast, hast Du sie bereits entdeckt: Kräutergebäck, Sahnebonbons, Gewürzsalze, Orangenpuderzucker, herzhafte Knabbermandeln und andere... Ansonsten ist dafür hier noch Mal der Link.

 

Ganz viel Spaß beim Nachmachen! ♥

 

 

Fang rechtzeitig an mit all Deinen Vorbereitungen, dann bleibt Dir in den Dezemberwochen mehr Zeit für stimmungsvolle Gänge über den Weihnachtsmarkt, nette Treffen mit Freunden oder festliche Theaterbesuche.

 

 

Zum Abschluss für heute noch zwei Leserinnenfotos von Klea aus der Eifel, die ich gerne hier anhänge. Vielen Dank, liebe Klea!

 


Zur Besinnung kommen: Novemberruhe

 

November. Ich bin so dankbar für diesen Monat im Jahreslauf. Nach Herbstfeuerwerk und vor Adventsglitzer Ruhe für die Augen, Ruhe für den Kopf. Ich verstehe wirklich nicht, was an trübe, reduziert und still verkehrt sein sollte - zumindest zwischendurch. Atem holen, die Füße auf den Boden bekommen, sich sortieren... ist doch in diesen verrückten, schnelllebigen Zeiten nötiger als jemals zuvor, oder etwa nicht?  

 

November Stimmung / November Meditation - Tonkugel mit Spirale

 

Darum lasse ich mich jedes Jahr ganz auf die Novemberbotschaft ein und versuche möglichst oft und möglichst bewusst zur Ruhe und zur Besinnung zu kommen. 

 

November Stimmung / November Meditation - Welkes Eichenblatt

 

Gerade gestern habe ich z. B. einen ruhigen Gang gemacht - über unseren Friedhof.

 

Mir gibt die Atmosphäre dort so viel. Erst schaut man nur, sieht sich die unterschiedlich gestalteten Gräber an, die Inschriften, das Grün, dann beginnt man nachzudenken.

 

Unweigerlich. Kommt von denen die da ruhen zu sich selber, zu seinem eigenen Leben. Fragt sich: Was bleibt? Fragt sich: Was ist vor dem Ende das Allerwichtigste? Und schon verstehst Du, wie wertvoll dies ist.

 

November Stimmung / November Meditation - Birkenstamm

 

Aus diesen Gedanken kannst Du so viel positive Kraft für Deine Ziele bekommen!

 

Natürlich komme ich nicht euphorisch zurück von einem solchen Spaziergang, sondern ganz leise. Und auch ein wenig demütig. Schadet aber wahrhaftig nicht.

 

November Stimmung / November Meditation - Verblühte Hortensie

 

Auch Spaziergänge durch Parks und Wälder sind wohltuend.

 

Bitte ohne Kopfhörer. Und gerne ohne Begleitung.

 

Setz Dich zwischendurch auf eine Bank und schau ganz still. Lass Deine Gedanken schweifen - und zur Ruhe kommen.

 

November Stimmung / November Meditation - Stein

 

Eine andere gute Möglichkeit ist Meditation. Eine bekannte Art ist beispielsweise die Konzentration auf den eigenen Atem oder/und auf ein imaginiertes Bild, bis sich Gedanken und Geist vollkommen beruhigen. Falls Du noch nie meditiert hast, ist vielleicht der November die richtige Zeit, um diese Technik zu erlernen und regelmäßig zu praktizieren. Die guten Auswirkungen sind ja längst erwiesen.

 

Wenn Du nicht einfach alleine beginnen möchtest, schließe Dich doch einer Gruppe an. Finde heraus, ob die Volkshochschule in Deiner Nähe Kurse anbietet oder wo sich das nächste Meditationszentrum befindet.

 

 

Der letzte Tipp zu diesem Thema: Auch viele Klöster bieten regelmäßig Besinnungstage an.

 

Die Teilnahme wäre ein wirklich schönes und sinnvolles Geschenk an Dich selber.

 

Friedliche Tage in inspirierender Atmosphäre, Zeit für Dich selber, Zeit für gute Gespräche, Urlaub für Geist und Seele...

 

 

Vielleicht helfen solche November-Auszeiten Dir auch dabei Deinen ganzen Alltag bewusster, entschleunigter, geerdeter und einfacher zu gestalten?

 

Ein lohnenswertes Ziel, wie ich meine. Denn dann lässt man sich vom allgegenwärtigen Überangebot nicht mehr überfluten, sondern konzentriert sich vielmehr auf das Wesentliche, Positive, Nachhaltige.

 

November Stimmung / November Meditation - gefallenes Eichenlaub

 

Sei bei Dir. Gib Dir Zeit. Ordne Dich.

Finde Deine Aufgaben.

Bündel Deine Energie.

 

Und dann bewege die Welt.

 

 

 

 

 


So langsam igeln wir uns ein

 

Spätherbst. Es ist kühl, feucht und schon viel dunkler. Und auch wenn in der Nacht auf Sonntag die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden: Das bisschen mehr Licht am Morgen bezahlen wir natürlich mit früherer Dunkelheit am Abend. 

 

Wir frösteln, müssen Berge an Laub vor der Einfahrt zusammenrechen, der trübe November steht vor der Tür und die erste Erkältungswelle rollt auch schon an.

 

'Ich hasse es' denkst Du Dir und rechnest schon zusammen, ob nicht spontan noch ein paar Tage Südspanien drin sind vor Weihnachten. Klar. Kann man machen. Aber doch nicht als Flucht vor unserem Jahreslauf. Den sollten wir annehmen wie er ist, finde ich. Und vielleicht sollten wir auch die Botschaft dahinter verstehen lernen. Wachsen, blühen, reifen und auch wieder vergehen ist der Kreislauf jedes Lebens. Hoffentlich.

 

Im Übrigen haben doch gerade diese Tag des Übergangs vom Herbst zum Winter so viel Schönes an sich. Der Sommer ist vorbei, der Weihnachtstrubel hat noch nicht begonnen. Jetzt ist es an der Zeit sich richtig schön einzuigeln!

 

 

Das Erste auf der Spätherbst-Liste: Du kramst alles an Windlichtern, Kerzen und Lichterketten hervor, was Du findest - gerne darf die Sammlung auch noch aufgestockt werden. Kleine Tischleuchten, dicke Standkerzen, viele Teelichter. Je mehr desto besser. Schon ist alles viel stimmungsvoller, oder?

 

 

Als Nächstes brauchst Du Decken und Kissen. Ist ja klar. Hast Du genügend Decken und Plaids, auch für Deine Besucher? Und sind sie noch zeitgemäß oder kann man das eine oder andere Schätzchen aufpeppen oder durch ein neues gutes Stück ersetzen?

 

Und die Kissen? Es müssen nicht nur diese kleinen klassischen Kissen auf Deinem Sofa rumliegen. Zusätzlich ein richtiges 80 x 80 cm Kopfkissen mit Federfüllung ist doch viel kuscheliger! Natürlich steckst Du das nicht einfach in eines Deiner Schlafzimmerkissenbezüge, sondern Du besorgst Dir einen Meter vom edelsten Dekostoff, den Du auftreiben kannst und nähst Dir einen zum Raum passenden Hingucker. 

 

 

Nun wird es noch netter: Jetzt darfst Du Dich ausgiebigst mit Büchern und Filmen befassen und Dir Deine Herbst/Winter-Listen zusammenstellen. Ist genehmigt. Leg los.

 

Ein paar Bücher-Stöber-Vorschläge: 

 

http://missfoxyreads.blogspot.de/

 

https://querleserin.blogspot.de/

 

https://dasgrauesofa.com/

 

https://leseschatz.com/

 

http://www.zeilenspruenge.de/

 

Ich selber gehe am liebsten in Buchläden, gerne auch in Antiquariate oder auf Bücherflohmärkte. Ich lese kaum E-Books, möchte Papier umblättern, ein schönes Lesezeichen benutzen und treffe meine Auswahl auf dem Lesesofa im Laden...

  

 

Für's Thema Filme brauchst Du sicher keine Starthilfe, nicht wahr? Die einschlägigen Adressen sind sicher hinlänglich bekannt: maxdome.de, filmstarts.de, moviepilot.de, kino.de uvm.

 

Such Dir möglichst "Wohlfühlfilme" aus, gerne mit Tiefgang. Und/oder mit GUTEM Humor.

 

Okay. Wir haben stimmungsvolle Kerzen und Lämpchen, kuschelige Kissen und Decken, eine feine Auswahl an Filmen und Büchern... Immer noch muffelig weil wir bald Winter haben?

 

 

Gut, dann kramen wir jetzt mal die gesamten restlichen Winterwonnewohlfühltipps zusammen und dann sollte bei Dir aber langsam geradezu Genusszwang herrschen.

 

Hier ist Deine Liste:

 

 

♥ die Wärmflasche herauskramen

 

♥ dicke Wollsocken stricken

 

♥ eigene Kräuter- und Gewürz-Teemischungen herstellen

 

♥ im Vollbad mit Lavendelmilch langsam aufweichen

 

♥ Honigraritäten ausprobieren

 

♥ eine große Packung Ingwerkonfekt kaufen

 

♥ in Farben schwelgen und mal wieder malen

 

♥ eine Plätzchenbackparty planen

 

♥ den ersten Punsch mit Lebkuchen genießen

 

♥ einen Spieleabend organisieren

 

♥ das gute alte Aromalämpchen anwerfen

 

♥ ein neues Bratapfelrezept ausprobieren

 

♥ eine mobile Massage nach Hause buchen

 

♥ die Lieblingsgerichte der Kindheit nachkochen

 

♥ zum Wintermarmeladeneinkochen einladen

 

♥ einen Märchenerzähler anheuern

 

♥ loslassen, entschleunigen, entspannen, entwichtigen

 

♥ Liste beliebig erweitern

 

 

 

Ich nenne es also noch einigeln, aber das Ganze ist unter Stichworten wie "Hygge" oder "Cocooning" längst Trend. Mach mit! Für die "neue Heimeligkeit" gibt es keine bessere Jahreszeit!

 

Ich wünsche Dir grundgemütliche Wochen mit Dir selber und denen, die Dir wichtig sind. 

 


Herbstspaziergang

 

Goldener Oktober. Diese Zeit hat einen so besonderen Zauber. So schön. Und so melancholisch. Farben und Tempo reduziert. Ich mag das einfach sehr.

 

Heute scheint die Sonne und wir wollen uns aufmachen zu einem ausgiebigen Spaziergang auf dem Land. Wollen die Sonne im Gesicht spüren und den leichten Wind im Haar. Wollen über ein paar Gartenzäune schauen und in den weiten Himmel über uns...

 

Heute gibt es von mir nur das. Aber auch nicht weniger. Ich nehme Dich mit auf meinem Herbstspaziergang...

 

 

Manche Staudenbeete haben ihre sommerliche Pracht gegen ein wunderschönes, schon leicht morbides Herbstbild eingetauscht. Aber auch solche, die erst jetzt ihren größten Auftritt haben, finden wir: Die Astern leuchten üppig violett unter dem golden gefärbten Laub der Bäume und Büsche...

 

 

... und auch die Fetthenne steht erst jetzt in voller Blüte:

 

 

An den Hortensien haben wir uns schon den ganzen Sommer über erfreut und bewundern nun, wie sie langsam ihre Farbe wechseln. Stehen sie in unserem eigenen Garten, können wir uns ein paar Blütenbälle abschneiden, damit sie in einer Schale noch lange den Raum schmücken.

 

 

Weiter gehen wir und betrachten die alten Bauernhäuser mit ihren knorrigen Obstbäumen auf der Wiese davor. Manche sind noch nicht abgeerntet worden und Äpfel leuchten uns prall entgegen.

 

 

Der Kastanienbaum verliert langsam seine Blätter und eine kleine Raupe freut sich über das grüne Futter:

 

 

Die Kastanien selber haben die Kinder längst aufgesammelt. Zurück bleiben die leeren Hüllen, aber auch die geben noch ein stimmungsvolles Stilleben ab:

 

 

Herbstgefühl pur. Langsam laufen wir über die alte Straße hinaus aus dem Dorf.

 

 

Rechts stehen Weißdornbüsche mit ihren reifen roten Früchten...

 

 

... und links finden wir Schneebeeren. "Knallerbsen" haben wir die als Kinder immer genannt und die weißen Bällchen auf dem Bürgersteig zerplatzen lassen.

 

 

Und weiter geht unser Spaziergang. Schwarze Krähen hocken auf dem Stoppelfeld, Vogelschwärme sammeln sich und der Mais ist nun kurz vor der Ernte.

 

 

Erst nach Stunden beenden wir unseren Rundweg. Himmel getankt. Farben aufgesaugt. Gedanken geordnet.

 

 

Zurück daheim kommt schließlich fast das Schönste: Frisch durchgepustet machen wir es uns mit Tee und Decke so richtig gemütlich.

 

Das echte Gefühl gibt es natürlich nicht virtuell. Vielleicht konnte ich Dich ein wenig inspirieren, aber rausgehen tust Du nun bitte selber. Es ist Wochenende und im ganzen Land ist stabiles, trockenes Wetter angesagt. Lass es Dir nicht entgehen!

 

 

Verabschieden möchte ich mich für heute wieder einmal mit einem Gedicht.

 

Bis in vierzehn Tagen. Lebe langsam und schau Dich um! ♥ 

 

 

Herbstbild
(Christian Friedrich Hebbel, 1852)

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

 

(Quelle: http://www.literaturwelt.com/werke/hebbel/herbstbild.html)

 

 


Apfelernte

 

"...Danach ging das arme Mädchen weiter und kam zu einem Baum, der hing voll herrlicher roter Äpfel, und der Baum rief ihm zu: 'Ach schüttel mich, ach rüttel mich, all meine Äpfel sind ja schon reif!' Da schüttelte es den Baum, dass die Äpfel herabfielen, als regneten sie, und es rüttelte, bis keiner mehr oben war. Als es alle ordentlich zu einem Haufen zusammengelegt hatte, ging es weiter..."

 

Wer erkennt es nicht? Ob bei Frau Holle oder Schneewittchen, der Apfel spielt seit jeher eine Rolle in vielen Mythen und Märchen. Die alten Germanen pflanzten Apfelbäume in die Nähe ihrer Häuser, weil sie so auf den Schutz der Götter hofften, schwangere Frauen aßen viele Äpfel, um schöne Kinder zu bekommen und nicht nur die Kelten glaubten, das Paradies Avalon sei ein wunderschöner Garten voller Apfelbäume.

 

 

Auch heute noch genießen die runden, rotbackigen Früchte höchstes Ansehen. Hat doch die Wissenschaft längst auch ihre vielen gesundheitlichen Vorzüge nachgewiesen: Äpfel senken den Cholesterinspiegel, wirken entgiftend und schützen vor Schlaganfall und Krebs.

 

Diesen Spruch kennst Du sicher: An apple a day keeps the doctor away.

 

Dabei habe ich zumindest bei den Kids festgestellt: Einfach zum Reinbeißen finden sie 'nen Apfel eher nicht so attraktiv. Aber ist er erst mal in Spalten geschnitten, wird er gerne weggeknabbert. In die Pausenbox kommen bei uns darum die Äpfel immer schon vorgeschnitten. Wenn man die Schnittflächen anschließend mit ein wenig Zitronensaft einreibt, bleiben die Stücke appetitlich hell und ich denke, so werden sie auch gegessen.

 

gesunde Pausensnacks: Pausendose mit Apfelspalten

 

Äpfel sind wirklich etwas besonders Gutes. Ganz logisch, dass darum jetzt, zur Erntezeit, vielerorts die nettesten Apfelfeste stattfinden. Es gibt meist ländliche Kuchen, nette Marktstände, Musik, eine Saftpresse... und natürlich jede Menge frisch geerntete Äpfel.

 

Such Dir doch mal die Termine in Deiner Nähe aus dem Internet oder Lokalblatt heraus und dann los zum Traditionsvergnügen.

 

 

Für alle die, die nicht nur auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen die neuen Äpfel kaufen, sondern gleich auch selber pflücken möchten, kann ich ebenfalls die Recherche über's Internet empfehlen. 

 

Viele Obsthöfe bieten das Selberpflücken an und neben dem Pflückvergnügen selber freut natürlich auch der unschlagbar günstige Kilo-Preis. 

 

Aber auch ganz kostenfreie Selbstpflückmöglichkeiten gibt es. In unserer Nähe haben wir zum Beispiel für die Öffentlichkeit zugängliche Streuobstwiesen und einen offenen Stiftungsgarten mit alten Obstsorten. Auch "herrenlose" Obstbäume, die nie abgeerntet werden findet man. Hör Dich um in Eurer Gegend und frag genauer nach. 

