Kleine Pause

 

So geht es manchmal. Eigentlich voll im Rhythmus, bringt einen irgendetwas aus dem Takt. Manchmal ist das "irgendwas" nur eine Kleinigkeit, manchmal auch etwas Größeres und da braucht es Zeit, die Dinge zu ordnen und zu regeln.

 

Genau damit bin ich gerade beschäftigt und so macht der Blog eine kleine Pause. Genieße die schöne Frühlingszeit und schau bald wieder rein! ♥


Ostern im Schnee

 

Schnee bedeckt das norddeutsche Tiefland. Weiß, braun, grau - so weit das Auge reicht. Und woran denken wir bei diesem winterlichen Bild? Na? Nun, an Ostern wohl erst nach längerer Bedenkzeit.

 

"Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee" fällt mir dazu ein und dass wir Ostern allerdings auch ziemlich früh feiern dieses Jahr. 

 

 

Dass der Ostertermin beweglich ist, ist einer der vielen Hinweise auf die alte Tradition dieses Festes. Im Jahre 325 beschlossen die Kirchenoberhäupter, Ostern immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond zu feiern. Aha? Klingt sehr naturverbunden, nicht wahr? Feiern nach Sonne- und Mondstand? 

 

Auch über 300 Jahre nach Christi Geburt begingen die Menschen noch überall ihr uraltes Frühlingsfest, rund um die Zeit der Tagundnachtgleiche im März. Man zelebrierte die erwachende Natur und das wiederkehrende Licht und entzündete Feuer, um Frühlings- und Sonnengöttin zu huldigen.

 

Man feierte tief verwurzelt im Rhythmus der Natur und die Kirchenmänner waren clever genug, das neue Auferstehungsfest möglichst passend überzustülpen und die alten Nebenbräuche, wie Feuerräder und gefärbte Eier, weiter zu dulden.  

 

 

Wir können also nicht an jedem Osterfest mit sonnig-trockenem Wetter rechnen. Es herrscht auch einmal Schneematsch, Sturm oder Dauerregen. Aber das finde ich gar nicht so schlimm. Alles, was uns daran erinnert, dass die Natur mächtiger ist als wir, tut uns nur gut. Rückt vielleicht immer wieder einmal den Kopf zurecht.

 

Die Natur lässt sich halt nicht ebenso in Normen pressen, wie die endlosen Reihen lächelnder Fabrik-Schokohasen, die zum Fest den Besitzer wechseln.

  

 

Davon abgesehen, dass wir die perfekte Osterkulisse nicht einfach befehlen können, setzt die Natur derzeit dennoch genügend Frühlingszeichen. Und die finde ich bei jedem Wetter beeindruckend und beglückend.

 

 

Ansonsten machen wir es uns über die Feiertage einfach so angenehm wie möglich. Wir haben frei! Gute Basis! Das lassen wir uns auch von unwirtlichem Wetter nicht vermiesen.

 

Wer einfach ein gemütliches Beisammensein mit Freunden oder Familie geplant hat, ist eh fein raus. Das Programm steht fest. Wir klönen, spielen und genießen wunderbare Feiertagsköstlichkeiten... 

 

 

... Selbst Eierverstecken geht drinnen doch genau so gut. Dieses Jahr veranstalten wir einen Wettbewerb und suchen uns besonders kniffelige Verstecke aus. (Hey. Merk Dir wo die Eier sind. Merk es Dir! Du willst nicht erst nach Jahren das mit Klebeband unter dem Wohnzimmerstuhl befestigte Ding finden...)

 

 

Wer lieber raus und etwas unternehmen wollte, lässt sich seine Laune aber bitte auch nicht nehmen. Dauerniederschlag von morgens bis abends wird es schon nicht geben. Entsprechenden Kleidung angezogen und einfach nicht stoppen lassen. 

 

Neben schönen Outdoor-Touren bietet jede Region auch attraktive Innen-Angebote über Ostern. So viele Menschen arbeiten, damit andere ihren Spaß haben! 

 

Brunch-Lokale, Schwimmbäder, Museen und Theater, Clubs und Kinos... Eigentlich sollte jeder fündig werden. 

 

 

So wünsche ich Dir also richtig schön passende Ostertage. Mach das Allerbeste daraus! ♥

 


Veilchenzeit!

 

Sei wie das Veilchen im Moose, 
bescheiden, sittsam und still... 

 

 

Kennst Du das?

 

In alten Poesiealben gutgläubig und in Schönschrift von unzähligen Mädchengenerationen eingetragen, bevorzugen wir heute doch lieber die "stolze Rose" zu sein. Laut, wenn es sein muss. Und mit Dornen. 

 

 

 

Viola odorata...

 

Die lieblichen kleinen Veilchen nehmen wir uns nicht mehr als Verhaltensvorbilder, sondern erfreuen uns jetzt im März einfach an ihrem Anblick, genießen ihren zarten Duft und kreieren raffinierte Köstlichkeiten aus ihren Blütenblättern.

  

Guter Plan. Aber wie bitte komme ich an Veilchenblüten?  

 

 

Gute Frage. Duftveilchen findet man schließlich nicht an jeder Ecke. Sie bevorzugen halbschattige Standorte, unter Hecken und im lichten Märzwald. Dort bilden sie gerne ganze Teppiche, aber - wie gesagt - erst mal finden.

 

Der Versuch lohnt sich aber. Alleine schon weil es heißt, dass der Glück hat, der im März das erste Veilchen findet. 

 

DAS ist dann also entsprechend das RIESENGLÜCK:

 

 

Aber kein Neid und keine Sorge: Findest Du auch beim ausgedehntesten Spaziergang kein einziges von den duftenden, violetten Blütchen: Es gibt sie auch getrocknet im Kräuterhandel.

 

(Und da essbare Blüten Trend sind, wird man inzwischen sogar in gut sortierten Supermärkten fündig. Meist in Mischungen mit Ringelblumen, Rosen und Borretschblüten - aber immerhin.)

 

 

Sollen es aber frische Blüten sein, z. B. für Eiswürfel oder zum Kandieren, kann man sich anstelle von Duftveilchen auch wunderbar mit ihren hübschen Schwestern, den Hornveilchen behelfen.

 

Allerdings Achtung bitte: Auch hier muss man sich auf die Suche begeben. Denn natürlich sind die mit Kunstdünger hochgepäppelten und gespritzten Zierblumen nicht für die Küche geeignet.

 

Halte also bitte Ausschau nach Bio-Gärtnereien oder/und frage nach Hornveilchen, die als Nahrungsmittel angebaut wurden.

 

 

Manche Gartenbesitzer lächeln vielleicht jetzt zufrieden-mitleidig, weil sie diese Tipps gar nicht nötig haben, sondern schon vor Jahren für einen guten Bestand auf dem eigenen Grund und Boden gesorgt haben. Tja. Alles richtig gemacht, sag ich mal.

 

Wer es bisher versäumt hat, der sollte sich rasch ein mäßig helles und eher feuchtes Eckchen auszugucken und dieses entweder mit Jungpflanzen bestücken oder die romantischen Blümchen aus Samen ziehen. Ein Garten ohne Duftveilchen ist nämlich doch auch gar kein richtiger Garten, oder? 

 

 

Jut. wir sind nun also versorgt. Was machen wir denn jetzt Schönes damit? 

 

Das absolut Allersimpelste: Wir frieren frische Blüten in Eiswürfeln ein, damit wir an den kommenden Frühlingsfeiertagen unseren Sekt oder Wein damit aufpeppen können.

 

Die wenigen Tipps dafür: Sind Dir möglichst klare Eiswürfel wichtig, nimm abgekochtes (und dann natürlich wieder abgekühltes) Wasser oder (auch gut) stilles Mineralwasser. Leg die Blüten kopfüber in die Eiswürfelfächer (oder in eine Mini-Muffins-Form o. a.) und fülle diese zunächst einmal nur halb voll. Ist alles angefroren, gibst Du Wasser bis oben hin dazu. So sind die Blüten am Ende schön in der Mitte. Prost.

 

Idee zur Veilchenzeit - Veilchen in der Küche: Wein oder Sekt mit Veilchen-Eiswürfeln

 

Auch einfach: Frische Blüten kandieren. Es gibt dafür verschiedene Methoden, u. a. das Kandieren mit Sirup. Ich bevorzuge meist die Art mit Eiweiß und Kristallzucker.

 

Idee zur Veilchenzeit - Veilchen in der Küche: Veilchen mit Eiweiß kandieren für Torte mit Veilchen

 

Für 12 Blüten genügt 1 Eiweiß, das Du einmal kurz aufschlägst, und ein Schälchen Zucker.

 

Lass zunächst den Stiel an den Blüten, das hilft Dir, sie kopfüber ins Eiweiß zu tauchen. Mit einem Pinsel drückst Du sie sanft unter und benetzt auch die Rückseite. Dann vorsichtig abtropfen lassen und das überflüssige Eiweiß sanft abschütteln. 

 

Jetzt drehst Du die Blüten um, legst die Blätter wenn nötig wieder zurecht, drückst sie (wieder kopfüber) in den Zucker und überstreust auch die Rückseite. 

 

Aus dem Zucker nehmen, wieder leicht schütteln und dann zum Trocknen einige Stunden auslegen. Das war's.

 

Deine Veilchenblüten, drapiert auf zierlichen Petit-Fours, verführerischen Cupcakes oder einer prächtigen Sahnetorte, sind garantiert der Hingucker auf der festlichen Kaffeetafel!

 

Idee zur Veilchenzeit - Veilchen in der Küche: Veilchen mit Eiweiß kandieren für Torte mit Veilchen

 

Die nächste Idee: Wir stellen Veilchensirup her. Dafür sammelst oder besorgst Du 2 Handvoll frische oder getrocknete Duftveilchenblüten und gibst sie in eine Schüssel. Bring 1 Liter Wasser zum Kochen und übergieße die Blätter damit. Lass das Veilchenwasser abgedeckt über Nacht ziehen.

 

Am nächsten Tag kochst Du Twist-Off-Gläser oder -Flaschen aus und stellst sie kopfüber auf ein sauberes feuchtes Küchentuch.

 

Das aromatisierte und gefärbte Wasser gießt Du durch ein Sieb in einen Kochtopf und fügst
250 g Zucker dazu.

 

Lass diese Mischung unter Rühren aufkochen, fülle den fertigen Veilchensirup kochend heiß in die vorbereiteten Gläser und verschließe sie fest.

 

Lass sie 10 Minuten kopfüber stehen, drehe sie dann um und lasse sie endgültig auskühlen. Der Sirup ist einige Monate haltbar (und - in schönen Schmuckflaschen - auch eine tolle Geschenkidee!).

 

Idee zur Veilchenzeit - Veilchen in der Küche: Rezept für Veilchensirup

 

Mit Veilchensirup kannst Du beispielsweise Sekt verfeinern, einen frühlingshaften Eistee herstellen oder auch Desserts parfümieren - wie diese einfache Frischkäsecreme:

 

Idee zur Veilchenzeit - Veilchen in der Küche: Veilchendessert - Dessert mit Veilchensirup

 

Kühl, frisch und lieblich aromatisiert, passt dieses einfache Dessert auch noch nach einem üppigeren Mahl als süßer Abschluss.

