Herbsttagundnachtgleiche

 

Unser Garten in der Abenddämmerung. Leuchtende Herbstanemonen und ein Zweig mit Hagebutten im letzten Licht des Tages.

 

 

Wie sehr ich diese Zeit liebe! Die Hitze des Sommers ist endgültig vorbei, ich atme auf und bin endlich wieder bei mir.

 

Heute ist Tagundnachtgleiche, lateinisch Äquinoktium, einer der beiden Tage im Jahr, an denen Licht und Dunkelheit genau gleich lang andauern. Tag und Nacht - in völliger Balance. 

 

Das alte Sonnenfest Mabon steht für mich darum vor allem für Harmonie, aber natürlich auch für die Fülle des Herbstes, die wir nun feiern können. 

 

 

Die Markttische biegen sich unter den Körben mit Zwetschgen, Birnen, Äpfeln, Pilzen, Kohl und Kürbissen und auch beim Gang durch die Natur lohnt es sich, einige Beutel und Behälter dabei zu haben. Schwarze Holunderbeeren, leuchtende Sanddornfrüchte und blaue Schlehen locken für die Verarbeitung zu Gelee, Sirup und Likör. Kastanien, Eicheln und die ersten bunten Blätter nehmen wir gerne mit, um unser Heim zu schmücken. 

 

 

Daneben beeile ich mich vor allem, zum letzten Mal für dieses Jahr, meinen Kräutervorrat aufzustocken. Im diesjährigen über-heißen, langen Sommer war ich manches Mal zu träge loszuziehen, aber nun macht es mir wieder Spaß.

 

 

Hopfen, Spitzwegerich und Beifuß wandern vom Feldrand in meinen Fahrradkorb, und im Garten schneide ich noch einmal Melisse, Minze, Thymian, Lorbeer, Salbei und Currykraut ab. Oh - und endlich ist auch der Lavendel dran. Bisschen überfällig, aber der Duft ist umwerfend.

 

 

Die Menge reicht für kleine Dekorationen und Wäschesträußchen und - zusammen mit Zapfen von wildem Hopfen - für Beruhigungstees und die Neubefüllung kleiner Kräuter-Schlummerkissen. 

 

 

Dass mein Minzbusch inzwischen schon ein bisschen mitgenommen aussehen, stört mich nicht. Hauptsache ohne Pilzbefall und kleine Tierchen - und natürlich Bio aus eigenem Anbau!

 

 

Wenn die Zweige rascheltrocken sind, kann man die Blätter ganz einfach von oben nach unten abstreifen und in fest verschließbare Behälter füllen, als Vorrat für Tees und vielem mehr. (Ich koche z. B. gerne leckeres Apfel-Minzgelee daraus...)

 

 

Auch für die gefundenen Wildkräuter gibt es reichlich Ideen zur Verwendung. Das Beifußbüschel kommt erstmal als Schutzkraut neben die Haustür (kann ja nicht schaden!) und bei Bedarf zupfe ich ein bisschen für Suppe und Braten ab. 

 

 

Sammel schnell mit, bevor die Natur zur Ruhe geht! Ca. im November wird es hier ein paar schöne Ideen zum Thema "Kräutergeschenke für Schönheit und Wohlbefinden" geben.

 

Für heute aber noch einmal zurück zur heutigen Herbsttagundnachtgleiche. Um diesen Tag des Übertritts zu achten, habe ich einen netten, kleinen Vorschlag für Dich.

 

Licht-und-Schatten-Kekse oder auch Tagundnachtgleichegebäck:

 

Rezept zu Mabon, Tagundnachtgleiche-Gebäck, Tagundnachtgleiche Rezept, Licht-und-Schatten-Rezept

 

'Was kann die vollkommene Gleichheit von Hell und Dunkel zeigen?', dachte ich. Und da Süßes immer passt, hier das Rezept für Vollkornplätzchen, je zur Hälfte eingetaucht in helle und dunkle Kuvertüre. 

 

 

Tagundnachtgleiche-Gebäck, Rezept für 1 Blech

 

Einen Mürbeteig herstellen aus: 1 Ei, 75 g Zucker, 1 P. Vanillezucker, 1 Prise Salz, 100 g Butter und 250 g Vollkorn-Dinkelmehl. 

 

Auf bemehlter Fläche ausrollen, mit einem Schnapsglas kleine Kreise ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben.

 

Bei 175 °C ca. 15 Minuten backen. Auskühlen lassen.

 

Weiße Kuvertüre schmelzen und die Plätzchen je zur Hälfte darin eintauchen. Auf einem Rost abtropfen und erstarren lassen.

 

Dunkle Kuvertüre schmelzen, die andere Hälfte eintauchen und ebenfalls abtropfen und auskühlen lassen. 

 

 

Gutes Gelingen! ♥

 


Ohne Strümpf' und ohne Schuh' - im Barfußpark Egestorf

 

Schon der alte Kneipp wusste: Barfußlaufen über einen weichen und natürlichen Grund ist ein super Kurmittel! Es stärkt die Fußmuskeln und gesunde Füße wiederum sind die beste Basis für einen gesunden Rücken und Nacken. 

 

Barfußlaufen stimuliert die 200.000 Nervenenden an unseren Fußsohlen, erhöht die Blutzirkulation, verbessert unseren Gleichgewichtssinn und es erdet. Im wahrsten Sinne.

 

Das ist doch toll, oder? Ich selber laufe so oft es geht barfuß - Das Erste beim Nachhausekommen: Schuhe weg. Im Sommer geht es dann so weiter, im Winter laufe ich zumindest nur auf Socken durch's Haus. Dass mit dem Tautreten am frühen Morgen oder auch das beherzte Barfußlaufen durch den Schnee muss ich allerdings noch verinnerlichen. Vielleicht fange ich mal mit Storchengang in ein bisschen kaltem Wasser in der Badewanne an?

Okay. Plan.  

 

 

Wenn Du Dich ebenfalls umstellen möchtest, sind die jetzigen Spätsommertage noch ideal dafür. Bis es kühler wird, hast Du Zeit, die neue Gewohnheit zu festigen und vor allem könntest Du als motivierenden Start einen der Barfußparks besuchen, die es vielleicht auch in Deiner Nähe gibt. 

 

Dazu gleich einmal ein Link: www.barfusspark.info

 

Ich selber war schon mehrfach im niedersächsischen Egestorf. Den dortigen großen Naturerlebnispark kann ich unbedingt empfehlen. Ca. 3 Stunden dauert der gemütliche und sehr abwechslungsreiche Rundgang durch Wälder und Felder. Nicht nur die unterschiedliche Umgebung und die verschiedenen Bodenbeläge, Wasser- und Schlammbecken locken, sondern auch so nette Stationen wie Kräutergärtchen, Hängematten, Windharfe, Wildobstbäume und vieles mehr. 

  

 

Sieh Dir doch gerne mal die Fotos von meinem letzten Besuch dort an und lies meine kleine Beschreibung. Vielleicht kann ich Dich motivieren, Dich selber aufzumachen?

 

♥ ♥ ♥

 

Im Park angekommen, schließen meine Freundin und ich unsere Schuhe in Schließfächern ein und gehen die ersten Schritte auf gepflastertem Grund. Gleich danach bekommen unsere Sinne etwas zu tun: Wir treten durch ein eiskaltes Wasserbecken und sehen uns anschließend in Ruhe den Yogawald an. Ein entspannender Beginn...

 

Yogawald - Barfußpark Egestorf - Ausflugtipps Niedersachsen - Gesundes Barfußlaufen
Yogawald - Barfußpark Egestorf - Ausflugtipps Niedersachsen - Gesundes Barfußlaufen

 

Wasser plätschert aus der hohen Stele und wir türmen geduldig ein paar Steinsäulen auf.

 

Schöne Dinge beschäftigen unsere Augen, wie z. B. der schwere Holzstern, der auf dem Waldboden liegt.

 

Yogawald - Barfußpark Egestorf - Ausflugtipps Niedersachsen - Gesundes Barfußlaufen
Blumen in großer Wasserschale

 

Danach machen wir uns auf den langen, klassischen Barfußpfad mit seinen unterschiedlichen Belägen. Wir laufen über Korken, Rindenmulch und pieksende Steinchen, balancieren über größere Findlinge und Holzbalken und waten immer wieder durch Wasser- und Schlammbecken unterschiedlicher Tiefe...

 

Manche Beläge sind eine echte Herausforderung. Da entwickelt sicher jeder seine eigene Taktik. Ich versuche es bei einigen mit "nicht drauf achten und einfach zügig durch" und so geht's.

 

Yogawald - Barfußpark Egestorf - Ausflugtipps Niedersachsen - Gesundes Barfußlaufen
Yogawald - Barfußpark Egestorf - Ausflugtipps Niedersachsen - Gesundes Barfußlaufen

 

Irgendwann geht der Pfad mit den unterschiedlichen Belägen sanft und unmerklich in einen normalen Waldweg über. Wir vermissen nichts, sind längst richtig drin, genießen plaudernd die grüne Welt und so manche nette Installation am Wegesrand.

 

Yogawald - Barfußpark Egestorf - Ausflugtipps Niedersachsen - Gesundes Barfußlaufen
Yogawald - Barfußpark Egestorf - Ausflugtipps Niedersachsen - Gesundes Barfußlaufen

 

Auch zwischendurch bekommen die Augen genug zu tun. Jetzt, wo wir achtsam und entspannt sind, fallen uns interessante Details viel mehr auf.

 

Waldschönheit, Feenhöhle, Koboldhaus
Erdverbunden, Waldliebe, Barfußlaufen
Baumperle
Waldboden

 

Der Wald ist wunderbar, doch sehr schön ist es auch, wenn der Weg plötzlich aus dem Dunkel in ein großes, freies, leicht erhöhtes Wiesengelände führt. Plötzlich weht Wind, es ist hell, der Blick kann weit über die Landschaft schweifen und an dieser Stelle schmeichelt zur weiteren Abwechslung ein trockener Sandpfad unseren Füßen. 

 

Hier liegen große Findlinge, dort wachsen wilde, uralte Obstbäume und eine große Windharfe gibt ihre gespenstischen Töne von sich. Klasse!

 

Findling
Alter knorriger Apfelbaum

 

Wie gesagt also: Der Barfußpfad Egestorf ist auf jeden Fall zu empfehlen! Nicht zuletzt auch, weil man im Anschluss daran in das daneben liegende Naturbad springen oder/und noch ein wenig die wunderschöne Heide genießen kann!

 

Lüneburger Heide
Lüneburger Heide
Lüneburger Heide
Pferdegespann in der Lüneburger Heide

 

Ein gelungener, überaus netter Tag!

 

Regenwolken

 

Zum Abschluss für heute noch rasch mein Rezept für ein belebendes, pflegendes Fußbad -  wie immer kinderleicht nachzumachen:

 

Rezept für pflegendes belebendes Fußbad - Fußbad selber machen - Kräuterfußbad

 

Belebendes, pflegendes Kräuterfußbad

 

300 ml kochendheißes Wasser in eine kleine Schüssel oder Kanne geben. Einige Zweige Rosmarin, Salbei und Pfefferminze zufügen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

 

Die Kräuter entfernen und je 2 EL Olivenöl, Sahne und Honig unterrühren.

 

Die heiße Wirkstoffmischung in eine große Schüssel geben.

  

So mit kaltem oder lauwarmem Wasser auffüllen, dass die gewünschte Temperatur entsteht (zwischen 20 und 37 °C) und dann 10 - 15 Minuten lang genießen.

 

Rezept für pflegendes belebendes Fußbad - Fußbad selber machen - Kräuterfußbad

 

Tu Dir was Gutes! ♥


Kräuterweihe

Wildblumenstrauß - Kräuterstrauß - Frauendreißiger - Kräuterweihe - Dekoration im August - Augusttraditionen

 

15. August. Nachgewiesen seit 13 Jahrhunderten einer der Tage, an denen man Kräuter sammelt und zu Büschen zusammenfasst. Sicher ist dieser Brauch aber noch viel älter, denn auch in vorchristlicher Zeit wusste man um die Heilkraft der verschiedenen Pflanzen, die in diesen Wochen den Höhepunkt ihres Wirkstoffgehaltes haben. 

 

Kräuter für Tees und Umschläge, zum Räuchern und für Tinkturen... schon in den uralten Traditionen band man Ruten, damit die Kraft der Natur auf Mensch und Viech übergehen möge.

 

Wie so viele der alt-verwurzelten Bräuche, wurde auch diese in den christlichen Jahreskreis übernommen und aus Lammas, dem Schnitterfest, wurde der Kräuterbusch, den man an Mariä Himmelfahrt in den Kirchen segnen lässt.

 

Nun denn, mir soll's gleich sein. Fast jedenfalls. Denn zumindest gehen viele Menschen überhaupt noch immer, dem Lauf der Natur folgend, in dieser Zeit los, um Kräuter zu sammeln. 

 

Die achtsame Beschäftigung mit diesen Gaben kann uns nur gut tun. Und wenn uns dann im Spätherbst die erste Erkältung erwischt: Wie viel natürlicher - und dadurch in gewisser Weise auch heilsamer - ist es, die im Sommer selbstgepflückten Zweige und Blätter aufzukochen, als den industriell verpackten Teebeutel zu bemühen - oder schlimmer - auf Pharmacocktails mit "Pseudoephedrinhydrochlorid" & Co. zu setzen. BITTE NICHT!eudoephedrinhydrochloridPseudoephedrinhydrochloridPseudoephedrinhydrochlorid

 

 

Wenn Du erst einmal gefunden hast, wo in Deiner Nähe (bitte abseits von stark befahrenen Straßen) Wildkräuter wachsen und Du zumindest die gängigsten Pflanzen sicher bestimmen kannst, dann wird der sommerliche Rundgang mit Schere, Handschuhen, Körben und Stoffbeuteln bald zur leichten und beliebten Routine. 

 

Und die Verarbeitung zu Hause ist dann eh kinderleicht und nett. Denk dran, dass Du nicht nur eigene Vorräte herstellen kannst, sondern gleichzeitig auch so manches begehrte hausgemachte Geschenk in petto hast.

 

 

Für ganz blutige AnfängerInnen empfehle ich, eine der häufig angebotenen Kräuterwanderungen mitzumachen. Vielleicht hast Du aber auch Jemanden im Bekanntenkreis, der sich bereits gut auskennt? Die meisten sind glücklich, ihr Wissen weiterzugeben.

 

Ich nehme Dich jedenfalls jetzt mit auf eine kleine virtuelle Mini-Kräuterwanderung, auf der ich Dir zumindest vier häufig zu findende Kräuter und ihre Verwendung vorstelle.

 

Legen wir los...

 

Als erstes begegnen wir der überall präsenten Brennnessel: 

 

Kräuterwanderung - Brennnesseln sammeln

 

Mit ihrem hohen aufrechten Wuchs und ihren bis zu 20 cm langen, gesägten, spitz zulaufenden und stark strukturierten Blättern ist sie eigentlich nicht zu verwechseln. 

 

Für die Blätter ist die Sammelzeit fast vorüber und die Hauptzeit für die Ernte der wertvollen Samen beginnt. 

 

Wir wollen aber heute unseren Brennnesselvorrat "in einem Rutsch" zusammenbekommen und so ziehst Du Dir bitte zum Schutz vor den bekannten Brennhaaren dünne Handschuhe an und schneidest in etwa das obere Drittel der Stiele mit Samen und Blättern ab. 

 

Kräuterwanderung - Brennnesselsamen - Heimisches Superfood - Die besten Wildkräuter

 

Hier gleich ein paar Verwendungshinweise: 

 

 

Von den Stielen trennst Du Blätter und Samentriebe ab und legst sie getrennt auf Sieben oder Tüchern aus. Lasse sie an einem schattigen, luftigen Ort einige Tage trocknen, bis die Blätter rascheln und verpacke sie dann dunkel und trocken.

 

Kräuterwanderung - Brennnesselsamen - Heimisches Superfood - Die besten Wildkräuter

 

Die Blätter ergeben einen hervorragenden harntreibenden und immunstimulierenden Tee - perfekt für Deine nächste Detox-Kur.

 

 

Die Samen sind wahre Kraftpakete. Heimisches Superfood! Die eiweißhaltigen Brennnesselsamen sind blutreinigend und allgemein kräftigend und wirken positiv bei vielen Beschwerden und Leistungsschwäche. Streue sie Dir täglich über Dein Müsli oder mische sie unter Deinen Joghurt!

 

Kräuterwanderung - Brennnesselsamen - Heimisches Superfood - Die besten Wildkräuter - Brennnesselsamen Rezept

  

Zumindest nach einem Sammelrundgang solltest Du auch eine Handvoll Blätter roh genießen. Werfe sie einfach mit Deinem Lieblingsobst in den Mixer und mache einen Smoothie daraus. Wenn die Blätter kleingemixt werden, brennen sie nicht mehr und Du genießt das volle Mineralstoff- und Vitamin-Paket. 

 

 

Als nächstes finden wir den häufig anzutreffenden Beifuß: 

 

Beifuß - Kräuterwanderung - Schutzkraut - Wildkräuter verwenden

 

Seine fiederteiligen Blätter sind recht markant. Um sie nicht zu verwechseln, achte vor allem darauf: Die Blattoberseite des gewöhnlichen Beifußes ist grün und die Blattunterseite silber-weiß-filzig. Der Stengel ist kantig und oft rötlich oder bräunlich (im Bild unten allerdings nicht zu sehen...).

 

Beifuß - Kräuterwanderung - Schutzkraut - Wildkräuter verwenden

  

Schneide auch hier ganze Stiele ab, so ca. das obere Drittel. 

 

Zu Hause trennst Du von einigen Stielen die Rispen ab, denn diese sind als Küchenkraut milder und beliebter als die Blätter. Du trocknest sie ausgebreitet einige Tage lang und erhältst ein aromatisch-bitteres Gewürzkraut, dass einen verdauungsfördernden und gesunden Effekt als Beigabe besonders bei fettreichen Speisen hat. 

 

Wenn Du magst, bündele aber auch ganze Zweige, mit Rispen und Blättern, und hänge sie umgedreht zum Trocknen auf. Denn Beifuß ist seit uralten Zeiten für seine Abwehrkräfte gegen böse Geister und Seuchen bekannt. Du kannst Dein Beifußbündel pur oder gemischt mit anderen Heil- und Zauberkräutern in Deine Räume hängen und zusätzlich in den Rauhnächten oder zu anderen Gelegenheiten verräuchern. Glaube immer an das Gute! ♥

 

Weiter geht's...

 

Was leuchtet uns denn da so attaktiv pink entgegen? Aha! Der Blutweiderich...

 

Blutweiderich - Kräuterwanderung

 

An feuchteren Standorten weit verbreitet, erkennst Du den Blutweiderich von Juni bis September leicht an seinen wunderschönen dichten Blüten. Der Stängel ist derbe, aufrecht und behaart. 