 

Eine ganz interessante Seite zu diesem Thema ist www.mundraub.de

 

Keine Sorge, ich schick Dich trotz des Namens nicht zum Äppel klau'n.Schau mal rein.

 

Wenn Du dann Dein Pflückobjekt gefunden hast, brauchst Du nur noch die richtige Ausstattung. Das sind neben festem Schuhwerk vor allem natürlich Körbe und Kisten und - je nach Baumgröße - eine kleines Podest oder eine Leiter, dazu einen Apfelpflücker mit Teleskopstange und eventuell - statt Eimer an der Leiter - eine Erntetasche zum Umhängen. 

 

Apfelernte im Alten Land - reifer Jonagold
Bei den niedrigen Säulenbäumen muss man sich eigentlich nur ein bisschen strecken...
... während man hier natürlich die lange Leiter anlegen muss.
... während man hier natürlich die lange Leiter anlegen muss.

 

Die wichtigsten Punkte beim Pflücken: Alle Früchte vorsichtig behandeln, damit sie keine Druckstellen bekommen und so ernten, dass der Stiel am Apfel bleibt, aber der Ast nicht verletzt wird. Das klappt am besten, wenn der perfekte Reifegrad erreicht ist. Darum pflückt man gerade große Bäume, bei denen natürlich nicht alle Äpfel gleichzeitig reif sind, in mehreren Durchgängen. 

 

Um zu testen, ob ein Apfel wirklich reif ist, macht man die "Kipp-Probe": Dabei zieht oder dreht man den Apfel samt Stiel nach oben und kippt ihn um ca. 90 Grad. Wenn sich so der Apfel samt Stiel ganz leicht vom Ast löst, ist es perfekt.

  

Das prägen wir uns ein und haben gelernt: So bitte nicht:

 

Das verzeihen wir gerade noch einmal aus Fotostyling-Gründen. Aber ansonsten wollen wir niemals ein Stück Ast am Stiel sehen.
Das verzeihen wir gerade noch einmal aus Fotostyling-Gründen. Aber ansonsten wollen wir niemals ein Stück Ast am Stiel sehen.

 

Übrigens: Nicht nur auf die Äpfel am Baum achten, sondern bitte auch das heruntergefallene Obst aufsammeln. Einfach ganz nach oben in den Korb legen, damit diese Früchte als erstes verwendet werden. Zumindest für einen leckeren Kuchen sind sie meist noch gut genug!

 

 

Also was kann es im Herbst Schöneres geben, als ein Korb voll selbstgeernteter Äpfel?

 

Korb mit Äpfeln

 

Doch. Eins fällt mir ein: Die Antwort auf die Frage "Was denn nun tun mit all der Pracht?":

Das Schmökern in alten und neuen Apfelrezepten und das anschließende Ausprobieren der Köstlichkeiten.

 

 

... womit wir auch fast schon am Schluss wären für diesen Freitag. "Fast" heißt: Klar, dass ich zuletzt auch wieder ein paar Rezepte für Dich im Gepäck habe. Heute keine Prachttorten oder raffinierte Braten in Apfelsoße, sondern drei klitzekleine, schnelle Alltagsideen, für die man gar nicht erst auf Gäste warten muss.

 

Mein erster Vorschlag: Kleine, fitnessfreundliche Pfannküchlein - vollwertig und fettarm...

 

Fitness Nasschkram: Rezept für Haferflocken-Apfelkücklein, fettarm naschen: vollwertige Apfelfladen

 

So einfach geht es: Mische 200 g Haferflocken, 300 ml fettarme Milch (oder Sojamilch), 1 Prise Salz und 4 EL Honig und geh dann einige Zeit geduldig mit dem Pürierstab durch. 

Nun schneide einen großen Apfel in feine Stücke und verrühre alles.

 

 

Setze mit einem Esslöffel kleine Küchlein in eine große, beschichtete Pfanne (ohne Fettzugabe!) und backe sie bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldgelb. 

 

Das Rezept reicht für ca. 20 Küchlein und jedes hat ungefähr 58 Kalorien.

 

♥  ♥  ♥

 

Die nächste Idee: Mein cremiges Rezept für Apfeleis. Der Clou: Es funktioniert ohne die Zugabe von Ei und vor allem ohne Eismaschine. Sogar rühren musst Du beim Gefrieren nicht zwischendurch.Gut, nä? Und schmecken tut's richtig schön mild-apfelig. Kannste nisch kofen, Musste selber machen!

 

Apfeleisrezept - Rezept für Eis ohne Ei und ohne Eismaschine, Eis machen ohne Eismaschine: Apfeleis!

 

Das einfache Rezept für 4 Portionen:

 

2 - 3 herzhafte Kochäpfel (z. B. Boskop) schälen und in Stücke schneiden. 200 g abwiegen und mit 2 EL Zitronensaft, 1 TL Rapsöl und 100 g Zucker in gut 5 Minuten weichdünsten.

 

In der Zwischenzeit in einem Schüsselchen 1/2 P. Koch-Vanillepudding-Pulver mit 2 EL kalter Milch glatt rühren.

 

Wenn die Äpfel weich sind, die Puddingmischung unterrühren und alles noch einmal kurz aufkochen lassen. Vom Feuer nehmen und mit dem Pürierstab glatt mixen. Umfüllen und komplett auskühlen lassen.

 

200 g Sahne mit 1 P. Sahnefest steif schlagen und gründlich unter die ausgekühlte Apfelmasse mengen. 

 

In eine Tiefkühldose füllen und einfrieren (z. B. über Nacht). Etwa 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Tiefkühlschrank nehmen. 

 

♥  ♥  ♥

 

Und zuletzt habe ich für Dich schnelle zarte Apfelröllchen:

 

Rezept für Apfelröllchen oder auch Mini-Äpfel im Schlafrock, Kleingebäck mit Äpfeln

 

Auch die bekommst Du ganz einfach hin. Das Rezept für 16 Stück:

 

1 Rolle frischen Blätterteig auf der Arbeitsplatte so groß ausrollen, dass ein Speiseteller als Schablone darauf passt. Den Kreis ausschneiden und in 12 Tortenstücke teilen. Die restlichen Stücke übereinanderlegen (nicht kneten, nur flach aufschichten), noch einmal ausrollen und weitere 4 Tortenstücke ausschneiden. Den Teig mit Zimtzucker bestreuen.

 

2 kleinere Kochäpfel (z. B. Elstar) schälen und in Achtel schneiden. Jedes der 16 Apfelstücke in je ein Teigstück einrollen.

 

 

Alle Röllchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und mit dünner Eimilch (1 Eigelb mit einigen EL Milch verquirlt) bepinseln. 

 

Zuletzt mit gehackten Mandeln überstreuen und im vorgeheizten Ofen bei 200 °C in etwa 20 Minuten backen, bis die Äpfel weich und die Mandeln goldbraun sind.

 

Achtung: Die gehen schneller weg als Du gucken kannst!

 

  

So sieht es aus.

 

Viel Spaß beim Nachmachen und: Ich wünsche Dir wundersüße, apfelseelige und sonnige Herbstage!

 


Auf zur Pilzwanderung

 

Schon Mitte September? Jetzt wollen wir die Hauptsaison für Pilze genießen! Mit einem guten Bestimmungsbuch bewaffnet und unter kundiger Führung, machen wir uns auf in Wald und Flur. Nach diesem feuchten Sommer erwarten wir dort doch bitte nun jede Menge der kleinen Köstlichkeiten!

 

Körbe und Messer haben wir bei uns, auch eine kleine Karte, auf der wir die besten Stellen für das kommende Jahr schon einmal vermerken können, und einen kleinen, fein gefüllten Picknickkorb. 

 

Die Luft ist angenehm jetzt im Frühherbst und im feuchten Wald duftet es uns schon verlockend erdig und aromatisch entgegen. 

 

Waldboden mit Moos und Fichtenzapfen oder Tannenzapfen

 

Die besten Stellen werden normalerweise streng gehütet, aber auf einer geführten Pilzwanderung lernt man ja schon das erste geeignete Gebiet kennen. Außerdem kann man sich als Anfänger so sicher sein, was essbar ist und was nicht.

 

Gleich der ersten Pilz, den ich so am vorletzten Wochenende entdeckt hatte, kam mir sehr bekannt vor. Mensch, den hab ich doch auch im Garten! DAS wäre ja toll, wenn das ein raffinierter Speisepilz wäre!:

 

Kartoffel-Bovist

 

"Nö", meinte der Fachmann. Das hier sei nur ein gemeiner Kartoffel-Bovist. Ein Stäubling, der seinen mehlig-schwarzen Inhalt in die Gegend stäubt, z. B. wenn man drauftritt. Verursacht Bauchschmerzen und Erbrechen. Aha. Okay. Dann nicht. Weitersuchen.

 

Das nächste Fundstück:

 

Spei-Täubling

 

Ein kleiner Fliegenpilz?! Das ist ja super! Bringt immerhin Glück und Fliegenpilze seien "Steinpilzzeiger" hatte uns unser Exkursionsleiter zuvor erklärt. Juchhu! Steinpilze (und Pfifferlinge) sind schließlich die Traumziele jedes Pilzsammlers!

 

Aber nein. Das kleine Ding ist kein Fliegenpilz, sondern ein Spei-Täubling. Schwachgiftig. Verursacht Brechdurchfälle bis hin zum Koma. 

 

Na wunderbar. Geduldig ging's weiter.

 

Langsam entwickelten wir einen Blick, um zwischen Laub, Moos und Ästen den einen oder anderen Pilz zu entdecken.

 

Waldlichtung, Pilze sammeln, gute Stellen für Pilze, Pilzzeit

 

Ein lichter Mischwald im Frühherbst, nach einigen Tagen Regen... Da MUSS doch...

Da! Ist das braune da hinten rechts nicht...?

 

Und tatsächlich. Ein Pilz!

 

Perlpilz

 

Und zwar ein Perlpilz. Der kann immer wieder anders aussehen, je nachdem wo er steht. Gut durchgegart ist er essbar, aber wohl nicht sehr aromatisch.

 

Ich hab ihn stehen gelassen. Auch weil ich mich nur auf die Pilze konzentrieren möchte, die ich mit der Zeit wirklich gut und zweifelsfrei erkennen kann. 

 

Und dann ging es tatsächlich los. Einer aus der Gruppe fand den ersten Maronen-Röhrling. Kein Steinpilz, mit dem er gerne mal verwechselt wird, aber auch ein sehr guter Speisepilz. Dann jubelte der Nächste und schließlich auch ich:

 

 

Maronen-Röhrling

 

Ein Speisepilz! Und vor allem war mein Fund ein junges Exemplar. Das sind die besten, sagte unser Pilz-Professor. Das Gute beim Maronen-Röhrling: Er kann eigentlich mit keinem giftigen Pilz verwechselt werden. Alle, die ihm einigermaßen ähnlich sind, sind entweder essbar oder nicht, aber nicht giftig. Wie beruhigend. Also mit dem werde ich mich näher befassen. 

 

Offenbar waren wir in einem Maronen-Waldstück angekommen. Ein Sammler kam unserer Gruppe entgegen und hatte den Korb voll mit einer guten Abendmahlzeit. Eine Stunde hätte er dafür gesucht, sagte er. Ein bisschen neidisch bewunderten wir seine Sammlung.

 

Unser Experte meinte allerdings später (und außer Hörweite) trocken: "Typischer Anfängerkorb. Da waren nur zwei gute dabei, die anderen sind viel zu alt. Da kann er das meiste wegschneiden, weil die Maden drin sind." 

 

Mein Gott. Alles nicht so einfach. Also offenbar so nicht: 

 

 

Nachdem wir einige appetitlich-junge Maronen-Röhrlinge gesammelt hatten, führte uns unser Weg in ein sandigeres, wunderschönes Heide-Gebiet und dort fanden wir dann sogar noch Pfifferlinge.

 

Heidelandschaft
Heidekraut

 

Tja, lehrreiche drei Stunden waren es. Neben dem Thema 'Speisepilze' haben wir auch andere interessante Einblicke bekommen, z. B. dass Pilze keine Pflanzen sind. Oder dass das, was über der Erde wächst, nur der Fruchtkörper ist. Der eigentliche Pilz ist viel größer: Ein Geflecht unter der Erde, das sogenannte Myzel.

 

So im Boden versteckt können wir es nicht sehen, aber ein Pilz ist das größte Lebewesen der Erde! Und zwar ist es ein Hallimasch. Der lebt in Oregon, ist 900 Quadratkilometer groß und über 2000 Jahre alt. Wow.

 

Eine andere Geschichte fand ich auch ganz faszinierend: Die sogenannten Schmetterlings-Trameten, die auf Totholz sitzen und die wir schon häufig bei Waldspaziergängen gesehen haben... Die sind zwar nicht essbar, aber sie wurden früher von den Bauersfrauen als Schmuck getragen:

  

 

Ich habe mir einige kleine Trameten abgebrochen. Sie sind fest, trocken und auf der Unterseite weiß. Ich habe sie in meine Blumenpresse gesteckt und werde mal schauen, was ich damit mache. Im Internet fand ich wenig Infos dazu, aber eine Frau hat sie sogar mit Blattgold belegt. Ich denke, ganz natürlich werden sie mir besser gefallen. Auf jeden Fall mache ich was daraus, denn eine Zusatzinfo habe ich ebenfalls im Netz gefunden: In der traditionellen chinesischen Medizin sagt man den Trameten große Heilwirkung nach. Perfekt also für ein Schmuckstück von Bedeutung.

 

Alter Bauernschmuck, traditioneller Schmuck: Schmetterlingstrameten als Naturschmuck

 

Schön, oder?

 

Nun aber zurück zu den Speisepilzen. Weiter unten gibt es ein paar leckere Rezepte für Dich. Aber vorher...

 

 

... möchte ich zum Thema Pilze auch ein paar ernstere Bemerkungen loswerden.

 

Viele Wildpilze wie Pfifferlinge, Steinpilze, Rotkappen oder Morcheln stehen unter Artenschutz und dürfen nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden. Reiße beim Sammeln die Pilze auf keinen Fall aus dem Boden sondern schneide sie ab, damit neue Fruchtkörper nachwachsen können.

 

Bereite bitte nur die Pilze zu, die Du einwandfrei identifizieren kannst.

 

Lagere selbst gesammelte oder gekaufte Pilze nicht, sondern verwende sie frisch - spätestens am nächsten Tag.

 

Allem voran aber ein trauriges Thema, dass leider auch über dreißig Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl noch aktuell ist: Nicht überall in Deutschland sollte man Pilze suchen gehen und auch die im Handel günstig angebotene Ware aus Osteuropa würde ich skeptisch betrachten. Denn in vielen Gebieten sind die Waldböden noch immer verstrahlt. Auf Pilze (und übrigens auch Wildschweinfleisch) aus diesen Regionen sollte man verzichten.

 

Hier ist der Link zu einer Deutschlandkarte von 1986 des Umweltinstituts München, an der Du Dich etwas orientieren kannst. Dass ich vom Ende der Atomkraft träume, brauche ich sicher nicht zu betonen. Informationen zu meinen Herzensthemen Atomausstieg (und Umweltschutz insgesamt) findest Du unter diesen bekannten Links: 

 

www.ausgestrahlt.de

www.utopia.de

www.bund.de

www.greenpeace.de

 

 

Tja. Schwierig. Aber nun geht es optimistisch weiter. Kennst mich ja.

  

'Na klasse', denkst Du jetzt und fragst: Was machen denn die Natur- und Küchenfeen, die in ihrem Gebiet nichts sammeln sollten? Auf dem Markt finden sie ja keine Pfifferlinge und Steinpilze aus Deutschland und bei Ware aus Osteuropa sollen sie auch nicht unbedingt zugreifen...

   

Lösung: Es gibt doch auch Kulturpilze in guter Qualität! Champignons mit dem Bio-Siegel muss man gar nicht lange suchen und auch andere Zuchtpilze findet man. In meinem Lieblingsmarkt von Alnatura gibt es z. B. derzeit frische Shiitake-Pilze und Kräuterseitlinge.

 

 

Und für Experimentierfreudige, denen selbst regional noch zu weit weg ist, habe ich ebenfalls einen Tipp: 

 

Schau mal unter www.pilzgarten.de oder www.pilzmaennchen.de. Dort kannst Du Pilz-Kits für's Züchten zu Hause bestellen. Spannend! Ich selber werde das auf jeden Fall mal ausprobieren. 