 

Die Zutaten fügst Du einfach in den Standmixer und stellst die dickflüssige Creme bis zum Verzehr kalt. (Übrigens kannst Du frische Bio-Blüten, mit denen Du dekorieren möchtest, auch gut bis zur Verwendung einfrieren - einfach lose nebeneinander. Dann musst Du sie nicht erst, kurz bevor Gäste kommen, besorgen. Stress lass nach.)

 

Die Zutaten pro Person:

 

1 EL Frischkäse, 1 EL Sahne, 1 TL Zucker, 1 TL Veilchenlikör - und eine frische Blüte.

 

 

Also. Nachmachen erwünscht!

 

Duftende Märzwochen, Vogelgezwitscher, erwachende Natur...

Auch wenn es noch knackig kalt ist:

Genieße die Zeit und lass es Dir gut gehen! ♥

 


Frühjahrsmüde? Ganz natürlich nicht

 

Demnächst ist es wieder soweit: Noch geschwächt von der letzten Erkältung begegnen wir der nächsten Herausforderung: Meist zwischen Mitte März und Mitte April jammern viele wegen Frühjahrsmüdigkeit. Sie gehört ganz natürlich zu unserem Jahreslauf, ist aber lästig und wird meistens bestmöglich ignoriert oder auch mit viel Kaffee überdeckt. Hm. Weiß nicht.

 

 

Offenbar spielt bei der Ursache der Frühjahrsmüdigkeit einmal das Hormon Serotonin eine Rolle, das uns über den dunklen Winter langsam ausgeht, während andererseits der Pegel des Schlafhormons Melatonin zu hoch ist.

 

Mit diesem Wissen ist es uns möglich, die Gründe anzugehen, anstatt einfach nur die Auswirkungen zu überdecken. Ursachenbekämpfung ist wie immer die nachhaltigste Methode.

 

Und so lautet der wichtigste Tipp: Licht! Tageslicht! Möglichst viel natürliches Tageslicht, am besten schon in den Vormittagsstunden, ist das Beste, was Du jetzt für Dich tun kannst.

 

 

Dazu: Sauerstoff und Bewegung! Deine Zellen werden gut durchblutet, Dein Kreislauf angeregt.

 

Die logische Verbindung dieser Hinweise? Yep. Tägliche Spaziergänge! Ist ja eh immer wieder mein Tipp des Tages. Weil ich bei Spaziergängen nah an der Natur bin, mich verbunden fühle, den Wechsel der Jahreszeiten mitbekomme und weil sich genau das so gut anfühlt.

 

 

Ansonsten: Was für das ganze Jahr gilt, hilft natürlich auch bei Frühjahrsmüdigkeit: Ausreichend Schlaf, frisches, vollwertiges, abwechslungsreiches Essen, genügend gute Flüssigkeit (Kaffee reduziert Dein Serotonin!), Wechselduschen und genügend Zeit und Aufmerksamkeit für viele schöne Momente - Glücksgefühle lassen den Serotoninspiegel steigen.

 

 

Da es netterweise für jede Phase und Gelegenheit das passende Rezept gibt, habe ich Dir mein Rezept für einen "Gute Laune Salat" mitgebracht. Mit Power-Zutaten, deren Inhaltsstoffe Dein Wohlbefinden richtig pushen.

 

(Du hast keine Augenprobleme. Für dieses Foto hatte ich meine schöne Canon nicht zur Hand, sondern nur ein älteres Handy. Sorry. Auweia.)

 

Trotzdem. Geht los:

 

Avocado, Edamer, Cashewkerne und Weizen, dazu ein Joghurt-Olivenöl-Dressing mit anregender Petersilie und Kurkuma.

 

Sättigend, lecker und wirksam! Das Rezept ist simpel. Als Hauptmahlzeit für 4 Personen:

 

125 g Weizenkörner in Salzwasser weichkochen, in einem Sieb kalt abbrausen und beiseite stellen.

 

500 g Hähnchenbrustfilets kalt abwaschen, trocken tupfen und rundum mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver einreiben und in einer Pfanne in heißem Öl rundum anbraten und durchgaren. 

Aus der Pfanne nehmen und in Scheiben schneiden. 

 

Ein Dressing anrühren aus 300 g Naturjoghurt, 3 EL Olivenöl, 2 EL Weißweinessig, 1 EL Kurkuma, 1 gestrichener TL Salz und 1 gestrichener TL Zucker. Nach Geschmack mit einigen Spritzern Sojasoße und Pfeffer abschmecken. 1 großes Bund fein gehackte Petersilie unterrühren.

 

Ein paar Salatblätter (z. B. Romanasalat) kalt abbrausen und trocken schütteln, eine Salatplatte damit auslegen. 

 

2 reife Avocados schälen, halbieren und in Scheiben schneiden. 

 

Das Fleisch, die Avocadoscheiben, den Weizen, 250 g gestieftelter Edamer und 200 g ungesalzene Cashewkerne anrichten und mit dem Dressing überträufeln.

 

 

Ansonsten: Raus mit Dir!

Wir haben März!

 

Juchhuuuu!!!

 


Valentinstag - voll verliebt - in mich

 

Valentinstag? Natürlich haben wir gestern alles für das heutige "perfekte Diner" eingekauft, selbstredend an Schokoherzen für die Pausendosen der Kids gedacht und selbstverständlich stellen wir heute früh dem GöGa seinen Lieblingswein mit Herzchenband auf den Frühstückstisch. Zarter Hinweis. Blumen besorgen. Wehe wenn nicht, Du! Küsschen. Bin weg.

 

Wir quälen uns durch den Berufsverkehr in die Firma, Liebeslieder im Radio.

Wie immer haben wir ein Herz für die Kollegin, die ja sooo im Stress ist und helfen ihr spontan mit den Reporten, die bis Mittag fertig sein müssen. Wie immer kommen wir zu spät aus dem Büro.

 

Auf dem Nachhauseweg besuchen wir noch rasch unsere alte Tante Helga, telefonieren beim Tanken mit der deprimierten Freundin, die ausgerechnet heute mit ihrem Freund Schluss gemacht hat (zum vierten Mal) und ertragen geduldig die zickige Schnepfe hinter'm Tankstellenverkaufstresen. Super.

 

 

Tja. So ist das. Fleißig, überfleißig, sammeln wir Nachsichts- und Sympathiepunkte. Geben ist schließlich seliger denn Nehmen. Wir kämen gar nicht auf die Idee, uns zu ändern. Ist doch ganz normal sich zu kümmern. Immer.

 

Hm. Jain, sag ich mal.

 

Klar ist es schön und richtig so. Für andere da sein, ein Lächeln bewirken, Wohlbefinden. Allem positiv begegnen. Liebe ist das einzige was sich verdoppelt wenn man es teilt - etc. etc.

 

Da wirst Du von mir auch nie etwas anderes hören. Solange Du genau die selbe Achtsamkeit auch Dir selber schenkst!

 

 

Damit der gute Vorsatz, Dir selber regelmäßig etwas Gutes zu gönnen, funktioniert, gibt es einen simplen Trick. Einer, der sogar funktioniert, wenn Du zu faul, zu erkältet, zu gestresst bist: Schließe Abos ab. Dann werden Dir Deine Wohlfühlmomente aufgezwungen. Genial nicht wahr? Ich meine es ernst:

 

Fahr zum nächsten Blumenhändler (oder suche Dir online einen Lieferdienst) und lasse Dir selber regelmäßig einen kleinen, frischen Strauß der Saison liefern.

 

Du rennst gerade mit einem Berg Wäsche durch's Haus, aus der Küche riecht es irgendwie angebrannt, Du stolperst fast über rumliegende Fußballschuhe und dann klingelt es auch noch an der Haustür. Verdammt. Du öffnest - und:

Ach ja! Blumen. Für DICH! Seufz. Schön. Gute Idee. 

 

 

Und teste doch vielleicht auch einmal ein "Beauty-Box"-Abo. Die werden immer beliebter und es gibt es zum Glück auch Boxen mit Naturkosmetik, vegan und ohne Tierversuche. Ist einfach nett: Denkst an nichts Böses, kommt ein Überraschungspaket mit Lotionen, Seifen, Masken daher.

 

Na, also da MUSST Du Dir doch einfach eine Auszeit im Badezimmer gönnen - egal, wieviel Bügelwäsche da liegt und ob Du Dich eigentlich noch bis in den Feierabend hinein über Deinen Chef aufregen wolltest, diesen blöden, dämlichen... Ach, egal. Jetzt bist DU wichtig!

 

Was man z. B. testen könnte, wäre fairy-box.de oder auch biobox.me.

 

 

Wunderbar als Selbstverwöhnkur sind auch Kultur-Abos geeignet. Bei uns in Hamburg z. B. über www.inkultur.de

 

Wie regelmäßig nimmst Du Dir sonst die Zeit für Konzert oder Theater? Hast Du aber einmal gebucht, gehst Du automatisch über's Jahr verteilt in die Theaterstücke Deiner Wahl, ins Ballett oder Konzert, zu Lesungen oder in Ausstellungen.

 

Live, nicht nur online. Langsam, nicht husch-husch überflogen. Tut garantiert gut!

 

 

Sooo simpel ist das mit der Selbstliebe?! Nun. Natürlich nicht. Aber das sind supereinfache erste kleine Schritte. Oder nette Nebenschrittchen, wenn Du so willst.

 

Ansonsten ist der Weg dahin, sein wahres Ich zu finden und sich selber wirklich anzunehmen, natürlich ein langer Lernprozess.

 

Wenn ich ein Thema am Wickel habe, bringt mir am meisten, erst einmal möglichst viel darüber zu lesen. Die Umsetzung beginnt anschließend fast von alleine, Stück für Stück: Es wird Thema im Gespräch mit der Freundin, ein Kurs wird gebucht, Gedanken werden weitergesponnen auf einem ruhigen Spaziergang oder einer langen Autofahrt, Pläne geschmiedet und umgesetzt etc.

 

Darum ist meine letzte Empfehlung ebenfalls ganz einfach:

 

Koch Dir einen Kaffee oder Tee und fange an zu lesen. Bücher zum Thema gibt es ja endlos. 

 

Einige als Beispiel:

 

Das Sonnenkind Prinzip – Julia Tomuschat

Finde dich gut, sonst findet dich keiner – Paula Lambert

Selbstliebe – Ruediger Dahlke

 

Echte Valentinstagslektüre! 

 

Dass sie Dir hilft, Dich in die richtige Richtung zu bewegen, wünscht Dir Maria ♥

 

 

 


Imbolc - Licht und Reinigung

(Bild:https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Saint_Brigid%27s_cross.jpg)

 

 

Imbolc? Ähm... Nie gehört.

 

Glaube ich Dir gerne. Nicht viele wissen, dass das alte keltische Reinigungs- und Lichtfest Imbolc im Zuge der Christianisierung zu Lichtmess wurde (Lichtmess? Ähm... Nie gehört).

 

Lichtmessbräuche gibt es heute noch in manchen Gegenden, Imbolc wird in seiner alten oder wiederentdeckten Form hierzulande nur selten begangen.