 

Blutweiderich - Kräuterwanderung

 

Vom Heilkraut Blutweiderich kannst Du Blüten und Kraut verwenden. Breite die Stängel liegend aus oder hänge sie in Büscheln luftig auf und streife die Blüten und Blätter nach dem Trocknen einfach ab. Bitte dunkel und trocken aufbewahren und dann wie Tee zubereiten.

 

Diesen Tee kannst Du bei Bedarf innerlich anwenden, aber auch Umschläge damit tränken und Sitzbäder damit anreichern. Er hat vor allem blutstillende und desinfizierende Eigenschaften, innerlich und äußerlich, kann aber auch bei Durchfall und Magenentzündungen angewendet werden.

 

Da ich die Blütenlanzen so schön finde und man auch dem Blutweiderich eine gute Schutzwirkung vor dunklen Mächten nachsagt, kommt der Blutweiderich in meine Abwehr- und Räucherbüsche. 

 

 

Noch was Hübsches fällt uns in die Augen: Die leuchtend gelb blühende Goldrute: 

 

Goldrute - Kräuterwanderung

 

Durch die gelben Blüten, die sich locker angeordnet an körbchenförmigen Blütenständen befinden, entdeckst Du die Goldrute ganz leicht. Die Blätter sind lang und unbehaart, am Rand leicht gesägt. 

 

Goldrute - Kräuterwanderung

 

Schneide das obere Drittel der Pflanzen ab und trockne diese im Ganzen. Anschließend einfach zerkleinern, denn Triebspitzen, Stängel, Blätter und Blüten können zusammen verwendet werden.

 

Die Goldrute ist von alters her eine bedeutende Heilpflanze zur inneren und äußeren Anwendung. Ihre entzündungshemmenden, krampflösenden, schmerzlindernden und immunstimulierenden Eigenschaften sind nachgewiesen. Auch eine starke ausschwemmende Wirkung kann mit Goldrute erzielt werden. 

 

Goldrutentee hat mit 15 Minuten eine längere Ziehzeit als die meisten Kräutertees.

 

Anschließend kannst Du mit dem abgekühlten Tee gurgeln, ihn als Nierentee trinken, Umschläge damit tränken oder Bäder damit anreichern.

 

Auch die Goldrute gehört übrigens in den traditionellen Busch zur Kräuterweihe und darüber hinaus ist Goldrute auch eine super Färberpflanze, mit denen man Naturfasern kräftig und lichtecht von goldgelb bis grüngelb einfärben kann oder die man auch als Pflanzenfarbe, z.B. zum natürlichen Gestalten von Karten, verwenden kann.  

 

Wildblumenstrauß - Kräuterstrauß - Frauendreißiger - Kräuterweihe - Dekoration im August - Augusttraditionen - Tonkrug mit Sommerstrauß - ländliche Dekoration

 

Selbst wenn dies hier ein reiner Kräuter-Blog wäre: Die Welt der Heil-, Küchen-, Färbe- und Schutzkräuter ist derart groß und vielfältig, dass an irgendeiner Stelle ein Schnitt gemacht werden muss. Ich selber habe bei mehreren Kräuterwanderungen in mehreren Jahren erlebt, dass es für Laien nicht schlecht ist, sich einfach langsam jedes Jahr mit ein paar mehr Kräutern genauer zu befassen.

 

Wer sofort dreißig Kräuter drauf haben und sammeln möchte, verliert schnell den Überblick und der ist schließlich besonders wichtig. 

 

Sei also ganz sicher, was Du mitnimmst und wie Du es verwendest und vertiefe lieber Dein Wissen über zunächst nur wenige Pflanzen. 

 

Dazu ein paar Links: 

 

https://www.kraeuter-verzeichnis.de

 

https://heilkraeuter.de

 

https://www.kraeuter-buch.de

 

Findest Du bei Deinen Streifzügen Dir unbekannte Pflanzen, die Dich aber trotzdem interessieren, ist vielleicht auch noch ein Tipp, anstelle von dicken Bestimmungsbüchern das Smartphone mitzunehmen. Sofern Du in den Büschen Netz hast, gibt es eine ganz großartige App: Pl@ntNet vergleicht Dein gerade geschossenes Foto mit einer riesigen Datenbank und spuckt Dir blitzschnell die passendsten Ergebnisse aus! 

  

 

Lebe grüner! ♥

 


Ice Ice Baby

 

Die heißesten Tage im heißesten Sommer... Dort, wo eigentlich ein grüner Teppich zwischen meinen Beeten sein sollte: Heu. Gut. Müssen wir keinen Rasen mähen. Zeit gespart. Und Kraft. Viel zu warm. Bäh. 

 

Nachts paar mal aufstehen, kaltes Wasser ins Gesicht. Alle sind gerädert, schleppen sich nur durch den Tag und werden erst ab ca. 22:00 Uhr überhaupt wieder fit. Einigermaßen...

 

Was da hilft? Nichts. Außer abwarten und Eis essen.

 

 

Eis. Morgens. Mittags. Abends. Sorte egal. Gib her.

 

 

Komisch, dass ich bei Eis nie auf die Zutatenliste geguckt habe. Eigentlich untypisch für mich. Ganz naiv dachte ich wohl: Na, ist doch tiefgefroren. Was soll drin sein, außer Früchten, Sahne, Zucker...? Ich koche täglich frisch, möglichst viel in Bio-Qualität, bis auf Ausnahmen immer regional und saisonal. Aber Eis? Da hab ich nicht drauf geachtet. Obwohl es im Sommer mein Grundnahrungsmittel ist.

 

Erst mein GöGa brachte mich darauf, dass fast jede (fast jede!) Sorte, egal welcher Preisklasse, egal ob am Stiel oder im Pott, ganz schön viele und teilweise auch komische Zutaten aufweist.

 

 

"Aroma"... "Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren"... Laut Google-Ergebnissen alles als unbedenklich eingestuft - aber weiß ich, was genau das ist und woher es kommt? Hilfe! Labor-Aroma und Schlachtfett in meinem Erdbeereis?! Zu meinem Wunsch nach einer "cleanen" Ernährung passt es jedenfalls nicht und irgendwie vergeht mir da ein bisschen der Appetit. Wo ist Eis in Bio-Qualität? Findet man leider noch nicht überall.

 

Also muss ich darben und siechen? 33 °C ohne EIS???!

 

 

In meiner aufgeheizten Stimmung fiel mir ein, dass wir noch eine No-Name-Eismaschine im Schlosskeller rumstehen haben. War ein Geschenk für den Abschluss irgendeines Zeitungsabos und noch nie benutzt. Hab ich nicht vermisst. Keine Lust mich damit zu befassen. 

 

Bis heute! Ich muss sagen: Wenn man es einmal getestet hat, will man nicht mehr ohne. Sowas Simples und Wunderbares. Cremiges, frisches Eis, aus wenigen guten Zutaten spontan zusammengemixt. Super!

 

 

Hast Du schon eine Eismaschine? Dann lächelst Du jetzt natürlich ein bisschen gelangweilt. Aber ich bin ganz begeistert. Ich kannte das Prinzip halt einfach gar nicht. Man lagert den leeren Eisbehälter einfach immer im Eisfach und hat ihn dann parat, wenn man Eis herstellen möchte. Nix mit lange warten, nix mit über Nacht und so. Man rührt in wenigen Minuten zusammen, was man so da hat, schmeißt es in den eiskalten Behälter und den Rest erledigt die Maschine, indem sie einfach 30 Minuten lang immer wieder die angefrorene Randschicht untermengt, bis eine cremig-feste, durchgefrorene Konsistenz erreicht ist - fertig zum Servieren. 

 

 

Schau Dir doch mal meine Ergebnisse an:

 

Selbstgemachtes Schokoeis - Eis selbermachen wenig Kalorien - Eisrezept ohne Ei und Sahne

 

Ein fettarmes Bananen-Schoko-Eis mit braunem Zucker. Hört sich gut an? Sieht gut aus? 

 

1 (über)reife Banane, 500 g Magerquark, 1 gehäufter Esslöffel Backkakao, brauner Zucker (Menge nach Geschmack)...

 

Ich entscheide also selber, was ich in meinem Eis haben möchte - perfekt für alle die auf irgendwelche Zutaten verzichten möchten oder müssen.

 

 

Und perfekt für Leute mit Entdeckergeist. Ganz leicht verwöhnt man sich selber oder Gäste mit neuen Kreationen. Die fertig gemischten Zutaten im Kühlschrank bereithalten und 30 Minuten vor dem Servieren in die Maschine geben. Applaus, Applaus!

 

Selbstgemachtes Kräutereis - Eis selbermachen wenig Kalorien - Eisrezept ohne Ei und Sahne - raffiniertes Eisrezept - Eis mit Kräutern - Minz-Honig-Eis

 

Der zweite Versuch: Vanille-Joghurt-Eis mit Minze und Honig. Lecker? Ja. Kompliziert? Nö. 

Diesmal ein "richtiges" Rezept:

 

Vanille-Honig-Minz-Eis

 

In einem Topf 1 P. Vanillepuddingpulver mit 200 ml kalter, fettarmer Milch glatt rühren.

8 EL Honig untermengen. Unter Rühren 1 x aufkochen lassen, dann in eine Schüssel umfüllen.

Von 500 ml fettarmem Joghurt einige Esslöffel unterrühren, dann die Masse für ca. 30 Minuten kühl stellen.

Vom Joghurt einige Esslöffel abnehmen und in den Standmixer geben. 1 Handvoll Minzblätter zufügen und glatt mixen.

 

Wenn die Pudding-Honig-Masse abgekühlt ist, den Minzjoghurt und den restlichen Joghurt glatt unterschlagen.

 

In die vorbereitete Eismaschine füllen und 30 bis 40 Minuten laufen lassen.

 

Reste kann man übrigens leider nicht gut aufbewahren. Stellt man sie ins Eisfach, sind sie bald steinhart. Die Lösung: Du überlegst vorher, für wie viele Personen Du Eis herstellen möchtest. Verhaust Du Dich dabei, kannst Du übriggebliebene Masse aber gut in Stieleisförmchen füllen. Bei denen ist "steinhart" ja gewünscht. So hast Du noch ein paar leckere Miniportionen für die nächste Zeit. Nach dem Blumengießen auf der Gartenbank. Während Deine Lieblingsserie läuft. Nach dem Wäscheaufhängen. Weil es heiß ist. Weil es jetzt sein muss. Ach, vergiss den Tipp mit "Menge passend herstellen" und hau rein!

 

 

Weil aller guten Dinge drei sind, noch eine letzte Idee für heute: Veggie-Himbeerträumchen pur. 300 g Früchte, 500 g Soja-Sahne, 150 g Zucker. Fäddisch.

 

Guckst Du:

 

Selbstgemachtes Himbeereis - Eis selbermachen wenig Kalorien - Eisrezept ohne Ei und Sahne

 

Also ich bin happy mit meinem Eis und wünsche schon mal gutes Gelingen beim Nachrühren. 

 

 

Ganz zum Schluss aber noch ein anderer Hinweis: Auch auf Instagram tummele ich mich schon seit einigen Monaten - als "i.n.a.r.i.a".

 

Ich habe entdeckt, dass es weit mehr interessante User dort gibt, als die endlose Anzahl an Selfie-süchtigen Teenagernvermuten lässt.

 

Hast Du Lust einmal reinzuschauen, findest Du neuerdings in der rechten Leiste (oder auch beim Click auf die Bildergalerie unten) den entsprechende Link.

 

 

Mach langsam. ♥

 


Burgruinen und Matronentempel - Woher ich komme

 

Damals in der Schule hat mich Geschichtsunterricht nie sonderlich interessiert. Vielleicht lag es an unserem drögen Lehrer, Herrn Dr. Schwafeldichendlosinskoma, vielleicht war ich auch einfach zu jung. Ich brauchte Zeit (wie wohl die meisten), um zu begreifen, wie viel uns die Vergangenheit zu sagen hat.

 

Heute bin ich, wie Du längst weißt, sehr fasziniert von historischen Gemäuern, traditionellen Speisen oder auch alten Gebräuchen. Dabei geht es mir allerdings meist nicht um nüchterne Zahlen und Fakten, sondern es ist eher ein bestimmtes Gefühl, dass sich bei mir einstellt, wenn ich durch enge Kopfsteinpflastergassen spaziere oder einfache Mehlklöße von einem schweren Steingutteller esse: Die Sehnsucht nach Langsamkeit, nach Beständigkeit, nach Verbindung mit der Natur... 

 

 

Dieser Sehnsucht konnte ich zuletzt wieder einmal ausgiebig frönen. Während eines verlängerten Wochenendes in der Eifel habe ich mir einige alte Burgruinen angesehen. Unter anderem die Burg von Reifferscheid.

 

Burg Reifferscheid

 

Schon um zur Burg zu kommen, muss man entschleunigen. Denn für Autos ist die Durchfahrt gesperrt und so macht man sich zu Fuß auf, durch malerische Gassen und alte Tore, bergauf hin zur alten Ruine.

 

Fachwerkfassade mit Rosenstock
Reifferscheid historischer Ortskern

 

Das ist exakt, was ich meine oder auch "Finde den Unterschied": Beton? Kunststoff? Gedränge? Gehetze? Grelle Neonreklame? Findest Du hier nicht. Like!

 

Reifferscheid historischer Ortskern

 

Der historische Ortskern unterhalb der Burg von Reifferscheid. Die älteste Bausubstanz reicht zurück bis ins 11. Jahrhundert. Wenn ich hier ganz leise und langsam durchschreite, kann ich sie FÜHLEN: die mit Kartoffeln und Kohl beladenen Holzwagen, die Mägde in ihren Leinenkleidern, die kleinen Mädchen mit ihren Stoffpuppen, den fliegenden Händler mit seinen Gerätschaften, den Schmied, den Schuster...

 

Burg Reifferscheid

 

Durchatmen, innehalten. Wirklich sehr schön und sehr alt.

 

Aber - hey - es geht sogar noch älter! Nach dem Besuch dieser Eifel-Ruine nehme ich Dich nun mit in eine Zeit, die noch weiter im Nebel verborgen liegt. Eine Zeit, noch einmal mehr als 1000 Jahre zurück.

 

Sind die Sinne beim Gang durch die alten Gassen schon etwas geöffnet worden, die Antennen auf ganz fein gestellt, dann bist Du bereit...

 

Lange schon wollte ich mir einen bestimmten Kultplatz aus vorchristlicher Zeit ansehen: Eine alte keltische (später römische) Tempelanlage namens "Görresburg" - was wohl von "Götterberg" stammt. Sie befindet sich abgelegen auf einem Hügelplateau neben dem kleinen, verschlafenen Örtchen Nettersheim.

 

Komm!

 

Erst führt ein Feld-Fußweg durch die hochsommerliche Natur. Kein Mensch weit und breit. Nur ein Bauer holt in der Ferne das Heu ein.

  

 

Aus dem Feldweg wird irgendwann ein Grasweg...

 

 

... der bald durch's Dickicht hindurch ... 

 

 

... auf die Anhöhe führt. Und da liegt es vor mir, das uralte Matronenheiligtum. Ein Kultplatz aus der langen Zeit, in der noch Göttinnen angebetet wurden. Eine Religionskultur von den Kelten gelebt, später von den Römern gerne übernommen. Spannend. Nicht ein einziger Tourist, so ein Glück! Ganz in Ruhe kann ich alles entdecken und auf mich wirken lassen.

 

Aufanische Matronen, Matronentempel Nettersheim, Görresburg, Göttinnen, keltischer Kultplatz

 

Ein Hinweisschild außerhalb der Anlage erklärt, dass man an diesem Ort bereits ab etwa 70 n. Chr. kultische Handlungen wie Verbrennung von Opfergaben ua. nachweisen kann - Beginn all dessen sicher weit vorher. 

 

Um das Jahr 150 herum wurden dann Weihesteine für einheimische Schutzgottheiten, die sogenannten Matronen - die dreifaltige Göttin - rund um den größten der Tempel aufgestellt.

 

Aufanische Matronen, Matronentempel Nettersheim, Görresburg, Göttinnen, keltischer Kultplatz

 

Die huldvollen Göttinnen wurden von den Menschen um gute Ernte und Schutz angefleht, lange bevor das aufkommende Patriarchat und die beginnende Christianisierung das hohe Ansehen von Frauen immer mehr zerstörte.

  

Aufanische Matronen, Matronentempel Nettersheim, Görresburg, Göttinnen, keltischer Kultplatz, Weihestein

 

An den frischen Wiesenblumen als kleines Geschenk und an den in Büschen hängenden Göttinensymbolen sehe ich, dass die uralte Denkweise auch heute noch geachtet wird. Sehr gut. An den Sonnwendtagen und zu anderen Gelegenheiten im Jahreslauf muss dies ein besonders interessanter Ort sein. 

 

 

Da alle Bauten nach Ost-Westen ausgerichtet wurden, fällt beispielsweise zur Tagundnachtgleiche, wenn die Sonne exakt im Osten aufgeht, das allererste Licht genau in den Tempelbezirk hinein. Das alles, wie gesagt, auf einer Anhöhe mit unverbautem Bllick über die Eifeltäler und -hügel. Hab ich doch wieder einen Plan...

 

Aufanische Matronen, Matronentempel Nettersheim, Görresburg, Göttinnen, keltischer Kultplatz

 

Und Du? Sei offen ♥

 

Aufanische Matronen, Matronentempel Nettersheim, Görresburg, Göttinnen, keltischer Kultplatz

Kirschernte im Alten Land

 

Was für eine wunderbare Themenverknüpfung: Kirschen und Altes Land. Kirschen! Altes Land!

 

Diese Tour kann ja einfach nur klasse werden! Eine Tour mit Sohnemann und lieber Freundin durch die schmucken Altländer Örtchen, vorbei an Fachwerkhäusern und Obstbäumen, hin zu unserem Lieblingshof, wo die prallen, dunklen Süßkirschen auf uns warten. Ich bin relativ gut gelaunt!

 

 

Die Sonne strahlt vom blauen Sommerhimmel, als wir durch Francop, Neuenfelde, Jork und Borstel fahren...

 

 

... vorbei an Obstanlagen und Höfen mit den typischen wunderschönen Prunkpforten und reich verzierten Brauttüren.

 

 

Bewaffnet mit diversen Körben und Kisten, betreten wir den Obsthof, melden uns an und dann geht es ins Feld. "Valeska" und "Early Korvik" warten auf uns!

 

 

Da Kirschen nicht nachreifen, pflücken wir jeweils nur die dunkelsten - und selbstverständlich mit Stiel! Unter den Kirschen zu wandeln, in die Bäume zu klettern, beim Ernten die fruchtig-süßen Kugeln zu naschen - da kann man regelrecht in einen Rausch fallen.

 

Kirschsommertagsrausch! Sehr erstrebenswert! Nachmachen empfohlen!

 

 

Auch die Rückfahrt genießen wir vollkommen. Fachwerk, Reetdächer, Felder und grüne Deiche soweit das Auge reicht...