 

 

Jetzt aber endlich zu meinen Pilzrezepten. Schließlich wollen wir die Jahreszeit wie immer genussvoll auskosten. Los geht's:

 

Herbstrezept / Pilzrezept / Rezepte mit Pilzen: Marinierte Thymian-Champignons

 

Marinierte Champignons mit Thymian - Rezept für eine kleine Schüssel

 

In einer Tasse 3 EL cremigen Balsamico und 6 durchgedrückte Knoblauchzehen mischen. Beiseite stellen.

Ca. 1 halbe Hand voll (Menge nach Geschmack) frischen Thymian samt der zarten Stiele fein zerhacken. Beiseite stellen.

1,5 Kg frische Champignons ggf. trocken abreiben und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. In mehreren Pfannen (oder portionsweise hintereinander in einer Pfanne) in ausreichend Olivenöl rundum anbraten. Wenn die Pilze eine gute Farbe bekommen haben, den angemischten Balsamico zufügen und gründlich unterrühren. Mit Salz und Pfeffer herzhaft abschmecken.

Die Champignons in eine Schüssel umfüllen und noch heiß den zerhackten Thymian untermengen.

Bis zum Servieren 2 - 3 Stunden durchziehen und abkühlen lassen.

 

Dazu schmeckt Pasta oder frisches Weißbrot.

 

Herbstrezept / Pilzrezept / Rezepte mit Pilzen: Pilzragout mit Semmelknödeln, Rezept mit Kräuterseitlingen

 

Kräuterseitlingsragout mit Semmelknödeln (Rezept für 4 Portionen)

 

Zutaten und Zubereitung für 4 große Semmelknödel:

 

Am Vortag 2 normale Brötchen in Würfel schneiden und ausgebreitet an der Luft trocknen lassen. 

Die getrockneten Brötchenwürfel und 100 g gewürzte Croutons (Fertigprodukt) in eine Schüssel geben.

100 ml Milch kurz aufkochen und heiß über die Würfel gießen. Die Schüssel sofort zudecken.

1/2 Handvoll Petersilie fein hacken. 1 Ei in einem Schüsselchen etwas zerquirlen.

1/2 Zwiebel in Würfel schneiden und zusammen mit 100 g feinen Schinkenwürfeln in 2 EL Öl andünsten.

Zwiebel- und Schinkenwürfel sowie die Petersilie und das Ei zum durchgeweichten Brot fügen, alles mit Salz und Pfeffer würzen und mit den Händen gründlich zu einem Teig verkneten.

In 4 gleiche Stücke teilen und mit feuchten Händen 4 runde Klöße formen. 

 

Zutaten für Semmelknödel

 

Ausreichend Salzwasser in einem größeren Topf zum Kochen bringen, dann herunterschalten. 

Die Klöße ins Wasser setzen und 20 Minuten lang bei kleiner Hitze und ohne Deckel gar ziehen lassen. 

 

In der Zwischenzeit das Pilzragout zubereiten: 

 

400 g Kräuterseitlinge ggf. abbürsten, dann etwas kleinschneiden.

1 kleine Zwiebel fein würfeln.

In einer großen Pfanne 4 EL Butter erhitzen und die Pilze darin rundum anbraten.

In den letzten Minuten die Zwiebelwürfel zufügen.

Wenn die Zwiebeln goldgelb sind, alles mit 400 ml Gemüsebrühe ablöschen und gut 10 Minuten köcheln lassen.

1 Becher Kräuter-Crème fraîche unterrühren und mit Salz, Pfeffer und 1 Prise Zucker abschmecken.

 

Das Pilzragout mit den Semmelknödeln servieren.

 

 

Und zu guter Letzt:

 

Herbstrezept / Pilzrezept / Rezepte mit Pilzen: gefüllte Pfannkuchen mit Shiitake-Pilzen

 

Gefüllte Pfannkuchen mit Shiitake-Pilzen

 

Für 4 Personen - ein einfaches Rezept für die, die es nicht zuu "pilzig" mögen:

 

Einen Teig anrühren aus 2 Eiern, 2 Tassen Mehl, 2 Tassen Milch und 1/2 TL Salz. 

In einer kleinen Pfanne, mit jeweils etwas Öl, bei mittlerer bis starker Hitze hintereinander

8 dünne Pfannkuchen backen. Auf einem Teller stapeln und im Ofen bei 50 °C warmhalten.

 

Beim Backen zwischendurch schon 250 g Shiitake-Pilze fein zerkleinern, 150 g Mini-Salami in dünne Scheiben schneiden und 1 rote Zwiebel würfeln.

In einer großen Pfanne 4 EL Öl erhitzen und die Pilzstückchen rundum anbraten. Die Hitze reduzieren, die Salami zufügen, anschließend die Zwiebelwürfel.

Wenn diese glasig sind, 100 g Maiskörner, 1 EL Oregano und 2 gehäufte EL Tomatenmark gründlich unterrühren.

 

Pro Teller 2 Pfannkuchen mit der Pilzmischung füllen und servieren.

 

Guten Appetit! ♥

 

 

Lindenallee

 

Das war's von mir für heute.

Genieße die Zeit und tue das Richtige! ♥


Zutaten für Semmelknödel

Aufregung und Zuckertüten: Schulanfang

 

Hallo Zurück!!! Wie waren Deine Sommerwochen? Ich hab sie trotz des gemischten Wetters sehr genossen. Du weißt ja: Ich brauche definitiv keine Hitze.

 

Nun, Anfang September, sind wir fast alle aus dem Urlaub zurück. Ein Wochenende noch, dann ruft die Arbeit oder die Schule beginnt wieder.

 

In diesen Tagen finden jetzt allerorten die Einschulungsfeiern für die kleinen Erstklässler statt. Was für ein aufregender Tag für die Jungs und Mädchen! Wie sieht die Lehrerin aus? Wer sitzt denn neben mir? Hat jemand die selbe Schultasche wie ich? Sollen wir schon etwas schreiben? Hat Opa immer noch nicht genug geknipst? Und warum dauert die Rede des Herrn Direktors nur so lange? Nun hat er doch ausreichend über die Zukunft unseres Landes gesprochen. Ich möchte endlich meine Zuckertüte öffnen!

 

 

Die Zuckertüte. Von der Mutter selbst gebastelt oder nach Geschmack des neuen Schülers im Schreibwarenladen ausgewählt und liebevoll befüllt. Wochenlang wurden nützliche, originelle und süße Kleinigkeiten zusammengetragen, bis die Schultüte ordentlich bis oben hin vollgestopft war und nun ein verheißungsvolles Gewicht hat. 

 

 

Geöffnet werden darf sie natürlich erst nach dem feierlichen Einschulungsakt. Zuhause angekommen, wird sie dann endlich ausgeschüttet und der Inhalt bewundert. Oooooooohhhh!!!

 

 

Beim Anblick von Brausetütchen, Lutschern, Schokobällchen, Flummis und Legofigürchen ahnen die Kleinen noch nicht, was "der Ernst des Lebens" wohl ist und dass Schule so viel mehr beinhaltet als Silbenklatschen und Schriftschwungübungen.

 

Gute Eltern sind dann die, die ihr Kind wirklich kennen und ihm helfen, an seinen Stärken und Schwächen zu arbeiten. Sich mit ihm über alles freuen, was gut gelaufen ist und ihm Mut machen, wenn die ersten Hürden auftauchen.

 

 

Aber am Einschulungstag wollen wir nicht schon an Hürden denken, sondern den Tag ausgiebig feiern. Ich finde, am besten passt eine traditionelle, kleine Familienfeier mit nachmittäglicher Kaffeetafel und anschließendem Spaziergang. Den Tag mit einem dollen Ausflug oder gar mit Hüpfburg und Animationen zu begehen halte ich für zu überladen. Die Einschulung selber ist für Sechsjährige doch Event genug, oder?

  

Im nachfolgenden Alltag werden sicher alle Eltern ihre Kinder erst einmal auf dem Schulweg begleiten und üben, wo man besonders aufpassen muss. Ein letztes Winken, dann verschwindet die kleine Person mit dem riesengroßen Ranzen schon mit einem ganzen Schwung Schulkameraden im Eingangstor. So ein schönes Alter!

 

 

Übrigens: Auch für uns Erwachsene kann das neue Schuljahr ein guter Moment sein, sich mal wieder ein wenig weiterzubilden. Die entspannten Sommermonate sind vorbei und nun könntest Du doch ganz aktiv ein paar neue Projekte und Ziele in Angriff nehmen, oder?

 

Beim Durchsehen der Volkshochschul-Programme findest Du zum Beispiel viele inspirierende Kurse, die jetzt im Herbst beginnen und noch nicht ausgebucht sind. Von Aquarellmalerei über Italienisch, Kalligrafie, Pralinen-Workshops, Tango Argentino bis hin zu Qi Gong ist für alle etwas dabei.

 

Ich als Töpfertante kann Dir natürlich vor allem das Arbeiten mit Ton ans Herz legen. Wenn es ein paar Anregungen sein dürfen: meine "Märchenkeramik" kennst Du ja sicher schon.

 

 

Ich wünsche Dir jedenfalls einen guten Start in den Frühherbst. Mach was draus und bis in zwei Wochen! ♥

  


Schön ist die Welt

Burg Katz und Loreley Felsen
Burg Katz und Loreley Felsen

 

Schön ist die Welt. Okay und jetzt? Ach so, Du kennst es gar nicht, dieses alte Volks- und Wanderlied? 

 

Schön ist die Welt, 

drum Brüder, lasst uns reisen, 

wohl in die weite Welt,

wohl in die weite Welt...

 

Also ich muss ja vielleicht nicht jeden Tag Volksmusik hören, aber die alten Lieder aus der "Mundorgel" oder anderen Liedersammlungen haben doch eigentlich genau die Prise "Heile Welt", die wir mehr brauchen könnten als je zuvor, oder?

 

Denk mal an "Hoch auf dem gelben Wagen..." oder "Das Wandern ist des Müller's Lust" usw. "...Felder, Wiesen und Auen, leuchtendes Ährengold..." Duften die Zeilen nicht geradezu nach Klee und Löwenzahn? Hört man nicht förmlich die Holzräder über das Kopfsteinpflaster rollen und sieht man nicht gleich das karierte Bündel am krummen Wanderstab? 

 

 

Ich jedenfalls mag diese Stimmung. Und bin, wie gesagt, fest davon überzeugt, dass es uns sehr gut tun würde: Ein kleines bisschen mehr Einfachheit und Rückbesinnung. Und Heimat.

 

Heimat. DIE war zu Zeiten der alten Volkslieder "die Welt". Die Länder, die bereist wurden, waren nicht Thailand oder Braslilien, sondern die Landschaften und Orte im eigenen Sprachraum. Den Harz, die Heide, den Rhein sah man sich an, die Donau, die Nordsee-Inseln und die Alpen. Und schickte stolz eine sorgsam ausgesuchte Ansichtskarte an die Lieben daheim.

 

 

Ich finde es sehr erfreulich, dass der Begriff "Heimat" wieder benutzt werden darf, ohne dass jemand zusammenzuckt. Und ich plädiere hier und heute, zu Beginn der Urlaubszeit, dafür, sich auch (auch!) in unserem Land genussvoll umzusehen. 

 

Nordsee
Nordsee
Ostsee
Ostsee
Lüneburg
Lüneburg
Eifel
Eifel
Dresden
Dresden
Thüringer Wald
Thüringer Wald
Heidelberg
Heidelberg
Allgäu
Allgäu

 

Durch Deutschland zu reisen bedeutet eine Reise durch großartige Landstriche und Orte, mit wunderschönen Details auch abseits der Wege.

 

 

Dabei interessiere ich mich, als Prinzessin Schaumkraut halt, vor allem natürlich für unsere vielen Burgen, Schlösser und mittelalterlichen Ortskerne. Denn dort weht er noch: Der Hauch einer sicher auch nicht leichten, aber sehr viel gemächlicheren und überschaubareren Zeit. 

 

Auf nach Bamberg
Auf nach Bamberg

 

Leinensäcke statt Plastikboxen, schwere, alte Eichenmöbel statt furnierter Massenware, langsam gebrutzelte Bratkartoffeln aus der gusseisernen Pfanne statt Industrie-Tortellini aus der Mikrowelle, Kräutertee vom Dorfmarkt statt Kunstgebräu aus dem Discounter.

 

Na, Du verstehst schon...

 

 

Also, wo Du nun auch sein wirst in den schönen Juli- und Augustwochen: Schalte auf jeden Fall einen Gang runter, genieße, entspanne. Und wenn Du dann so in Ruhe irgendwo sitzt, mach Dir doch mal Gedanken, wie Du auch den anschließenden Alltag ein wenig langsamer, bewusster und nachhaltiger gestalten kannst. Das wäre heute mein Tipp des Tages für Dich. 

 

Zur weiteren Vertiefung hier mal wieder ein paar nette Links:

 

www.einfachbewusst.de

 

www.suchtdasglueck.at

 

www.slowliving-conference.de

 

 

 

In dieser entschleunigten, vorfreudigen Stimmung macht der Blog auch in diesem Jahr wieder eine ausgiebige Sommerpause. Wir schnüren unser Ränzlein und sehen uns um oder liegen wohlig-träge am Strand und auf der Sommerwiese.

 

Ich wünsche Dir sanften Wind im Gesicht, lange Gräser, die Deine Beine kitzeln, und jede Menge Sternschnuppen, Blumenduft, Glitzerwellen und Erdbeereis.

 

 

♥ Anfang September geht es hier weiter. ♥

 


Die Kirschen sind reif!

 

Kirschenzeit. Das ist Kindheit. Und Sommer pur. Barfuß über Wiesen laufen, Sonne, Bienensummen und dann im Schatten vor einer Schale mit prallen, süßen, dunkelroten Kirschen sitzen. Was für ein Hochgenuss!

 

 

Meine Lieblingsfrucht wird endlich wieder auf allen Märkten angeboten, aber noch schöner ist natürlich das Selberpflücken! Wenn Du keinen Garten mit Kirschbäumen besitzt, frag doch mal ein bisschen rum: Oft sind ältere Gartenbesitzer richtig froh, wenn sich jemand meldet, bevor die guten Früchte auf den Bäumen vergammeln. Eine andere Möglichkeit sind Obsthöfe, die das Selberpflücken zu einem attraktiven Kilo-Preis anbieten. Das Naschen direkt vom Baum wird dabei meist wohlwollend einkalkuliert. Es kann nichts Schöneres geben.

 

Im alten Land beispielsweise gibt es gleich mehrere Höfe, die im Sommer den Ernte-Laien vertrauen, dass sie die Knubberkirschen auf baumschonende Weise pflücken. Anleitungen, Leitern und Körbe werden ausgeliehen, dann geht es los.

 

 

Unter dem dichten, dunkelgrünen Blätterdach vor Hitze oder Regen geschützt, wandert man von einem vollhängenden Ast zum nächsten. Und wähnt sich in einem paradiesischen Schlaraffenland!

 

 

Eigentlich kann man Kirschen pur mit überhaupt nichts übertreffen. Darum rechne ich bei Ernte und Einkauf niemals nur die Menge für meine Küchenpläne, sondern immer auch eine große Anzahl für den direkten Verzehr.

 

Zuhause angekommen, wandern die Früchte gleich (zunächst ungewaschen) ins Gemüsefach, wo sie sich bis zu drei Tagen frisch halten. Erst unmittelbar vor Verarbeitung oder Wegnascherei werden die Kirschen vorsichtig in einer Schüssel mit kaltem Wasser gewaschen und dann entsteint.

 

Das geht am besten mit einem Kirschentkerner, aber auch wenn Du keinen besitzt, kannst Du Dir helfen - mit einer Flasche und einem Ess-Stäbchen, einer dicken Stricknadel oder etwas Ähnlichem.

 

Tipps zum Kirschen entkernen ohne Kirschentkerner

 

Es ist ganz simpel: Den Stiel entfernen und die Kirsche mit dem Loch nach oben auf den Flaschenhals legen. Mit dem Stäbchen den Stein nach unten durchdrücken. Zack. 

 

Bevor Du loslegst, denk dran, dass Kirschsaft sehr stark färbt. Zieh Dir lieber eine alte Schürze und Handschuhe an - und lege nicht(!) wie ich, damit es auf dem Foto idyllisch aussieht, Oma's hübsch besticktes Zierdeckchen unter.

 

Kirschenglück: Kirschen in einer Schale

 

So. Und was machen wir nun also mit unserer Ernte außer uns Kirschohringe anzuhängen, Kirschkernweitspucken zu veranstalten und außer selig-saftigem Knubbern, äh, Knabbern?

 

Na, eben: Kirschkuchen, Kirsch-Cupcakes, Kirschpie, Kirschtorte, Kirschcreme, Kirschquark, Kirscheis, Kirschkompott usw. usw. ♥.