 

Schade, denn das uralte Fest am 02. Februar, dem Tag der Heiligen und Göttin Brigid, der Hüterin des Feuers, ist ein sehr positives Fest mit vielen schönen Themen und Ritualen.

 

Einige von ihnen möchte ich Dir gerne vorstellen und Dich wieder einmal dazu inspirieren, Dich mit unseren alten Traditionen zu beschäftigen. Schließlich sind wir immer was wir waren und die Vergangenheit zu begreifen, das Gute davon in Ehren zu halten, kann uns nur Gewinn sein. 

 

(Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Celtic_expansion.png)

 

 

Reinigung

 

An Reinigungstagen wie diesem, solltest Du zunächst mit Dir selber beginnen. Vielleicht duschst Du nicht einfach nur, sondern nimmst heute lieber ein entspannendes Meersalzbad? Reinigung doppelt-gemoppelt - und alles Negative möge den Abfluss hinuntergespült werden.

 

Eine andere gute Möglichkeit: Plane einen ausgiebigen Saunabesuch ein. Irgendwas hat doch jeder "auszuschwitzen", oder?

 

Der Klassiker zum Reinigen Deiner Räume ist natürlich das Durchputzen und Durchlüften, aber auch das Ausräuchern - vorzugsweise mit Salbei. Ein alter, positiver Brauch! Du kannst dabei die Kräuter auf ein Stück Räucherkohle legen oder Dir ein Räucherstövchen besorgen, bei dem die getrockneten Heilpflanzen in einem Metallsieb über einem Teelicht verglühen. Ist Dir das alles zu aufwendig, lassen sich die Kräuter natürlich auch einfach so in einer feuerfesten Schale anzünden.

 

Wenn Du Gefallen am Ausräuchern findest: Vielleicht planst Du für den nächsten Sommer schon mal ein, Dir aus getrockneten Kräuterzweigen richtige Räucherbündel für den Vorrat zu binden? Hoch lebe die positive Energie!

 

Imbolc-Riutal Ausräuchern - Reiningungsritual - Räuchern mit getrockneten Salbeiblättern

 

Licht und Freude

 

Feuer und Licht ist heute alles. Schön, wenn Du eine Menge weißer Kerzen brennen lässt. Schöner, wenn Du auf der Terrasse einen Feuerkorb bestückst. Wenn schon Imbolc - oder Lichtmess - dieses Jahr auf einen Freitag fällt, dann erkenne auch die perfekte Aufforderung ein paar nette Freunde einzuladen. Auftakt des Besuches bei flackerndem Feuer und vielen leuchtenden Windlichtern, mit Tassen voll heißem Grog oder gewürztem Weißwein. Geht doch!

 

Imbolc, Lichtmess: Weiße Kerzen

 

Erwachende Natur

 

Den Neubeginn, den wir mit Imbolc feiern, symbolisieren am hübschesten die zarten Schneeglöckchen, die Du jetzt im Garten oder beim Blumenhändler findest. Schneeglöckchen oder andere vorgezogene Knollenblumen, auch schon knospende Blütenzweige sind die passende Dekoration für diesen Tag. Bald ist der Vorfrühling da!

 

 

Heil und Schutz

 

Imbolc / Lichtmess fällt genau in die Mitte zwischen Wintersonnenwende und Frühjahrstag-undnachtgleiche. Der Jahreskreis der Natur gab und gibt die Feste den Menschen vor. Und genau so fühlt es sich richtig an. Da kommen "Black Friday" und andere Konsumfeiertage nicht mit.

 

Viele sehnen sich heute wieder nach Verbundenheit mit der Natur, nach uralten Bräuchen und Riten und, ja, viele sehnen sich bewusst oder unbewusst auch wieder nach mehr Spiritualität. 

 

Vielleicht machst Du Dich genau heute auf den Weg? Oder Du bist es längst und nimmst Dir einmal wieder besonders viel Zeit für die Dinge hinter den Dingen? 

 

 

Traditionelle Speisen

 

Kein Festtag ohne besondere Rezepte. Das ist ja klar. Gibt es doch keine schönere Art, Traditionen weiterzutragen. Was wäre Ostern ohne bunte Eier, Weihnachten ohne Stollen? Je älter die Rezepte, desto mehr liebe ich sie. Genau DEN Apfelkuchen zu backen, den schon meine Oma als junge Frau aus dem Kohleofen serviert hat, ist so bedeutsam - was sollte besser schmecken? Auch andere überlieferte historische Rezepte ziehen mich magisch an. Mich fasziniert, wie aus den wenigen einfachen Grundzutaten, die es damals regional und saisonal gab, die tollsten Variationen zubereitet wurden.

 

In den ältesten Zeiten feierte man Imbolc mit einfachem Fladen- oder Pfannenbrot, Butter und Milch.

 

Das Brot frisch gebacken, Butter und Milch von bester Qualität - das ist heute (wieder) Genuss pur. 

 

Haferflocken-Pfannenbrot

 

Immer noch bekannt in einigen Regionen ist Lichtmessgebäck. Zum ersten Mal nach Neujahr schöpft man wieder aus dem Vollen und stellt aus Hefeteig gehaltvolle Krapfen her, die in heißem Fett ausgebacken werden.

 

Aus dem ausgerollten Teig kannst Du Kreise ausstechen, dann erhältst Du die bekannte Berlinerform. Es gehen aber auch alle anderen Arten. Wie wäre es mit Dreiecken oder kleinen, puderzuckerbestäubten Sonnen?

 

Lichtmessgebäck, Imbolc-Rezept, Imbolc-Gebäck
Lichtmessgebäck, Imbolc-Rezept, Imbolc-Gebäck: Ausgebackene Sonnenkrapfen

 

Wenn Du noch mehr Abwechslung haben möchtest, oder Fettgebackenes nicht so liebst, kannst Du aus dem selben Teig auch andere Figuren formen und sie - mit einer Ei-Milch-Glasur bepinselt - im Ofen fertig backen. 

 

Ich habe mich, passend zum heutigen Anlass, für ein süßes Brigidkreuz entschieden:

 

Lichtmessgebäck, Imbolc-Rezept, Imbolc-Gebäck: Gebackenes Brigid-Kreuz

 

(Wenn ich übrigens Fotos von Frischgebackenem machen möchte, muss ich mich jedes Mal höllisch beeilen. Denn wenn meine Lieben heimkommen, sind solche Köstlichkeiten ratz-fatz verschwunden.)

 

Mein Hefeteigrezept für das oben gezeigte Gebäck findest Du hier.

 

Mir bleibt, Dir einen schönen Start in den Februar zu wünschen. Die kältesten Wochen haben wir geschafft und nun lass uns die länger werdenden Tage und die ganz langsam erwachende Natur feiern!

 

Wie dabei das Wetter wird? Wollen wir mal drauf achten. Das sagen die Bauernregeln:

 

 

Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit;
ist es aber klar und hell,
kommt der Lenz wohl nicht so schnell.

 

 

 


Frost und Kälte trotzen

"Ein Dorf im Winter" - Joos de Momper d. J. (1564 - 1635) - Aufnahme Hamburger Kunsthalle
"Ein Dorf im Winter" - Joos de Momper d. J. (1564 - 1635) - Aufnahme Hamburger Kunsthalle

  

Winter. So idyllisch wie oben gezeigt ist es leider echt nicht immer, aber seit ein paar Wochen schon halten wir es tapfer aus. Kälte, Schnee und Nässe haben uns fest im Griff und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Brrrrrrrrrr.

 

Strumpfhosen und dicke Socken, zwei Schals übereinander, fünf Schichten obenrum. Mindestens. Und immer noch ist's verdammt kalt. Zähneklappern.

  

 

Da hilft nur eines: Wenn Wärmflaschen, Fußbäder, Wollmützen, Taschenwärmer und Omas Thermounterwäsche nicht genügen und auch ein netter Urlaub in der Karibik gerade nicht drin ist, müssen wir uns halt zusätzlich von innen aufheizen!

 

 

Denn ständiges Frieren hat ganz oft auch etwas mit unserer Ernährung zu tun. Die meisten ahnen es zwar, beachten es aber trotzdem nicht konsequent: Bei Kälte sollte man kühle Speisen und Getränke meiden und stattdessen auf heißen Tee und warme Gerichte setzen.

 

 

Dabei gibt es einige Kombinationen, die zusätzlich für ihre durchblutungsfördernde und wärmende Wirkung bekannt sind: Ingwer, Knobi, Zwiebeln, Chili, Zimt, Pfeffer und Rosmarin beispielsweise, aber auch viele Gemüsesorten, wie z. B. Grünkohl, Lauch und Kürbis.

 

Gehen wir also mal "in medias res":

 

Hier kommen für Dich zwei schöne Rezepte, die Dich in den kalten Wochen begleiten sollen: Eine wärmende, heilende Gemüsesuppe und eine selbstgemachte Gewürzteemischung. 

Beide kannst Du so oft Du magst zu Dir nehmen. 

 

Also. Legen wir los:

 

Veggie-Power: Veganer Wintereintopf - Rezept für wärmende Wintersuppe, Aufwärmen im Winter, heiße Suppe

 

Für diesen leckeren Wintereintopf bereitest Du folgendes Gemüse vor:

 

(Rezept für 4 Personen)

 

400 g vorgegarte Edelkastanien (Maronen) grob zerhacken, 1 große Zwiebel würfeln, 4 Knoblauchzehen schälen, 1 große Lauchstange kleinschneiden, 2 Fenchelknollen in Stücke schneiden, 1 kleinen Hokkaidokürbis zerteilen, schälen, von der faserigen Mitte und den Kernen befreien und in Würfel schneiden. 

 

Stell Dir noch 1,5 Liter kräftige Gemüsebrühe, Rapsöl, Salz und Pfeffer bereit und dann kannst Du loslegen.

 

2 EL von dem Öl erhitzt Du in einen großen Topf, dünstest darin die Zwiebelwürfel goldgelb an und löschst dann mit der Brühe ab. 

 

Nun die Knoblauchzehen hineinpressen und dann einfach alles Gemüse (außer Maronen und Kürbis!) einfüllen. Aufkochen lassen, dann 10 Minuten weiterköcheln. Nun das Kürbisfleisch zufügen und weitere 6 bis 7 Minuten köcheln lassen. Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und zum Servieren mit den Maronen überstreuen.

 

Veggie-Power!

 

 

Und weiter geht's mit dem Aufwärmprojekt: 

 

Wir mischen uns unseren Gewürztee für diesen Winter selber zusammen. Es wird nicht warm, es wird heiß, Baby! Dafür sorgen Zimt, Ingwer, Nelken, Kardamom und Pfeffer...

 

Tipp gegen die Kälte: Gewürztee selber machen, Kardamomkapseln, Nelken, Ingwer, Zimt und Pfeffer

 

Es geht ganz einfach: 

 

Entscheide Dich, ob Du die Mischung frisch aufbrühen oder für den Vorrat herstellen möchtest, denn dann brauchst Du entweder 1 EL gemahlenen, getrockneten Ingwer oder ein Stück frische Ingwerwurzel (kandierter Ingwer geht auch).