 

 

Traumhaftes Fleckchen Erde

 

 

Da wir recht früh losgefahren sind, bleibt uns am Nachmittag noch genügend Zeit, unseren Schatz zu verarbeiten. 

 

Letztes Jahr habe ich Dir gezeigt, wie Du Kirsch-Chutney, Schoko-Kirsch-Konfitüre und einen kleinen Kirsch-Rumtopf machst. In diesem Jahr kochen wir einfach reichlich Konfitüre ein. Einmal Kirsche pur wie bei Oma und einmal mit Vanille, Limette und Kirschwasser.

 

 

Das Wichtigste beim Einmachen ist bekanntermaßen die Sauberkeit. Nur so halten die Schätze mindestens ein Jahr - bis zum nächsten Sommer. Also kochen wir erst einmal alle Utensilien in klarem Wasser aus und legen sie auf einem nassen Küchentuch bereit.

 

Tja, und das ist daraus geworden:

 

 

Für die simple Kirschkonfitüre kommt auf 1 Kilo entsteinte Kirschen 1/2 Kilo Gelierzucker 2:1, dazu bei Süßkirschen unbedingt noch 1 gehäufter Esslöffel Ascorbinsäure (Vitamin-C-Pulver).

 

Für mehr Pep sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wir haben uns für die Zugabe von 2 P Vanillezucker, 40 ml Kirschwasser und dem Saft von Limetten entschieden. 

 

Alle Zutaten werden in einem großen Kochtopf vermischt und schon einmal unter Rühren etwas erwärmt, dann mit dem Pürierstab so weit zerkleinert wie gewünscht.

 

Aufkochen lassen, 5 Minuten sprudelnd kochen lassen und anschließend in die vorbereiteten Gläser füllen. Hast Du noch keine Übung, findest Du hier eine genauere Anleitung.  

 

 

Beim Frühstück werde ich so noch lange an unsere nette Tour ins Alte Land denken.

 

Hab es gut! ♥

 


Kalte Küche? Aber "Wow" bitte - Buddha Bowls

 

Buddha-Bowls? Aha? Was'n'das? Asiatischer Eintopf? Nahrhaft bis wir alle aussehen wie Buddha? Fett und lächelnd? Hm. Ach so, nee, Buddha Bowls, das sind diese bunten Instagram-Schüsseln. Foodstylisten-Salat. Genau.

 

Richtig. Genau die. Die trendigen Buddha Bowls sind kleine Alltagsgenüsse, die ganz leicht zu zelebrieren sind und die uns innerlich und äußerlich einfach gut tun. Salat 2.0 sag ich mal. Vollwertig, sauber, frisch und optisch ansprechend.

 

 "Man ist was man isst!" Das wissen wir ja alle. In diesem Sinne habe ich mich an die trendigen Schüsseln herangemacht und möchte Dich inspirieren, es auch einmal zu versuchen.

 

Mein erster Versuch: 

 

Buddha-Bowl mit Vollkornnudeln, Süßkartoffeln, Hummus, Tofu und Sprossen

 

Vollkornnudeln, Süßkartoffeln, Hummus, Tofu, Sprossen... Was Du nicht siehst: Sie alle thronen auf einem Salatbett. In dem Fall Lollo Rosso, bereits mit Dressing vermengt, damit man beim Servieren nicht sofort alles komplett untermengen muss.

 

 

Die Grundidee ist bei Buddha Bowls immer gleich. Möglichst viele Nährstoffe! Viel Salat und Gemüse treffen auf vollwertige Kohlehydrate und eiweißreiche Sattmacher. Das Ganze meist vegetarisch oder vegan und gerne ein wenig experimentell.

 

Die Varianten sind unzählig. Jeder kann sich hier einfach nach Lust, Laune und Geschmack austoben.

 

Oben siehst Du die Zutaten für die erste Schüssel (für 2 - 4 Personen).

 

1 kleiner Kopf Lollo Rosso, 1 Handvoll Vollkornnudeln, 1 kleine Süßkartoffel, 1 Banane, 100 g Räuchertofu, 1/3 Salatgurke, 150 g Hummus, 1/2 Kistchen Keimlinge

 

Das Dressing rührst Du an aus dem Saft von 3 Limetten, 3 EL Nussöl, Salz und Pfeffer.

 

Den Tofu würfeln und in etwas Öl rundum anbraten.

 

Die Nudeln in etwas Salzwasser bissfest garen, abgießen und ein paar Tropfen Sojasoße untermischen.

 

Die Süßkartoffel schälen, würfeln und ebenfalls in Salzwasser ca. 10 Minuten garen.

 

Den Salat kleinschneiden, kalt abbrausen, trocken schleudern und in eine große Schüssel füllen. Mit 2/3 des Dressings mischen und alle anderen Zutaten, wie oben zu sehen, darüber schichten. Das restliche Dressing über Kresse und Gurke träufeln.

 

Zuletzt mit 1 EL Chiasamen überstreuen.

  

Buddha-Bowl mit Vollkornnudeln, Süßkartoffeln, Hummus, Tofu und Sprossen

 

In die zweite Schüssel kommen diese Zutaten:

 

125 g Rucola, 1 Portion Zartweizen, 150 g Schafskäse, 2 Möhren, 1/2 rote Paprika, ca. 8 Radieschen, 4 - 5 EL Maiskörner, 4 mittelgroße Champignons, 6 EL Amaranth, eine Handvoll gemischte Körner (z. B. Kürbis-, Pinien- und Sonnenblumenkerne) und ein paar Salbeiblätter.

 

Das Dressing rührst Du aus 4 EL Rotweinessig, 2 EL Olivenöl, 2 EL Saurer Sahne, Salz und Pfeffer an.

 

Buddha-Bowl mit Rucola, Zartweizen, Schafskäse, Möhren, Mais und Amaranth

 

Sieht doch nicht schlecht aus, oder? Und so simpel geht's:

 

Zartweizen nach Packungsanleitung fertig garen. Die Möhren grob raspeln, Pilze und Radieschen in Scheiben schneiden, Käse würfeln und die Paprika vom Kerngehäuse befreien und kleinschneiden.

 

Den Rucola ein bisschen zerkleinern, kalt waschen und trocken schleudern.

 

In einer großen Schüssel oder Schale mit dem Dressing und dem gepufften Amaranth vermengen.

 

Darauf wieder die übrigen Zutaten drapieren und zuletzt mit ein paar Salbeiblättern und den Kernen garnieren.

 

Buddha-Bowl mit Rucola, Zartweizen, Schafskäse, Möhren, Mais und Amaranth

 

Tut gut. Schmeckt gut. Ich glaube, jetzt ist das Prinzip klar, oder? 

 

Schau Dir noch meine dritte Variante an, dann leg los. Tausch aus, was Du möchtest, kombiniere, wie es Dir gefällt - Hauptsache, Du hältst Dich immer an die Salatgrundlage und sparst nicht an guten Fetten und Eiweiß.

 

Für den letzten Buddha Bowl habe ich als Basis den etwas herberen Radicchio gewählt. 

 

 

Vorbereitet in die Schüssel mit ihm und gleich mit Dressing vermengen.

 

Und das ist anschließend daraus geworden. Geht, ne?

 

Buddha-Bowl mit Radicchio, Quinoa, Naturreis, Lachsfilet, Avocado, Cashew-Kernen, Kichererbsen und Crème fraîche

 

Die Zutaten für 2 - 4 Personen:

 

1 kleiner Radicchio, 1 große Handvoll Quinoa-Naturreismischung, 200 g Lachsfilet, 1 Avocado, 1 Handvoll Kirschtomaten, 1 grüne Paprika, 80 g Cashew-Kerne, 80 g Kichererbsen, 1 Becher Kräuter-Crème fraîche.

 

Für das Dressing: 150 g Naturjoghurt, 2 EL Bärlauchöl, 2 EL Apfelessig, Salz und Pfeffer.

 

Den Lachs in Würfel schneiden, die Paprika vom Kerngehäuse befreien und ebenfalls klein schneiden. Beides leicht salzen und in einer Pfanne, in etwas heißem Öl, rundum gar braten.

 

Quinoa-Naturreismischung nach Packungsvorschrift fertig garen.

 

Den Radicchio klein schneiden, abbrausen und trocken schleudern. In die Schüssel geben und mit dem angerührten Dressing vermengen. 

 

Tomaten halbieren, Avocado in Stücke schneiden, Kichererbsen abbrausen und abtropfen lassen. 

 

Alle Zutaten auf dem Salat anrichten und Crème fraîche Kleckse darüber geben.

 

Guten Appetit! ♥ 

 

Buddha-Bowl mit Radicchio, Quinoa, Naturreis, Lachsfilet, Avocado, Cashew-Kernen, Kichererbsen und Crème fraîche

 

So. Ist das nun Wow? Besser geht's doch nicht mehr, oder? Oder kann man bei so viel "Healthy-Living-Superfood" noch einen oben drauf setzen? 

 

Ich kann. Prinzessin Schaumkraut! Was ich draufsetze ist: 

 

T O R T E !

 

Wie bitte?! Also ich rupfe hier ganz engagiert Salat, um danach so richtig in Schokosahne zu versinken? Ähh...

 

Jain...

 

Ja: Wer es im Großen und Ganzen richtig macht mit der Ernährung, der darf auch mal naschen. Und den Kuchen zum Sonntagnachmittagsbesuch möchte ICH bestimmt nicht abschaffen.

 

Nein: Wenn naschen, dann bitte ebenfalls mit Verstand und Liebe. Rasch aufgerissene Tütchen oder bedenkliche Zutaten findest Du bei mir ja eh nicht. Heute gibt es eine 

 

superleckere, fettarme Dinkelvollkorn-Vanilletorte

 

die Dir weder Deine Bikinifigur ruiniert, noch Dein Gewissen - wo Du Dich doch nun gerade mit den vollwertigen Buddha Bowls befasst hast.

 

Also. Eine leckere Vollwerttorte, die nur 170 Kcal pro Stück hat? Bitteschön:

 

 

Superleckere, fettarme Dinkelvollkorn-Vanilletorte, Bikinitorte, Du-darfst-Torte, leichte Torte, Torte mit wenigen Kalorien

 

Superleckere, fettarme Dinkelvollkorn-Vanilletorte - 170 Kcal pro Stück 

 

1 Messerspitze Backpulver unter 120 g Dinkelvollkornmehl mischen.

 

2 ganze Eier, 2 Eiweiß und 120 g Zucker weißschaumig mixen. Erst dann das Mehl esslöffelweise unterrühren.

 

In eine mit Backpapier ausgelegte Springform füllen und im vorgeheizten Ofen, bei 190 °C, auf dem Rost, mittlere Schiene, 20 Minuten backen.

 

Sofort aus der Form lösen und auf ein Rost stürzen. Backpapier entfernen und auskühlen lassen.

 

Den Boden mit einem Tortenring umschließen und mit ca. 3 EL Saft nach Geschmack beträufeln.

 

Für die Füllung 6 Blatt weiße Gelatine in kaltem Wasser einweichen.

 

In einem Topf 200 ml fettarme Milch, 100 g Zucker und 1 Päckchen Koch-Vanillepuddingpulver unter ständigem Rühren einmal kurz aufkochen lassen. Sofort vom Feuer nehmen und unter weiterem Rühren die ausgedrückte Gelatine in der Masse auflösen.

 

In eine kühle Schüssel umfüllen und mit dem Mixer esslöffelweise 500 g Natur-Magerjoghurt unterschlagen.

 

Die Vanillecreme auf den Dinkelboden füllen und die Oberfläche mit einem Löffelrücken wolkig verzieren.

 

Die Torte mindestens 3 Stunden oder über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen.

 

Vor dem Anschneiden in 12 Stücke teilen.

 

(Tipp: Wer es noch gesünder haben möchte, ersetzt den Zucker in der Füllung z. B. durch Honig oder Rübensirup)

 

 

Superleckere, fettarme Dinkelvollkorn-Vanilletorte, Bikinitorte, Du-darfst-Torte, leichte Torte, Torte mit wenigen Kalorien

 

Nä, watt sind wir schlank un schön! Un härrlisch jesund noch dazu. Nisch auszuhalten! 

 

 

Genieß' den Sommer! 


Es geht weiter! Sommer, Sonne, Sonnenschein und ein paar ausgebackene Holunderblüten ♥

 

Berappelt und zurechtgerückt und nun geht's weiter! Ich habe meinen Alltag wieder, ich habe wieder Kraft und Zeit und somit auch wieder den größten Elan, meine eigene Lebenslust hier für Dich zu versprühen. Denn, ja klar, sie ist noch da. Es war ja zu erkennen, dass meine Auszeit nicht ganz freiwillig war, aber als grundpositiver Mensch, der ich bin, sehe ich auch in unerfreulichen Ereignissen etwas Gutes und freue mich, wie man an anstrengenden Phasen wachsen kann und wie sehr man gerade nach einem Tief das kleine und große Glück an jedem Tag noch mehr genießen kann.

 

 

Da wären z. B. meine allzeit geliebten Spaziergänge. Ob als schönes Ritual an Festtagen, dem langen Rundgang bei Wind um Wetter, um sich den Kopf freipusten zu lassen oder der Fototour früh morgens über die Felder... Ein Spaziergang ist für mich immer ausgleichend und inspirierend! Natürlich teile ich meine letzten Eindrücke sehr gerne hier mit Dir - in dem Fall bei verhangenem Himmel, kurz nach ein wenig ersehntem Regen, nach langer Hitzeperiode. 

 

Außer Entspannung und frischer Luft habe ich noch etwas anderes im Sinn... Bewaffnet mit Korb und Schere mache ich mich auf, um Holunderblüten zu sammeln.

 

 

Die zarten Heckenrosen blühen am Wegesrand...

 

 

... und auch der schmackhafte Giersch steht in voller Blüte. Den nehme ich nächstes Mal mit und mache daraus Giersch-Pesto. 

 

(Für Dich schon jetzt: 6 Handvoll Gierschblätter, 100 g Mandeln, 150 g Parmesan, 300 ml Rapsöl, Salz und Pfeffer)

 

Um ihn wirklich nicht zu verwechseln, zerreibe erst ein paar Blätter. Sie sollten nach einer Mischung aus Möhre und Petersilie duften und auch ihr Aussehen muss passen: dreifach gegliedert, kahle Oberseite, zart behaarte Unterseite...  

 

 

Heute aber Holunderblüten! Wo sind Holunderblüten?

 

Weiter geht's, vorbei an Wiesen und Feldern...

 

 

... die jungen Mais- und Weizenpflanzen stehen in Reih' und Glied...

 

 

... auch meine geliebten Zaunwinden säumen den Weg...

 

 

... und dann finde ich sie endlich: Prachtvolle Holunderbüsche mit cremeweißen, großen Blüten:

 

 

Auch hier erst der genaue Blick und Geruchstest, bevor ich die Blüten in der Küche verwende: Der genießbare Holunder ist ca. 3 bis 5 Meter hoch, mit gebogenen Zweigen und elliptischen Blättern, die einen gesägten Rand haben. Von den Blättern sitzen sich je zwei gegenüber und eins thront an der Spitze. Die Blüten haben einen angenehmen, leichten Duft.

 

 

Dann schau mal zum Abschluss für heute, was ich nach diesem kleinen Spaziergang mit meinen Holunderblüten gemacht habe. Wieder einmal etwas ganz Traditionelles, nämlich sie in einem zarten Teig auszubacken. Das geht ganz einfach und schnell! 

 

Zunächst schüttelst Du die Blütendolden leicht aus und legst sie dann auf weißes Küchenpapier. So erkennst Du gut, wer noch flott wegkrabbeln möchte oder was noch entfernt werden sollte.

 

 

Dann bereitest Du einen dünnflüssigen Teig zu. Hier ist das Rezept für ca. 12 Dolden:

 

1 Ei, 130 g Mehl, vermischt mit 1/2 TL Backpulver, 250 ml Milch, 1 P. Vanillezucker, 2 - 3 EL Zucker und 1 Prise Salz.

 

Hast Du den Teig zubereitet, gießt Du Öl in einen Topf oder eine Pfanne, so dass es ca. 3 - 4 cm hoch darin steht. Der Topf muss nicht zu groß sein. Einfach ein bisschen weiter als die größte Dolde. Weil die Backzeit so gering ist, backst Du eh nur eine Blüte nach der anderen aus.

 

Wenn das Öl ordentlich heiß ist, nimmst Du die erste Dolde am Stiel und tauchst sie in den Teig. Mit einem Teelöffelrücken kannst Du sie ein wenig runterdrücken, so dass sie rundum benetzt ist.

 

Keine Sorge, wenn sie beim Rausziehen zusammenklumpt. Schüttel sie ganz leicht aus und tauche sie, wie sie ist, ins heiße Fett. Sie breitet sich in dem Moment wieder aus.

Nun aber Achtung: Die Backzeit beträgt nur 1 - 2 Minuten - einfach so lange, bis der Teig goldgelb ist.

 

So machst Du das hintereinander, bis alle Blüten ausgebacken sind. Vor dem Servieren kommt noch ordentlich Puderzucker drüber und... hmmm. lecker!

 

 

Bei uns kommen die gebackenen Holunderblüten - wie bei Oma - einfach so auf den Tisch. Ist uns toll genug. Bei Bedarf können sie aber natürlich viel eleganter serviert werden, z. B. jeweils mit einer Kugel Eis und einer raffinierten Fruchtsoße.

 

Gutes Gelingen beim Pflücken und Nachmachen! ♥

 

 

Du hast immer die Wahl, 

auch wenn sie manchmal nur darin besteht

die Dinge anders zu sehen!

 


Kleine Pause

 

So geht es manchmal. Eigentlich voll im Rhythmus, bringt einen irgendetwas aus dem Takt. Manchmal ist das "irgendwas" nur eine Kleinigkeit, manchmal auch etwas Größeres und da braucht es Zeit, die Dinge zu ordnen und zu regeln.

 

Genau damit bin ich gerade beschäftigt und so macht der Blog eine kleine Pause. Genieße die schöne Frühlingszeit und schau bald wieder rein! ♥


Ostern im Schnee

 

Schnee bedeckt das norddeutsche Tiefland. Weiß, braun, grau - so weit das Auge reicht. Und woran denken wir bei diesem winterlichen Bild? Na? Nun, an Ostern wohl erst nach längerer Bedenkzeit.

 

"Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee" fällt mir dazu ein und dass wir Ostern allerdings auch ziemlich früh feiern dieses Jahr. 

 

 

Dass der Ostertermin beweglich ist, ist einer der vielen Hinweise auf die alte Tradition dieses Festes. Im Jahre 325 beschlossen die Kirchenoberhäupter, Ostern immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond zu feiern. Aha? Klingt sehr naturverbunden, nicht wahr? Feiern nach Sonne- und Mondstand? 