 

Und um auch im Herbst oder Winter noch von den süßen Früchtchen zu zehren, habe ich für Dich heute gleich drei kirschköstliche Ideen für den Vorratsschrank: Eine raffinierte Schoko-Kirschkonfitüre, die Anleitung zum Ansetzen kleiner Mini-Kirsch-Rumtöpfchen und auch ein herzhaftes Rezept ist dabei: Pikant-aromatisches Kirsch-Chutney.

 

Legen wir also los und köcheln uns erst mal ein paar Gläschen der himmlischen Kirschkonfitüre zurecht: 

 

 

Hinein kommen außer frischen Sauerkirschen auch dunkler Back-Kakao und ein wenig Vanille. Diese Kombination sorgt mit Sicherheit für Aahs und Oohs bei denen, die sie auf ihrem Frühstücksbrötchen genießen. 

 

Hier findest Du das genaue Rezept für meine Schoko-Kirschkonfitüre.

 

Rezept für Schoko-Kirsch-Marmelade oder Kirsch-Schoko-Konfitüre

 

Lecker? Sag ich doch! Und wie wäre es nun mit Kirsch-Rumtopf? Für den brauchst Du nicht dieselbe Geduld wie für den klassischen Rumtopf, bei dem die gesamte Erntesaison hindurch alle Früchte nachgefüllt werden. Trotzdem ist auch der Kirsch-Rumtopf eine besondere Spezialität, mit der Du Gäste likörgläschenweise begeistern oder die Du lieben Menschen mitbringen kannst - praktischerweise stellen wir gleich mehrere Mini-Portionen her.

 

Kirschen für den Vorrat: Kirsch-Rumtopf-Rezept

 

Frische Kirschen, Zucker, Zimt, brauner Rum und dann ein paar Monate Geduld - das sind die Zutaten für meine Kirsch-Rumtöpfchen. Hier habe ich das Rezept für Dich gespeichert. 

 

Rezept für Mini-Kirsch-Rumtopf
Der Mini-Kirsch-Rumtopf ist angesetzt. Keine Sorge: Der Zucker löst sich nach und nach auf.

 

Zuletzt eine peppige Soße für die kommenden Grillabende: scharfes Kirsch-Chutney - passt zu Koteletts und Steaks, gibt aber auch Grillkäse den letzten Pfiff. Solltest Du unbedingt nachmachen!

 

Rezept für selbstgemachte Grillsoße: Rezept für Kirsch-Chutney

 

Kirschen, rote Zwiebeln, Rotweinessig und eine kräftige Prise Nelkenpulver geben diesem sommerlichen Chutney sein Aroma. Im Gläschen lange haltbar ist es ebenfalls ein prima Mitbringsel. Hier verrate ich Dir mein Rezept.

 

Kirsch-Chutney zu Steak und Kotelett

 

Soll keiner mehr sagen, wir hätten nun die Kirsche nicht ausgiebig gewürdigt. Viel Erfolg beim Nachmachen und:

 

Lauf mehr barfuß!

 


Blütenglück im Juni

 

Es blüht und scheint und leuchtet überall. Dem Zauber duftender bunter Blüten kann sich doch eigentlich keiner entziehen, oder?

 

Wie schade, dass es hier bei uns im meist protestantischen Norden gestern keine Blütenteppiche auf den Straßen und Plätzen gab, so wie noch oft in den mehr katholischen Gegenden, wo dies zu den Fronleichnams-Bräuchen gehört:

 

 

Ich find's schön. Und unbedingt erhaltenswert!

 

Na okay, begnügen wir anderen uns eben mit dem, was unsere Gärten und Parks jetzt im Juni zu bieten haben. Das ist immerhin eine ganze Menge. Ich freue mich z. B. schon seit Tagen auf dieses Wochenende, denn da ist wieder "Tag des offenen Gartens".

 

Finde ich als Minigartenreichherrin besonders inspirierend. Die offenen Privatgärten haben oft vergleichbare Gartensituationen, von denen man sich dann so manche Idee abgucken kann. Außerdem spürt man an jeder Ecke die Liebe, den Stolz und die fleißige Vorbereitung. All das, zusammen mit den duftenden Rosen, zarten Glockenblumen, fröhlichen Margariten und dem prächtigem Rittersporn, macht dann die besondere Atmosphäre aus. Kann ich nur weiterempfehlen! Adressen einfach googeln bitte und dann los. Eine Anmeldung ist am Tag des offenen Gartens nicht nötig.

 

Weil Bilder mehr sagen als tausend Worte und da mein Thema Blütenglück ist, lasse ich nun tatsächlich nur noch Bilder sprechen. Hier kommen die zaubergrünen Fotos der letztjährigen offenen Gärten in unserer Umgebung. (Für Details zu den Gärten klicke bitte hier.)

 

Ich wünsche Dir ein duftig-frisches Wochenende! ♥

 

 

 

Könnte so weitergehen? Raus mit Dir! Dann duften sie sogar!

 

 

♥ ♥ ♥


Wir feiern Pfingsten

 

Pfingsten ist relativ spät in diesem Jahr. Wir haben nun schon Frühsommer und so blühen sie gerade garantiert: Die zartduftenden, schönen Pfingstrosen. Glücklich, wer die langlebigen Schönheiten in seinem Garten hat, aber auch alle anderen können sie jetzt überall im Blumenhandel erwerben. Und das solltest Du nicht verpassen, denn sie gehören zu Pfingsten schließlich auf jede Kaffeetafel!

 

Pfingstkaffeetisch decken, Pfingsten feiern, Pfingstrosen auf der Kaffeetafel

 

So geschmückt, lädt unser Tisch am Sonntagnachmittag natürlich noch mehr ein, den frischen Erdbeerkuchen mit Schlagsahne, die kleine festliche Taubentorte oder ein letztes Mal für diese Saison eine leckere Rhabarbertarte zu genießen.

 

 

Während wir im Junisonnenschein das Fest zusammen verbringen und uns am langen Wochenende so richtig nett entspannen, habe ich meist besonders Lust und Muße zurückzublicken in die "gute alte Zeit". 

 

Guck mal, was ich für Dich gefunden habe. Obwohl im Satireblatt "Der Wahre Jacob" erschienen, trieft dieses Pfingstgedicht nur so vor blumig-nostalgischen Ausdrücken. 1888 halt. Ich sag nur: Lerchenlieder, Maiglöckchenduft und ferne Knabenzeit... Aber sieh doch selber:

 

 

Und das für nur 10 Pfennige! Ich LIEBE es. Und bin in Stimmung noch ein wenig mehr von früher zu plaudern. Zum Beispiel von Mägden und von Pfingstmilch.

 

In alten Tagen war nämlich zu Pfingsten auf dem Land die Pfingstmilchsuppe bekannt. Denn die Milch, die die Mägde an Pfingsten molken, schenkte der Bauer ihnen und die Frauen kochten daraus zusammen mit Eiern und Mandeln eine süße Milchsuppe.

 

Diesem Brauch nachempfunden, habe ich hier ein Rezept für eine einfache ländliche Pfingstmilchsuppe für Dich.

 

Traditionelles Pfingstrezept: Rezept für Pfingstmilch-Suppe, süße Milchsuppe mit Mandelklößchen zu Pfingsten, Rezept für Pfingstmilch

 

Mein Rezept ist für 4 Personen und in drei Schritten recht einfach zuzubereiten:

 

Erst einmal bereitest Du Mandelklößchen vor: 40 g Grieß und 40 g gemahlene Mandeln mischen und beiseite stellen. In einem Topf 100 ml Milch, 2 EL Zucker, 1 kräftige Prise Salz und 1 EL Butter unter Rühren zum Kochen bringen, die Mandelmischung einstreuen, den Herd ausschalten und solange mit dem Schneebesen rühren, bis sich der Teig zusammenballt. 

In eine Schüssel umfüllen und 1 Ei unterrühren. 

 

In einem großen Topf ausreichend Wasser mit etwas Salz und Zucker aufkochen, dann abschalten. Mit zwei Teelöffeln Klößchen aus der Mandelmasse abstechen, ins heiße Wasser setzen und in 10 Minuten gar ziehen lassen. Mit der Schaumkelle herausnehmen und beiseite stellen.

 

Für die süße Suppe 150 ml kalte Milch und 4 EL Mehl glatt rühren. Beiseite stellen.

In einem Topf 800 ml Milch, 2 P. Vanillezucker, 4 EL Butter und 6 EL Zucker aufkochen lassen. Die Mehlmilch unterrühren und noch einmal aufkochen lassen. 

 

Die Milchsuppe zusammen mit den Klößchen servieren.

 

 

Wer isst so etwas heute noch? Und doch sind alle verzückt, wenn sie es vorgesetzt bekommen. Schmeckt einfach nach Omas Küche, nach Kindheit, nach wohltuender Einfachheit.

 

Von einer anderen schmackhaften Tradition werde ich heute ebenfalls berichten. Die kannst Du aber mit Deinen üblichen Gerätschaften sicher nicht nachkochen. Es würde bei Weitem den Rahmen sprengen, glaube mir. Ich spreche von einem kompletten Ochsen am Spieß!

 

Denn in unserer Gegend wird in vielen Orten noch ein ganzer Pfingstochse am riesigen Grill gebraten. Schon das Anfeuern am Vorabend ist sehenswert und nach stundenlangem Garen, die ganze Nacht hindurch, erfolgt am nächsten Vormittag der feierliche Anschnitt. Selbstverständlich durch eine echte Respektsperson. Der Herr Landrat oder zur Not der Bürgermeister müssen es schon sein! Danach stehen die Ausgehungerten Schlange und der XXL-Braten wird Stück für Stück zünftig mit Brot und Krautsalat verspeist.

 

Der Pfingstochse wird zwar vor seinem Ende nicht mehr, wie es früher üblich war, mit Blumen geschmückt durch's Dorf geführt, aber ein großes Spektakel ist das Ganze dennoch.

 

In Elmshorn beispielsweise wird jedes Jahr auf dem Gelände der beliebten Dittchenbühne rund um den imposanten Grill ein großes Stadtteilfest mit Flohmarkt gefeiert. Hier sind ein paar Eindrücke der netten Veranstaltung:

 

Pfingsten feiern, Pfingsttradition: Pfingstochse Dittchenbühne Elmshorn
Pfingsten feiern, Pfingsttradition: Pfingstochse Dittchenbühne Elmshorn
Pfingsten feiern, Pfingsttradition: Pfingstochse Dittchenbühne Elmshorn

 

Wenn Du nun so richtig in Pfingststimmung bist, kommt als Vorletztes für heute eine ganz einfache, kleine Bastelidee, die Du auch gut mit Kindern durchführen kannst: Eine Pfingsttaube aus einem schlichten weißen Pappteller.

 

Dazu zeichnest Du entweder nach diesem Muster die Umrisse der Taube vor oder Du druckst Dir das Bild aus und überträgst die Teile mit Kopierpapier. Wenn Du zufrieden bist, fährst Du alle Konturen mit einem Silberlackstift nach.

 

 

Anschließend schneidest Du die drei Teile aus und verzierst sie nach Geschmack ein wenig weiter:

 

 

Und das war's auch schon fast! Du musst nun nur noch die Flügel mit Klebepads anbringen und fertig ist Deine Pfingstdekoration.

 

 

Das war es von mir zum Fest. Abschließen möchte ich mit einem weiteren netten, kleinen Gedicht. Dieses Mal habe ich etwas von Ringelnatz für Dich herausgesucht. 

 

Feier schön!

 

  

Pfingstbestellung


Ein Pfingstgedichtchen will heraus
Ins Freie, ins Kühne.
So treibt es mich aus meinem Haus
Ins Neue, ins Grüne.

 

Wenn sich der Himmel grau bezieht,

Mich stört’s nicht im geringsten.
Wer meine weiße Hose sieht,
Der merkt doch: Es ist Pfingsten.

Nun hab ich ein Gedicht gedrückt,

 

Wie Hühner Eier legen,

Und gehe festlich und geschmückt —
Pfingstochse meinetwegen —
Dem Honorar entgegen.

 

Joachim Ringelnatz, 1932

 

 

(Quelle: https://de.wikisource.org/wiki/Pfingstbestellung)

 

 

(Bildquelle: http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/Images/db/bildungsgeschichte/pfingsten_1/1_Pfingstochse__777x500_.jpg)


Blau mit weißen Wölkchen: Himmelfahrtstag

 

Eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken...

 

 

Ob Du den heutigen Tag mit einem der schönen Freiluftgottesdienste beginnst oder ihn ganz weltlich einfach als Urlaubstag ansiehst - Es ist Frühling, es ist Feiertag. Und damit erst gar kein Zweifel aufkommt, ob heute wohl Lümmeln auf dem Sofa angesagt ist oder auch Schrauben, Putzen, Papiere ordnen, falle ich hiermit gleich mal mit der Tür ins Haus uns sage: Nein! No! Nix da!

 

Blümchenbluse und Sommerrock angezogen und dann bring Dich in Festtagsmodus! Schön. Haben wir das geklärt.

 

Zur weiteren Einstimmung habe ich als nächstes eine prachtvoll passende Himmelfahrtstorte für Dich. Die sollte dann aber das letzte Alltagsgefühl mit süßem Strahlen beseitigen!

 

Himmelfahrtstorte, Himmelstorte, Wölkchentorte, Wolkenkuchen: Rezept für Christi Himmelfahrt

 

Mmmmmmh... ♥ Himmelblaue Sahne mit luftigen Wölkchen umhüllen zarte Schichten aus Biskuit und Blaubeerquark. Mit dieser Torte als Mittelpunkt der Frühlingskaffeetafel kommt garantiert fröhliche-festliche Stimmung auf. Und dabei ist sie, wie meist bei mir, supersimpel herzustellen. (Du weißt ja schon: Verarmter Adel ohne Dienerschaft...)

 

Himmelfahrtstorte, Himmelstorte, Wölkchentorte, Wolkenkuchen: Rezept für Christi Himmelfahrt (Detail)

 

Unten der "Rohbau". Alles was Du benötigst sind helle Wiener Böden, tiefgekühlte Blaubeeren, Quark, Sahne, Zucker, 1 Zitrone und Gelatine. Mein Rezept für die Himmelfahrtstorte verrate ich Dir hier.

 

Rezept für Blaubeer-Quark Torte

 

Als Alternative zur Kaffeetafel daheim bietet sich der Tag natürlich bei schönem Wetter vor allem für einen Ausflug in die Natur an. Das frische Grün, die bunten Blüten... Ich selber kann mich gar nicht satt sehen. Schau mal, was ich bei meinem letzten Spaziergang vor wenigen Tagen so aufgenommen habe:

 

Frühlingslandschaft mit Pusteblumen
Pusteblume
Frühlingsblumen
Typisch Mai: Kastanienblüten und blauer Himmel
Mai auf dem Land: Verkaufsschilder Erdbeeren und frischer Spargel
Typisch Mai: Zaun und Frühlingsfeld
Typisch Mai: blühende Schafgarbe
Alter Leiterwagen auf Frühlingswiese
Kleeblüten

 

Inspiriert? Dann ab in die Natur. Sie wartet schon auf Dich mit ihrem Vogelgezwitscher, mit vielen Pusteblumen und neuem saftigen Frühlingsgrün! ♥

 

Ob Du nun mit Deinen Freundinnen radelst oder aber die ganze Familie wandert: Die gemütliche Krönung des Ausflugs ist natürlich das erste Picknick des Jahres. 

 

Dass es noch nicht so brütend heiß ist, ist doch eigentlich nur gut und auch wenn Du das gar nicht vorbereitet hast, musst Du auf auf dieses Vergnügen nicht verzichten. Schau Dich doch einfach in Küche und Keller um. Improvisieren ist angesagt!

 

 

Aus Frischkäse, Salz, Pesto oder Tomatenmark rühren wir eine Sandwich-Creme an, frische Kräuter und eingelegte Gürkchen peppen die Brote zusätzlich auf. Das Fleisch, das eigentlich für's Abendessen gedacht war, wird vorab gebraten, aufgeschnitten und eingepackt, Kirschtomaten und Senf sind auch da und ein Nudelsalat dazu ist doch rasch gezaubert: Nudeln nach dem Kochen kalt abschrecken, dann aus Kräutern, Salz, Essig, Öl oder Sahne die Soße mischen und ansonsten hinein, was sich so findet, z. B. ein paar hartgekochte Eier, alles was an Gemüse und Salat so da ist und Käsewürfel. Die Zutaten für kleine herzhafte Pfannkuchen finden sich meist auch - den Teig peppen wir beispielsweise mit Schinkenwürfelchen und Maiskörnern auf. Möhrensticks und einen Quarkdip dazu kriegen wir auch zusammen und dann plündern wir noch die Keks- und Schokoladenvorräte. Dazu Obst, kalter Tee und Saft... Geht doch!