 

Dann gibst Du 2 TL Gewürznelken, 2 TL schwarze Pfefferkörner, 3 Stangen Zimt (schon grob zerschlagen) und 4 EL Kardamomkapseln in den Mörser oder einfach in den Standmixer und stampfst oder mahlst die Gewürze klein.

 

Für eine Vorratsmischung mischst Du das trockene Ingwerpulver unter.

 

Hier siehst Du das Ergebnis: 

 

Tipp gegen die Kälte: Gewürztee selber machen, Kardamomkapseln, Nelken, Ingwer, Zimt und Pfeffer fertig gemahlen

 

Zur Zubereitung nimmst Du 1 TL Gewürze auf 1/4 Liter Wasser, fügst ggf. frischen oder kandierten Ingwer dazu und lässt das Ganze gut 20 Minuten köcheln. 

 

Dabei zieht der starke, köstliche und einladende Duft durch das ganze Haus!

 

 

Gieß Deinen Gewürztee durch ein Sieb und genieße ihn mit etwas Milch und Honig. Es ist... himmlisch! Und scharf. Genau wie wir es wollten.

 

Winterliche Geschenkidee - Gewürztee selber machen für den Vorrat: Kardamomkapseln, Nelken, Ingwer, Zimt und Pfeffer

 

So gewappnet, und dick eingemummelt, kannst Du Dich auch wieder raus trauen und einen langen Winterspaziergang machen. Nimm doch gleich eine Thermoskanne des Supertees mit!

 

Zum Thema "Raus in die Natur" meine neuesten Bilder vom vergangenen Wochenende im wunderschönen, ruhigen Arboretum in Ellerhoop:

 

Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop - Sumpfzypresse
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop
Winterspaziergang im Arboretum Ellerhoop

 

Für heute mummelig-warme Grüße aus Norddeutschland, Deine Maria ♥


 

 

Pflugmontag - Aufräumen 2.0

 

Spätestens nach dem Dreikönigstag am 6. Januar schmeißen selbst die hartgesottetsten Weihnachtsfans die Tanne auf den Haufen. Wird ja sonst auch nicht mehr mitgenommen.

 

Verstaut werden auch all die Dekorationen, mit denen wir die Jahreswechselfeste stimmungsvoll gestaltet haben. Und nun sehen wir geklärt nach vorne. Tun wir doch, oder?

 

Oder rennen wir einfach weiter? Zum nächsten Event. Zur nächsten Shopping-Orgie. Schnell. Viel. Los jetzt. Keine Atempause.

 

Bloß nicht, bitte. Lass diese Zeit des Neubeginns inmitten des ruhigen Winters nicht ungenutzt, sondern halt mal an. LEIDER ist damit aber nicht einfach Rumlümmeln auf dem Sofa gemeint. Nein. Wir machen leer. Aktiv. Wir stoppen. Den Wahnsinn.

 

 

Es gibt einfach keine besseren Wochen, als in Haus und Kopf mal wieder alles zu bereinigen. Das wussten auch schon die alten Generationen, die noch im Rhythmus des Jahreslaufes gelebt haben. (Wie gesund!) Am Montag nach Dreikönig, dem "Pflugtag", ging es los, das große Flicken und Aufräumen. 

 

 

Geh also durch. Nimm Dir Raum für Raum und Schrank für Schrank vor, entrümpele, schaffe Dir Überblick, befreie Dich und dann plane neu!

 

Die meisten von uns sind überladen, schleppen viel zu viel Ballast mit sich herum, häufen viel zu viel an...

 

Geh den umgekehrten Weg! Lass los, befreie Dich, atme durch und drehe Dein Leben auf einen angemesseneren Level zurück. Es wird sich so gut und passend anfühlen wie ewig nicht mehr und sehr viele positive Energien freisetzen. Glaube mir.

 

 

Denn nach dem Aufräumen geht es erst richtig los.

 

Trenne Dich von noch mehr Dingen. Nimm alles in die Hand und hinterfrage seinen Sinn. Brauchst Du es wirklich oder kann man es verkaufen oder verschenken?

 

Nimm Dir Zeit. Mach es gründlich.

  

Mülle Dich anschließend nicht wieder zu. Frage Dich bei allen Neuanschaffungen, ob Du sie wirklich benötigst. Beschäftige Dich damit, woher sie kommen, auf welche Weise sie produziert wurden. Qualität vor Quantität. Handgefertigt vor Massenware. Fair und ökologisch sowieso bitte. Mach Dir klar, welche Auswirkungen unsere Überflussgesellschaft wirklich hat und ändere die Welt, indem Du Dich änderst.

 

  

Befreie Dich weiter. Es geht nicht nur um Klamotten oder Dekokrempel, nicht nur um unsere kollektive Kaufsucht.

 

Viel mehr ist kaputt gegangen in den letzten Jahrzehnten, in denen sich Konsum als die neue Religion etabliert hat. Alles einfach übertrieben. Alles nicht mehr normal...

 

Also frage Dich: Zu viele Verpflichtungen? Abhängigkeiten? Zu viel Tempo? Zu viel Stress?

Konzentriere Dich auf das Wesentliche. Begegne anderen Menschen und Dir selber mit Achtsamkeit. Triff Menschen offline, erlebe Momente pur anstatt Dich dauerberieseln zu lassen.

 

Geh zu Fuß. Erlebe die Natur. 

 

 

DAS ist ein "Frohes neues Jahr": Stelle dich bewusst gegen die moderne Konsumorientierung, die jedes natürliche Maß verloren hat und uns immer weiter wegtreibt von einer gesunden Basis. Stelle Dich dagegen. Mit Deinen nackten Füßen auf dem Boden. Werde gesund. 

 

 

So fang es an, das Jahr 2018. Lass es zu einem Jahr der Veränderung werden. Finde, erhalte und pflege den Kontakt zur Natur. Lebe einfach. Lebe gemäßigt. Lebe regional. Lebe saisonal. Gestalte sie mit, die neue Gesellschaft, die guten neuen Zeiten! 

 


Silvestergruß

(Rauhnachtskalender von www.diekraeuterwerkstatt.de)

 

 

Ein ganz gemischtes Jahr geht zu Ende. Und ein persönlich sehr spannendes.

Viele alte, wiederentdeckte und neue Themen inspirieren mich und ich freue mich schon darauf, sie auch 2018 in diesem Blog mit Euch zu teilen. 

  

Ich bedanke mich für 2600 Besuche im Jahr 2017 und hoffe sehr, Ihr schaut mal wieder rein. Und gebt mir sehr gerne Eure Rückmeldungen: Wovon darf es mehr sein? Was kann dazu kommen? Was braucht kein Mensch?

 

Wie auch immer, wünsche ich allen einen guten Rutsch, viele erfreuliche Glückskeks-Botschaften, erhellende Rauhnachtsträume und ein wunderschönes gesundes neues Jahr!

 

Hier geht es weiter am 8. Januar...

 


Kleine Weihnachtswelt 1840

 

Und noch einmal in diesem Dezember schwelge ich in Historie. Heute nehme ich Dich mit in das großbürgerliche Hamburger Stadthaus des Kaufmanns Ludwig Schrader. (Störe Dich nicht daran, dass der gute Ludwig nicht viel mehr als acht Zentimeter misst.)

 

Es ist der 24. Dezember 1840. Draußen hatte es den ganzen Tag geschneit und in ihren gemütlichen Privaträumen hatte die Familie die Stunden bis zum Kirchgang mit dem Lesen im alten, dicken Geschichtenbuch verbracht... 

 

 

Nach dem feierlichen Abendgottesdienst in Sankt Michaelis hat man sich nun ins kleine Kaminzimmer zurückgezogen. Warm und heimelig ist es hier. Das Feuer prasselt, einer der Diener hat den Tee serviert und der Hausherr die Kerzen am Weihnachtsbaum entzündet.

  

Endlich ist Bescherung!

 

 

Die Töchterchen Clara und Auguste können ihr Glück kaum fassen: So viel neues Spielzeug! Und eine neue Puppe! Und ein Schlitten!!!

  

Nur der alte Teddybär sitzt derweil traurig und unbeachtet in der Ecke. 'Ob mich die Mädchen wohl noch liebhaben?', scheint er sich zu fragen.

 

 

Auch Ludwigs Frau Amalia wird mit einem hübsch verpackten Geschenk bedacht. Sie ist schon ganz gespannt, was sich ihr lieber Mann ausgedacht hat. 

 

  

Amalia ist wieder guter Hoffnung und Ludwig Schrader freut sich, dass die Familie weiter wächst. Fünf Kinder sollten es schon werden. Das wäre eine respektable Anzahl! Und wer weiß? So Gott will, wird ihnen vielleicht dieses Mal der ersehnte Stammhalter geboren.

 

Während oben alle traulich beisammen sitzen, bereitet die Köchin mit zwei Mägden im Souterrain eifrig das Festmahl für die Herrschaft vor.  

 

 

Emsig werden Pasteten hergerichtet, Bouillon und feinste Soßen geköchelt, allerlei Gemüse gegart. Gebratene Täubchen und Kalbsrücken werden auf silbernen Platten drapiert, Schmalgebackenes, Weingelee und Schokoladencreme fertiggestellt.

 

In einer Stunde etwa wird sich die Familie ins Speisezimmer begeben und die Dienstbotenklingel ziehen. Bis dahin muss alles fertig sein!

 

 

Und dann wird auch unten in der Küche endlich gefeiert. Mit seinem Einkommen von meist mehr als 20.000 Talern in jedem Monat, kann Herr Schrader seinen Bediensteten gegenüber großzügig sein. An Weihnachten gönnt er ihnen ebenfalls Braten, Kuchen und reichlich vom guten Wein.

 

Der Speiseraum darf später bleiben wie er ist. Zum Aufräumen ist noch am nächsten Morgen Zeit. Heute abend soll niemand mehr arbeiten, denn es ist Heilige Nacht in meiner kleinen alten Puppenstube.

 

 

Tja. So ungefähr war es vielleicht bei den Hanseaten des 19. Jahrhunderts. Nun ja - jedenfalls bei denen, die Geld hatten...

 

Diese Heileminiaturweltohnesorgengeschichte war mein diesjähriger Weihnachtsgruß für Dich. Und mit dem abschließenden Gedicht von Rainer Maria Rilke wünsche ich Dir köstliche, fröhliche und stimmungsvolle Feiertage. Lass es Dir gut gehen! ♥

 

 

 

 

Advent

 

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt wie balde
sie fromm und lichterheilig wird.
Und lauscht hinaus: den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

 

 

(Rainer Maria Rilke)

 

 

 

 


Historischer Weihnachtsmarkt

 

Weihnachtszeit, Zeit der Adventstreffen, Firmenfeiern und Marktbesuche. Alle haben ihre Räume und Vorgärten geschmückt - natürlich jeder ganz nach seinem Geschmack. Für manche müssen es batteriebetriebene Plastiknikoläuse, pinkfarbene Kunsttannen und schrillbunte LED-Engelchen sein. Warum nicht, sag ich mal. Allerdings wird mir selber da eher graulich als traulich zumute.

 

Ich mag halt alte Eisenleuchter, Bienenwachskerzen, grobe Holzsterne und dergleichen. Du weißt schon: Handgefertigtes, Natürliches, Einfaches - wie aus alten Tagen.