 

Auch über 300 Jahre nach Christi Geburt begingen die Menschen noch überall ihr uraltes Frühlingsfest, rund um die Zeit der Tagundnachtgleiche im März. Man zelebrierte die erwachende Natur und das wiederkehrende Licht und entzündete Feuer, um Frühlings- und Sonnengöttin zu huldigen.

 

Man feierte tief verwurzelt im Rhythmus der Natur und die Kirchenmänner waren clever genug, das neue Auferstehungsfest möglichst passend überzustülpen und die alten Nebenbräuche, wie Feuerräder und gefärbte Eier, weiter zu dulden.  

 

 

Wir können also nicht an jedem Osterfest mit sonnig-trockenem Wetter rechnen. Es herrscht auch einmal Schneematsch, Sturm oder Dauerregen. Aber das finde ich gar nicht so schlimm. Alles, was uns daran erinnert, dass die Natur mächtiger ist als wir, tut uns nur gut. Rückt vielleicht immer wieder einmal den Kopf zurecht.

 

Die Natur lässt sich halt nicht ebenso in Normen pressen, wie die endlosen Reihen lächelnder Fabrik-Schokohasen, die zum Fest den Besitzer wechseln.

  

 

Davon abgesehen, dass wir die perfekte Osterkulisse nicht einfach befehlen können, setzt die Natur derzeit dennoch genügend Frühlingszeichen. Und die finde ich bei jedem Wetter beeindruckend und beglückend.

 

 

Ansonsten machen wir es uns über die Feiertage einfach so angenehm wie möglich. Wir haben frei! Gute Basis! Das lassen wir uns auch von unwirtlichem Wetter nicht vermiesen.

 

Wer einfach ein gemütliches Beisammensein mit Freunden oder Familie geplant hat, ist eh fein raus. Das Programm steht fest. Wir klönen, spielen und genießen wunderbare Feiertagsköstlichkeiten... 

 

 

... Selbst Eierverstecken geht drinnen doch genau so gut. Dieses Jahr veranstalten wir einen Wettbewerb und suchen uns besonders kniffelige Verstecke aus. (Hey. Merk Dir wo die Eier sind. Merk es Dir! Du willst nicht erst nach Jahren das mit Klebeband unter dem Wohnzimmerstuhl befestigte Ding finden...)

 

 

Wer lieber raus und etwas unternehmen wollte, lässt sich seine Laune aber bitte auch nicht nehmen. Dauerniederschlag von morgens bis abends wird es schon nicht geben. Entsprechenden Kleidung angezogen und einfach nicht stoppen lassen. 

 

Neben schönen Outdoor-Touren bietet jede Region auch attraktive Innen-Angebote über Ostern. So viele Menschen arbeiten, damit andere ihren Spaß haben! 

 

Brunch-Lokale, Schwimmbäder, Museen und Theater, Clubs und Kinos... Eigentlich sollte jeder fündig werden. 

 

 

So wünsche ich Dir also richtig schön passende Ostertage. Mach das Allerbeste daraus! ♥

 


Veilchenzeit!

 

Sei wie das Veilchen im Moose, 
bescheiden, sittsam und still... 

 

 

Kennst Du das?

 

In alten Poesiealben gutgläubig und in Schönschrift von unzähligen Mädchengenerationen eingetragen, bevorzugen wir heute doch lieber die "stolze Rose" zu sein. Laut, wenn es sein muss. Und mit Dornen. 

 

 

 

Viola odorata...

 

Die lieblichen kleinen Veilchen nehmen wir uns nicht mehr als Verhaltensvorbilder, sondern erfreuen uns jetzt im März einfach an ihrem Anblick, genießen ihren zarten Duft und kreieren raffinierte Köstlichkeiten aus ihren Blütenblättern.

  

Guter Plan. Aber wie bitte komme ich an Veilchenblüten?  

 

 

Gute Frage. Duftveilchen findet man schließlich nicht an jeder Ecke. Sie bevorzugen halbschattige Standorte, unter Hecken und im lichten Märzwald. Dort bilden sie gerne ganze Teppiche, aber - wie gesagt - erst mal finden.

 

Der Versuch lohnt sich aber. Alleine schon weil es heißt, dass der Glück hat, der im März das erste Veilchen findet. 

 

DAS ist dann also entsprechend das RIESENGLÜCK:

 

 

Aber kein Neid und keine Sorge: Findest Du auch beim ausgedehntesten Spaziergang kein einziges von den duftenden, violetten Blütchen: Es gibt sie auch getrocknet im Kräuterhandel.

 

(Und da essbare Blüten Trend sind, wird man inzwischen sogar in gut sortierten Supermärkten fündig. Meist in Mischungen mit Ringelblumen, Rosen und Borretschblüten - aber immerhin.)

 

 

Sollen es aber frische Blüten sein, z. B. für Eiswürfel oder zum Kandieren, kann man sich anstelle von Duftveilchen auch wunderbar mit ihren hübschen Schwestern, den Hornveilchen behelfen.

 

Allerdings Achtung bitte: Auch hier muss man sich auf die Suche begeben. Denn natürlich sind die mit Kunstdünger hochgepäppelten und gespritzten Zierblumen nicht für die Küche geeignet.

 

Halte also bitte Ausschau nach Bio-Gärtnereien oder/und frage nach Hornveilchen, die als Nahrungsmittel angebaut wurden.

 

 

Manche Gartenbesitzer lächeln vielleicht jetzt zufrieden-mitleidig, weil sie diese Tipps gar nicht nötig haben, sondern schon vor Jahren für einen guten Bestand auf dem eigenen Grund und Boden gesorgt haben. Tja. Alles richtig gemacht, sag ich mal.

 

Wer es bisher versäumt hat, der sollte sich rasch ein mäßig helles und eher feuchtes Eckchen auszugucken und dieses entweder mit Jungpflanzen bestücken oder die romantischen Blümchen aus Samen ziehen. Ein Garten ohne Duftveilchen ist nämlich doch auch gar kein richtiger Garten, oder? 

 

 

Jut. wir sind nun also versorgt. Was machen wir denn jetzt Schönes damit? 

 

Das absolut Allersimpelste: Wir frieren frische Blüten in Eiswürfeln ein, damit wir an den kommenden Frühlingsfeiertagen unseren Sekt oder Wein damit aufpeppen können.

 

Die wenigen Tipps dafür: Sind Dir möglichst klare Eiswürfel wichtig, nimm abgekochtes (und dann natürlich wieder abgekühltes) Wasser oder (auch gut) stilles Mineralwasser. Leg die Blüten kopfüber in die Eiswürfelfächer (oder in eine Mini-Muffins-Form o. a.) und fülle diese zunächst einmal nur halb voll. Ist alles angefroren, gibst Du Wasser bis oben hin dazu. So sind die Blüten am Ende schön in der Mitte. Prost.

 

Idee zur Veilchenzeit - Veilchen in der Küche: Wein oder Sekt mit Veilchen-Eiswürfeln

 

Auch einfach: Frische Blüten kandieren. Es gibt dafür verschiedene Methoden, u. a. das Kandieren mit Sirup. Ich bevorzuge meist die Art mit Eiweiß und Kristallzucker.

 

Idee zur Veilchenzeit - Veilchen in der Küche: Veilchen mit Eiweiß kandieren für Torte mit Veilchen

 

Für 12 Blüten genügt 1 Eiweiß, das Du einmal kurz aufschlägst, und ein Schälchen Zucker.

 

Lass zunächst den Stiel an den Blüten, das hilft Dir, sie kopfüber ins Eiweiß zu tauchen. Mit einem Pinsel drückst Du sie sanft unter und benetzt auch die Rückseite. Dann vorsichtig abtropfen lassen und das überflüssige Eiweiß sanft abschütteln. 

 

Jetzt drehst Du die Blüten um, legst die Blätter wenn nötig wieder zurecht, drückst sie (wieder kopfüber) in den Zucker und überstreust auch die Rückseite. 

 

Aus dem Zucker nehmen, wieder leicht schütteln und dann zum Trocknen einige Stunden auslegen. Das war's.

 

Deine Veilchenblüten, drapiert auf zierlichen Petit-Fours, verführerischen Cupcakes oder einer prächtigen Sahnetorte, sind garantiert der Hingucker auf der festlichen Kaffeetafel!

 

Idee zur Veilchenzeit - Veilchen in der Küche: Veilchen mit Eiweiß kandieren für Torte mit Veilchen

 

Die nächste Idee: Wir stellen Veilchensirup her. Dafür sammelst oder besorgst Du 2 Handvoll frische oder getrocknete Duftveilchenblüten und gibst sie in eine Schüssel. Bring 1 Liter Wasser zum Kochen und übergieße die Blätter damit. Lass das Veilchenwasser abgedeckt über Nacht ziehen.

 

Am nächsten Tag kochst Du Twist-Off-Gläser oder -Flaschen aus und stellst sie kopfüber auf ein sauberes feuchtes Küchentuch.

 

Das aromatisierte und gefärbte Wasser gießt Du durch ein Sieb in einen Kochtopf und fügst
250 g Zucker dazu.

 

Lass diese Mischung unter Rühren aufkochen, fülle den fertigen Veilchensirup kochend heiß in die vorbereiteten Gläser und verschließe sie fest.

 

Lass sie 10 Minuten kopfüber stehen, drehe sie dann um und lasse sie endgültig auskühlen. Der Sirup ist einige Monate haltbar (und - in schönen Schmuckflaschen - auch eine tolle Geschenkidee!).

 

Idee zur Veilchenzeit - Veilchen in der Küche: Rezept für Veilchensirup

 

Mit Veilchensirup kannst Du beispielsweise Sekt verfeinern, einen frühlingshaften Eistee herstellen oder auch Desserts parfümieren - wie diese einfache Frischkäsecreme:

 

Idee zur Veilchenzeit - Veilchen in der Küche: Veilchendessert - Dessert mit Veilchensirup

 

Kühl, frisch und lieblich aromatisiert, passt dieses einfache Dessert auch noch nach einem üppigeren Mahl als süßer Abschluss.

 

Die Zutaten fügst Du einfach in den Standmixer und stellst die dickflüssige Creme bis zum Verzehr kalt. (Übrigens kannst Du frische Bio-Blüten, mit denen Du dekorieren möchtest, auch gut bis zur Verwendung einfrieren - einfach lose nebeneinander. Dann musst Du sie nicht erst, kurz bevor Gäste kommen, besorgen. Stress lass nach.)

 

Die Zutaten pro Person:

 

1 EL Frischkäse, 1 EL Sahne, 1 TL Zucker, 1 TL Veilchenlikör - und eine frische Blüte.

 

 

Also. Nachmachen erwünscht!

 

Duftende Märzwochen, Vogelgezwitscher, erwachende Natur...

Auch wenn es noch knackig kalt ist:

Genieße die Zeit und lass es Dir gut gehen! ♥

 


Frühjahrsmüde? Ganz natürlich nicht

 

Demnächst ist es wieder soweit: Noch geschwächt von der letzten Erkältung begegnen wir der nächsten Herausforderung: Meist zwischen Mitte März und Mitte April jammern viele wegen Frühjahrsmüdigkeit. Sie gehört ganz natürlich zu unserem Jahreslauf, ist aber lästig und wird meistens bestmöglich ignoriert oder auch mit viel Kaffee überdeckt. Hm. Weiß nicht.

 

 

Offenbar spielt bei der Ursache der Frühjahrsmüdigkeit einmal das Hormon Serotonin eine Rolle, das uns über den dunklen Winter langsam ausgeht, während andererseits der Pegel des Schlafhormons Melatonin zu hoch ist.

 

Mit diesem Wissen ist es uns möglich, die Gründe anzugehen, anstatt einfach nur die Auswirkungen zu überdecken. Ursachenbekämpfung ist wie immer die nachhaltigste Methode.

 

Und so lautet der wichtigste Tipp: Licht! Tageslicht! Möglichst viel natürliches Tageslicht, am besten schon in den Vormittagsstunden, ist das Beste, was Du jetzt für Dich tun kannst.

 

 

Dazu: Sauerstoff und Bewegung! Deine Zellen werden gut durchblutet, Dein Kreislauf angeregt.

 

Die logische Verbindung dieser Hinweise? Yep. Tägliche Spaziergänge! Ist ja eh immer wieder mein Tipp des Tages. Weil ich bei Spaziergängen nah an der Natur bin, mich verbunden fühle, den Wechsel der Jahreszeiten mitbekomme und weil sich genau das so gut anfühlt.

 

 

Ansonsten: Was für das ganze Jahr gilt, hilft natürlich auch bei Frühjahrsmüdigkeit: Ausreichend Schlaf, frisches, vollwertiges, abwechslungsreiches Essen, genügend gute Flüssigkeit (Kaffee reduziert Dein Serotonin!), Wechselduschen und genügend Zeit und Aufmerksamkeit für viele schöne Momente - Glücksgefühle lassen den Serotoninspiegel steigen.

 

 

Da es netterweise für jede Phase und Gelegenheit das passende Rezept gibt, habe ich Dir mein Rezept für einen "Gute Laune Salat" mitgebracht. Mit Power-Zutaten, deren Inhaltsstoffe Dein Wohlbefinden richtig pushen.

 

(Du hast keine Augenprobleme. Für dieses Foto hatte ich meine schöne Canon nicht zur Hand, sondern nur ein älteres Handy. Sorry. Auweia.)

 

Trotzdem. Geht los:

 

Avocado, Edamer, Cashewkerne und Weizen, dazu ein Joghurt-Olivenöl-Dressing mit anregender Petersilie und Kurkuma.

 

Sättigend, lecker und wirksam! Das Rezept ist simpel. Als Hauptmahlzeit für 4 Personen:

 

125 g Weizenkörner in Salzwasser weichkochen, in einem Sieb kalt abbrausen und beiseite stellen.

 

500 g Hähnchenbrustfilets kalt abwaschen, trocken tupfen und rundum mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver einreiben und in einer Pfanne in heißem Öl rundum anbraten und durchgaren. 

Aus der Pfanne nehmen und in Scheiben schneiden. 

 

Ein Dressing anrühren aus 300 g Naturjoghurt, 3 EL Olivenöl, 2 EL Weißweinessig, 1 EL Kurkuma, 1 gestrichener TL Salz und 1 gestrichener TL Zucker. Nach Geschmack mit einigen Spritzern Sojasoße und Pfeffer abschmecken. 1 großes Bund fein gehackte Petersilie unterrühren.

 

Ein paar Salatblätter (z. B. Romanasalat) kalt abbrausen und trocken schütteln, eine Salatplatte damit auslegen. 

 

2 reife Avocados schälen, halbieren und in Scheiben schneiden. 

 

Das Fleisch, die Avocadoscheiben, den Weizen, 250 g gestieftelter Edamer und 200 g ungesalzene Cashewkerne anrichten und mit dem Dressing überträufeln.

 

 

Ansonsten: Raus mit Dir!

Wir haben März!

 

Juchhuuuu!!!

 


Valentinstag - voll verliebt - in mich

 

Valentinstag? Natürlich haben wir gestern alles für das heutige "perfekte Diner" eingekauft, selbstredend an Schokoherzen für die Pausendosen der Kids gedacht und selbstverständlich stellen wir heute früh dem GöGa seinen Lieblingswein mit Herzchenband auf den Frühstückstisch. Zarter Hinweis. Blumen besorgen. Wehe wenn nicht, Du! Küsschen. Bin weg.

 

Wir quälen uns durch den Berufsverkehr in die Firma, Liebeslieder im Radio.

Wie immer haben wir ein Herz für die Kollegin, die ja sooo im Stress ist und helfen ihr spontan mit den Reporten, die bis Mittag fertig sein müssen. Wie immer kommen wir zu spät aus dem Büro.

 

Auf dem Nachhauseweg besuchen wir noch rasch unsere alte Tante Helga, telefonieren beim Tanken mit der deprimierten Freundin, die ausgerechnet heute mit ihrem Freund Schluss gemacht hat (zum vierten Mal) und ertragen geduldig die zickige Schnepfe hinter'm Tankstellenverkaufstresen. Super.

 

 

Tja. So ist das. Fleißig, überfleißig, sammeln wir Nachsichts- und Sympathiepunkte. Geben ist schließlich seliger denn Nehmen. Wir kämen gar nicht auf die Idee, uns zu ändern. Ist doch ganz normal sich zu kümmern. Immer.

 

Hm. Jain, sag ich mal.

 

Klar ist es schön und richtig so. Für andere da sein, ein Lächeln bewirken, Wohlbefinden. Allem positiv begegnen. Liebe ist das einzige was sich verdoppelt wenn man es teilt - etc. etc.

 

Da wirst Du von mir auch nie etwas anderes hören. Solange Du genau die selbe Achtsamkeit auch Dir selber schenkst!

 

 

Damit der gute Vorsatz, Dir selber regelmäßig etwas Gutes zu gönnen, funktioniert, gibt es einen simplen Trick. Einer, der sogar funktioniert, wenn Du zu faul, zu erkältet, zu gestresst bist: Schließe Abos ab. Dann werden Dir Deine Wohlfühlmomente aufgezwungen. Genial nicht wahr? Ich meine es ernst:

 

Fahr zum nächsten Blumenhändler (oder suche Dir online einen Lieferdienst) und lasse Dir selber regelmäßig einen kleinen, frischen Strauß der Saison liefern.

 

Du rennst gerade mit einem Berg Wäsche durch's Haus, aus der Küche riecht es irgendwie angebrannt, Du stolperst fast über rumliegende Fußballschuhe und dann klingelt es auch noch an der Haustür. Verdammt. Du öffnest - und:

Ach ja! Blumen. Für DICH! Seufz. Schön. Gute Idee. 

 

 

Und teste doch vielleicht auch einmal ein "Beauty-Box"-Abo. Die werden immer beliebter und es gibt es zum Glück auch Boxen mit Naturkosmetik, vegan und ohne Tierversuche. Ist einfach nett: Denkst an nichts Böses, kommt ein Überraschungspaket mit Lotionen, Seifen, Masken daher.

 

Na, also da MUSST Du Dir doch einfach eine Auszeit im Badezimmer gönnen - egal, wieviel Bügelwäsche da liegt und ob Du Dich eigentlich noch bis in den Feierabend hinein über Deinen Chef aufregen wolltest, diesen blöden, dämlichen... Ach, egal. Jetzt bist DU wichtig!

 

Was man z. B. testen könnte, wäre fairy-box.de oder auch biobox.me.

 

 

Wunderbar als Selbstverwöhnkur sind auch Kultur-Abos geeignet. Bei uns in Hamburg z. B. über www.inkultur.de

 

Wie regelmäßig nimmst Du Dir sonst die Zeit für Konzert oder Theater? Hast Du aber einmal gebucht, gehst Du automatisch über's Jahr verteilt in die Theaterstücke Deiner Wahl, ins Ballett oder Konzert, zu Lesungen oder in Ausstellungen.

 

Live, nicht nur online. Langsam, nicht husch-husch überflogen. Tut garantiert gut!