 

 

Alles hübsch einpacken, Picknickdecke, Teller, Gläser, Besteck und Servietten nicht vergessen und los!

 

 

Durchatmen. Gänseblümchenketten machen. Die Seele baumeln lassen.

 

Genieße das lange Wochenende!

 


Die weißen Familienfeste

 

Wonnemonat Mai. Nicht nur, dass er uns mit neuem Grün und den schönsten, duftenden Blüten verwöhnt, finden in diesem Monat traditionell auch die besonderen, fröhlichen, weißen Feste im Lebenskreis statt: Kommunions- und Konfirmationsfeste, besonders gerne aber auch Taufen und Hochzeiten.

 

Die Temperaturen sind angenehm, die Stimmung ist heiter und der ganze Monat steht für Neubeginn. Wirklich perfekt also, gemeinsam mit Familie und Freunden zu feiern.

 

Dabei strotzen gerade die wichtigen Lebensfeste nur so vor altem Brauchtum, das von den Fest-Gestaltern nur zu gerne weitergetragen wird: Zur Taufe das Wasser, die Kerze, die weiße Taufkleidung – geerbt, selbst genäht oder liebevoll zusammengetragen...

 

 

... zur Erstkommunion wieder die festliche Kleidung: Die Jungs im kleinen Anzug, die Mädchen im weißen Kleid mit wunderschönen weißen Blütenkränzen im Haar...

 

 

Wie bei der Erstkommunion wird auch bei Konfirmation und Firmung oft die Haustür geschmückt, die Mädchen halten ein Maisträußchen in der Hand und die Jungs stecken sich die Blümchen an das Revers. Die Taufkerze wird noch einmal entzündet und es wird festlich getafelt. Die jungen Damen und Herren sind nun etwa 14 Jahre alt und so kann bereits auf ein Stück Lebensweg zurückgeblickt werden. Babyfotos und andere alte Bilder werden herausgelegt, vielleicht auch ein Video aus Grundschultagen gezeigt. Ansonsten sind zur Unterhaltung Spiele sehr beliebt, wie beispielsweise ein "Konfirmanden-Quiz". 

 

 

Das am aufwendig gefeiertste Fest schließlich ist die Hochzeit. Ein Jahr Planung vorweg ist nichts! Unzählige Seiten im Internet widmen sich dem Thema, Hochzeitsmessen zeigen den Brautleuten, was es an perlenbestickten Schleiern, spitzenbesetzten und bestickten Traumkleidern, prachtvollen, mehrstöckigen Torten und fulminant dekorierten Festsälen zu planen gibt. Vom ausgelassenen Polterabend, an dem glücksbringenderweise altes Porzellan zerschlagen wird, über den Festtag selber, bis hin zur anschließenden Hochzeitsreise will alles gut überlegt sein: Gästelisten, Trauzeugen, Ringe, Speisen und Getränke, Fotograf, Musik, Brautstrauß... die Liste ist schier endlos!

 

 

Natürlich lohnt die ganze Mühe unbedingt. Schließlich soll es der schönste Tag im Leben sein. Ein Tag, den man niemals mehr wieder vergisst, der Alben und Wandrahmen füllt und nach dem schließlich mit Glück und Segen der ganze Kreislauf wieder von vorne beginnt...

 

 

Tja. So ist das mit dem Wonnemonat. Frühling im Jahreskreis und Feste im Lebensfrühling...

 

Wer nun noch ein bisschen schwelgen möchte, besorgt sich DEN Film zum Thema Mai: 

 

(Bildquelle: www.amazon.de)

 

... und schmilzt im Frühlingssonnenschein bei einem Glas Maibowle dahin, wenn Willy Fritsch den Zwanziger-Jahre-Schlager singt: 

 

 

Wenn der weiße Flieder wieder blüht, 

sing' ich dir mein schönstes Liebeslied. 
Immer, immer wieder knie ich vor dir nieder, 
trink mit dir den Duft vom weißen Flieder. 
Wenn der weiße Flieder wieder blüht, 
küß' ich deine roten Lippen müd'. 
Wie im Land der Märchen werden wir ein Pärchen 
wenn der weiße Flieder wieder blüht.

 

 


Tanz in den Mai

 

Wenn Du meinen Blog schon eine Weile verfolgst, weißt Du ja was mich so umtreibt und bist nicht erstaunt, was wohl für mich einer der Höhepunkte der alten Jahresbräuche ist: Der Tanz in den Mai.

 

Ich liebe es, wenn sich schöne Sitten der "guten alten Zeit" bis heute gehalten haben. Sicher oft reichlich verändert, aber immerhin. 

 

Nach meinem Geschmack ist eine Tanzveranstaltung auch heutzutage viel netter mit Stöckelschuhen und hübschem Kleid, aber man kann ja nicht alles haben. Und wenn auch viele in dieser Gesellschaft Jeans und Schlabber-Shirt bevorzugen - es liegt es ja immer noch an einem selber, welchen Stil man lebt.

 

 

1926: Im Garten des Berliner Hotels "Esplanada" spielt eine Jazzband zum 5 Uhr-Tee.

(Bild-Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bundesarchiv_Bild_183-K0623-0502-001,_Berlin,_Tanztee_im_%22Esplanade%22.jpg)

 

 

1930er Jahre, Ochsenfurt: Kinder warten auf den Beginn des Mai-Umzugs

(Foto: Paul Walde (1899-1970), Bild-Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ochsenfurt_1930er_Umzug_Kinder.jpg)

 

Tanz in den Mai... Wieviel uralte Tradition das beinhaltet! Mit dem Tanz in der Walpurgisnacht feiern wir den Auftakt zu den Festlichkeiten und Bräuchen rund um den Maifeiertag. Verliebte Jungs schmücken in der Nacht das Haus der Angebeteten mit einem großen Birkenzweig, der mit vielen bunten Bändern geschmückt ist. Ist das Mädchen aus dem Nachbarort, gilt es anschließend den Baum zu bewachen und die Nachbarjungs des umworbenen Fräuleins mit Bier und Schnaps auszuzahlen. 

 

 

In der Mitte vieler Dörfer und Städte wird noch immer ein prachtvoller Maibaum aufgestellt, um den dann in althergebrachter Weise getanzt wird.

 

 

Für Tanzfreudige aus Hamburg und Umland hier meine Lieblingsveranstaltungen: 

 

Angesagt und stilvoll unter Kronleuchtern und Stuck:

"Swing in den Mai", am Sonntag, den 30. April 2017, ab 20:00 Uhr, Mozartsäle

 

Mit Hafenblick unter'm Sternenzelt:

"Mai Ahoi", am Sonntag, den 30. April 2017, ab 21:00 Uhr, Museumsschiff Cap San Diego

 

6 Clubs im Park am See:

"Tanz in den Mai", am Sonntag, den 30. April 2017, ab 20:00 Uhr, Café Seeterrassen 

 

Natürlich findest Du viele weitere Tipps auch aus Deiner Umgebung in den Zeitungen und im Internet. Mach Dich hübsch und dann los! Schuhe zertanzen bis in die Morgenstunden. Denn praktischerweise ist ja der daraufolgende Tag immer ein Feiertag und angenehmerweise in diesem Jahr auch noch ein Montag!

 

 

Bunte Bänder leuchten, Vögel zwitschern, das junge Grün leuchtet und warm soll es auch endlich werden... Wir haben es doch einfach wunderbar!

 

Bleiben als Vorletztes nur noch meine Hinweise für's "Davor und Danach"...

 

Meine Rezepte für Birkengelee und Hexenlikör findest Du hier und meine weiteren Mairezepte findest Du hier.

 

 

... und zuletzt gibt es noch eine passende Geschichte aus "meiner" Zeit:

 

 

Die zertanzten Schuhe

 

Es war einmal ein König, der hatte zwölf Töchter und eine war schöner als die andere. Der König behütete seine Töchter sehr: Sie hatten ihre zwölf Betten zusammen in einem Saal und immer wenn sie schlafen gingen, wurde die Tür verschlossen und verriegelt. Trotzdem waren aber jeden Morgen ihre Schuhe zertanzt und keiner wusste, wie das zugehen konnte oder wo sie gewesen waren.

 

Da ließ der König ausrufen, wer ausfindig machen könnte, wo seine Töchter in der Nacht tanzten, der sollte sich eine davon zur Frau wählen und nach seinem Tod König sein. Wer sich aber meldete und es nach drei Tagen und Nächten nicht herausbrächte, der hätte sein Leben verwirkt.

 

Es kam bald ein Königssohn, der wurde freundlich aufgenommen und abends in das Zimmer vor dem Schlafsaal der zwölf Töchter geführt. Da stand sein Bett und er sollte Acht haben, wo sie hingingen und tanzten. Damit sie ja nicht heimlich verschwinden konnten, wurde dieses Mal die Saaltür offen gelassen.

 

Der Königssohn schlief aber leider ein und als er am Morgen aufwachte, waren alle Zwölf zum Tanz gewesen: Ihre Schuhe standen da und hatten Löcher in den Sohlen. Den zweiten und dritten Abend ging es ebenso und da wurde ihm tatsächlich sein Haupt abgeschlagen.

 

So wie der erste kamen noch viele und meldeten sich zu dem Wagestück, sie mussten aber alle ihr Leben lassen.

 

Nun trug es sich zu, dass ein armer Soldat, der eine Wunde hatte und nicht mehr dienen konnte, in die Stadt des Königs kam und von der Geschichte hörte. Da begegnete ihm eine alte Frau, die fragte ihn, wo er hin wollte. „Ich weiß noch nicht genau", sprach er, „aber ich hätte wohl Lust König zu werden und auszumachen, wo die Königstöchter ihre Schuhe zertanzen.“ „Ei", sagte die Alte, „das ist so schwer nicht, du musst nur den Wein nicht trinken, den dir eine von ihnen abends bringt und musst tun, als wärst du fest eingeschlafen!“ Darauf gab sie ihm ein Mäntelchen und sprach: „wenn du das umhängst, bist du unsichtbar und kannst den Zwölfen nachschleichen!“

 

Nachdem der arme Soldat so guten Rat bekommen hatte, wurde es ihm Ernst und er fasste sich ein Herz. Er ging vor den König und meldete sich als Kandidat. Er wurde genauso gut aufgenommen wie die andern und es wurden ihm königliche Kleider angetan.

 

Abends zur Schlafenszeit wurde er in das Vorzimmer geführt, und als er zu Bette gehen wollte, kam tatsächlich die älteste und brachte ihm einen Becher Wein. Er schüttete ihn heimlich aus, legte sich nieder und als er ein Weilchen gelegen hatte, fing er an zu schnarchen, wie im tiefsten Schlaf.

 

Das hörten die zwölf Königstöchter, lachten, und die älteste sprach: „Der hätte auch sein Leben sparen können!“ Danach standen sie auf, öffneten Schränke, Kisten und Kästen, holten die prächtigsten Kleider heraus und putzten sich vor den Spiegeln. Sie sprangen herum und freuten sich auf den Tanz. Nur die jüngste sagte: „ich weiß nicht, ihr freut euch, aber mir ist so wunderlich zu Mute, gewiss widerfährt uns ein Unglück!“ – „Du Schneegans", sagte die älteste, „du fürchtest dich doch immer! Hast du vergessen, wie viele Königssöhne schon umsonst da gewesen sind? Dem Soldaten hier hätte ich nicht einmal den Schlaftrunk zu geben brauchen. Der wäre doch nicht aufgewacht.“

 

Als sie alle fertig zurecht gemacht waren, gingen sie zu dem Soldaten, aber der rührte und regte sich nicht. Sie glaubten, ganz sicher zu sein, darum ging die älteste an ihr Bett und klopfte daran. Sofort sank das Bett in die Erde und es öffnete sich eine Falltür. Der Soldat aber sah zu, wie sie hinunter stiegen, eine nach der andern, die älteste voran. Er wusste, dass er keine Zeit zu verlieren hatte, hing sich rasch das Mäntelchen um und stieg hinter der jüngsten mit hinab.

 

Mitten auf der Treppe trat er ihr ein wenig auf's Kleid; da erschrak sie und rief: „es ist nicht richtig, es hält mich was am Kleid!“ „Stell dich nicht so einfältig an!", sagte die älteste, „du bist an einem Haken hängen geblieben.“

 

Da gingen sie vollends hinab, und als sie unten waren, standen sie in einer wunderprächtigen Allee. Die Blätter der Bäume waren alle von Silber und schimmerten und glänzten. Der Soldat dachte 'du willst dir ein Wahrzeichen mitnehmen' und brach einen Zweig davon ab, da gab es natürlich ein lautes Geräusch. Die jüngste rief wieder: „es ist nicht richtig, habt ihr das knallende Geräusch nicht gehört? Das ist noch nie hier geschehen!“ Die älteste aber sprach: „das sind Freudenschüsse, weil wir unsere Prinzen bald erlöst haben!“

 

Darauf kamen sie in eine Allee, wo alle Blätter von Gold waren und endlich in eine dritte, wo sie aus funkelnden Diamanten waren; von beiden brach der Soldat einen Zweig ab, wobei es jedes Mal knallte, so dass die jüngste vor Schrecken zusammen fuhr. Die älteste blieb aber dabei, es wären Freudenschüsse.

 

Da gingen sie weiter bis zu einem großen See, darauf lagen zwölf Boote, und in jedem Boot saß ein schöner Prinz. Sie hatten auf die Zwölf gewartet und jeder nahm eine zu sich. Der Soldat setzte sich mit der jüngsten hinein, da sprach der Prinz: „Ich bin doch so stark wie sonst, aber heute ist das Schiff viel schwerer! Ich muss hier rudern, was ich nur kann!“ – „Wovon sollte das kommen?", sprach die jüngste, „vielleicht vom warmen Wetter, es ist mir auch so heiß zu Mute.“

 

Jenseits des Wassers aber stand ein wunderschönes, hell erleuchtetes Schloss, aus dem fröhliche Musik erschallte. Sie ruderten hinüber, gingen hinein und jeder Prinz tanzte mit seiner Prinzessin. Der Soldat tanzte einfach unsichtbar mit und wenn eine einen Becher mit Wein hielt, trank er ihn aus, so dass er leer war, wenn sie ihn an den Mund brachte. Der jüngsten machte auch das Angst, aber die älteste brachte sie immer wieder zum Schweigen.

 

Sie tanzten bis drei Uhr am andern Morgen, dann waren alle Schuhe durchgetanzt und sie mussten aufhören. Die Prinzen fuhren die Königstöchter über das Wasser zurück. Sie nahmen voneinander Abschied und versprachen in der folgenden Nacht wieder zu kommen. Als sie an der Treppe waren, lief der Soldat schnell voraus, legte sich ins Bett und als die Zwölf langsam und müde herauf kamen, schnarchte er schon wieder laut, so dass sie sprachen „also vor dem sind wir sicher!“ Sie zogen ihre schönen Kleider aus, hängten sie weg, stellten die zertanzten Schuhe unter das Bett und legten sich nieder.

 

Am andern Morgen wollte der Soldat noch nichts sagen, sondern lieber das wunderliche Treiben noch weiter ansehen. Er ging auch die zweite und die dritte Nacht mit und da war alles, wie beim ersten Mal: Sie tanzten, bis die Schuhe entzwei waren. Beim dritten Mal nahm er noch einen Becher mit als Wahrzeichen.

 

Vor der Stunde, in der er antworten sollte, nahm er die drei Zweige und den Becher hervor und ging zum König. Die Zwölf aber standen hinter der Tür und horchten, was er sagen würde. Als der König fragte: „Nun. Wo haben meine zwölf Töchter ihre Schuhe in der Nacht zertanzt?“ antwortete er: „mit zwölf Prinzen in einem unterirdischen Schloss!“ Er erzählte alles und holte die Wahrzeichen hervor. Da rief der König seine Töchter und fragte sie, ob der Soldat die Wahrheit gesagt hätte und weil sie sahen, dass sie verraten waren und leugnen nichts half, erzählten sie alles.

 

Das Rätsel war endlich gelöst und der König fragte den armen Soldaten, welche seiner Töchter er denn zur Frau haben wollte. Er antwortete: „ich bin nicht mehr jung, so gebt mir die älteste.“ Noch am selben Tag wurde die Hochzeit abgehalten und ihm das Reich nach des Königs Tode zugesprochen.

 

Die Prinzen aber wurden auf so viel Tage wieder verwünscht, als sie Nächte mit den Zwölfen getanzt hatten.