 

So habe ich mich auf meinen ersten Weihnachtsmarktbummel in diesem Jahr ganz besonders gefreut, denn mit zwei lieben Freundinnen bin ich zum historischen Markttreiben nach Lüneburg gefahren. Die meisten Weihnachtsmärkte sind ja eh schon recht stimmungsvoll und einladend. Lieblos organisierte Budenzeilen findet man zum Glück selten. Aber es gibt eben auch ganz besondere Highlights unter den Märkten und der in der mittelalterlichen Altstadt Lüneburgs gehört definitiv dazu. 

 

Lüneburg

 

Er findet rund um die im 14. Jahrhundert erbaute Michaeliskirche statt und wird von Anwohnern der Altstadt ehrenamtlich ausgerichtet - die Einnahmen fließen in den Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude. 

 

Wir sind gespannt und finden: Schon der Gang zur Veranstaltung ist ein Genuss...

 

Lüneburger Altstadt

 

Angekommen, fällt erst einmal wohltuend auf, dass es weder die übliche "stimmungsfördernde" Beschallung gibt, noch neuzeit-festliches Dauergeblinke. Elektrisches Licht ist tabu, denn die Besucher sollen mit allen Sinnen in die Zeit der Renaissance geführt werden.

 

Vorbei an Torwächtern und "Stattwache" tauchen wir ein ins spätmittelalterliche Getümmel.

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Stattwache

 

Es ist einfach herrlich: Kein Kunststoff, kein Fastfood, sondern Waren und Köstlichkeiten, wie es sie auch schon im 15. Jahrhundert auf einem winterlichen Markt gab. 

 

Frisch geröstete Maronen...

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Heiße Maronen

 

... Kessel mit aromatischer Fliederbeersuppe...

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt

 

... und leckere Blöcke mit Marzipan und Nougat:

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Marzipan

 

Jeder der aus urigen Holzstangen und Leinenplanen gebauten Stände ist liebevoll mit Holzkisten und Jutedecken dekoriert und alle Händler sind stilecht gekleidet.

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Bäckersfrau

 

Wir schlendern vorbei an einer Harfenspielerin, an Honigständen, Töpferwaren und Geschmiedetem und stärken uns zwischendurch mit Urbrot für 2 Taler und einem Becher heißem Met für 2,50.

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Heißer Met

 

Und immer wieder lassen sich kleine Geschenke und Mitbringsel finden: Würziger Heidehonig, Bienenwachskerzen, Trinkhörner, Spitztüten mit Dörrobst...

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Spitztüten
Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Trinkhörner

 

... daneben weiter viel Herzhaftes, wie Ziegenkäsespezialitäten, Sauerkrautbrot oder geräucherte Dauerwurst.

 

 

Auf den Kirchentreppen zwei Flötenspielerinnen, sehr nettes Publikum, tolle Stimmung... Wir sind schwer begeistert und das liegt nicht nur am heißen Met.  

 

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Alter Karren
Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt - Kupfertopf und Windlicht

 

Im Dunkeln verlassen wir den Markt - glücklich und verzaubert von dieser wunderschönen Zeitreise. Zum Glück gibt uns der Gang durch die hübschen Altstadtgassen noch ein wenig Zeit, uns wieder an 2017 zu gewöhnen.

 

Lüneburger Altstadt bei Nacht

 

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig von der besonderen Stimmung vermitteln. 

Wenn Du auch Lust bekommen hast, diesen Lüneburger Weihnachtsmarkt zu besuchen, ist hier ein Link für Dich:

 

www.alaev-lueneburg.de

 

Weitere mittelalterliche Weihnachtsmärkte oder Märkte auf Burgen und in Schlössern in ganz Deutschland kannst Du Dir z. B. hier heraussuchen:

 

www.deutsche-weihnachtsmaerkte.de oder

 

www.weihnachtsmarktdeutschland.de

 

Sicher findest Du auch in Deiner Nähe Veranstaltungen, deren Besuch sich lohnt.

 

 

Träume von wahrer Gemütlichkeit, von Natürlichkeit, von Wertschätzung...

Nimm ein wenig davon mit in Deinen Alltag. ♥


Weihnachtsgeschenke aus der Küche

 

Ende November. Die Adventszeit naht...

 

In diesen Tagen führt mich mein Weg wieder einmal zum Floristen. Der Kranz für die Haustür kann nun angebracht werden, Tannenzweige brauche ich reichlich als grünen Schmuck für draußen und drinnen und unsere Fensterbänke bestücke ich ganz traditionell mit Weihnachtssternen und Christrosen. 

 

 

Kisten mit den ersten Adventsdekorationen werden aus dem Keller geholt und jedes Jahr freue ich mich, die liebgewonnenen Holzhäuschen und Leinenwichtel wiederzusehen. Spätestens beim Blättern in unserem schönen alten Weihnachtsbuch werde ich dann so langsam in die richtige Stimmung versetzt.

 

 

So motiviert, mache ich mir Gedanken, mit welchen selbstgemachten Geschenken ich wohl dieses Jahr Tanten, Freunden oder Nachbarn eine Freude bereiten könnte.

 

"Homemade" ist Trend und das zu Recht. Kein Verschieben von noch so originellen Dingen in den Amazon-Warenkorb kann es ersetzen: Die Zeit und die Liebe, die in jedem Löffel selbstgeköchelter Marmelade steckt. 

 

Außerdem sind Geschenke aus der Küche perfekt für die, die schon "alles" haben oder deren kleine Wünsche man nicht kennt. Meist hat man doch ein gutes Gefühl dafür, wer derlei Handgefertigtes zu schätzen weiß.

 

Legen wir also los! Meine Ideen sind wie immer völlig unkompliziert.

 

Erster Vorschlag: Aromatischer Sirup in zwei oder mehr Varianten...

 

Küchengeschenk-Idee: Rezept oder Anleitung für aromatischen selbstgemachten Sirup

 

Wir bereiten Vanille-Sirup und Kräuter-Zimt-Sirup zu und Du wirst sehen: Aus dem simplen Grundrezept kannst Du auch gleich noch eigene Ideen weiterentwickeln. Der Sirup eignet sich zum Aromatisieren von Kaffee und Tee, für Obstsalat oder Cocktails uvm. und er ist ca. 1/2 Jahr lang haltbar.

 

Einfache, natürliche Zutaten - Hier findest Du das Rezept.

 

 

Die zweite Idee ist ebenfalls kinderleicht: Du rührst aus Dinkelvollkornmehl, Backpulver, Brotgewürzen u.a. eine Fertigbackmischung für leckere Quarkbrötchen an.

 

Küchengeschenk-Idee: Backmischung für Quarkbrötchen - Rezept für schnelle Quarkbrötchen

 

Diese Mischung füllst Du in eine Papiertüte, die Du vorher mit dem Rezept plus Foto der fertigen Brötchen beklebst und fertig ist Dein Mitbringsel.

 

Rezept für Quarkbrötchen

 

Die Anleitung für Dich und die fertige Rezept-Vorlage für die Papiertüte findest Du hier.

 

 

Der dritte Tipp wird sicher auch gut ankommen. Bruchschokolade aus eigener Herstellung. Viel benötigst Du nicht dafür: Kuvertüre, ein paar Gewürze und Nüsse. Auch hier wirst Du sehen: Hast Du einmal das Rezept probiert, kannst Du es ganz einfach nach Lust und Laune abwandeln. 

 

Ich habe geschmolzene weiße Kuvertüre, Orangenschale, Ingwer, Pistazien und Pinienkerne genommen, alles in eine flache Form gefüllt...

 

 

... und so sieht das Ergebnis aus:

 

Geschenk aus der Küche - Küchengeschenk-Idee: Selbstgemachte Bruchschokolade

 

Wie es genau gemacht wird, erfährst Du hier.

 

 

Konnte ich Dich überzeugen, dieses Mal zumindest einen Teil Deiner Geschenke selber herzustellen? Dann stöbere doch gerne auch in meinen früheren Rezepten. 

 

Dörrobstlikör, Pomelogelee, Backpflaumenmus, Rumrosinen und andere gibt es hier.

 

Wenn Du oben schon auf die Links für Sirup, Backmischung und Schokolade geklickt hast, hast Du sie bereits entdeckt: Kräutergebäck, Sahnebonbons, Gewürzsalze, Orangenpuderzucker, herzhafte Knabbermandeln und andere... Ansonsten ist dafür hier noch Mal der Link.

 

Ganz viel Spaß beim Nachmachen! ♥

 

 

Fang rechtzeitig an mit all Deinen Vorbereitungen, dann bleibt Dir in den Dezemberwochen mehr Zeit für stimmungsvolle Gänge über den Weihnachtsmarkt, nette Treffen mit Freunden oder festliche Theaterbesuche.

 

 

Zum Abschluss für heute noch zwei Leserinnenfotos von Klea aus der Eifel, die ich gerne hier anhänge. Vielen Dank, liebe Klea!

 


Zur Besinnung kommen: Novemberruhe

 

November. Ich bin so dankbar für diesen Monat im Jahreslauf. Nach Herbstfeuerwerk und vor Adventsglitzer Ruhe für die Augen, Ruhe für den Kopf. Ich verstehe wirklich nicht, was an trübe, reduziert und still verkehrt sein sollte - zumindest zwischendurch. Atem holen, die Füße auf den Boden bekommen, sich sortieren... ist doch in diesen verrückten, schnelllebigen Zeiten nötiger als jemals zuvor, oder etwa nicht?  

 

November Stimmung / November Meditation - Tonkugel mit Spirale

 

Darum lasse ich mich jedes Jahr ganz auf die Novemberbotschaft ein und versuche möglichst oft und möglichst bewusst zur Ruhe und zur Besinnung zu kommen. 

 

November Stimmung / November Meditation - Welkes Eichenblatt

 

Gerade gestern habe ich z. B. einen ruhigen Gang gemacht - über unseren Friedhof.

 

Mir gibt die Atmosphäre dort so viel. Erst schaut man nur, sieht sich die unterschiedlich gestalteten Gräber an, die Inschriften, das Grün, dann beginnt man nachzudenken.

 

Unweigerlich. Kommt von denen die da ruhen zu sich selber, zu seinem eigenen Leben. Fragt sich: Was bleibt? Fragt sich: Was ist vor dem Ende das Allerwichtigste? Und schon verstehst Du, wie wertvoll dies ist.

 

November Stimmung / November Meditation - Birkenstamm

 

Aus diesen Gedanken kannst Du so viel positive Kraft für Deine Ziele bekommen!

 

Natürlich komme ich nicht euphorisch zurück von einem solchen Spaziergang, sondern ganz leise. Und auch ein wenig demütig. Schadet aber wahrhaftig nicht.

 

November Stimmung / November Meditation - Verblühte Hortensie

 

Auch Spaziergänge durch Parks und Wälder sind wohltuend.

 

Bitte ohne Kopfhörer. Und gerne ohne Begleitung.

 

Setz Dich zwischendurch auf eine Bank und schau ganz still. Lass Deine Gedanken schweifen - und zur Ruhe kommen.