 

 

Sooo simpel ist das mit der Selbstliebe?! Nun. Natürlich nicht. Aber das sind supereinfache erste kleine Schritte. Oder nette Nebenschrittchen, wenn Du so willst.

 

Ansonsten ist der Weg dahin, sein wahres Ich zu finden und sich selber wirklich anzunehmen, natürlich ein langer Lernprozess.

 

Wenn ich ein Thema am Wickel habe, bringt mir am meisten, erst einmal möglichst viel darüber zu lesen. Die Umsetzung beginnt anschließend fast von alleine, Stück für Stück: Es wird Thema im Gespräch mit der Freundin, ein Kurs wird gebucht, Gedanken werden weitergesponnen auf einem ruhigen Spaziergang oder einer langen Autofahrt, Pläne geschmiedet und umgesetzt etc.

 

Darum ist meine letzte Empfehlung ebenfalls ganz einfach:

 

Koch Dir einen Kaffee oder Tee und fange an zu lesen. Bücher zum Thema gibt es ja endlos. 

 

Einige als Beispiel:

 

Das Sonnenkind Prinzip – Julia Tomuschat

Finde dich gut, sonst findet dich keiner – Paula Lambert

Selbstliebe – Ruediger Dahlke

 

Echte Valentinstagslektüre! 

 

Dass sie Dir hilft, Dich in die richtige Richtung zu bewegen, wünscht Dir Maria ♥

 

 

 


Imbolc - Licht und Reinigung

(Bild:https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Saint_Brigid%27s_cross.jpg)

 

 

Imbolc? Ähm... Nie gehört.

 

Glaube ich Dir gerne. Nicht viele wissen, dass das alte keltische Reinigungs- und Lichtfest Imbolc im Zuge der Christianisierung zu Lichtmess wurde (Lichtmess? Ähm... Nie gehört).

 

Lichtmessbräuche gibt es heute noch in manchen Gegenden, Imbolc wird in seiner alten oder wiederentdeckten Form hierzulande nur selten begangen.

 

Schade, denn das uralte Fest am 02. Februar, dem Tag der Heiligen und Göttin Brigid, der Hüterin des Feuers, ist ein sehr positives Fest mit vielen schönen Themen und Ritualen.

 

Einige von ihnen möchte ich Dir gerne vorstellen und Dich wieder einmal dazu inspirieren, Dich mit unseren alten Traditionen zu beschäftigen. Schließlich sind wir immer was wir waren und die Vergangenheit zu begreifen, das Gute davon in Ehren zu halten, kann uns nur Gewinn sein. 

 

(Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Celtic_expansion.png)

 

 

Reinigung

 

An Reinigungstagen wie diesem, solltest Du zunächst mit Dir selber beginnen. Vielleicht duschst Du nicht einfach nur, sondern nimmst heute lieber ein entspannendes Meersalzbad? Reinigung doppelt-gemoppelt - und alles Negative möge den Abfluss hinuntergespült werden.

 

Eine andere gute Möglichkeit: Plane einen ausgiebigen Saunabesuch ein. Irgendwas hat doch jeder "auszuschwitzen", oder?

 

Der Klassiker zum Reinigen Deiner Räume ist natürlich das Durchputzen und Durchlüften, aber auch das Ausräuchern - vorzugsweise mit Salbei. Ein alter, positiver Brauch! Du kannst dabei die Kräuter auf ein Stück Räucherkohle legen oder Dir ein Räucherstövchen besorgen, bei dem die getrockneten Heilpflanzen in einem Metallsieb über einem Teelicht verglühen. Ist Dir das alles zu aufwendig, lassen sich die Kräuter natürlich auch einfach so in einer feuerfesten Schale anzünden.

 

Wenn Du Gefallen am Ausräuchern findest: Vielleicht planst Du für den nächsten Sommer schon mal ein, Dir aus getrockneten Kräuterzweigen richtige Räucherbündel für den Vorrat zu binden? Hoch lebe die positive Energie!

 

Imbolc-Riutal Ausräuchern - Reiningungsritual - Räuchern mit getrockneten Salbeiblättern

 

Licht und Freude

 

Feuer und Licht ist heute alles. Schön, wenn Du eine Menge weißer Kerzen brennen lässt. Schöner, wenn Du auf der Terrasse einen Feuerkorb bestückst. Wenn schon Imbolc - oder Lichtmess - dieses Jahr auf einen Freitag fällt, dann erkenne auch die perfekte Aufforderung ein paar nette Freunde einzuladen. Auftakt des Besuches bei flackerndem Feuer und vielen leuchtenden Windlichtern, mit Tassen voll heißem Grog oder gewürztem Weißwein. Geht doch!

 

Imbolc, Lichtmess: Weiße Kerzen

 

Erwachende Natur

 

Den Neubeginn, den wir mit Imbolc feiern, symbolisieren am hübschesten die zarten Schneeglöckchen, die Du jetzt im Garten oder beim Blumenhändler findest. Schneeglöckchen oder andere vorgezogene Knollenblumen, auch schon knospende Blütenzweige sind die passende Dekoration für diesen Tag. Bald ist der Vorfrühling da!

 

 

Heil und Schutz

 

Imbolc / Lichtmess fällt genau in die Mitte zwischen Wintersonnenwende und Frühjahrstag-undnachtgleiche. Der Jahreskreis der Natur gab und gibt die Feste den Menschen vor. Und genau so fühlt es sich richtig an. Da kommen "Black Friday" und andere Konsumfeiertage nicht mit.

 

Viele sehnen sich heute wieder nach Verbundenheit mit der Natur, nach uralten Bräuchen und Riten und, ja, viele sehnen sich bewusst oder unbewusst auch wieder nach mehr Spiritualität. 

 

Vielleicht machst Du Dich genau heute auf den Weg? Oder Du bist es längst und nimmst Dir einmal wieder besonders viel Zeit für die Dinge hinter den Dingen? 

 

 

Traditionelle Speisen

 

Kein Festtag ohne besondere Rezepte. Das ist ja klar. Gibt es doch keine schönere Art, Traditionen weiterzutragen. Was wäre Ostern ohne bunte Eier, Weihnachten ohne Stollen? Je älter die Rezepte, desto mehr liebe ich sie. Genau DEN Apfelkuchen zu backen, den schon meine Oma als junge Frau aus dem Kohleofen serviert hat, ist so bedeutsam - was sollte besser schmecken? Auch andere überlieferte historische Rezepte ziehen mich magisch an. Mich fasziniert, wie aus den wenigen einfachen Grundzutaten, die es damals regional und saisonal gab, die tollsten Variationen zubereitet wurden.

 

In den ältesten Zeiten feierte man Imbolc mit einfachem Fladen- oder Pfannenbrot, Butter und Milch.

 

Das Brot frisch gebacken, Butter und Milch von bester Qualität - das ist heute (wieder) Genuss pur. 

 

Haferflocken-Pfannenbrot

 

Immer noch bekannt in einigen Regionen ist Lichtmessgebäck. Zum ersten Mal nach Neujahr schöpft man wieder aus dem Vollen und stellt aus Hefeteig gehaltvolle Krapfen her, die in heißem Fett ausgebacken werden.

 

Aus dem ausgerollten Teig kannst Du Kreise ausstechen, dann erhältst Du die bekannte Berlinerform. Es gehen aber auch alle anderen Arten. Wie wäre es mit Dreiecken oder kleinen, puderzuckerbestäubten Sonnen?

 

Lichtmessgebäck, Imbolc-Rezept, Imbolc-Gebäck
Lichtmessgebäck, Imbolc-Rezept, Imbolc-Gebäck: Ausgebackene Sonnenkrapfen

 

Wenn Du noch mehr Abwechslung haben möchtest, oder Fettgebackenes nicht so liebst, kannst Du aus dem selben Teig auch andere Figuren formen und sie - mit einer Ei-Milch-Glasur bepinselt - im Ofen fertig backen. 

 

Ich habe mich, passend zum heutigen Anlass, für ein süßes Brigidkreuz entschieden:

 

Lichtmessgebäck, Imbolc-Rezept, Imbolc-Gebäck: Gebackenes Brigid-Kreuz

 

(Wenn ich übrigens Fotos von Frischgebackenem machen möchte, muss ich mich jedes Mal höllisch beeilen. Denn wenn meine Lieben heimkommen, sind solche Köstlichkeiten ratz-fatz verschwunden.)

 

Mein Hefeteigrezept für das oben gezeigte Gebäck findest Du hier.

 

Mir bleibt, Dir einen schönen Start in den Februar zu wünschen. Die kältesten Wochen haben wir geschafft und nun lass uns die länger werdenden Tage und die ganz langsam erwachende Natur feiern!

 

Wie dabei das Wetter wird? Wollen wir mal drauf achten. Das sagen die Bauernregeln:

 

 

Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit;
ist es aber klar und hell,
kommt der Lenz wohl nicht so schnell.

 

 

 


Frost und Kälte trotzen

"Ein Dorf im Winter" - Joos de Momper d. J. (1564 - 1635) - Aufnahme Hamburger Kunsthalle
"Ein Dorf im Winter" - Joos de Momper d. J. (1564 - 1635) - Aufnahme Hamburger Kunsthalle

  

Winter. So idyllisch wie oben gezeigt ist es leider echt nicht immer, aber seit ein paar Wochen schon halten wir es tapfer aus. Kälte, Schnee und Nässe haben uns fest im Griff und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Brrrrrrrrrr.

 

Strumpfhosen und dicke Socken, zwei Schals übereinander, fünf Schichten obenrum. Mindestens. Und immer noch ist's verdammt kalt. Zähneklappern.

  

 

Da hilft nur eines: Wenn Wärmflaschen, Fußbäder, Wollmützen, Taschenwärmer und Omas Thermounterwäsche nicht genügen und auch ein netter Urlaub in der Karibik gerade nicht drin ist, müssen wir uns halt zusätzlich von innen aufheizen!

 

 

Denn ständiges Frieren hat ganz oft auch etwas mit unserer Ernährung zu tun. Die meisten ahnen es zwar, beachten es aber trotzdem nicht konsequent: Bei Kälte sollte man kühle Speisen und Getränke meiden und stattdessen auf heißen Tee und warme Gerichte setzen.

 

 

Dabei gibt es einige Kombinationen, die zusätzlich für ihre durchblutungsfördernde und wärmende Wirkung bekannt sind: Ingwer, Knobi, Zwiebeln, Chili, Zimt, Pfeffer und Rosmarin beispielsweise, aber auch viele Gemüsesorten, wie z. B. Grünkohl, Lauch und Kürbis.

 

Gehen wir also mal "in medias res":

 

Hier kommen für Dich zwei schöne Rezepte, die Dich in den kalten Wochen begleiten sollen: Eine wärmende, heilende Gemüsesuppe und eine selbstgemachte Gewürzteemischung. 

Beide kannst Du so oft Du magst zu Dir nehmen. 

 

Also. Legen wir los:

 

Veggie-Power: Veganer Wintereintopf - Rezept für wärmende Wintersuppe, Aufwärmen im Winter, heiße Suppe

 

Für diesen leckeren Wintereintopf bereitest Du folgendes Gemüse vor:

 

(Rezept für 4 Personen)

 

400 g vorgegarte Edelkastanien (Maronen) grob zerhacken, 1 große Zwiebel würfeln, 4 Knoblauchzehen schälen, 1 große Lauchstange kleinschneiden, 2 Fenchelknollen in Stücke schneiden, 1 kleinen Hokkaidokürbis zerteilen, schälen, von der faserigen Mitte und den Kernen befreien und in Würfel schneiden. 

 

Stell Dir noch 1,5 Liter kräftige Gemüsebrühe, Rapsöl, Salz und Pfeffer bereit und dann kannst Du loslegen.

 

2 EL von dem Öl erhitzt Du in einen großen Topf, dünstest darin die Zwiebelwürfel goldgelb an und löschst dann mit der Brühe ab. 

 

Nun die Knoblauchzehen hineinpressen und dann einfach alles Gemüse (außer Maronen und Kürbis!) einfüllen. Aufkochen lassen, dann 10 Minuten weiterköcheln. Nun das Kürbisfleisch zufügen und weitere 6 bis 7 Minuten köcheln lassen. Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und zum Servieren mit den Maronen überstreuen.

 

Veggie-Power!

 

 

Und weiter geht's mit dem Aufwärmprojekt: 

 

Wir mischen uns unseren Gewürztee für diesen Winter selber zusammen. Es wird nicht warm, es wird heiß, Baby! Dafür sorgen Zimt, Ingwer, Nelken, Kardamom und Pfeffer...

 

Tipp gegen die Kälte: Gewürztee selber machen, Kardamomkapseln, Nelken, Ingwer, Zimt und Pfeffer

 

Es geht ganz einfach: 

 

Entscheide Dich, ob Du die Mischung frisch aufbrühen oder für den Vorrat herstellen möchtest, denn dann brauchst Du entweder 1 EL gemahlenen, getrockneten Ingwer oder ein Stück frische Ingwerwurzel (kandierter Ingwer geht auch).

 

Dann gibst Du 2 TL Gewürznelken, 2 TL schwarze Pfefferkörner, 3 Stangen Zimt (schon grob zerschlagen) und 4 EL Kardamomkapseln in den Mörser oder einfach in den Standmixer und stampfst oder mahlst die Gewürze klein.

 

Für eine Vorratsmischung mischst Du das trockene Ingwerpulver unter.

 

Hier siehst Du das Ergebnis: 

 

Tipp gegen die Kälte: Gewürztee selber machen, Kardamomkapseln, Nelken, Ingwer, Zimt und Pfeffer fertig gemahlen

 

Zur Zubereitung nimmst Du 1 TL Gewürze auf 1/4 Liter Wasser, fügst ggf. frischen oder kandierten Ingwer dazu und lässt das Ganze gut 20 Minuten köcheln. 

 

Dabei zieht der starke, köstliche und einladende Duft durch das ganze Haus!

 

 

Gieß Deinen Gewürztee durch ein Sieb und genieße ihn mit etwas Milch und Honig. Es ist... himmlisch! Und scharf. Genau wie wir es wollten.

 

Winterliche Geschenkidee - Gewürztee selber machen für den Vorrat: Kardamomkapseln, Nelken, Ingwer, Zimt und Pfeffer

 

So gewappnet, und dick eingemummelt, kannst Du Dich auch wieder raus trauen und einen langen Winterspaziergang machen. Nimm doch gleich eine Thermoskanne des Supertees mit!

 

Zum Thema "Raus in die Natur" meine neuesten Bilder vom vergangenen Wochenende im wunderschönen, ruhigen Arboretum in Ellerhoop:

 

Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop - Sumpfzypresse
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop

 

Für heute mummelig-warme Grüße aus Norddeutschland, Deine Maria ♥


 

 

Pflugmontag - Aufräumen 2.0

 

Spätestens nach dem Dreikönigstag am 6. Januar schmeißen selbst die hartgesottetsten Weihnachtsfans die Tanne auf den Haufen. Wird ja sonst auch nicht mehr mitgenommen.

 

Verstaut werden auch all die Dekorationen, mit denen wir die Jahreswechselfeste stimmungsvoll gestaltet haben. Und nun sehen wir geklärt nach vorne. Tun wir doch, oder?

 

Oder rennen wir einfach weiter? Zum nächsten Event. Zur nächsten Shopping-Orgie. Schnell. Viel. Los jetzt. Keine Atempause.

 

Bloß nicht, bitte. Lass diese Zeit des Neubeginns inmitten des ruhigen Winters nicht ungenutzt, sondern halt mal an. LEIDER ist damit aber nicht einfach Rumlümmeln auf dem Sofa gemeint. Nein. Wir machen leer. Aktiv. Wir stoppen. Den Wahnsinn.

 

 

Es gibt einfach keine besseren Wochen, als in Haus und Kopf mal wieder alles zu bereinigen. Das wussten auch schon die alten Generationen, die noch im Rhythmus des Jahreslaufes gelebt haben. (Wie gesund!) Am Montag nach Dreikönig, dem "Pflugtag", ging es los, das große Flicken und Aufräumen. 

 

 

Geh also durch. Nimm Dir Raum für Raum und Schrank für Schrank vor, entrümpele, schaffe Dir Überblick, befreie Dich und dann plane neu!

 

Die meisten von uns sind überladen, schleppen viel zu viel Ballast mit sich herum, häufen viel zu viel an...

 

Geh den umgekehrten Weg! Lass los, befreie Dich, atme durch und drehe Dein Leben auf einen angemesseneren Level zurück. Es wird sich so gut und passend anfühlen wie ewig nicht mehr und sehr viele positive Energien freisetzen. Glaube mir.

 

 

Denn nach dem Aufräumen geht es erst richtig los.

 

Trenne Dich von noch mehr Dingen. Nimm alles in die Hand und hinterfrage seinen Sinn. Brauchst Du es wirklich oder kann man es verkaufen oder verschenken?

 

Nimm Dir Zeit. Mach es gründlich.

  

Mülle Dich anschließend nicht wieder zu. Frage Dich bei allen Neuanschaffungen, ob Du sie wirklich benötigst. Beschäftige Dich damit, woher sie kommen, auf welche Weise sie produziert wurden. Qualität vor Quantität. Handgefertigt vor Massenware. Fair und ökologisch sowieso bitte. Mach Dir klar, welche Auswirkungen unsere Überflussgesellschaft wirklich hat und ändere die Welt, indem Du Dich änderst.

 

  

Befreie Dich weiter. Es geht nicht nur um Klamotten oder Dekokrempel, nicht nur um unsere kollektive Kaufsucht.

 

Viel mehr ist kaputt gegangen in den letzten Jahrzehnten, in denen sich Konsum als die neue Religion etabliert hat. Alles einfach übertrieben. Alles nicht mehr normal...

 

Also frage Dich: Zu viele Verpflichtungen? Abhängigkeiten? Zu viel Tempo? Zu viel Stress?

Konzentriere Dich auf das Wesentliche. Begegne anderen Menschen und Dir selber mit Achtsamkeit. Triff Menschen offline, erlebe Momente pur anstatt Dich dauerberieseln zu lassen.

 

Geh zu Fuß. Erlebe die Natur. 

 

 

DAS ist ein "Frohes neues Jahr": Stelle dich bewusst gegen die moderne Konsumorientierung, die jedes natürliche Maß verloren hat und uns immer weiter wegtreibt von einer gesunden Basis. Stelle Dich dagegen. Mit Deinen nackten Füßen auf dem Boden. Werde gesund. 

 

 

So fang es an, das Jahr 2018. Lass es zu einem Jahr der Veränderung werden. Finde, erhalte und pflege den Kontakt zur Natur. Lebe einfach. Lebe gemäßigt. Lebe regional. Lebe saisonal. Gestalte sie mit, die neue Gesellschaft, die guten neuen Zeiten! 

 


Silvestergruß

(Rauhnachtskalender von www.diekraeuterwerkstatt.de)

 

 

Ein ganz gemischtes Jahr geht zu Ende. Und ein persönlich sehr spannendes.