 

Ende

 

 

Modifiziert nach Brüder Grimm "Kinder- und Haus-Märchen, Band 2" (1815). Quelle: https://de.wikisource.org/wiki/Die_zertanzten_Schuhe_(1815)

 


Gründonnerstag, Karfreitag und Vorfreude auf Ostern

 

Auch wenn die Temperaturen momentan gar nicht frühlingshaft sind: Der warme März hat dafür gesorgt, dass die Natur jetzt, Mitte April, schon richtig weit ist. Es blüht, so weit das Auge reicht. Mir haben es ja immer schon die wunderschönen, zartrosa oder weißen Magnolien angetan, aber auch die gelben Blüten der Forsythien leuchten jetzt geradezu - selbst bei verhangenem Himmel. Und darunter wachsen gelbe Narzissen, rote Tulpen, blaue Hyazinthen... Wirklich eine bunte Pracht!

 

Bei all den fröhlichen Farben sollten wir aber nicht vergessen, dass vor dem heiteren Osterwochenende gerade noch eine andere Zeit ist - denn wir befinden uns ja mitten in der Karwoche.

 

 

Die beginnt mit dem Palmsonntag, dem letzten Sonntag vor Ostern, und in der Karwoche wird das Fasten traditionell besonders streng eingehalten!

 

Hm. Wenn ich so überlege... Da wir Ostern mit einer Überdosis Braten und Torten begehen, ist es vielleicht nicht nur im Gedenken an die Ereignisse vor 2017 Jahren ratsam, sich noch etwas zurückzuhalten?

  

 

Am heutigen Gründonnerstag z. B. kann man passenderweise ein leichtes, grünes Gemüsegericht auf den Tisch bringen - auch wenn das "Grün" im Wort ursprünglich nichts mit der Farbe zu tun hat, sondern von "grinen" abstammt, was so viel wie klagen und weinen bedeutet.

 

Hier ist mein Vorschlag für Dich:

 

Rezept für Gründonnerstag: Grüne Gemüsepfanne mit grünen Nudeln - ein grünes Gericht

 

Eine leichte Gemüsepfanne mit grünem Spargel, Broccoliröschen und Bärlauch in Pesto-Sahne-Soße, dazu grüne Bandnudeln...

 

Mein Gründonnerstagsrezept für Dich findest Du hier.

 

 

Nach Gründonnerstag folgt der Karfreitag, der Kreuzigungstag, für den es sogar von öffentlicher Seite aus Vorschriften gibt. In Hamburg beispielsweise steht das Riesenrad auf dem Frühlings-"Dom" still. Denn Volksfeste, Tanzveranstaltungen oder Fußballspiele sind verboten.

 

Manche wollen diese Vorschriften für den Karfreitag abschaffen. Frag mich mal, was ich davon halte. Du weißt ja schon, dass ich gegen das graue Einerlei bin, dass uns mit Jogginghose von Montag bis Sonntag, mit Ladenöffnungszeiten an 365 Tagen, mit Pizzaservice auch an Pfingsten droht. Für mich ist das kulturelle Verarmung. Äscht, eyh!

 

Nee, nee. Wir möchten doch bitte hoffentlich die alten Jahreslaufsbräuche hochhalten und essen SELBSTVERSTÄNDLICH an Karfreitag - wenn schon nicht gleich vegetarisch - Fisch!

 

Ich habe hier zwei Rezepte für Dich, die Du vielleicht gerne nachkochen möchtest: 

 

Rezept für Karfreitag: überbackener Lachs mit Kräuterkruste - ein leckeres Karfreitagsgericht

 

Mein erster Vorschlag ist ein überbackener Lachs mit Kräuterkruste.

 

Rezept für Karfreitag: überbackener Lachs mit Kräuterkruste - ein leckeres Karfreitagsgericht - Nahaufnahme

 

Das werden alle mögen! Frischkäse mit Kräutern und Croutons... Das Rezept findest Du hier.

 

Mein zweiter Vorschlag: Fischröllchen mit Pesto und Oliven:

 

Rezept für Karfreitag: Fischröllchen mit Pesto und Oliven - ein leckeres Karfreitagsgericht

 

Aromatisches Pesto Genovese zwischen aufgerollten Seelachsfilets, dazu Pasta mit einer milden Käse-Sahnesoße... Auch richtig lecker! Hier habe ich für Dich das Rezept abgespeichert.

 

Rezept für Karfreitag: Fischröllchen mit Pesto und Oliven - ein leckeres Karfreitagsgericht - Nahaufnahme

 

Eigentlich alles viel zu lecker und kein bisschen zurückhaltend? Nun. Die innere Haltung und das richtige Handeln bei den wirklich wichtigen Themen spielen ja eh die größere Rolle. Stimmen diese beiden nicht, hilft auch kein Wassersüppchen. Also lassen wir uns unseren schönen Karfreitagsfisch ruhig schmecken und pflegen dabei unseren Geist, indem wir uns an unsere Geschichte erinnern und einen klaren Kopf bewahren bei allen Entscheidungen für unsere Zukunft - und die unserer Mitmenschen.

 

Die allernächste Zukunft ist dabei in unserem Land im Normalfall schon mal verdammt erfreulich: Denn mit dem Ostersonntag ist die Fastenzeit schließlich schon wieder vorbei, wir besuchen die Familie im festlich geschmückten Heim, laden Freunde zum Festtagsbrunch ein, machen - dieses Jahr warm eingemummelt - wunderschöne Frühlingsspaziergänge und genießen das Leben in vollen Zügen!

 

 

Meine Rezepte für Ostern findest Du in meinen "Geheimnissen aus der Schlossküche", oben im Menue oder klicke einfach auf diesen Link. Alles ist wie immer schnell und einfach zubereitet, so dass Du es auch spontan noch einplanen kannst. Samstags haben die Geschäfte noch mal auf!

 

 

 

♥ Ich wünsche Dir ein fröhliches und überraschend sonniges Osterwochenende! ♥

 

 


Die Sonne im Märzenwald

 

Die Frühlingstagundnachtgleiche am 20. haben wir schon hinter uns. Von jetzt an ist es länger hell als dunkel und das merken wir alle an unserer Energie. Mir geht es jedenfalls so:

Je weiter der März fortschreitet, desto fröhlicher werde ich.

 

Manchmal fallen mir dann zwei alte Märzlieder ein, die schon ich in meiner Kindheit und unsere Kids dann wieder in ihrer Kindergartenzeit gesungen haben. Irgendwie hüpft mein Herz dabei immer ein bisschen: 

 

... Scheint die Sonne, scheint die Sonne in den Märzenwald 

kommt der helle, der helle Frühling, kommt der Frühling bald.

Komm doch, lieber Frühling, lieber Frühling komm doch bald herbei, 

jag den Winter, jag den Winter fort und mach das Leben frei!

(Auszug. Text und Melodie Heinz Lau, 1950)

 

Oder auch dieses. Wer kennt's nicht?:

 

Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt;

er setzt seine Felder und Wiesen in Stand.

Er pflüget den Boden, er egget und sät

und rührt seine Hände frühmorgens und spät...

(Auszug. Volkslied aus Mähren, Erstveröffentlichung 1905)

 

 

Nachdem auch ich unseren kleinen Garten gedüngt und "gepflügt" habe, das Haus renoviert und durchgeputzt ist, räume ich derzeit vor allem wieder mal die Regale und Tische in den Gartenmärkten leer. Frühlingsgestecke für die Tische, Zweige für Wohnzimmer und Treppenhaus, Narzissen für den Flur... 

 

Märzdekoration: Schale mit Narzissen

 

Narzissen sind natürlich ein Muss in diesen Wochen, aber wovon ich am meisten anschleppe, wovon ich nicht genug bekommen und woran ich mich nicht sattsehen kann, das sind Hornveilchen. Ich gebe es hier und jetzt zu: Ich bin hornveilchensüchtig. Ich finde die sooo klasse. Die können früh raus, sie sind umwerfend niedlich, standfest, leuchtend und halten fast ohne Pflege bis weit in den Sommer hinein. Ach, guck mal, da ist ja auch noch ne freie Stelle! Na da MUSS ich ja wieder los, noch 'n paar Töpfchen kaufen!

 

♥ ♥ ♥
♥ ♥ ♥

 

Übrigens: Jetzt, wo es wieder losgeht mit dem Blütenreigen, möchte ich Dir einmal die kleinen Bücher zeigen, die ich vor einigen Jahren mit den Kids gemacht habe. Durch alle Monate haben wir gesammelt und getrocknet was gerade Saison hat: Frühblüher, Rosen, Kräuter, bunte Blätter und im Winter Ilex, Buchsbaum und Efeu...

 

Nostalgie-Liebe: Blumen pressen für ein Herbarium oder um einen Gedichtsband zu verzieren

 

... ergänzt mit jahreszeitlichen Gedichten, Bastelein und hübschen Glanzbildern. So ist im Laufe der Zeit eine weitere nette Erinnerung aus Kindertagen entstanden.

 

Nostalgie-Liebe: Traditionelle Beschäftigung mit Kindern: Blumen pressen

 

Ob Waldmeister, Flieder oder Rosen...

 

Typisch Mai: Gepresster Waldmeister - Nostalgie-Liebe
Typisch Mai: Gepresster Flieder - Nostalgie-Liebe

 

...trocknen kann man fast alles. Wer keine Blumenpresse besitzt, ordnet die gesammelten Pflanzen einfach zwischen Löschpapier in einem dicken Buch ein. Dann einige Wochen warten und schließlich vorsichtig entnehmen.

 

Die gepressten Blüten eignen sich natürlich nicht nur für ein kleines, individuelles Herbarium, sondern auch zum Verzieren von Einladungen, Grußkarten und - vorsichtig mit Klarlack überzogen - auch für Holzschachteln und dergleichen. Herrlich nostalgisch, das Ganze. Finde ich jedenfalls.

 

Typisch Juni - Blumen pressen: Gepresste Rose - Nostalgie-Liebe

 

 

Lass es Dir gut gehen! ♥

 


Luftigleicht: Gartenzeit und Fastenzeit

 

Fast Mitte März, schönster Sonnenschein. Zeit, wieder in den Garten zu gehen. Ach, haben wir uns aber lange nicht mehr richtig gesehen, mein Liebster! Dich werde ich nun erst mal schön durchputzen und vom Wintergrau befreien. Zwischen den vertrockneten Zweigen der Stauden und altem Laub finde ich sogar noch einige heruntergefallene Silvesterhülsen. Jetzt aber ran da!

 

 

Ich arbeite guten organischen Dünger in den Boden ein, häufel die Rosen ab und sehe mir an, was da so alles wieder wachsen möchte. Am weitesten sind natürlich die Frühblüher. Winterlinge und Krokusse blühen schon, auf Tulpen und Nazissen warte ich noch.

 

Ouh. Ein Blick auf unseren Rasen holt mich allerdings wieder aus den Frühlingsblütenträumen zurück in die Wirklichkeit. Der braucht eine Sonderkur. Hat meine Zuwendung im Herbst denn nichts gebracht? Doof. Dort wo die Kids den ganzen Winter über täglich zum Kaninchenstall gelaufen sind, ist plattgewalzte, nackte Erde. Da haben wir noch mal richtig zu tun. Aber gut. So ist das eben jetzt. Trittsteine möchten wir halt auch nicht legen.

 

Am Ende der Arbeit wird auch der Rasen wieder grün und dicht sein.

 

 

Die Natur erwacht, wir säen die ersten Kräuter aus und auch wir selber wollen Müdigkeit und Ballast nach dem langen Winter vertreiben. Da hilft es wieder einmal, sich an die alten Jahresabläufe zu erinnern, denn die haben sehr oft ihren Sinn gehabt!

 

Schon seit Aschermittwoch haben wir Fastenzeit. Ob katholisch oder nicht, auf den Zug können wir gerne aufspringen. Denn den Organismus durchzuputzen und zu entgiften, zwischen den Feiertagen etwas reduzierter zu leben, über eine frische, unbelastete und vollwertige Ernährung nachdenken, ist für die meisten von uns doch hilfreich. Fast alle können wir da noch etwas verbessern.

 

 

Darum nehme ich die Fastenzeit gerne an - eine Tradition, die lohnenswert und gut ist. Letztendlich sind solche Dinge wie Achtsamkeit dem eigenen Körper gegenüber oder Nachdenken, was esse ich und woher kommt es, nicht einmal sooo weit weg von religiösen Anschauungen. 

 

Lassen wir uns also darauf ein!

 

Fastenformen gibt es viele. Mir selber ist die ganz strikte Methode, bei der man nur noch Wasser und ungesüßten Tee zu sich nimmt, viel zu anstrengend ist und Molkefasten ist mir zu "durchschlagend". Was ich aber sehr ansprechend finde, ist eine ganz gemäßigte Art des Saftfastens, bei der auch kleine ballaststoffreiche Snacks erlaubt sind. 

 

Ein paar Tage mit dieser Art Saftfasten führt garantiert zu einem Energieschub! Natürlich spreche ich nicht von pappesüßem Bananensaft aus dem Supermarktregal, dazu ein paar Müslieriegel... Nein. Zucker sollte man schon vermeiden. Es geht um frische Gemüsesäfte, ganz viel Mineralwasser dazu und ein wenig Vollkornbrot- oder Vollkornnudeln.

 

Einen Entsafter brauchst Du für meine Vorschläge übrigens nicht, aber einen Standmixer. EIGENTLICH sind meine "Säfte" dadurch Smoothies, denn sie enthalten ja noch alle Fasern des Gemüses. Finde ich aber auch viel besser. So bekomme ich die gesamte Power, produziere keinen Abfall und es füllt natürlich auch den Bauch ein wenig.

 

Los geht der erste Kurtag mit frischem Gurken-/Staudenselleriesaft. Für 1 großes Glas benötigst Du 1/2 Salatgurke und 2 Stangen Staudensellerie. Beides grob zerkleinern und mit 200 ml Mineralwasser im Mixer glatt pürieren.

 

Diesen Rohkostsaft bereite ich mir fünfmal an diesem ersten Tag zu. 

 

Rezept für die Fastenzeit: Gurken-Sellerie-Smoothi

 

 

Gurke und Sellerie. Eine Power-Kombi! Die beiden entschlacken, entwässern und bringen den Stoffwechsel so richtig auf Touren. Damit ich ein bisschen was zu kauen habe, backe ich zu Beginn meiner Kur diese kleinen Fastenbrötchen:

 

Fastenspeise - Rezept für die Fastenzeit: Ballaststoffreiche Fastenbrötchen

 

Zu jeder Saftmahlzeit gibt es 1-2 kleine Brötchen.

 

Hier ist mein Rezept:

 

Ballaststoffreiche Fastenbrötchen (10 Stück á ca. 50 Kcal)

 

Für 10 Minibrötchen: 60 g Dinkelvollkornmehl, 1 P. Trockenhefe, 140 g Haferkleie, 1 TL Zucker, 1 TL Salz, 1 TL gemahlener Kümmel, 1/2 TL gemahlener Anis vermengen.

 

200 ml lauwarmes Wasser zufügen und zu einem glatten Teig verkneten.

 

Abgedeckt an einem warmen Ort mindestens 1 Stunde gehen lassen.

 

Den Ofen auf 250 °C vorheizen. 10 kleine Brötchen formen und auf dem Blech, mittlere Schiene, in gut 10 Minuten fertigbacken.

 

Fastenzeit Rezepte

 

Ganz wichtig ist: Ich trinke vor jeder Mahlzeit zwei große Gläser Mineralwasser, so komme ich auf mindestens 2,5 Liter Wasser pro Tag. Dazwischen genieße ich unterstützende Fastentees, die man im Handel ja problemlos bekommt.

 

 

Am zweiten Tag läuft es eigentlich genauso ab. Nur das ich dieses Mal für jedes der fünf Gläser die frische Kombi aus 1/2 gelben Paprika und 1/2 Handvoll Spinat plus 100 ml Mineralwasser zubereite.

 

Mixer für grüne Smoothies - Smoothie mixen

 

Jetzt kommt die Sache langsam in Schwung. Merkst Du's? Und das Prinzip ist doch auch ganz einfach. Es geht jetzt eben ein paar Tage so weiter, mit Kombinationen wie man sie mag.

 

Die 1-2 Brötchen pro Mahlzeit kannst Du durch 2-4 Scheiben Vollkornknäckebrot oder eine Tasse Vollkornreis oder Vollkornnudeln ersetzen (gekocht gemessen) und für Deine Smoothies probier mal Rote Bete, Weißkohl, Möhren und Kohlrabi. Gib verschiedene Salatsorten dazu, auch mal einen halben Apfel, wirf eine Handvoll Kräuter mit hinein... Ein Gefühl für die Mengen hast Du doch jetzt, nicht wahr?