 

November Stimmung / November Meditation - Stein

 

Eine andere gute Möglichkeit ist Meditation. Eine bekannte Art ist beispielsweise die Konzentration auf den eigenen Atem oder/und auf ein imaginiertes Bild, bis sich Gedanken und Geist vollkommen beruhigen. Falls Du noch nie meditiert hast, ist vielleicht der November die richtige Zeit, um diese Technik zu erlernen und regelmäßig zu praktizieren. Die guten Auswirkungen sind ja längst erwiesen.

 

Wenn Du nicht einfach alleine beginnen möchtest, schließe Dich doch einer Gruppe an. Finde heraus, ob die Volkshochschule in Deiner Nähe Kurse anbietet oder wo sich das nächste Meditationszentrum befindet.

 

 

Der letzte Tipp zu diesem Thema: Auch viele Klöster bieten regelmäßig Besinnungstage an.

 

Die Teilnahme wäre ein wirklich schönes und sinnvolles Geschenk an Dich selber.

 

Friedliche Tage in inspirierender Atmosphäre, Zeit für Dich selber, Zeit für gute Gespräche, Urlaub für Geist und Seele...

 

 

Vielleicht helfen solche November-Auszeiten Dir auch dabei Deinen ganzen Alltag bewusster, entschleunigter, geerdeter und einfacher zu gestalten?

 

Ein lohnenswertes Ziel, wie ich meine. Denn dann lässt man sich vom allgegenwärtigen Überangebot nicht mehr überfluten, sondern konzentriert sich vielmehr auf das Wesentliche, Positive, Nachhaltige.

 

November Stimmung / November Meditation - gefallenes Eichenlaub

 

Sei bei Dir. Gib Dir Zeit. Ordne Dich.

Finde Deine Aufgaben.

Bündel Deine Energie.

 

Und dann bewege die Welt.

 

 

 

 

 


So langsam igeln wir uns ein

 

Spätherbst. Es ist kühl, feucht und schon viel dunkler. Und auch wenn in der Nacht auf Sonntag die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden: Das bisschen mehr Licht am Morgen bezahlen wir natürlich mit früherer Dunkelheit am Abend. 

 

Wir frösteln, müssen Berge an Laub vor der Einfahrt zusammenrechen, der trübe November steht vor der Tür und die erste Erkältungswelle rollt auch schon an.

 

'Ich hasse es' denkst Du Dir und rechnest schon zusammen, ob nicht spontan noch ein paar Tage Südspanien drin sind vor Weihnachten. Klar. Kann man machen. Aber doch nicht als Flucht vor unserem Jahreslauf. Den sollten wir annehmen wie er ist, finde ich. Und vielleicht sollten wir auch die Botschaft dahinter verstehen lernen. Wachsen, blühen, reifen und auch wieder vergehen ist der Kreislauf jedes Lebens. Hoffentlich.

 

Im Übrigen haben doch gerade diese Tag des Übergangs vom Herbst zum Winter so viel Schönes an sich. Der Sommer ist vorbei, der Weihnachtstrubel hat noch nicht begonnen. Jetzt ist es an der Zeit sich richtig schön einzuigeln!

 

 

Das Erste auf der Spätherbst-Liste: Du kramst alles an Windlichtern, Kerzen und Lichterketten hervor, was Du findest - gerne darf die Sammlung auch noch aufgestockt werden. Kleine Tischleuchten, dicke Standkerzen, viele Teelichter. Je mehr desto besser. Schon ist alles viel stimmungsvoller, oder?

 

 

Als Nächstes brauchst Du Decken und Kissen. Ist ja klar. Hast Du genügend Decken und Plaids, auch für Deine Besucher? Und sind sie noch zeitgemäß oder kann man das eine oder andere Schätzchen aufpeppen oder durch ein neues gutes Stück ersetzen?

 

Und die Kissen? Es müssen nicht nur diese kleinen klassischen Kissen auf Deinem Sofa rumliegen. Zusätzlich ein richtiges 80 x 80 cm Kopfkissen mit Federfüllung ist doch viel kuscheliger! Natürlich steckst Du das nicht einfach in eines Deiner Schlafzimmerkissenbezüge, sondern Du besorgst Dir einen Meter vom edelsten Dekostoff, den Du auftreiben kannst und nähst Dir einen zum Raum passenden Hingucker. 

 

 

Nun wird es noch netter: Jetzt darfst Du Dich ausgiebigst mit Büchern und Filmen befassen und Dir Deine Herbst/Winter-Listen zusammenstellen. Ist genehmigt. Leg los.

 

Ein paar Bücher-Stöber-Vorschläge: 

 

http://missfoxyreads.blogspot.de/

 

https://querleserin.blogspot.de/

 

https://dasgrauesofa.com/

 

https://leseschatz.com/

 

http://www.zeilenspruenge.de/

 

Ich selber gehe am liebsten in Buchläden, gerne auch in Antiquariate oder auf Bücherflohmärkte. Ich lese kaum E-Books, möchte Papier umblättern, ein schönes Lesezeichen benutzen und treffe meine Auswahl auf dem Lesesofa im Laden...

  

 

Für's Thema Filme brauchst Du sicher keine Starthilfe, nicht wahr? Die einschlägigen Adressen sind sicher hinlänglich bekannt: maxdome.de, filmstarts.de, moviepilot.de, kino.de uvm.

 

Such Dir möglichst "Wohlfühlfilme" aus, gerne mit Tiefgang. Und/oder mit GUTEM Humor.

 

Okay. Wir haben stimmungsvolle Kerzen und Lämpchen, kuschelige Kissen und Decken, eine feine Auswahl an Filmen und Büchern... Immer noch muffelig weil wir bald Winter haben?

 

 

Gut, dann kramen wir jetzt mal die gesamten restlichen Winterwonnewohlfühltipps zusammen und dann sollte bei Dir aber langsam geradezu Genusszwang herrschen.

 

Hier ist Deine Liste:

 

 

♥ die Wärmflasche herauskramen

 

♥ dicke Wollsocken stricken

 

♥ eigene Kräuter- und Gewürz-Teemischungen herstellen

 

♥ im Vollbad mit Lavendelmilch langsam aufweichen

 

♥ Honigraritäten ausprobieren

 

♥ eine große Packung Ingwerkonfekt kaufen

 

♥ in Farben schwelgen und mal wieder malen

 

♥ eine Plätzchenbackparty planen

 

♥ den ersten Punsch mit Lebkuchen genießen

 

♥ einen Spieleabend organisieren

 

♥ das gute alte Aromalämpchen anwerfen

 

♥ ein neues Bratapfelrezept ausprobieren

 

♥ eine mobile Massage nach Hause buchen

 

♥ die Lieblingsgerichte der Kindheit nachkochen

 

♥ zum Wintermarmeladeneinkochen einladen

 

♥ einen Märchenerzähler anheuern

 

♥ loslassen, entschleunigen, entspannen, entwichtigen

 

♥ Liste beliebig erweitern

 

 

 

Ich nenne es also noch einigeln, aber das Ganze ist unter Stichworten wie "Hygge" oder "Cocooning" längst Trend. Mach mit! Für die "neue Heimeligkeit" gibt es keine bessere Jahreszeit!

 

Ich wünsche Dir grundgemütliche Wochen mit Dir selber und denen, die Dir wichtig sind. 

 


Herbstspaziergang

 

Goldener Oktober. Diese Zeit hat einen so besonderen Zauber. So schön. Und so melancholisch. Farben und Tempo reduziert. Ich mag das einfach sehr.

 

Heute scheint die Sonne und wir wollen uns aufmachen zu einem ausgiebigen Spaziergang auf dem Land. Wollen die Sonne im Gesicht spüren und den leichten Wind im Haar. Wollen über ein paar Gartenzäune schauen und in den weiten Himmel über uns...

 

Heute gibt es von mir nur das. Aber auch nicht weniger. Ich nehme Dich mit auf meinem Herbstspaziergang...

 

 

Manche Staudenbeete haben ihre sommerliche Pracht gegen ein wunderschönes, schon leicht morbides Herbstbild eingetauscht. Aber auch solche, die erst jetzt ihren größten Auftritt haben, finden wir: Die Astern leuchten üppig violett unter dem golden gefärbten Laub der Bäume und Büsche...

 

 

... und auch die Fetthenne steht erst jetzt in voller Blüte:

 

 

An den Hortensien haben wir uns schon den ganzen Sommer über erfreut und bewundern nun, wie sie langsam ihre Farbe wechseln. Stehen sie in unserem eigenen Garten, können wir uns ein paar Blütenbälle abschneiden, damit sie in einer Schale noch lange den Raum schmücken.

 

 

Weiter gehen wir und betrachten die alten Bauernhäuser mit ihren knorrigen Obstbäumen auf der Wiese davor. Manche sind noch nicht abgeerntet worden und Äpfel leuchten uns prall entgegen.

 

 

Der Kastanienbaum verliert langsam seine Blätter und eine kleine Raupe freut sich über das grüne Futter:

 

 

Die Kastanien selber haben die Kinder längst aufgesammelt. Zurück bleiben die leeren Hüllen, aber auch die geben noch ein stimmungsvolles Stilleben ab:

 

 

Herbstgefühl pur. Langsam laufen wir über die alte Straße hinaus aus dem Dorf.

 

 

Rechts stehen Weißdornbüsche mit ihren reifen roten Früchten...

 

 

... und links finden wir Schneebeeren. "Knallerbsen" haben wir die als Kinder immer genannt und die weißen Bällchen auf dem Bürgersteig zerplatzen lassen.

 

 

Und weiter geht unser Spaziergang. Schwarze Krähen hocken auf dem Stoppelfeld, Vogelschwärme sammeln sich und der Mais ist nun kurz vor der Ernte.

 

 

Erst nach Stunden beenden wir unseren Rundweg. Himmel getankt. Farben aufgesaugt. Gedanken geordnet.

 

 

Zurück daheim kommt schließlich fast das Schönste: Frisch durchgepustet machen wir es uns mit Tee und Decke so richtig gemütlich.

 

Das echte Gefühl gibt es natürlich nicht virtuell. Vielleicht konnte ich Dich ein wenig inspirieren, aber rausgehen tust Du nun bitte selber. Es ist Wochenende und im ganzen Land ist stabiles, trockenes Wetter angesagt. Lass es Dir nicht entgehen!

 

 

Verabschieden möchte ich mich für heute wieder einmal mit einem Gedicht.

 

Bis in vierzehn Tagen. Lebe langsam und schau Dich um! ♥ 

 

 

Herbstbild
(Christian Friedrich Hebbel, 1852)

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

 

(Quelle: http://www.literaturwelt.com/werke/hebbel/herbstbild.html)

 

 


Apfelernte

 

"...Danach ging das arme Mädchen weiter und kam zu einem Baum, der hing voll herrlicher roter Äpfel, und der Baum rief ihm zu: 'Ach schüttel mich, ach rüttel mich, all meine Äpfel sind ja schon reif!' Da schüttelte es den Baum, dass die Äpfel herabfielen, als regneten sie, und es rüttelte, bis keiner mehr oben war. Als es alle ordentlich zu einem Haufen zusammengelegt hatte, ging es weiter..."