Viele alte, wiederentdeckte und neue Themen inspirieren mich und ich freue mich schon darauf, sie auch 2018 in diesem Blog mit Euch zu teilen. 

  

Ich bedanke mich für 2600 Besuche im Jahr 2017 und hoffe sehr, Ihr schaut mal wieder rein. Und gebt mir sehr gerne Eure Rückmeldungen: Wovon darf es mehr sein? Was kann dazu kommen? Was braucht kein Mensch?

 

Wie auch immer, wünsche ich allen einen guten Rutsch, viele erfreuliche Glückskeks-Botschaften, erhellende Rauhnachtsträume und ein wunderschönes gesundes neues Jahr!

 

Hier geht es weiter am 8. Januar...

 


Kleine Weihnachtswelt 1840

 

Und noch einmal in diesem Dezember schwelge ich in Historie. Heute nehme ich Dich mit in das großbürgerliche Hamburger Stadthaus des Kaufmanns Ludwig Schrader. (Störe Dich nicht daran, dass der gute Ludwig nicht viel mehr als acht Zentimeter misst.)

 

Es ist der 24. Dezember 1840. Draußen hatte es den ganzen Tag geschneit und in ihren gemütlichen Privaträumen hatte die Familie die Stunden bis zum Kirchgang mit dem Lesen im alten, dicken Geschichtenbuch verbracht... 

 

 

Nach dem feierlichen Abendgottesdienst in Sankt Michaelis hat man sich nun ins kleine Kaminzimmer zurückgezogen. Warm und heimelig ist es hier. Das Feuer prasselt, einer der Diener hat den Tee serviert und der Hausherr die Kerzen am Weihnachtsbaum entzündet.

  

Endlich ist Bescherung!

 

 

Die Töchterchen Clara und Auguste können ihr Glück kaum fassen: So viel neues Spielzeug! Und eine neue Puppe! Und ein Schlitten!!!

  

Nur der alte Teddybär sitzt derweil traurig und unbeachtet in der Ecke. 'Ob mich die Mädchen wohl noch liebhaben?', scheint er sich zu fragen.

 

 

Auch Ludwigs Frau Amalia wird mit einem hübsch verpackten Geschenk bedacht. Sie ist schon ganz gespannt, was sich ihr lieber Mann ausgedacht hat. 

 

  

Amalia ist wieder guter Hoffnung und Ludwig Schrader freut sich, dass die Familie weiter wächst. Fünf Kinder sollten es schon werden. Das wäre eine respektable Anzahl! Und wer weiß? So Gott will, wird ihnen vielleicht dieses Mal der ersehnte Stammhalter geboren.

 

Während oben alle traulich beisammen sitzen, bereitet die Köchin mit zwei Mägden im Souterrain eifrig das Festmahl für die Herrschaft vor.  

 

 

Emsig werden Pasteten hergerichtet, Bouillon und feinste Soßen geköchelt, allerlei Gemüse gegart. Gebratene Täubchen und Kalbsrücken werden auf silbernen Platten drapiert, Schmalgebackenes, Weingelee und Schokoladencreme fertiggestellt.

 

In einer Stunde etwa wird sich die Familie ins Speisezimmer begeben und die Dienstbotenklingel ziehen. Bis dahin muss alles fertig sein!

 

 

Und dann wird auch unten in der Küche endlich gefeiert. Mit seinem Einkommen von meist mehr als 20.000 Talern in jedem Monat, kann Herr Schrader seinen Bediensteten gegenüber großzügig sein. An Weihnachten gönnt er ihnen ebenfalls Braten, Kuchen und reichlich vom guten Wein.

 

Der Speiseraum darf später bleiben wie er ist. Zum Aufräumen ist noch am nächsten Morgen Zeit. Heute abend soll niemand mehr arbeiten, denn es ist Heilige Nacht in meiner kleinen alten Puppenstube.

 

 

Tja. So ungefähr war es vielleicht bei den Hanseaten des 19. Jahrhunderts. Nun ja - jedenfalls bei denen, die Geld hatten...

 

Diese Heileminiaturweltohnesorgengeschichte war mein diesjähriger Weihnachtsgruß für Dich. Und mit dem abschließenden Gedicht von Rainer Maria Rilke wünsche ich Dir köstliche, fröhliche und stimmungsvolle Feiertage. Lass es Dir gut gehen! ♥

 

 

 

 

Advent

 

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt wie balde
sie fromm und lichterheilig wird.
Und lauscht hinaus: den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

 

 

(Rainer Maria Rilke)

 

 

 

 


Historischer Weihnachtsmarkt

 

Weihnachtszeit, Zeit der Adventstreffen, Firmenfeiern und Marktbesuche. Alle haben ihre Räume und Vorgärten geschmückt - natürlich jeder ganz nach seinem Geschmack. Für manche müssen es batteriebetriebene Plastiknikoläuse, pinkfarbene Kunsttannen und schrillbunte LED-Engelchen sein. Warum nicht, sag ich mal. Allerdings wird mir selber da eher graulich als traulich zumute.

 

Ich mag halt alte Eisenleuchter, Bienenwachskerzen, grobe Holzsterne und dergleichen. Du weißt schon: Handgefertigtes, Natürliches, Einfaches - wie aus alten Tagen.

 

So habe ich mich auf meinen ersten Weihnachtsmarktbummel in diesem Jahr ganz besonders gefreut, denn mit zwei lieben Freundinnen bin ich zum historischen Markttreiben nach Lüneburg gefahren. Die meisten Weihnachtsmärkte sind ja eh schon recht stimmungsvoll und einladend. Lieblos organisierte Budenzeilen findet man zum Glück selten. Aber es gibt eben auch ganz besondere Highlights unter den Märkten und der in der mittelalterlichen Altstadt Lüneburgs gehört definitiv dazu. 

 

Lüneburg

 

Er findet rund um die im 14. Jahrhundert erbaute Michaeliskirche statt und wird von Anwohnern der Altstadt ehrenamtlich ausgerichtet - die Einnahmen fließen in den Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude. 

 

Wir sind gespannt und finden: Schon der Gang zur Veranstaltung ist ein Genuss...

 

Lüneburger Altstadt

 

Angekommen, fällt erst einmal wohltuend auf, dass es weder die übliche "stimmungsfördernde" Beschallung gibt, noch neuzeit-festliches Dauergeblinke. Elektrisches Licht ist tabu, denn die Besucher sollen mit allen Sinnen in die Zeit der Renaissance geführt werden.

 

Vorbei an Torwächtern und "Stattwache" tauchen wir ein ins spätmittelalterliche Getümmel.

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Stattwache

 

Es ist einfach herrlich: Kein Kunststoff, kein Fastfood, sondern Waren und Köstlichkeiten, wie es sie auch schon im 15. Jahrhundert auf einem winterlichen Markt gab. 

 

Frisch geröstete Maronen...

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Heiße Maronen

 

... Kessel mit aromatischer Fliederbeersuppe...

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt

 

... und leckere Blöcke mit Marzipan und Nougat:

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Marzipan

 

Jeder der aus urigen Holzstangen und Leinenplanen gebauten Stände ist liebevoll mit Holzkisten und Jutedecken dekoriert und alle Händler sind stilecht gekleidet.

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Bäckersfrau

 

Wir schlendern vorbei an einer Harfenspielerin, an Honigständen, Töpferwaren und Geschmiedetem und stärken uns zwischendurch mit Urbrot für 2 Taler und einem Becher heißem Met für 2,50.

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Heißer Met

 

Und immer wieder lassen sich kleine Geschenke und Mitbringsel finden: Würziger Heidehonig, Bienenwachskerzen, Trinkhörner, Spitztüten mit Dörrobst...

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Spitztüten
Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Trinkhörner

 

... daneben weiter viel Herzhaftes, wie Ziegenkäsespezialitäten, Sauerkrautbrot oder geräucherte Dauerwurst.

 

 

Auf den Kirchentreppen zwei Flötenspielerinnen, sehr nettes Publikum, tolle Stimmung... Wir sind schwer begeistert und das liegt nicht nur am heißen Met.  

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Alter Karren
Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Kupfertopf und Windlicht

 

Im Dunkeln verlassen wir den Markt - glücklich und verzaubert von dieser wunderschönen Zeitreise. Zum Glück gibt uns der Gang durch die hübschen Altstadtgassen noch ein wenig Zeit, uns wieder an 2017 zu gewöhnen.

 

Lüneburger Altstadt bei Nacht

 

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig von der besonderen Stimmung vermitteln. 

Wenn Du auch Lust bekommen hast, diesen Lüneburger Weihnachtsmarkt zu besuchen, ist hier ein Link für Dich:

 

www.alaev-lueneburg.de

 

Weitere mittelalterliche Weihnachtsmärkte oder Märkte auf Burgen und in Schlössern in ganz Deutschland kannst Du Dir z. B. hier heraussuchen:

 

www.deutsche-weihnachtsmaerkte.de oder

 

www.weihnachtsmarktdeutschland.de

 

Sicher findest Du auch in Deiner Nähe Veranstaltungen, deren Besuch sich lohnt.

 

 

Träume von wahrer Gemütlichkeit, von Natürlichkeit, von Wertschätzung...

Nimm ein wenig davon mit in Deinen Alltag. ♥


Weihnachtsgeschenke aus der Küche

 

Ende November. Die Adventszeit naht...

 

In diesen Tagen führt mich mein Weg wieder einmal zum Floristen. Der Kranz für die Haustür kann nun angebracht werden, Tannenzweige brauche ich reichlich als grünen Schmuck für draußen und drinnen und unsere Fensterbänke bestücke ich ganz traditionell mit Weihnachtssternen und Christrosen. 

 

 

Kisten mit den ersten Adventsdekorationen werden aus dem Keller geholt und jedes Jahr freue ich mich, die liebgewonnenen Holzhäuschen und Leinenwichtel wiederzusehen. Spätestens beim Blättern in unserem schönen alten Weihnachtsbuch werde ich dann so langsam in die richtige Stimmung versetzt.

 

 

So motiviert, mache ich mir Gedanken, mit welchen selbstgemachten Geschenken ich wohl dieses Jahr Tanten, Freunden oder Nachbarn eine Freude bereiten könnte.

 

"Homemade" ist Trend und das zu Recht. Kein Verschieben von noch so originellen Dingen in den Amazon-Warenkorb kann es ersetzen: Die Zeit und die Liebe, die in jedem Löffel selbstgeköchelter Marmelade steckt. 

 

Außerdem sind Geschenke aus der Küche perfekt für die, die schon "alles" haben oder deren kleine Wünsche man nicht kennt. Meist hat man doch ein gutes Gefühl dafür, wer derlei Handgefertigtes zu schätzen weiß.

 

Legen wir also los! Meine Ideen sind wie immer völlig unkompliziert.

 

Erster Vorschlag: Aromatischer Sirup in zwei oder mehr Varianten...

 

Küchengeschenk-Idee: Rezept oder Anleitung für aromatischen selbstgemachten Sirup

 

Wir bereiten Vanille-Sirup und Kräuter-Zimt-Sirup zu und Du wirst sehen: Aus dem simplen Grundrezept kannst Du auch gleich noch eigene Ideen weiterentwickeln. Der Sirup eignet sich zum Aromatisieren von Kaffee und Tee, für Obstsalat oder Cocktails uvm. und er ist ca. 1/2 Jahr lang haltbar.

 

Einfache, natürliche Zutaten - Hier findest Du das Rezept.

 

 

Die zweite Idee ist ebenfalls kinderleicht: Du rührst aus Dinkelvollkornmehl, Backpulver, Brotgewürzen u.a. eine Fertigbackmischung für leckere Quarkbrötchen an.

 

Küchengeschenk-Idee: Backmischung für Quarkbrötchen - Rezept für schnelle Quarkbrötchen

 

Diese Mischung füllst Du in eine Papiertüte, die Du vorher mit dem Rezept plus Foto der fertigen Brötchen beklebst und fertig ist Dein Mitbringsel.

 

Rezept für Quarkbrötchen

 

Die Anleitung für Dich und die fertige Rezept-Vorlage für die Papiertüte findest Du hier.

 

 

Der dritte Tipp wird sicher auch gut ankommen. Bruchschokolade aus eigener Herstellung. Viel benötigst Du nicht dafür: Kuvertüre, ein paar Gewürze und Nüsse. Auch hier wirst Du sehen: Hast Du einmal das Rezept probiert, kannst Du es ganz einfach nach Lust und Laune abwandeln. 

 

Ich habe geschmolzene weiße Kuvertüre, Orangenschale, Ingwer, Pistazien und Pinienkerne genommen, alles in eine flache Form gefüllt...

 

 

... und so sieht das Ergebnis aus:

 

Geschenk aus der Küche - Küchengeschenk-Idee: Selbstgemachte Bruchschokolade

 

Wie es genau gemacht wird, erfährst Du hier.

 

 

Konnte ich Dich überzeugen, dieses Mal zumindest einen Teil Deiner Geschenke selber herzustellen? Dann stöbere doch gerne auch in meinen früheren Rezepten. 

 

Dörrobstlikör, Pomelogelee, Backpflaumenmus, Rumrosinen und andere gibt es hier.

 

Wenn Du oben schon auf die Links für Sirup, Backmischung und Schokolade geklickt hast, hast Du sie bereits entdeckt: Kräutergebäck, Sahnebonbons, Gewürzsalze, Orangenpuderzucker, herzhafte Knabbermandeln und andere... Ansonsten ist dafür hier noch Mal der Link.

 

Ganz viel Spaß beim Nachmachen! ♥

 

 

Fang rechtzeitig an mit all Deinen Vorbereitungen, dann bleibt Dir in den Dezemberwochen mehr Zeit für stimmungsvolle Gänge über den Weihnachtsmarkt, nette Treffen mit Freunden oder festliche Theaterbesuche.

 

 

Zum Abschluss für heute noch zwei Leserinnenfotos von Klea aus der Eifel, die ich gerne hier anhänge. Vielen Dank, liebe Klea!

 


Zur Besinnung kommen: Novemberruhe

 

November. Ich bin so dankbar für diesen Monat im Jahreslauf. Nach Herbstfeuerwerk und vor Adventsglitzer Ruhe für die Augen, Ruhe für den Kopf. Ich verstehe wirklich nicht, was an trübe, reduziert und still verkehrt sein sollte - zumindest zwischendurch. Atem holen, die Füße auf den Boden bekommen, sich sortieren... ist doch in diesen verrückten, schnelllebigen Zeiten nötiger als jemals zuvor, oder etwa nicht?  

 

November Stimmung / November Meditation - Tonkugel mit Spirale

 

Darum lasse ich mich jedes Jahr ganz auf die Novemberbotschaft ein und versuche möglichst oft und möglichst bewusst zur Ruhe und zur Besinnung zu kommen. 

 

November Stimmung / November Meditation - Welkes Eichenblatt

 

Gerade gestern habe ich z. B. einen ruhigen Gang gemacht - über unseren Friedhof.

 

Mir gibt die Atmosphäre dort so viel. Erst schaut man nur, sieht sich die unterschiedlich gestalteten Gräber an, die Inschriften, das Grün, dann beginnt man nachzudenken.

 

Unweigerlich. Kommt von denen die da ruhen zu sich selber, zu seinem eigenen Leben. Fragt sich: Was bleibt? Fragt sich: Was ist vor dem Ende das Allerwichtigste? Und schon verstehst Du, wie wertvoll dies ist.

 

November Stimmung / November Meditation - Birkenstamm

 

Aus diesen Gedanken kannst Du so viel positive Kraft für Deine Ziele bekommen!

 

Natürlich komme ich nicht euphorisch zurück von einem solchen Spaziergang, sondern ganz leise. Und auch ein wenig demütig. Schadet aber wahrhaftig nicht.

 

November Stimmung / November Meditation - Verblühte Hortensie

 

Auch Spaziergänge durch Parks und Wälder sind wohltuend.

 

Bitte ohne Kopfhörer. Und gerne ohne Begleitung.

 

Setz Dich zwischendurch auf eine Bank und schau ganz still. Lass Deine Gedanken schweifen - und zur Ruhe kommen.

 

November Stimmung / November Meditation - Stein

 

Eine andere gute Möglichkeit ist Meditation. Eine bekannte Art ist beispielsweise die Konzentration auf den eigenen Atem oder/und auf ein imaginiertes Bild, bis sich Gedanken und Geist vollkommen beruhigen. Falls Du noch nie meditiert hast, ist vielleicht der November die richtige Zeit, um diese Technik zu erlernen und regelmäßig zu praktizieren. Die guten Auswirkungen sind ja längst erwiesen.

 

Wenn Du nicht einfach alleine beginnen möchtest, schließe Dich doch einer Gruppe an. Finde heraus, ob die Volkshochschule in Deiner Nähe Kurse anbietet oder wo sich das nächste Meditationszentrum befindet.

 

 

Der letzte Tipp zu diesem Thema: Auch viele Klöster bieten regelmäßig Besinnungstage an.

 

Die Teilnahme wäre ein wirklich schönes und sinnvolles Geschenk an Dich selber.

 

Friedliche Tage in inspirierender Atmosphäre, Zeit für Dich selber, Zeit für gute Gespräche, Urlaub für Geist und Seele...

 

 

Vielleicht helfen solche November-Auszeiten Dir auch dabei Deinen ganzen Alltag bewusster, entschleunigter, geerdeter und einfacher zu gestalten?

 

Ein lohnenswertes Ziel, wie ich meine. Denn dann lässt man sich vom allgegenwärtigen Überangebot nicht mehr überfluten, sondern konzentriert sich vielmehr auf das Wesentliche, Positive, Nachhaltige.

 

November Stimmung / November Meditation - gefallenes Eichenlaub

 

Sei bei Dir. Gib Dir Zeit. Ordne Dich.

Finde Deine Aufgaben.

Bündel Deine Energie.

 

Und dann bewege die Welt.

 

 

 

 

 


So langsam igeln wir uns ein

 

Spätherbst. Es ist kühl, feucht und schon viel dunkler. Und auch wenn in der Nacht auf Sonntag die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden: Das bisschen mehr Licht am Morgen bezahlen wir natürlich mit früherer Dunkelheit am Abend. 

 

Wir frösteln, müssen Berge an Laub vor der Einfahrt zusammenrechen, der trübe November steht vor der Tür und die erste Erkältungswelle rollt auch schon an.

 

'Ich hasse es' denkst Du Dir und rechnest schon zusammen, ob nicht spontan noch ein paar Tage Südspanien drin sind vor Weihnachten. Klar. Kann man machen. Aber doch nicht als Flucht vor unserem Jahreslauf. Den sollten wir annehmen wie er ist, finde ich. Und vielleicht sollten wir auch die Botschaft dahinter verstehen lernen. Wachsen, blühen, reifen und auch wieder vergehen ist der Kreislauf jedes Lebens. Hoffentlich.