 

Für's Büro füllst Du Dir vorher Deine Portionen in Schraubverschlussgläser. So einfach ist das.

 

 

Über die selbsthergestellten Säfte geht nichts. Trotzdem kannst Du als Ergänzung auch zu hochwertigen Gemüsesäften aus dem Handel greifen. 

 

In meinem Reformhaus habe ich z. B. diese Supermischung entdeckt: Verschiedene Gemüsesorten plus Löwenzahn- Brennessel- und Artischockensaft. Perfekt für meinen Plan und sehr lecker!:

 

Saftfasten mit Gemüsesaftmischungen

 

Eine übliche Zeit für eine solche Saftkur wären fünf Tage. Aber auch drei bewirken schon viel Gutes und gegen eine kleine Verlängerung spricht normalerweise auch nichts. (Auf der sicheren Seite bist Du bei individuellen Fastenfragen aber erst nach Rücksprache mit einem Arzt.)

 

Ich jedenfalls fühle mich nach fünf Tagen schon super durchgeputzt, bin fit und energiegeladen! (...und passe auch wieder besser in meine zarten, perlenbesetzten Prinzessinnenroben )

 

Anschließend bin ich bereit für viel Bewegung an der frischen Luft und bereit, von den Safttagen langsam umzusteigen auf eine wieder abwechslungsreichere Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, guten Pflanzenölen, Kräutern, naturbelassenen Joghurts und Quark, kräftigem Körnerbrot uvm.

 

 

Zum Abschluss für heute ein paar Fotos von meinem letzten Spaziergang am Blankeneser Strandweg. Befrei Dich und atme durch! ♥

 

Spaziergang am Blankeneser Strandweg - knorriger Baumstamm mit Tau an der Elbe
Spaziergang am Blankeneser Strandweg - bizarrer Stein an der Elbe
Spaziergang am Blankeneser Strandweg - Sonnenungergang an der Elbe
Spaziergang am Blankeneser Strandweg - Sonnenungergang an der Elbe

Buntes Treiben und Graue Erbsen - Von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag

Ende Februar: Die ersten Schneeglöckchen
Ende Februar: Die ersten Schneeglöckchen

 

Der schlimmste Frost ist seit einiger Zeit vorbei, wir haben Plustemperaturen und beim Rundgang durch den Garten sieht man es deutlich: Die Natur will wieder erwachen. Erste Boten sind die hübschen Schneeglöckchen, die sich nun wieder zeigen und bestätigen: Es ist tatsächlich Vorfrühling! In den Blumengeschäften locken schon seit Längerem Töpfe mit vorgezogenen Primeln und anderen Frühlingsblühern und der Handel bietet die ersten Schokohasen und Kunststoffeier an. Winter?! Und tschüss!

 

 

So knallebunt wie diese Primeln sind, geht es hier heute weiter, denn wir haben Weiberfastnacht! Da ich die althergebrachten Feste so mag, liebe ich ja alleine schon das zünftige Wort: Weiber! Das steckt doch was drin! Saft und Kraft und die richtige Portion Wildheit. Finde ich jedenfalls. 

 

Heute an Weiberfastnacht übernehmen jedenfalls in vielen Regionen die Frauen das Regiment. Sie gehen verrückt verkleidet und mit Scheren bewaffnet auf Krawattenjagd, stürmen die Rathäuser, halten närrische Sitzungen ab und in den Gaststätten wird ausgelassen gefeiert.

 

Die Weiberfastnacht geht bis ins tiefe Mittelalter zurück, wo selbst die Nonnen in den Klöstern den Tag ausgiebig feierten. Das kann ich gerne glauben!  

 

 

Also rein in den bunten Partyfummel, die Federboa umgeschlungen und dann los mit dem restlichen Furiengeschwader! Härrlisch!!!

 

Der Hit dabei ist, dass die Weiberfastnacht ja sogar nur der Auftakt für die tollen Tage ist, die noch folgen. Da braucht frau wirklich Stehvermögen.

 

Damit das so hinhaut mit der Feierei von Donnerstag bis Dienstag, gehört seit jeher eine gute Grundlage dazu. Jetzt, bei noch immer kalten Temperaturen, hat darum gehaltvolles Schmalzgebackenes in allen Variationen eine lange Geschichte. 

 

 

Rezepte gibt es zuhauf. Heutzutage wird das Gebäck oft bunt verziert und kommt auch in Form der amerikanischen Donuts daher. Lecker. Prima. Aber mich freut besonders, dass ich hier eine traditionelle rheinische Karnevalsspezialität vorstellen kann, die mir eine Eifeler Leserin zugeschickt hat: Mutzen!

 

Liebe Bina K., hier sind Deine Bilder und Dein Rezept. Vielen Dank dafür und Alaaf! ☺☺☺

 

 

Für eine Schüssel Karnevalsmutzen stellen wir einen Teig her aus 500 g Quark, 4 Eiern, 160 g Mehl, 2 P. Vanillezucker, 400 g Mehl, ca. 1 EL Natron und je 1 Handvoll Rosinen, feine Apfelstückchen und Mandelstifte.

 

Daraus formen wir ca. 12 - 14 Bällchen, die wir portionsweise in heißem Fett goldbraun ausbacken.

 

 

Die fertigen Mutzen auf Küchenkrepp abtropfen lassen und vor dem Servieren ordentlich mit Puderzucker bestäuben.

 

Faschingsrezept - Rheinische Spezialität zu Karneval - Rezept für Karnevals-Mutzen

 

Ich finde ja, die alten Familienrezepte sind meist die allerbesten. Sehr lecker!

 

 

Zu den Eifeler Karnevalsmutzen gesellt sich hier nun noch eine deftige, regionale Spezialität aus Norddeutschland. Die gibt es schon seit Sechzehnhundertschießmichtot und sie wird bis heute jedes Jahr am Faschingsdienstag in vielen Gaststuben und Familienküchen gekocht: "Graue Erbsen".

 

Graue Erbsen, auch Kapuzinererbsen genannt, sind vor allem in Ostfriesland und im Elmshorner Raum bekannt. Woanders sind diese Hülsenfrüchte aus Großmutters Küche kaum zu finden. 

 

Kapuzinererbsen kaufen - Graue Erbsen kaufen

 

In Elmshorn beliefert der Landhandel "Theodor Stüben OHG" die umliegenden Gaststätten. Im kleinen Kontor kann man aber auch für den Privathaushalt Packungen ab 500 g erwerben. 

 

Kapuzinererbsen kaufen - Graue Erbsen kaufen

 

Rechtzeitig vor dem Veilchendienstag war ich dort, wurde sehr freundlich und fröhlich bedient und bekam netterweise gleich noch das passende Rezept dazu mit:

 

 

(Übrigens: Theodor Stüben versendet die grauen Erbsen um die Karnevalszeit herum auch innerhalb Deutschlands. Hier ist darum gerne der Link zur Webseite.)

 

Die traditionelle Zubereitungsart habe ich Dir also - siehe oben - nicht vorenthalten. Ich selber allerdings mache das etwas anders, füge z. B. noch Kräuter dazu, halte es leichter, indem ich Schweinebacke und Speck weglasse und ich koche Kassler und Wurst nicht separat. Kann ja jeder machen wie er mag...

 

So sieht es bei mir aus - mir ist das noch deftig genug:

 

Traditionsrezept: Spezialität zum Faschingsdienstag: Rezept für Graue Erbsen - Eine Elmshorner Tradition

 

Wenn Du die "Grauen Erbsen" auf meine Art nachkochen möchtest: Die Kapuzinererbsen wie oben beschrieben zubereiten, aber kein Salz zum Kochwasser geben. Nach den 2,5 Stunden Kochzeit 2 Loorbeerblätter, Majoran, Petersilie, gemahlenen Kümmel und 1 Prise Zucker zufügen, außerdem pro Person 2 Scheiben Kassler und 1 - 2 kleingeschnittene Mettwürstchen.

30 Minuten nur mild köcheln lassen, in der Zwischenzeit die Beilagen zubereiten (wir bevorzugen Kartoffelpüree). Pro Person 1 Zwiebel in Ringe schneiden, leicht mit Mehl überstäuben und in heißem Öl goldbraun ausbacken. Alles anrichten und dazu mittelscharfen Senf reichen.

 

Nun bist Du, was die Grundlagen angeht, doch ausgestattet, oder? Für die flüssigen Spezialitäten brauchst Du sicher keine Tipps. Dann also Prost, Helau und Alaaf! Feier schön, lärme, vertreibe den restlichen Winter. Und hau ordentlich rein, denn Aschermittwoch beginnt schließlich die Fastenzeit.

 

Um die geht es hier das nächste Mal, aber daran wollen wir ja jetzt noch gar nicht denken!

 


♥ Valentinstag ♥

 

Es ist wieder Valentinstag! Valentinstag. Nun rümpft doch hoffentlich keiner die Nase und behauptet, der Tag wurde von Schokoladenfabrikanten und Blumenhändlern erfunden? Denn dem ist nicht so. 

 

Valentinsfeste gab es schon im Mittelalter, in England übergab man am Valentinstag bereits im 15. Jahrhundert kleine Geschenke und Gedichte und in Deutschland wurde das Valentinsbrauchtum immerhin bereits in den 1950er Jahren bekannt. Was attraktiv begangen wird, ist eben auch rasch populär. Ist doch nett!

 

Und dass heutzutage der Handel kräftig mitmischt, finde ich sogar gut. So wird dieser schöne Tag gewiss nicht vergessen - wie so viele andere. Darum sollten auch für den Walpurgistag endlich Marzipanhexen hergestellt werden. Und warum gibt es noch keine Johannistagsbonbons oder auch süße Bartholomäustörtchen und kleine Sankt-Andreas-Geschenke? Ist nicht. Und so merkt dann auch kaum noch jemand, dass diese Tage einst von Bedeutung waren im Jahreslauf.

 

Ich persönlich bin ja der Überzeugung, dass wir nicht nur die alten Apfelsorten retten sollten, sondern auch die alten Gedenktage. Einer der Gründe für diesen Blog!

 

Nun. Also an Valentin ist es einfacher. Schon am Morgen starten wir mit einem herzigen Frühstück in den Tag. Das finden auch unsere Kids nett. 

 

Herzige Häppchen: Frühstück am Valentinstag oder Valentinsfrühstück
Herzige Häppchen: Frühstück am Valentinstag oder Valentinsfrühstück - Nahaufnahme

 

Für die Schul- oder Aktentasche gibt es noch eine süße Handvoll glänzender roter Bonbons mit, dann geht es erst einmal los zur Dienstags-Pflichterfüllung. 

 

Hübsche Herzbonbons - Süßes zum Valentinstag

 

Nach Feierabend möchten wir den Tag natürlich angemessen verbringen - egal ob frisch verliebt oder zum noch größeren Glück im bereits ruhig-beständigen Liebesfahrwasser.

  

Dabei muss es am Valentinstag gar nicht Venedig oder Paris sein. Ein gemeinsamer Besuch im Spa, Restaurant, Konzert oder Theater hebt diesen Tag ja ebenfalls aus der Arbeitswoche hervor. 

 

 

Aber auch in den eigenen vier Wänden können wir es uns abends mit einem raffinierten Dinner und einem Liebesfilm so richtig nett machen. Ein paar buntgemischte Klassiker – selbstverständlich mit Happy End:

 

Stolz und Vorurteil

Notting Hill

Frühstück bei Tiffany

Der Prinz aus Zamunda

Pretty Woman

Pyjama für Zwei

Männerherzen

 

Zwei orange-rote Rosen

 

Ideen für raffinierte Rezepte und herzige Törtchen habe ich auf meiner Pinterest-Seite gespeichert. Schau doch mal rein...

 

 

Valentinstag. Ist doch schön, dass es ihn gibt, oder? Welches Thema könnte angenehmer sein? Und falls Du immer noch findest, das ganze "Theater" sei übertrieben, dann werfe mal einen Blick in meinen alten, rot-goldenen Prinzessinen-Gedichtsband. Das schwelgt. Das schwärmt. Das trieft...

 

Herrlich.

 

Hab einen schönen 14. Februar.  ♥  ♥  ♥

 

 

... in deiner Augen lichtem Schein, blüht meine Seele, liebestrunken...

... bei deinem Kuß tönt mir Musik, mit süßen Schauern mich durchbebend...

 

Wow.

 


Mariä Lichtmess? Kerzenweihe?

 

Heute gibt es von mir wieder einmal einen kleinen Zwischengruß, denn es ist "Mariä Lichtmess".

 

Mariä Lichtmess??? Äh. Ähm. Aha?!

 

Ja. Hier nur so viel: Am uralten Lichtmessfest brachten früher die Menschen ihren ganzen Jahresbedarf an Kerzen in die Kirchen, wo sie gesegnet wurden und so beim Abbrennen Schutz versprachen, z. B. vor Unwetter und Krankheit.

  

Schade, dass der Tag für die meisten heute keine Bedeutung mehr hat. Denn es ist doch schön, dass uns der Lichtmess-Kerzenschein mitten im kalten, dunklen Winter Wärme und Licht bringen möchte!

 

 

Ich halte bei uns diesen Tag zumindest dadurch ein wenig hoch, dass ich am 02. Februar viele Kerzen anzünde und meist auch etwas Passendes backe, z. B. knusprige Haferflockenplätzchen, ausgestochen in Kerzenform.

 

 

Außerdem könnte man gerade an diesem Tag vorhandene Kerzen hübsch verzieren, beispielsweise mit winterlichen oder auch schon mit fröhlichen Frühlingsmotiven. Kerzenmalstifte und Wachsplatten dafür gibt es in jedem Bastelbedarfsgeschäft.

 

Ich hatte mir für heute vorgenommen, aus unseren vielen Kerzenresten eine schöne, große, neue Kerze zu gießen.

 

Meine Methode ist dabei supereinfach. Kein Gefummel mit gekauftem Docht und keine Formen, die man nach dem Gießen lösen muss...

 

Du brauchst einfach nur eine leere Blechdose, ein Glas (oder mehrere), einen Kochtopf und natürlich die Kerzenreste.

  

 

Der Zeitspartrick ist: Ich nehme eine in der Länge passende alte Kerze, die ich mit ein paar Wachstropfen in der Mitte eines alten hitzebeständigen Glases befestige...

 

 

...dann erhitze ich die Wachsreste im Wasserbad...

 

 

... fische mit einer Gabel die alten Dochtreste heraus und gieße das flüssige Wachs einfach um die Kerze herum ins Glas.

 

 

Dabei kannst Du in einer oder mehreren Schichten arbeiten, je nach Größe von Dose und Glas und natürlich je nach Lust und Laune. Wichtig ist, dass Du die oberste Schicht nicht ganz bis zum Rand der Mittelkerze gießt, denn beim Erkalten sackt die ganze Mitte ein wenig ab. Lass Dir also für den nächsten Tag ein wenig Wachs über, den Du noch einmal erhitzen kannst, um damit die Mitte aufzufüllen.

 

So sieht meine fertige Kerze aus:

 

 

Lass es Dir gut gehen!


Wintertraditionen

Januarlandschaft: Ente auf dem zugefrorenen Bach

 

Mitten im Winter. Draußen ist es frösteligjanuarkalt. Wir laufen Schlittschuh im Park oder planen bei Schnee eine Wanderung mit Winterpicknick. Im glitzernden Weiß rasten wir dick eingemummelt auf unseren Schlitten, packen einen Thermotopf mit deftiger Erbsensuppe aus, das frisch gebackene Brot mit Schinkenwürfeln und Kannen mit süßem, heißem Vanillepunsch.

 

 

Ansonsten sitzen wir nun aber gerne und viel hinter dem Ofen, beschäftigen uns mit einigen liegengebliebenen Projekten oder finden wieder die Zeit für verschiedene Handarbeiten. Schon in alten Tagen waren vor allem Januar und Februar die Monate, in denen gesponnen und gewebt, geflickt und genäht wurde.

 

Altes Spinnrad

 

Die Kälte draußen bringt uns zum Beispiel automatisch auf die Idee, uns einen schönen Schal oder eine kuschelige kleine Decke zu stricken. Projekte, die selbst Strickanfänger in Angriff nehmen können. Schöne Wolle besorgt, die passenden Nadeln dazu und dann trifft man sich mit der Tante oder Freundin, die bereit ist, einem das Aufnehmen der Maschen und die beiden Grundarten zu zeigen. 

 

Wenn man ein wenig experimentiert, kann man aus einfachen rechten und linken Maschen zahlreiche kreative Muster stricken. 