 

Wer erkennt es nicht? Ob bei Frau Holle oder Schneewittchen, der Apfel spielt seit jeher eine Rolle in vielen Mythen und Märchen. Die alten Germanen pflanzten Apfelbäume in die Nähe ihrer Häuser, weil sie so auf den Schutz der Götter hofften, schwangere Frauen aßen viele Äpfel, um schöne Kinder zu bekommen und nicht nur die Kelten glaubten, das Paradies Avalon sei ein wunderschöner Garten voller Apfelbäume.

 

 

Auch heute noch genießen die runden, rotbackigen Früchte höchstes Ansehen. Hat doch die Wissenschaft längst auch ihre vielen gesundheitlichen Vorzüge nachgewiesen: Äpfel senken den Cholesterinspiegel, wirken entgiftend und schützen vor Schlaganfall und Krebs.

 

Diesen Spruch kennst Du sicher: An apple a day keeps the doctor away.

 

Dabei habe ich zumindest bei den Kids festgestellt: Einfach zum Reinbeißen finden sie 'nen Apfel eher nicht so attraktiv. Aber ist er erst mal in Spalten geschnitten, wird er gerne weggeknabbert. In die Pausenbox kommen bei uns darum die Äpfel immer schon vorgeschnitten. Wenn man die Schnittflächen anschließend mit ein wenig Zitronensaft einreibt, bleiben die Stücke appetitlich hell und ich denke, so werden sie auch gegessen.

 

gesunde Pausensnacks: Pausendose mit Apfelspalten

 

Äpfel sind wirklich etwas besonders Gutes. Ganz logisch, dass darum jetzt, zur Erntezeit, vielerorts die nettesten Apfelfeste stattfinden. Es gibt meist ländliche Kuchen, nette Marktstände, Musik, eine Saftpresse... und natürlich jede Menge frisch geerntete Äpfel.

 

Such Dir doch mal die Termine in Deiner Nähe aus dem Internet oder Lokalblatt heraus und dann los zum Traditionsvergnügen.

 

 

Für alle die, die nicht nur auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen die neuen Äpfel kaufen, sondern gleich auch selber pflücken möchten, kann ich ebenfalls die Recherche über's Internet empfehlen. 

 

Viele Obsthöfe bieten das Selberpflücken an und neben dem Pflückvergnügen selber freut natürlich auch der unschlagbar günstige Kilo-Preis. 

 

Aber auch ganz kostenfreie Selbstpflückmöglichkeiten gibt es. In unserer Nähe haben wir zum Beispiel für die Öffentlichkeit zugängliche Streuobstwiesen und einen offenen Stiftungsgarten mit alten Obstsorten. Auch "herrenlose" Obstbäume, die nie abgeerntet werden findet man. Hör Dich um in Eurer Gegend und frag genauer nach. 

 

Eine ganz interessante Seite zu diesem Thema ist www.mundraub.de

 

Keine Sorge, ich schick Dich trotz des Namens nicht zum Äppel klau'n.Schau mal rein.

 

Wenn Du dann Dein Pflückobjekt gefunden hast, brauchst Du nur noch die richtige Ausstattung. Das sind neben festem Schuhwerk vor allem natürlich Körbe und Kisten und - je nach Baumgröße - eine kleines Podest oder eine Leiter, dazu einen Apfelpflücker mit Teleskopstange und eventuell - statt Eimer an der Leiter - eine Erntetasche zum Umhängen. 

 

Apfelernte im Alten Land - reifer Jonagold
Bei den niedrigen Säulenbäumen muss man sich eigentlich nur ein bisschen strecken...
... während man hier natürlich die lange Leiter anlegen muss.
... während man hier natürlich die lange Leiter anlegen muss.

 

Die wichtigsten Punkte beim Pflücken: Alle Früchte vorsichtig behandeln, damit sie keine Druckstellen bekommen und so ernten, dass der Stiel am Apfel bleibt, aber der Ast nicht verletzt wird. Das klappt am besten, wenn der perfekte Reifegrad erreicht ist. Darum pflückt man gerade große Bäume, bei denen natürlich nicht alle Äpfel gleichzeitig reif sind, in mehreren Durchgängen. 

 

Um zu testen, ob ein Apfel wirklich reif ist, macht man die "Kipp-Probe": Dabei zieht oder dreht man den Apfel samt Stiel nach oben und kippt ihn um ca. 90 Grad. Wenn sich so der Apfel samt Stiel ganz leicht vom Ast löst, ist es perfekt.

  

Das prägen wir uns ein und haben gelernt: So bitte nicht:

 

Das verzeihen wir gerade noch einmal aus Fotostyling-Gründen. Aber ansonsten wollen wir niemals ein Stück Ast am Stiel sehen.
Das verzeihen wir gerade noch einmal aus Fotostyling-Gründen. Aber ansonsten wollen wir niemals ein Stück Ast am Stiel sehen.

 

Übrigens: Nicht nur auf die Äpfel am Baum achten, sondern bitte auch das heruntergefallene Obst aufsammeln. Einfach ganz nach oben in den Korb legen, damit diese Früchte als erstes verwendet werden. Zumindest für einen leckeren Kuchen sind sie meist noch gut genug!

 

 

Also was kann es im Herbst Schöneres geben, als ein Korb voll selbstgeernteter Äpfel?

 

Korb mit Äpfeln

 

Doch. Eins fällt mir ein: Die Antwort auf die Frage "Was denn nun tun mit all der Pracht?":

Das Schmökern in alten und neuen Apfelrezepten und das anschließende Ausprobieren der Köstlichkeiten.

 

 

... womit wir auch fast schon am Schluss wären für diesen Freitag. "Fast" heißt: Klar, dass ich zuletzt auch wieder ein paar Rezepte für Dich im Gepäck habe. Heute keine Prachttorten oder raffinierte Braten in Apfelsoße, sondern drei klitzekleine, schnelle Alltagsideen, für die man gar nicht erst auf Gäste warten muss.

 

Mein erster Vorschlag: Kleine, fitnessfreundliche Pfannküchlein - vollwertig und fettarm...

 

Fitness Nasschkram: Rezept für Haferflocken-Apfelkücklein, fettarm naschen: vollwertige Apfelfladen

 

So einfach geht es: Mische 200 g Haferflocken, 300 ml fettarme Milch (oder Sojamilch), 1 Prise Salz und 4 EL Honig und geh dann einige Zeit geduldig mit dem Pürierstab durch. 

Nun schneide einen großen Apfel in feine Stücke und verrühre alles.

 

 

Setze mit einem Esslöffel kleine Küchlein in eine große, beschichtete Pfanne (ohne Fettzugabe!) und backe sie bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldgelb. 

 

Das Rezept reicht für ca. 20 Küchlein und jedes hat ungefähr 58 Kalorien.

 

♥  ♥  ♥

 

Die nächste Idee: Mein cremiges Rezept für Apfeleis. Der Clou: Es funktioniert ohne die Zugabe von Ei und vor allem ohne Eismaschine. Sogar rühren musst Du beim Gefrieren nicht zwischendurch.Gut, nä? Und schmecken tut's richtig schön mild-apfelig. Kannste nisch kofen, Musste selber machen!

 

Apfeleisrezept - Rezept für Eis ohne Ei und ohne Eismaschine, Eis machen ohne Eismaschine: Apfeleis!

 

Das einfache Rezept für 4 Portionen:

 

2 - 3 herzhafte Kochäpfel (z. B. Boskop) schälen und in Stücke schneiden. 200 g abwiegen und mit 2 EL Zitronensaft, 1 TL Rapsöl und 100 g Zucker in gut 5 Minuten weichdünsten.

 

In der Zwischenzeit in einem Schüsselchen 1/2 P. Koch-Vanillepudding-Pulver mit 2 EL kalter Milch glatt rühren.

 

Wenn die Äpfel weich sind, die Puddingmischung unterrühren und alles noch einmal kurz aufkochen lassen. Vom Feuer nehmen und mit dem Pürierstab glatt mixen. Umfüllen und komplett auskühlen lassen.

 

200 g Sahne mit 1 P. Sahnefest steif schlagen und gründlich unter die ausgekühlte Apfelmasse mengen. 

 

In eine Tiefkühldose füllen und einfrieren (z. B. über Nacht). Etwa 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Tiefkühlschrank nehmen. 

 

♥  ♥  ♥

 

Und zuletzt habe ich für Dich schnelle zarte Apfelröllchen:

 

Rezept für Apfelröllchen oder auch Mini-Äpfel im Schlafrock, Kleingebäck mit Äpfeln

 

Auch die bekommst Du ganz einfach hin. Das Rezept für 16 Stück:

 

1 Rolle frischen Blätterteig auf der Arbeitsplatte so groß ausrollen, dass ein Speiseteller als Schablone darauf passt. Den Kreis ausschneiden und in 12 Tortenstücke teilen. Die restlichen Stücke übereinanderlegen (nicht kneten, nur flach aufschichten), noch einmal ausrollen und weitere 4 Tortenstücke ausschneiden. Den Teig mit Zimtzucker bestreuen.

 

2 kleinere Kochäpfel (z. B. Elstar) schälen und in Achtel schneiden. Jedes der 16 Apfelstücke in je ein Teigstück einrollen.

 

 

Alle Röllchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und mit dünner Eimilch (1 Eigelb mit einigen EL Milch verquirlt) bepinseln. 

 

Zuletzt mit gehackten Mandeln überstreuen und im vorgeheizten Ofen bei 200 °C in etwa 20 Minuten backen, bis die Äpfel weich und die Mandeln goldbraun sind.

 

Achtung: Die gehen schneller weg als Du gucken kannst!

 

  

So sieht es aus.

 

Viel Spaß beim Nachmachen und: Ich wünsche Dir wundersüße, apfelseelige und sonnige Herbstage!

 


Auf zur Pilzwanderung

 

Schon Mitte September? Jetzt wollen wir die Hauptsaison für Pilze genießen! Mit einem guten Bestimmungsbuch bewaffnet und unter kundiger Führung, machen wir uns auf in Wald und Flur. Nach diesem feuchten Sommer erwarten wir dort doch bitte nun jede Menge der kleinen Köstlichkeiten!

 

Körbe und Messer haben wir bei uns, auch eine kleine Karte, auf der wir die besten Stellen für das kommende Jahr schon einmal vermerken können, und einen kleinen, fein gefüllten Picknickkorb. 

 

Die Luft ist angenehm jetzt im Frühherbst und im feuchten Wald duftet es uns schon verlockend erdig und aromatisch entgegen. 

 

Waldboden mit Moos und Fichtenzapfen oder Tannenzapfen

 

Die besten Stellen werden normalerweise streng gehütet, aber auf einer geführten Pilzwanderung lernt man ja schon das erste geeignete Gebiet kennen. Außerdem kann man sich als Anfänger so sicher sein, was essbar ist und was nicht.

 

Gleich der ersten Pilz, den ich so am vorletzten Wochenende entdeckt hatte, kam mir sehr bekannt vor. Mensch, den hab ich doch auch im Garten! DAS wäre ja toll, wenn das ein raffinierter Speisepilz wäre!:

 

Kartoffel-Bovist

 

"Nö", meinte der Fachmann. Das hier sei nur ein gemeiner Kartoffel-Bovist. Ein Stäubling, der seinen mehlig-schwarzen Inhalt in die Gegend stäubt, z. B. wenn man drauftritt. Verursacht Bauchschmerzen und Erbrechen. Aha. Okay. Dann nicht. Weitersuchen.