 

Im Übrigen haben doch gerade diese Tag des Übergangs vom Herbst zum Winter so viel Schönes an sich. Der Sommer ist vorbei, der Weihnachtstrubel hat noch nicht begonnen. Jetzt ist es an der Zeit sich richtig schön einzuigeln!

 

 

Das Erste auf der Spätherbst-Liste: Du kramst alles an Windlichtern, Kerzen und Lichterketten hervor, was Du findest - gerne darf die Sammlung auch noch aufgestockt werden. Kleine Tischleuchten, dicke Standkerzen, viele Teelichter. Je mehr desto besser. Schon ist alles viel stimmungsvoller, oder?

 

 

Als Nächstes brauchst Du Decken und Kissen. Ist ja klar. Hast Du genügend Decken und Plaids, auch für Deine Besucher? Und sind sie noch zeitgemäß oder kann man das eine oder andere Schätzchen aufpeppen oder durch ein neues gutes Stück ersetzen?

 

Und die Kissen? Es müssen nicht nur diese kleinen klassischen Kissen auf Deinem Sofa rumliegen. Zusätzlich ein richtiges 80 x 80 cm Kopfkissen mit Federfüllung ist doch viel kuscheliger! Natürlich steckst Du das nicht einfach in eines Deiner Schlafzimmerkissenbezüge, sondern Du besorgst Dir einen Meter vom edelsten Dekostoff, den Du auftreiben kannst und nähst Dir einen zum Raum passenden Hingucker. 

 

 

Nun wird es noch netter: Jetzt darfst Du Dich ausgiebigst mit Büchern und Filmen befassen und Dir Deine Herbst/Winter-Listen zusammenstellen. Ist genehmigt. Leg los.

 

Ein paar Bücher-Stöber-Vorschläge: 

 

http://missfoxyreads.blogspot.de/

 

https://querleserin.blogspot.de/

 

https://dasgrauesofa.com/

 

https://leseschatz.com/

 

http://www.zeilenspruenge.de/

 

Ich selber gehe am liebsten in Buchläden, gerne auch in Antiquariate oder auf Bücherflohmärkte. Ich lese kaum E-Books, möchte Papier umblättern, ein schönes Lesezeichen benutzen und treffe meine Auswahl auf dem Lesesofa im Laden...

  

 

Für's Thema Filme brauchst Du sicher keine Starthilfe, nicht wahr? Die einschlägigen Adressen sind sicher hinlänglich bekannt: maxdome.de, filmstarts.de, moviepilot.de, kino.de uvm.

 

Such Dir möglichst "Wohlfühlfilme" aus, gerne mit Tiefgang. Und/oder mit GUTEM Humor.

 

Okay. Wir haben stimmungsvolle Kerzen und Lämpchen, kuschelige Kissen und Decken, eine feine Auswahl an Filmen und Büchern... Immer noch muffelig weil wir bald Winter haben?

 

 

Gut, dann kramen wir jetzt mal die gesamten restlichen Winterwonnewohlfühltipps zusammen und dann sollte bei Dir aber langsam geradezu Genusszwang herrschen.

 

Hier ist Deine Liste:

 

 

♥ die Wärmflasche herauskramen

 

♥ dicke Wollsocken stricken

 

♥ eigene Kräuter- und Gewürz-Teemischungen herstellen

 

♥ im Vollbad mit Lavendelmilch langsam aufweichen

 

♥ Honigraritäten ausprobieren

 

♥ eine große Packung Ingwerkonfekt kaufen

 

♥ in Farben schwelgen und mal wieder malen

 

♥ eine Plätzchenbackparty planen

 

♥ den ersten Punsch mit Lebkuchen genießen

 

♥ einen Spieleabend organisieren

 

♥ das gute alte Aromalämpchen anwerfen

 

♥ ein neues Bratapfelrezept ausprobieren

 

♥ eine mobile Massage nach Hause buchen

 

♥ die Lieblingsgerichte der Kindheit nachkochen

 

♥ zum Wintermarmeladeneinkochen einladen

 

♥ einen Märchenerzähler anheuern

 

♥ loslassen, entschleunigen, entspannen, entwichtigen

 

♥ Liste beliebig erweitern

 

 

 

Ich nenne es also noch einigeln, aber das Ganze ist unter Stichworten wie "Hygge" oder "Cocooning" längst Trend. Mach mit! Für die "neue Heimeligkeit" gibt es keine bessere Jahreszeit!

 

Ich wünsche Dir grundgemütliche Wochen mit Dir selber und denen, die Dir wichtig sind. 

 


Herbstspaziergang

 

Goldener Oktober. Diese Zeit hat einen so besonderen Zauber. So schön. Und so melancholisch. Farben und Tempo reduziert. Ich mag das einfach sehr.

 

Heute scheint die Sonne und wir wollen uns aufmachen zu einem ausgiebigen Spaziergang auf dem Land. Wollen die Sonne im Gesicht spüren und den leichten Wind im Haar. Wollen über ein paar Gartenzäune schauen und in den weiten Himmel über uns...

 

Heute gibt es von mir nur das. Aber auch nicht weniger. Ich nehme Dich mit auf meinem Herbstspaziergang...

 

 

Manche Staudenbeete haben ihre sommerliche Pracht gegen ein wunderschönes, schon leicht morbides Herbstbild eingetauscht. Aber auch solche, die erst jetzt ihren größten Auftritt haben, finden wir: Die Astern leuchten üppig violett unter dem golden gefärbten Laub der Bäume und Büsche...

 

 

... und auch die Fetthenne steht erst jetzt in voller Blüte:

 

 

An den Hortensien haben wir uns schon den ganzen Sommer über erfreut und bewundern nun, wie sie langsam ihre Farbe wechseln. Stehen sie in unserem eigenen Garten, können wir uns ein paar Blütenbälle abschneiden, damit sie in einer Schale noch lange den Raum schmücken.

 

 

Weiter gehen wir und betrachten die alten Bauernhäuser mit ihren knorrigen Obstbäumen auf der Wiese davor. Manche sind noch nicht abgeerntet worden und Äpfel leuchten uns prall entgegen.

 

 

Der Kastanienbaum verliert langsam seine Blätter und eine kleine Raupe freut sich über das grüne Futter:

 

 

Die Kastanien selber haben die Kinder längst aufgesammelt. Zurück bleiben die leeren Hüllen, aber auch die geben noch ein stimmungsvolles Stilleben ab:

 

 

Herbstgefühl pur. Langsam laufen wir über die alte Straße hinaus aus dem Dorf.

 

 

Rechts stehen Weißdornbüsche mit ihren reifen roten Früchten...

 

 

... und links finden wir Schneebeeren. "Knallerbsen" haben wir die als Kinder immer genannt und die weißen Bällchen auf dem Bürgersteig zerplatzen lassen.

 

 

Und weiter geht unser Spaziergang. Schwarze Krähen hocken auf dem Stoppelfeld, Vogelschwärme sammeln sich und der Mais ist nun kurz vor der Ernte.

 

 

Erst nach Stunden beenden wir unseren Rundweg. Himmel getankt. Farben aufgesaugt. Gedanken geordnet.

 

 

Zurück daheim kommt schließlich fast das Schönste: Frisch durchgepustet machen wir es uns mit Tee und Decke so richtig gemütlich.

 

Das echte Gefühl gibt es natürlich nicht virtuell. Vielleicht konnte ich Dich ein wenig inspirieren, aber rausgehen tust Du nun bitte selber. Es ist Wochenende und im ganzen Land ist stabiles, trockenes Wetter angesagt. Lass es Dir nicht entgehen!

 

 

Verabschieden möchte ich mich für heute wieder einmal mit einem Gedicht.

 

Bis in vierzehn Tagen. Lebe langsam und schau Dich um! ♥ 

 

 

Herbstbild
(Christian Friedrich Hebbel, 1852)

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

 

(Quelle: http://www.literaturwelt.com/werke/hebbel/herbstbild.html)

 

 


Apfelernte

 

"...Danach ging das arme Mädchen weiter und kam zu einem Baum, der hing voll herrlicher roter Äpfel, und der Baum rief ihm zu: 'Ach schüttel mich, ach rüttel mich, all meine Äpfel sind ja schon reif!' Da schüttelte es den Baum, dass die Äpfel herabfielen, als regneten sie, und es rüttelte, bis keiner mehr oben war. Als es alle ordentlich zu einem Haufen zusammengelegt hatte, ging es weiter..."

 

Wer erkennt es nicht? Ob bei Frau Holle oder Schneewittchen, der Apfel spielt seit jeher eine Rolle in vielen Mythen und Märchen. Die alten Germanen pflanzten Apfelbäume in die Nähe ihrer Häuser, weil sie so auf den Schutz der Götter hofften, schwangere Frauen aßen viele Äpfel, um schöne Kinder zu bekommen und nicht nur die Kelten glaubten, das Paradies Avalon sei ein wunderschöner Garten voller Apfelbäume.

 

 

Auch heute noch genießen die runden, rotbackigen Früchte höchstes Ansehen. Hat doch die Wissenschaft längst auch ihre vielen gesundheitlichen Vorzüge nachgewiesen: Äpfel senken den Cholesterinspiegel, wirken entgiftend und schützen vor Schlaganfall und Krebs.

 

Diesen Spruch kennst Du sicher: An apple a day keeps the doctor away.

 

Dabei habe ich zumindest bei den Kids festgestellt: Einfach zum Reinbeißen finden sie 'nen Apfel eher nicht so attraktiv. Aber ist er erst mal in Spalten geschnitten, wird er gerne weggeknabbert. In die Pausenbox kommen bei uns darum die Äpfel immer schon vorgeschnitten. Wenn man die Schnittflächen anschließend mit ein wenig Zitronensaft einreibt, bleiben die Stücke appetitlich hell und ich denke, so werden sie auch gegessen.

 

gesunde Pausensnacks: Pausendose mit Apfelspalten

 

Äpfel sind wirklich etwas besonders Gutes. Ganz logisch, dass darum jetzt, zur Erntezeit, vielerorts die nettesten Apfelfeste stattfinden. Es gibt meist ländliche Kuchen, nette Marktstände, Musik, eine Saftpresse... und natürlich jede Menge frisch geerntete Äpfel.

 

Such Dir doch mal die Termine in Deiner Nähe aus dem Internet oder Lokalblatt heraus und dann los zum Traditionsvergnügen.

 

 

Für alle die, die nicht nur auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen die neuen Äpfel kaufen, sondern gleich auch selber pflücken möchten, kann ich ebenfalls die Recherche über's Internet empfehlen. 

 

Viele Obsthöfe bieten das Selberpflücken an und neben dem Pflückvergnügen selber freut natürlich auch der unschlagbar günstige Kilo-Preis. 

 

Aber auch ganz kostenfreie Selbstpflückmöglichkeiten gibt es. In unserer Nähe haben wir zum Beispiel für die Öffentlichkeit zugängliche Streuobstwiesen und einen offenen Stiftungsgarten mit alten Obstsorten. Auch "herrenlose" Obstbäume, die nie abgeerntet werden findet man. Hör Dich um in Eurer Gegend und frag genauer nach. 

 

Eine ganz interessante Seite zu diesem Thema ist www.mundraub.de

 

Keine Sorge, ich schick Dich trotz des Namens nicht zum Äppel klau'n.Schau mal rein.

 

Wenn Du dann Dein Pflückobjekt gefunden hast, brauchst Du nur noch die richtige Ausstattung. Das sind neben festem Schuhwerk vor allem natürlich Körbe und Kisten und - je nach Baumgröße - eine kleines Podest oder eine Leiter, dazu einen Apfelpflücker mit Teleskopstange und eventuell - statt Eimer an der Leiter - eine Erntetasche zum Umhängen. 

 

Apfelernte im Alten Land - reifer Jonagold
Bei den niedrigen Säulenbäumen muss man sich eigentlich nur ein bisschen strecken...
... während man hier natürlich die lange Leiter anlegen muss.
... während man hier natürlich die lange Leiter anlegen muss.

 

Die wichtigsten Punkte beim Pflücken: Alle Früchte vorsichtig behandeln, damit sie keine Druckstellen bekommen und so ernten, dass der Stiel am Apfel bleibt, aber der Ast nicht verletzt wird. Das klappt am besten, wenn der perfekte Reifegrad erreicht ist. Darum pflückt man gerade große Bäume, bei denen natürlich nicht alle Äpfel gleichzeitig reif sind, in mehreren Durchgängen. 

 

Um zu testen, ob ein Apfel wirklich reif ist, macht man die "Kipp-Probe": Dabei zieht oder dreht man den Apfel samt Stiel nach oben und kippt ihn um ca. 90 Grad. Wenn sich so der Apfel samt Stiel ganz leicht vom Ast löst, ist es perfekt.

  

Das prägen wir uns ein und haben gelernt: So bitte nicht:

 

Das verzeihen wir gerade noch einmal aus Fotostyling-Gründen. Aber ansonsten wollen wir niemals ein Stück Ast am Stiel sehen.
Das verzeihen wir gerade noch einmal aus Fotostyling-Gründen. Aber ansonsten wollen wir niemals ein Stück Ast am Stiel sehen.

 

Übrigens: Nicht nur auf die Äpfel am Baum achten, sondern bitte auch das heruntergefallene Obst aufsammeln. Einfach ganz nach oben in den Korb legen, damit diese Früchte als erstes verwendet werden. Zumindest für einen leckeren Kuchen sind sie meist noch gut genug!

 

 

Also was kann es im Herbst Schöneres geben, als ein Korb voll selbstgeernteter Äpfel?

 

Korb mit Äpfeln

 

Doch. Eins fällt mir ein: Die Antwort auf die Frage "Was denn nun tun mit all der Pracht?":

Das Schmökern in alten und neuen Apfelrezepten und das anschließende Ausprobieren der Köstlichkeiten.

 

 

... womit wir auch fast schon am Schluss wären für diesen Freitag. "Fast" heißt: Klar, dass ich zuletzt auch wieder ein paar Rezepte für Dich im Gepäck habe. Heute keine Prachttorten oder raffinierte Braten in Apfelsoße, sondern drei klitzekleine, schnelle Alltagsideen, für die man gar nicht erst auf Gäste warten muss.

 

Mein erster Vorschlag: Kleine, fitnessfreundliche Pfannküchlein - vollwertig und fettarm...

 

Fitness Nasschkram: Rezept für Haferflocken-Apfelkücklein, fettarm naschen: vollwertige Apfelfladen

 

So einfach geht es: Mische 200 g Haferflocken, 300 ml fettarme Milch (oder Sojamilch), 1 Prise Salz und 4 EL Honig und geh dann einige Zeit geduldig mit dem Pürierstab durch. 

Nun schneide einen großen Apfel in feine Stücke und verrühre alles.

 

 

Setze mit einem Esslöffel kleine Küchlein in eine große, beschichtete Pfanne (ohne Fettzugabe!) und backe sie bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldgelb. 

 

Das Rezept reicht für ca. 20 Küchlein und jedes hat ungefähr 58 Kalorien.

 

♥  ♥  ♥

 

Die nächste Idee: Mein cremiges Rezept für Apfeleis. Der Clou: Es funktioniert ohne die Zugabe von Ei und vor allem ohne Eismaschine. Sogar rühren musst Du beim Gefrieren nicht zwischendurch.Gut, nä? Und schmecken tut's richtig schön mild-apfelig. Kannste nisch kofen, Musste selber machen!

 

Apfeleisrezept - Rezept für Eis ohne Ei und ohne Eismaschine, Eis machen ohne Eismaschine: Apfeleis!

 

Das einfache Rezept für 4 Portionen:

 

2 - 3 herzhafte Kochäpfel (z. B. Boskop) schälen und in Stücke schneiden. 200 g abwiegen und mit 2 EL Zitronensaft, 1 TL Rapsöl und 100 g Zucker in gut 5 Minuten weichdünsten.

 

In der Zwischenzeit in einem Schüsselchen 1/2 P. Koch-Vanillepudding-Pulver mit 2 EL kalter Milch glatt rühren.

 

Wenn die Äpfel weich sind, die Puddingmischung unterrühren und alles noch einmal kurz aufkochen lassen. Vom Feuer nehmen und mit dem Pürierstab glatt mixen. Umfüllen und komplett auskühlen lassen.

 

200 g Sahne mit 1 P. Sahnefest steif schlagen und gründlich unter die ausgekühlte Apfelmasse mengen. 

 

In eine Tiefkühldose füllen und einfrieren (z. B. über Nacht). Etwa 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Tiefkühlschrank nehmen. 

 

♥  ♥  ♥

 

Und zuletzt habe ich für Dich schnelle zarte Apfelröllchen:

 

Rezept für Apfelröllchen oder auch Mini-Äpfel im Schlafrock, Kleingebäck mit Äpfeln

 

Auch die bekommst Du ganz einfach hin. Das Rezept für 16 Stück:

 

1 Rolle frischen Blätterteig auf der Arbeitsplatte so groß ausrollen, dass ein Speiseteller als Schablone darauf passt. Den Kreis ausschneiden und in 12 Tortenstücke teilen. Die restlichen Stücke übereinanderlegen (nicht kneten, nur flach aufschichten), noch einmal ausrollen und weitere 4 Tortenstücke ausschneiden. Den Teig mit Zimtzucker bestreuen.

 

2 kleinere Kochäpfel (z. B. Elstar) schälen und in Achtel schneiden. Jedes der 16 Apfelstücke in je ein Teigstück einrollen.

 

 

Alle Röllchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und mit dünner Eimilch (1 Eigelb mit einigen EL Milch verquirlt) bepinseln. 

 

Zuletzt mit gehackten Mandeln überstreuen und im vorgeheizten Ofen bei 200 °C in etwa 20 Minuten backen, bis die Äpfel weich und die Mandeln goldbraun sind.

 

Achtung: Die gehen schneller weg als Du gucken kannst!

 

  

So sieht es aus.

 

Viel Spaß beim Nachmachen und: Ich wünsche Dir wundersüße, apfelseelige und sonnige Herbstage!

 


Auf zur Pilzwanderung

 

Schon Mitte September? Jetzt wollen wir die Hauptsaison für Pilze genießen! Mit einem guten Bestimmungsbuch bewaffnet und unter kundiger Führung, machen wir uns auf in Wald und Flur. Nach diesem feuchten Sommer erwarten wir dort doch bitte nun jede Menge der kleinen Köstlichkeiten!

 

Körbe und Messer haben wir bei uns, auch eine kleine Karte, auf der wir die besten Stellen für das kommende Jahr schon einmal vermerken können, und einen kleinen, fein gefüllten Picknickkorb. 

 

Die Luft ist angenehm jetzt im Frühherbst und im feuchten Wald duftet es uns schon verlockend erdig und aromatisch entgegen. 

 

Waldboden mit Moos und Fichtenzapfen oder Tannenzapfen

 

Die besten Stellen werden normalerweise streng gehütet, aber auf einer geführten Pilzwanderung lernt man ja schon das erste geeignete Gebiet kennen. Außerdem kann man sich als Anfänger so sicher sein, was essbar ist und was nicht.