 

Wintertradition: Einfach gestrickte Decke
Wintertradition: Einfach gestrickte Decke

 

Dann sind bald schon ein paar weiche, wärmende Lieblingsstücke fertiggestellt.

 

Wenn das Stricken in immer gleich breiten Reihen erst einmal gelingt, kann man sich im nächsten Schritt daran machen, zwischendurch die Wollfarbe zu wechseln und auch das Abnehmen und Zusammennähen zu üben. Auf diese Weise ist zum Beispiel diese einfach Wärmflaschenhülle entstanden:

 

Wintertradition: Gestrickte Hülle für die Wärmflasche

 

Mit Wolle kann man aber nicht nur stricken und häkeln. Versuch doch ruhig auch einmal zu weben! Ich habe z. B. den alten Schulwebrahmen der Kids hier liegen und finde, es geht auch wirklich kinderleicht. Einfach Wollfäden einspannen und dann im Wechsel drüber und drunter die Wolle in der gewünschten Farbe einweben. 

 

So entstehen individuelle Schals, Pulswärmer oder andere Kleinigkeiten, die anschließend ganz nach Wunsch zusammengenäht werden können.

 

Wintertradition: Weben mit dem Schulwebrahmen
Wintertradition: Weben mit dem Schulwebrahmen

 

Wenn Du Dich auch mal wieder mit Handarbeiten beschäftigen möchtest, kann ich Dir hier ein paar inspirierende Blogs empfehlen:

 

Farbenfaden

Krautiline

Maschenfein und

Manu strickt...

 

 

Im Gegensatz zu meinen winterlichen Aktivitäten wurden früher mit viel Fleiß und Sorgfalt noch weitaus beeindruckendere Handarbeitsstücke hergestellt.

 

Hier eine alte, hübsche, große Tischdecke aus meiner Familie, die ich mit weißem Geschirr immer besonders gerne zum Sonntagskaffee auflege:

 

Handbestickte Tischdecke in blau-weiß
Handbestickte Tischdecke in blau-weiß - Detail

 

Mit diesen gemütlichen Traditionen lässt sich der Winter doch aushalten, oder? Wir trinken Tee und lesen, treffen uns, um gemeinsam Handarbeiten zu machen, kochen und backen in unseren Schlossküchen all die typischen Winterrezepte und lassen es uns richtig gut gehen.

 

 

Übrigens ist jetzt in der kalten Jahreszeit auch eine besondere Zeit für alle Korbflechter, denn es ist die Zeit, in der die Ruten der Kopfweiden geschnitten werden. Diese dürfen nämlich nur in der Saftruhe von Ende November bis Ende Februar geerntet werden.

 

Kopfweiden findest Du häufig an Bachläufen und sie sind an ihrer besonderen Form gut zu erkennen. Natürlich musst Du den Besitzer vorher fragen, ob Du Dir Ruten abschneiden darfst. 

 

 

Nach der Ernte der Weidenruten müssen diese erst einmal geputzt werden, das heißt, von allen kleinen Verästelungen befreit werden. Danach prüfst Du, ob sie für Dein Projekt genügend biegsam sind. Wenn nicht, werden sie entsprechend lange in Wasser eingelegt. 

 

Möchtest Du das Weidenflechten, dieses wunderschöne alte Handwerk, einmal ausprobieren, findest Du im Internet einfache Anleitungen, um selber damit zu experimentieren. Dort wirst Du natürlich auch fündig, wenn du lieber gleich einen Kurs besuchen möchtest.

 

  

Ich jedenfalls liebe Körbe und überhaupt alles aus Weidengeflecht zu sehr! Ich brauche sie für's Gartenkleingerät, zum Einsammeln von Laub und auch im Haus sind sie überall verteilt: Altglas, Äpfel, Zeitungen, Strickzeug, Bastelkram... Man kann doch gar nicht genug haben!

 

 

So. Der Schornstein raucht. Drinnen haben wir es schön warm und es warten ein Glas heiße Schokolade und mein Strickzeug auf mich. Darum tschüss für heute - mit diesem kleinen Gedicht:

 

 

Januar

 

Wohin man schaut, nur Schnee und Eis,
Der Himmel grau, die Erde weiß;
Hei, wie der Wind so lustig pfeift,
Hei, wie er in die Backen kneift!

 

Doch meint er`s mit den Leuten gut,
Erfrischt und stärkt, macht frohen Mut.
Ihr Stubenhocker schämet euch,
kommt nur heraus, tut es uns gleich.

 

Bei Wind und Schnee auf glatter Bahn,
Da hebt erst recht der Jubel an.

 

 

(Robert Reinick, 1805-1852)

 

 

Wintergetränk, typisch im Januar: Ein Glas heiße Schokolade mit Sahne

Neujahrsputz am Freitag, den 13.

Spaziergang im Januar. Der kleine Bach beginnt zu vereisen.
Spaziergang im Januar. Der kleine Bach beginnt zu vereisen.
Spaziergang im Januar. Schnee am bemoosten Baum.
Spaziergang im Januar. Schnee am bemoosten Baum.

 

Freitag, der 13. Hm. Freitag, der Kreuzigungstag, plus die Dreizehn, das "Dutzend des Teufels". Oha! Kann das gut gehen?! Also irgendwann vor vielen Jahren habe ich mal darüber nachgedacht, dass mir eigentlich nie was besonders Schlechtes passiert ist an einem dieser Tage. Ich habe angefangen, ganz genau darauf zu achten. Aber nein, nach weiteren Jahren der Beobachtung habe ich festgestellt: Nix. Gar nix. Im Gegenteil! Eigentlich liefen diese verrufenen Tage sogar besonders glatt, ja geradezu schön und gut. Und zwar immer. So bin ich zu dem Schluss gekommen: Freitag, der 13.? Das ist eigentlich ein Glückstag. Das wissen nur nicht so viele. Yeah. Ich lebe jedenfalls sehr gut mit ihm. 

 

 

Jedenfalls traue ich mich auch an diesem Tag ganz mutig zu putzen. Kein Wischwasser auf den glatten Fliesen lässt mich erschauern und auch die Haushaltsleiter erklettere ich unbekümmert, denn ich hab mir ja für den Januar was vorgenommen!

 

 

Das Jahr ist schließlich neu, da sollen auch Haus und Garten wieder wie neu strahlen! Darum ist der Januar der perfekte Monat für eine großangelegte Neujahrs-Entrümpelungs- und

-Putzaktion. Man ist motiviert, hat Zeit und kann es sich nach getaner Arbeit sooo schön gemütlich machen!

 

Wenn ich mich ranhalte, bin ich Ende des Monats durch und profitiere den ganzen Rest des Jahres davon. Denn manches ist eh nicht so oft dran und anderes hält man viel leichter sauber und ordentlich, wenn es möglichst viele freie Flächen gibt.

 

Wenn es losgeht, nehme ich mir jeden Raum einzeln vor, sehe mich von Wand zu Wand um und frage mich: Muss dieses Sammelsurium im Regal wirklich hier stehen und einstauben oder kann ich mich trennen?!

  

Angehäufte Stapel und Kisten werden gesichtet, es wird aussortiert und aufgeräumt.

Das Wichtigste dabei: auch die Schrankinhalte werden geklärt. Bestenfalls gibt es anschließend überall noch reichlich Luft, damit Neues IM Schrank gelagert werden kann und sich nirgendwo Zwischenlager auf Schränken, Tischen oder sogar dem Boden bilden. 

 

 

Während und nach dem Entrümpeln mache ich eine Liste, was vielleicht repariert oder erneuert werden muss. Kleinigkeiten, wie z. B. Kerben, bessere ich sofort aus, größere Befunde wie "Oh. die Tapete ist aber auch mal wieder fällig!" werden notiert.

 

Wenn so erst mal alle Flächen freigeräumt und die Vorhänge in der Waschmaschine sind, atme ich schon durch, denn das weitere Pflegen der freien Flächen ist doch dann überhaupt kein Problem mehr!

 

Das Putzen erledige ich grundsätzlich mit umweltverträglichen Reinigungsmitteln. Und mit einer ziemlich reduzierten Palette. Für die allermeisten Fälle brauche nur: Spülmittel, Soda und Zitronensäure.

 

Spüli, Soda, Zitronensäure - Ökologisch putzen: Nur wenige Mittel reichen.

 

Spülmittel: Ich wüsste keinen Grund, Spülmittel nicht auch als Allzweckreiniger zu benutzen. Außer für Geschirr benutze ich es daher auch beispielsweise für Böden und Fenster. Was die angeht ist mein bester Zusatz-Tipp die Investition in einen Akku-Fenstersauger. Ich habe mir

z. B. vor Jahren den Kärcher-Fenstersauger zugelegt und der ist einfach nur suuuuuuper! Ich reinige die Fenster mit Spüliwasser, schäume sie dabei ordentlich ein und ziehe den Schaum dann in nur einem weiteren Arbeitsgang vollkommen streifenfrei und ohne Tropferei mit dem Akkusauger ab. Fertig! Kein Nachpolieren. Lediglich die Ränder einmal nachwischen und gut ist. Besonders für Schlossherrinnen ohne Personal eine lohnende Anschaffung!

 

Ich liebe meinen Kärcher Fensterreiniger

 

Zitronensäure: Wo zum Schmutz auch noch Kalkreste dazukommen, kommt eine Lösung aus Zitronensäure und Wasser zum Einsatz - und zwar 30 g auf 1 Liter. Eine natürlich kalklösende Mischung ohne den "Duft" von Essig.

 

Soda: Bei fettigem Schmutz, z. B. in der Küche, hilft normales Waschsoda perfekt. Soda ist alkalisch und ein echter Fettkiller. Bei der Verwendung daher unbedingt Handschuhe anziehen.

 

Mit einer Mischung aus Soda, ein wenig Wasser und Spülmittel reibt man beispielsweise hartnäckigen Schmutz im Backofen ein, lässt es etwas wirken und wischt den Ofen dann einfach aus. Auch als Abflussreiniger ist eine Sodalauge bestens geeignet, denn sie tötet Bakterien und hilft gegen Schimmel und Gerüche.

 

 

Mit den oben genannten Mitteln halte ich 98 % unseres Haushaltes sauber. Dazu gesellen sich einige wenige Sondermittel, wie ein guter WC-Reiniger, ein Glasspray für kleine Zwischendurch-Aktionen, Schmierseife, z. B. für die Gartenmöbel, Wiener Kalk zum Polieren und einige wenige mehr. Diese Reiniger kaufe ich aber immer von Ökoherstellern. Überall bekommt man ja z.B. die günstigen Produkte von www.frosch.de oder sieh mal z. B. nach bei www.waschbaer.de.

 

Ökologisch reinigen: Umweltverträgliche Putzmittel
Schmitzol's Wiener Kalk
Savon de Marseille

 

Was richtige Spezialfälle angeht, liebe ich die alten Haushaltstipps aus Großmutters Zeiten. Die ganz alten Originalhefte dienen allerdings oft nur noch dem Amüsement. Was für eine wundervoll skurille Mischung!

 

„Rußflecke an den Händen entfernt man durch Schwefeldampf“, Glanzstellen in Anzügen beseitigt man, wenn man sie mit einer Efeublätter-Salmiak-Brühe abreibt“, „Lackierte Gegenstände reinigt man mit einem Gemisch von Mehl und Baumöl“ und „Teppiche frischt man auf durch Abreiben mit Sauerkraut“… Herrlich!

  

Alter Haushaltsratgeber: Die rechte Hand der Hausfrau, für 90 Pfennige
Verblichene Handschriften...
Verblichene Handschriften...

 

Auch die weniger alten Ratgeber sind für mich die wundervollste Lektüre:

 

Kristall-Lüster...
Kristall-Lüster...

 

Ich liebe z. B. auch das kleine Informationsheftchen von Holste's "Kaiser Natron", die Allzweckwaffe für alles und jedes. 

 

 

Die Informationsbeschaffung geht aber natürlich auch moderner - heute ist ja das Internet die angesagte Quelle für Reinigungsprobleme aller Art. 

 

Einige Beispiele:

 

Fräulein Ordnung

Rosa und organisiert

Haushaltstipps.com

und der Klassiker: Simplify.de

 

weiße Amaryllisblüte am Fenster

 

Wenn dann Raum für Raum fertig ist, kommt das Schönste:

 

Dekoriert mit frisch geduschten oder neu erworbenen Zimmerpflanzen... 

 

Im Januar: Frische Zimmerpflanzen

 

... mache ich es mir ganz gepflegt gemütlich, bei einer guten Tasse Tee.

 

Gemütliche Tasse Tee im Goldrandgeschirr, dazu Ingwer-Konfekt

 

Draußen ist es kalt. Die Natur ruht. Und nun kann auch ich mich ausruhen in unserem ordentlichen, sauberen Heim.

 


Nigelnagelneues Jahr

 

So. Nun geht alles wieder von vorne los... Ach nee. Natürlich nicht ganz. Immerhin haben wir uns doch verdammt viel Gutes und Sinnvolles vorgenommen und das halten wir SELBSTVERSTÄNDLICH auch ein und durch! Also wird alles sogar noch besser als es je war! Super!!! In dem Sinne wünsche ich erst einmal ein 

 

Frohes Neues Jahr!

 

 

 

Oh. Stopp. Dir ist noch gar nicht sooo froh zumute? Bisschen verkatert?! Aha. Na, da hilft doch garantiert DAS zum Frühstück:

 

 

Okay. Das war jetzt echt gemein. Trotzdem hier ein paar Tipps für's Katerfrühstück. Es muss ja kein Brathering oder Matjes sein. Salzig-herzhafte Aufbaunahrung für Deinen Zustand ist z. B. auch Vollkornbrot mit Schinken-Rührei mit ein paar sauren Gurken dazu. 

 

Zu Trinken gibt es dazu den Kater-Killer schlechthin: Brau Dir eine Kanne Tee aus Majoran mit Honig und frischem Ingwer. Danach sollte es schon wieder ein bisschen gehen - Sonst müssen noch paar homöopathische Wunderkügelchen unterstützen: Versuch's mal mit "Nux Vomica" - hilft gut gegen Übelkeit.

 

Anschließend reißen wir uns zusammen und räumen erst mal auf. Die Party ist zwar vorbei, aber der Neujahrstag selber ist ja immerhin ein Festtag. Und den wollen wir, wenn auch müde, so doch würdevoll begehen.

 

 

Nachdem die Spülmaschine läuft, mein Tipp für alles und für jeden Zustand und jede Jahreszeit:

 

Raus aus dem Haus zum traditionellen Neujahrsspaziergang! Die frische Januarluft des unverbrauchten neuen Jahres wird Dich endgültig zurechtrücken!

 

 

Anschließend geht auch wieder eine kleine Leckerei von der nett gedeckten Neujahrskaffeetafel, nicht wahr?

 

Wie wäre es mit einem lecker gefüllten Berliner und bunt verzierten Neujahrsplätzchen?

 

 

Hufeisen, Schweinchen und Kleeblätter sind einfach ausgestochene Mürbeteigkekse mit Zuckerguss verziert. Die niedlichen Fliegenpilzplätzchen machst Du so: Aus dem selben Butter-Mürbeteig stichst Du runde Kekse aus, drückst zwei abgezogene Mandeln ein, darüber kommt je eine halbe kandierte Kirsche. An den Fuß der Pilzchen drückst Du noch gehackte Pistazien auf und pinselst dann alles, außer den Kirschen, mit Eimilch ein. 

 

Nach dem Backen bei 175 °C (etwa 12 Minuten) lässt Du die Plätzchen auskühlen und trägst zuletzt noch mit einem zähen Zuckerguss kleine Punkte auf.

  

Klasse, oder? Einzeln verpackt in kleinen Tütchen sind diese Kekse auch ein tolles Neujahrs-Mitbringsel für Freunde und Kollegen.

 

 

 

Wenn Du einfach mit losem Zucker überstreute Berliner ein bisschen aufpeppen möchtest, habe ich auch eine nette kleine Idee für Dich: Hast Du von gestern Abend noch ein bisschen von den Streuteilen des Tischfeuerwerks da? Dann leg einen dieser kleinen Plastikschornsteinfeger als Schablone auf Deine Berliner, streu kräftig Puderzucker darüber und fertig ist's.

 

 

Außer Schmalzgebackenem, wie den bekannten Krapfen, sind auch Hefekränze und -zöpfe zum Jahreswechsel guter alter Brauch.

 

Bei uns gibt es immer eine verzierte Neujahrsbrezel, die ich aus Dinkel-Vollkornmehl backe. Dieses Jahr ist sie mir so üppig geraten, dass man allerdings zweimal hingucken muss, um die Brezelform zu erkennen.