 

Gleich der ersten Pilz, den ich so am vorletzten Wochenende entdeckt hatte, kam mir sehr bekannt vor. Mensch, den hab ich doch auch im Garten! DAS wäre ja toll, wenn das ein raffinierter Speisepilz wäre!:

 

Kartoffel-Bovist

 

"Nö", meinte der Fachmann. Das hier sei nur ein gemeiner Kartoffel-Bovist. Ein Stäubling, der seinen mehlig-schwarzen Inhalt in die Gegend stäubt, z. B. wenn man drauftritt. Verursacht Bauchschmerzen und Erbrechen. Aha. Okay. Dann nicht. Weitersuchen.

 

Das nächste Fundstück:

 

Spei-Täubling

 

Ein kleiner Fliegenpilz?! Das ist ja super! Bringt immerhin Glück und Fliegenpilze seien "Steinpilzzeiger" hatte uns unser Exkursionsleiter zuvor erklärt. Juchhu! Steinpilze (und Pfifferlinge) sind schließlich die Traumziele jedes Pilzsammlers!

 

Aber nein. Das kleine Ding ist kein Fliegenpilz, sondern ein Spei-Täubling. Schwachgiftig. Verursacht Brechdurchfälle bis hin zum Koma. 

 

Na wunderbar. Geduldig ging's weiter.

 

Langsam entwickelten wir einen Blick, um zwischen Laub, Moos und Ästen den einen oder anderen Pilz zu entdecken.

 

Waldlichtung, Pilze sammeln, gute Stellen für Pilze, Pilzzeit

 

Ein lichter Mischwald im Frühherbst, nach einigen Tagen Regen... Da MUSS doch...

Da! Ist das braune da hinten rechts nicht...?

 

Und tatsächlich. Ein Pilz!

 

Perlpilz

 

Und zwar ein Perlpilz. Der kann immer wieder anders aussehen, je nachdem wo er steht. Gut durchgegart ist er essbar, aber wohl nicht sehr aromatisch.

 

Ich hab ihn stehen gelassen. Auch weil ich mich nur auf die Pilze konzentrieren möchte, die ich mit der Zeit wirklich gut und zweifelsfrei erkennen kann. 

 

Und dann ging es tatsächlich los. Einer aus der Gruppe fand den ersten Maronen-Röhrling. Kein Steinpilz, mit dem er gerne mal verwechselt wird, aber auch ein sehr guter Speisepilz. Dann jubelte der Nächste und schließlich auch ich:

 

 

Maronen-Röhrling

 

Ein Speisepilz! Und vor allem war mein Fund ein junges Exemplar. Das sind die besten, sagte unser Pilz-Professor. Das Gute beim Maronen-Röhrling: Er kann eigentlich mit keinem giftigen Pilz verwechselt werden. Alle, die ihm einigermaßen ähnlich sind, sind entweder essbar oder nicht, aber nicht giftig. Wie beruhigend. Also mit dem werde ich mich näher befassen. 

 

Offenbar waren wir in einem Maronen-Waldstück angekommen. Ein Sammler kam unserer Gruppe entgegen und hatte den Korb voll mit einer guten Abendmahlzeit. Eine Stunde hätte er dafür gesucht, sagte er. Ein bisschen neidisch bewunderten wir seine Sammlung.

 

Unser Experte meinte allerdings später (und außer Hörweite) trocken: "Typischer Anfängerkorb. Da waren nur zwei gute dabei, die anderen sind viel zu alt. Da kann er das meiste wegschneiden, weil die Maden drin sind." 

 

Mein Gott. Alles nicht so einfach. Also offenbar so nicht: 

 

 

Nachdem wir einige appetitlich-junge Maronen-Röhrlinge gesammelt hatten, führte uns unser Weg in ein sandigeres, wunderschönes Heide-Gebiet und dort fanden wir dann sogar noch Pfifferlinge.

 

Heidelandschaft
Heidekraut

 

Tja, lehrreiche drei Stunden waren es. Neben dem Thema 'Speisepilze' haben wir auch andere interessante Einblicke bekommen, z. B. dass Pilze keine Pflanzen sind. Oder dass das, was über der Erde wächst, nur der Fruchtkörper ist. Der eigentliche Pilz ist viel größer: Ein Geflecht unter der Erde, das sogenannte Myzel.

 

So im Boden versteckt können wir es nicht sehen, aber ein Pilz ist das größte Lebewesen der Erde! Und zwar ist es ein Hallimasch. Der lebt in Oregon, ist 900 Quadratkilometer groß und über 2000 Jahre alt. Wow.

 

Eine andere Geschichte fand ich auch ganz faszinierend: Die sogenannten Schmetterlings-Trameten, die auf Totholz sitzen und die wir schon häufig bei Waldspaziergängen gesehen haben... Die sind zwar nicht essbar, aber sie wurden früher von den Bauersfrauen als Schmuck getragen:

  

 

Ich habe mir einige kleine Trameten abgebrochen. Sie sind fest, trocken und auf der Unterseite weiß. Ich habe sie in meine Blumenpresse gesteckt und werde mal schauen, was ich damit mache. Im Internet fand ich wenig Infos dazu, aber eine Frau hat sie sogar mit Blattgold belegt. Ich denke, ganz natürlich werden sie mir besser gefallen. Auf jeden Fall mache ich was daraus, denn eine Zusatzinfo habe ich ebenfalls im Netz gefunden: In der traditionellen chinesischen Medizin sagt man den Trameten große Heilwirkung nach. Perfekt also für ein Schmuckstück von Bedeutung.

 

Alter Bauernschmuck, traditioneller Schmuck: Schmetterlingstrameten als Naturschmuck

 

Schön, oder?

 

Nun aber zurück zu den Speisepilzen. Weiter unten gibt es ein paar leckere Rezepte für Dich. Aber vorher...

 

 

... möchte ich zum Thema Pilze auch ein paar ernstere Bemerkungen loswerden.

 

Viele Wildpilze wie Pfifferlinge, Steinpilze, Rotkappen oder Morcheln stehen unter Artenschutz und dürfen nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden. Reiße beim Sammeln die Pilze auf keinen Fall aus dem Boden sondern schneide sie ab, damit neue Fruchtkörper nachwachsen können.

 

Bereite bitte nur die Pilze zu, die Du einwandfrei identifizieren kannst.

 

Lagere selbst gesammelte oder gekaufte Pilze nicht, sondern verwende sie frisch - spätestens am nächsten Tag.

 

Allem voran aber ein trauriges Thema, dass leider auch über dreißig Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl noch aktuell ist: Nicht überall in Deutschland sollte man Pilze suchen gehen und auch die im Handel günstig angebotene Ware aus Osteuropa würde ich skeptisch betrachten. Denn in vielen Gebieten sind die Waldböden noch immer verstrahlt. Auf Pilze (und übrigens auch Wildschweinfleisch) aus diesen Regionen sollte man verzichten.

 

Hier ist der Link zu einer Deutschlandkarte von 1986 des Umweltinstituts München, an der Du Dich etwas orientieren kannst. Dass ich vom Ende der Atomkraft träume, brauche ich sicher nicht zu betonen. Informationen zu meinen Herzensthemen Atomausstieg (und Umweltschutz insgesamt) findest Du unter diesen bekannten Links: 

 

www.ausgestrahlt.de

www.utopia.de

www.bund.de

www.greenpeace.de

 

 

Tja. Schwierig. Aber nun geht es optimistisch weiter. Kennst mich ja.

  

'Na klasse', denkst Du jetzt und fragst: Was machen denn die Natur- und Küchenfeen, die in ihrem Gebiet nichts sammeln sollten? Auf dem Markt finden sie ja keine Pfifferlinge und Steinpilze aus Deutschland und bei Ware aus Osteuropa sollen sie auch nicht unbedingt zugreifen...

   

Lösung: Es gibt doch auch Kulturpilze in guter Qualität! Champignons mit dem Bio-Siegel muss man gar nicht lange suchen und auch andere Zuchtpilze findet man. In meinem Lieblingsmarkt von Alnatura gibt es z. B. derzeit frische Shiitake-Pilze und Kräuterseitlinge.

 

 

Und für Experimentierfreudige, denen selbst regional noch zu weit weg ist, habe ich ebenfalls einen Tipp: 

 

Schau mal unter www.pilzgarten.de oder www.pilzmaennchen.de. Dort kannst Du Pilz-Kits für's Züchten zu Hause bestellen. Spannend! Ich selber werde das auf jeden Fall mal ausprobieren. 

 

 

Jetzt aber endlich zu meinen Pilzrezepten. Schließlich wollen wir die Jahreszeit wie immer genussvoll auskosten. Los geht's:

 

Herbstrezept / Pilzrezept / Rezepte mit Pilzen: Marinierte Thymian-Champignons

 

Marinierte Champignons mit Thymian - Rezept für eine kleine Schüssel

 

In einer Tasse 3 EL cremigen Balsamico und 6 durchgedrückte Knoblauchzehen mischen. Beiseite stellen.

Ca. 1 halbe Hand voll (Menge nach Geschmack) frischen Thymian samt der zarten Stiele fein zerhacken. Beiseite stellen.

1,5 Kg frische Champignons ggf. trocken abreiben und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. In mehreren Pfannen (oder portionsweise hintereinander in einer Pfanne) in ausreichend Olivenöl rundum anbraten. Wenn die Pilze eine gute Farbe bekommen haben, den angemischten Balsamico zufügen und gründlich unterrühren. Mit Salz und Pfeffer herzhaft abschmecken.

Die Champignons in eine Schüssel umfüllen und noch heiß den zerhackten Thymian untermengen.

Bis zum Servieren 2 - 3 Stunden durchziehen und abkühlen lassen.

 

Dazu schmeckt Pasta oder frisches Weißbrot.

 

Herbstrezept / Pilzrezept / Rezepte mit Pilzen: Pilzragout mit Semmelknödeln, Rezept mit Kräuterseitlingen

 

Kräuterseitlingsragout mit Semmelknödeln (Rezept für 4 Portionen)

 

Zutaten und Zubereitung für 4 große Semmelknödel:

 

Am Vortag 2 normale Brötchen in Würfel schneiden und ausgebreitet an der Luft trocknen lassen. 

Die getrockneten Brötchenwürfel und 100 g gewürzte Croutons (Fertigprodukt) in eine Schüssel geben.

100 ml Milch kurz aufkochen und heiß über die Würfel gießen. Die Schüssel sofort zudecken.

1/2 Handvoll Petersilie fein hacken. 1 Ei in einem Schüsselchen etwas zerquirlen.

1/2 Zwiebel in Würfel schneiden und zusammen mit 100 g feinen Schinkenwürfeln in 2 EL Öl andünsten.

Zwiebel- und Schinkenwürfel sowie die Petersilie und das Ei zum durchgeweichten Brot fügen, alles mit Salz und Pfeffer würzen und mit den Händen gründlich zu einem Teig verkneten.

In 4 gleiche Stücke teilen und mit feuchten Händen 4 runde Klöße formen. 

 

Zutaten für Semmelknödel

 

Ausreichend Salzwasser in einem größeren Topf zum Kochen bringen, dann herunterschalten. 

Die Klöße ins Wasser setzen und 20 Minuten lang bei kleiner Hitze und ohne Deckel gar ziehen lassen. 

 

In der Zwischenzeit das Pilzragout zubereiten: 

 

400 g Kräuterseitlinge ggf. abbürsten, dann etwas kleinschneiden.

1 kleine Zwiebel fein würfeln.

In einer großen Pfanne 4 EL Butter erhitzen und die Pilze darin rundum anbraten.

In den letzten Minuten die Zwiebelwürfel zufügen.

Wenn die Zwiebeln goldgelb sind, alles mit 400 ml Gemüsebrühe ablöschen und gut 10 Minuten köcheln lassen.

1 Becher Kräuter-Crème fraîche unterrühren und mit Salz, Pfeffer und 1 Prise Zucker abschmecken.

 

Das Pilzragout mit den Semmelknödeln servieren.

 

 

Und zu guter Letzt:

 

Herbstrezept / Pilzrezept / Rezepte mit Pilzen: gefüllte Pfannkuchen mit Shiitake-Pilzen

 

Gefüllte Pfannkuchen mit Shiitake-Pilzen

 

Für 4 Personen - ein einfaches Rezept für die, die es nicht zuu "pilzig" mögen:

 

Einen Teig anrühren aus 2 Eiern, 2 Tassen Mehl, 2 Tassen Milch und 1/2 TL Salz. 

In einer kleinen Pfanne, mit jeweils etwas Öl, bei mittlerer bis starker Hitze hintereinander

8 dünne Pfannkuchen backen. Auf einem Teller stapeln und im Ofen bei 50 °C warmhalten.

 

Beim Backen zwischendurch schon 250 g Shiitake-Pilze fein zerkleinern, 150 g Mini-Salami in dünne Scheiben schneiden und 1 rote Zwiebel würfeln.

In einer großen Pfanne 4 EL Öl erhitzen und die Pilzstückchen rundum anbraten. Die Hitze reduzieren, die Salami zufügen, anschließend die Zwiebelwürfel.

Wenn diese glasig sind, 100 g Maiskörner, 1 EL Oregano und 2 gehäufte EL Tomatenmark gründlich unterrühren.

 

Pro Teller 2 Pfannkuchen mit der Pilzmischung füllen und servieren.

 

Guten Appetit! ♥

 

 

Lindenallee

 

Das war's von mir für heute.

Genieße die Zeit und tue das Richtige! ♥


Zutaten für Semmelknödel

Aufregung und Zuckertüten: Schulanfang

 

Hallo Zurück!!! Wie waren Deine Sommerwochen? Ich hab sie trotz des gemischten Wetters sehr genossen. Du weißt ja: Ich brauche definitiv keine Hitze.

 

Nun, Anfang September, sind wir fast alle aus dem Urlaub zurück. Ein Wochenende noch, dann ruft die Arbeit oder die Schule beginnt wieder.

 

In diesen Tagen finden jetzt allerorten die Einschulungsfeiern für die kleinen Erstklässler statt. Was für ein aufregender Tag für die Jungs und Mädchen! Wie sieht die Lehrerin aus? Wer sitzt denn neben mir? Hat jemand die selbe Schultasche wie ich? Sollen wir schon etwas schreiben? Hat Opa immer noch nicht genug geknipst? Und warum dauert die Rede des Herrn Direktors nur so lange? Nun hat er doch ausreichend über die Zukunft unseres Landes gesprochen. Ich möchte endlich meine Zuckertüte öffnen!

 

 

Die Zuckertüte. Von der Mutter selbst gebastelt oder nach Geschmack des neuen Schülers im Schreibwarenladen ausgewählt und liebevoll befüllt. Wochenlang wurden nützliche, originelle und süße Kleinigkeiten zusammengetragen, bis die Schultüte ordentlich bis oben hin vollgestopft war und nun ein verheißungsvolles Gewicht hat. 

 

 

Geöffnet werden darf sie natürlich erst nach dem feierlichen Einschulungsakt. Zuhause angekommen, wird sie dann endlich ausgeschüttet und der Inhalt bewundert. Oooooooohhhh!!!

 

 

Beim Anblick von Brausetütchen, Lutschern, Schokobällchen, Flummis und Legofigürchen ahnen die Kleinen noch nicht, was "der Ernst des Lebens" wohl ist und dass Schule so viel mehr beinhaltet als Silbenklatschen und Schriftschwungübungen.

 

Gute Eltern sind dann die, die ihr Kind wirklich kennen und ihm helfen, an seinen Stärken und Schwächen zu arbeiten. Sich mit ihm über alles freuen, was gut gelaufen ist und ihm Mut machen, wenn die ersten Hürden auftauchen.

 

 

Aber am Einschulungstag wollen wir nicht schon an Hürden denken, sondern den Tag ausgiebig feiern. Ich finde, am besten passt eine traditionelle, kleine Familienfeier mit nachmittäglicher Kaffeetafel und anschließendem Spaziergang. Den Tag mit einem dollen Ausflug oder gar mit Hüpfburg und Animationen zu begehen halte ich für zu überladen. Die Einschulung selber ist für Sechsjährige doch Event genug, oder?

  

Im nachfolgenden Alltag werden sicher alle Eltern ihre Kinder erst einmal auf dem Schulweg begleiten und üben, wo man besonders aufpassen muss. Ein letztes Winken, dann verschwindet die kleine Person mit dem riesengroßen Ranzen schon mit einem ganzen Schwung Schulkameraden im Eingangstor. So ein schönes Alter!

 

 

Übrigens: Auch für uns Erwachsene kann das neue Schuljahr ein guter Moment sein, sich mal wieder ein wenig weiterzubilden. Die entspannten Sommermonate sind vorbei und nun könntest Du doch ganz aktiv ein paar neue Projekte und Ziele in Angriff nehmen, oder?

 

Beim Durchsehen der Volkshochschul-Programme findest Du zum Beispiel viele inspirierende Kurse, die jetzt im Herbst beginnen und noch nicht ausgebucht sind. Von Aquarellmalerei über Italienisch, Kalligrafie, Pralinen-Workshops, Tango Argentino bis hin zu Qi Gong ist für alle etwas dabei.

 

Ich als Töpfertante kann Dir natürlich vor allem das Arbeiten mit Ton ans Herz legen. Wenn es ein paar Anregungen sein dürfen: meine "Märchenkeramik" kennst Du ja sicher schon.

 

 

Ich wünsche Dir jedenfalls einen guten Start in den Frühherbst. Mach was draus und bis in zwei Wochen! ♥

  


Schön ist die Welt

Burg Katz und Loreley Felsen
Burg Katz und Loreley Felsen

 

Schön ist die Welt. Okay und jetzt? Ach so, Du kennst es gar nicht, dieses alte Volks- und Wanderlied? 

 

Schön ist die Welt, 

drum Brüder, lasst uns reisen, 

wohl in die weite Welt,

wohl in die weite Welt...

 

Also ich muss ja vielleicht nicht jeden Tag Volksmusik hören, aber die alten Lieder aus der "Mundorgel" oder anderen Liedersammlungen haben doch eigentlich genau die Prise "Heile Welt", die wir mehr brauchen könnten als je zuvor, oder?

 

Denk mal an "Hoch auf dem gelben Wagen..." oder "Das Wandern ist des Müller's Lust" usw. "...Felder, Wiesen und Auen, leuchtendes Ährengold..." Duften die Zeilen nicht geradezu nach Klee und Löwenzahn? Hört man nicht förmlich die Holzräder über das Kopfsteinpflaster rollen und sieht man nicht gleich das karierte Bündel am krummen Wanderstab? 

 

 

Ich jedenfalls mag diese Stimmung. Und bin, wie gesagt, fest davon überzeugt, dass es uns sehr gut tun würde: Ein kleines bisschen mehr Einfachheit und Rückbesinnung. Und Heimat.

 

Heimat. DIE war zu Zeiten der alten Volkslieder "die Welt".