 

Das nächste Fundstück:

 

Spei-Täubling

 

Ein kleiner Fliegenpilz?! Das ist ja super! Bringt immerhin Glück und Fliegenpilze seien "Steinpilzzeiger" hatte uns unser Exkursionsleiter zuvor erklärt. Juchhu! Steinpilze (und Pfifferlinge) sind schließlich die Traumziele jedes Pilzsammlers!

 

Aber nein. Das kleine Ding ist kein Fliegenpilz, sondern ein Spei-Täubling. Schwachgiftig. Verursacht Brechdurchfälle bis hin zum Koma. 

 

Na wunderbar. Geduldig ging's weiter.

 

Langsam entwickelten wir einen Blick, um zwischen Laub, Moos und Ästen den einen oder anderen Pilz zu entdecken.

 

Waldlichtung, Pilze sammeln, gute Stellen für Pilze, Pilzzeit

 

Ein lichter Mischwald im Frühherbst, nach einigen Tagen Regen... Da MUSS doch...

Da! Ist das braune da hinten rechts nicht...?

 

Und tatsächlich. Ein Pilz!

 

Perlpilz

 

Und zwar ein Perlpilz. Der kann immer wieder anders aussehen, je nachdem wo er steht. Gut durchgegart ist er essbar, aber wohl nicht sehr aromatisch.

 

Ich hab ihn stehen gelassen. Auch weil ich mich nur auf die Pilze konzentrieren möchte, die ich mit der Zeit wirklich gut und zweifelsfrei erkennen kann. 

 

Und dann ging es tatsächlich los. Einer aus der Gruppe fand den ersten Maronen-Röhrling. Kein Steinpilz, mit dem er gerne mal verwechselt wird, aber auch ein sehr guter Speisepilz. Dann jubelte der Nächste und schließlich auch ich:

 

 

Maronen-Röhrling

 

Ein Speisepilz! Und vor allem war mein Fund ein junges Exemplar. Das sind die besten, sagte unser Pilz-Professor. Das Gute beim Maronen-Röhrling: Er kann eigentlich mit keinem giftigen Pilz verwechselt werden. Alle, die ihm einigermaßen ähnlich sind, sind entweder essbar oder nicht, aber nicht giftig. Wie beruhigend. Also mit dem werde ich mich näher befassen. 

 

Offenbar waren wir in einem Maronen-Waldstück angekommen. Ein Sammler kam unserer Gruppe entgegen und hatte den Korb voll mit einer guten Abendmahlzeit. Eine Stunde hätte er dafür gesucht, sagte er. Ein bisschen neidisch bewunderten wir seine Sammlung.

 

Unser Experte meinte allerdings später (und außer Hörweite) trocken: "Typischer Anfängerkorb. Da waren nur zwei gute dabei, die anderen sind viel zu alt. Da kann er das meiste wegschneiden, weil die Maden drin sind." 

 

Mein Gott. Alles nicht so einfach. Also offenbar so nicht: 

 

 

Nachdem wir einige appetitlich-junge Maronen-Röhrlinge gesammelt hatten, führte uns unser Weg in ein sandigeres, wunderschönes Heide-Gebiet und dort fanden wir dann sogar noch Pfifferlinge.

 

Heidelandschaft
Heidekraut

 

Tja, lehrreiche drei Stunden waren es. Neben dem Thema 'Speisepilze' haben wir auch andere interessante Einblicke bekommen, z. B. dass Pilze keine Pflanzen sind. Oder dass das, was über der Erde wächst, nur der Fruchtkörper ist. Der eigentliche Pilz ist viel größer: Ein Geflecht unter der Erde, das sogenannte Myzel.

 

So im Boden versteckt können wir es nicht sehen, aber ein Pilz ist das größte Lebewesen der Erde! Und zwar ist es ein Hallimasch. Der lebt in Oregon, ist 900 Quadratkilometer groß und über 2000 Jahre alt. Wow.

 

Eine andere Geschichte fand ich auch ganz faszinierend: Die sogenannten Schmetterlings-Trameten, die auf Totholz sitzen und die wir schon häufig bei Waldspaziergängen gesehen haben... Die sind zwar nicht essbar, aber sie wurden früher von den Bauersfrauen als Schmuck getragen:

  

 

Ich habe mir einige kleine Trameten abgebrochen. Sie sind fest, trocken und auf der Unterseite weiß. Ich habe sie in meine Blumenpresse gesteckt und werde mal schauen, was ich damit mache. Im Internet fand ich wenig Infos dazu, aber eine Frau hat sie sogar mit Blattgold belegt. Ich denke, ganz natürlich werden sie mir besser gefallen. Auf jeden Fall mache ich was daraus, denn eine Zusatzinfo habe ich ebenfalls im Netz gefunden: In der traditionellen chinesischen Medizin sagt man den Trameten große Heilwirkung nach. Perfekt also für ein Schmuckstück von Bedeutung.

 

Alter Bauernschmuck, traditioneller Schmuck: Schmetterlingstrameten als Naturschmuck

 

Schön, oder?

 

Nun aber zurück zu den Speisepilzen. Weiter unten gibt es ein paar leckere Rezepte für Dich. Aber vorher...

 

 

... möchte ich zum Thema Pilze auch ein paar ernstere Bemerkungen loswerden.

 

Viele Wildpilze wie Pfifferlinge, Steinpilze, Rotkappen oder Morcheln stehen unter Artenschutz und dürfen nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden. Reiße beim Sammeln die Pilze auf keinen Fall aus dem Boden sondern schneide sie ab, damit neue Fruchtkörper nachwachsen können.

 

Bereite bitte nur die Pilze zu, die Du einwandfrei identifizieren kannst.

 

Lagere selbst gesammelte oder gekaufte Pilze nicht, sondern verwende sie frisch - spätestens am nächsten Tag.

 

Allem voran aber ein trauriges Thema, dass leider auch über dreißig Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl noch aktuell ist: Nicht überall in Deutschland sollte man Pilze suchen gehen und auch die im Handel günstig angebotene Ware aus Osteuropa würde ich skeptisch betrachten. Denn in vielen Gebieten sind die Waldböden noch immer verstrahlt. Auf Pilze (und übrigens auch Wildschweinfleisch) aus diesen Regionen sollte man verzichten.

 

Hier ist der Link zu einer Deutschlandkarte von 1986 des Umweltinstituts München, an der Du Dich etwas orientieren kannst. Dass ich vom Ende der Atomkraft träume, brauche ich sicher nicht zu betonen. Informationen zu meinen Herzensthemen Atomausstieg (und Umweltschutz insgesamt) findest Du unter diesen bekannten Links: 

 

www.ausgestrahlt.de

www.utopia.de

www.bund.de

www.greenpeace.de

 

 

Tja. Schwierig. Aber nun geht es optimistisch weiter. Kennst mich ja.

  

'Na klasse', denkst Du jetzt und fragst: Was machen denn die Natur- und Küchenfeen, die in ihrem Gebiet nichts sammeln sollten? Auf dem Markt finden sie ja keine Pfifferlinge und Steinpilze aus Deutschland und bei Ware aus Osteuropa sollen sie auch nicht unbedingt zugreifen...

   

Lösung: Es gibt doch auch Kulturpilze in guter Qualität! Champignons mit dem Bio-Siegel muss man gar nicht lange suchen und auch andere Zuchtpilze findet man. In meinem Lieblingsmarkt von Alnatura gibt es z. B. derzeit frische Shiitake-Pilze und Kräuterseitlinge.

 

 

Und für Experimentierfreudige, denen selbst regional noch zu weit weg ist, habe ich ebenfalls einen Tipp: 

 

Schau mal unter www.pilzgarten.de oder www.pilzmaennchen.de. Dort kannst Du Pilz-Kits für's Züchten zu Hause bestellen. Spannend! Ich selber werde das auf jeden Fall mal ausprobieren. 

 

 

Jetzt aber endlich zu meinen Pilzrezepten. Schließlich wollen wir die Jahreszeit wie immer genussvoll auskosten. Los geht's:

 

Herbstrezept / Pilzrezept / Rezepte mit Pilzen: Marinierte Thymian-Champignons

 

Marinierte Champignons mit Thymian - Rezept für eine kleine Schüssel

 

In einer Tasse 3 EL cremigen Balsamico und 6 durchgedrückte Knoblauchzehen mischen. Beiseite stellen.

Ca. 1 halbe Hand voll (Menge nach Geschmack) frischen Thymian samt der zarten Stiele fein zerhacken. Beiseite stellen.

1,5 Kg frische Champignons ggf. trocken abreiben und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. In mehreren Pfannen (oder portionsweise hintereinander in einer Pfanne) in ausreichend Olivenöl rundum anbraten. Wenn die Pilze eine gute Farbe bekommen haben, den angemischten Balsamico zufügen und gründlich unterrühren. Mit Salz und Pfeffer herzhaft abschmecken.

Die Champignons in eine Schüssel umfüllen und noch heiß den zerhackten Thymian untermengen.

Bis zum Servieren 2 - 3 Stunden durchziehen und abkühlen lassen.

 

Dazu schmeckt Pasta oder frisches Weißbrot.

 

Herbstrezept / Pilzrezept / Rezepte mit Pilzen: Pilzragout mit Semmelknödeln, Rezept mit Kräuterseitlingen

 

Kräuterseitlingsragout mit Semmelknödeln (Rezept für 4 Portionen)

 

Zutaten und Zubereitung für 4 große Semmelknödel:

 

Am Vortag 2 normale Brötchen in Würfel schneiden und ausgebreitet an der Luft trocknen lassen. 

Die getrockneten Brötchenwürfel und 100 g gewürzte Croutons (Fertigprodukt) in eine Schüssel geben.

100 ml Milch kurz aufkochen und heiß über die Würfel gießen. Die Schüssel sofort zudecken.

1/2 Handvoll Petersilie fein hacken. 1 Ei in einem Schüsselchen etwas zerquirlen.

1/2 Zwiebel in Würfel schneiden und zusammen mit 100 g feinen Schinkenwürfeln in 2 EL Öl andünsten.

Zwiebel- und Schinkenwürfel sowie die Petersilie und das Ei zum durchgeweichten Brot fügen, alles mit Salz und Pfeffer würzen und mit den Händen gründlich zu einem Teig verkneten.

In 4 gleiche Stücke teilen und mit feuchten Händen 4 runde Klöße formen. 

 

Zutaten für Semmelknödel

 

Ausreichend Salzwasser in einem größeren Topf zum Kochen bringen, dann herunterschalten. 

Die Klöße ins Wasser setzen und 20 Minuten lang bei kleiner Hitze und ohne Deckel gar ziehen lassen. 

 

In der Zwischenzeit das Pilzragout zubereiten: 

 

400 g Kräuterseitlinge ggf. abbürsten, dann etwas kleinschneiden.

1 kleine Zwiebel fein würfeln.

In einer großen Pfanne 4 EL Butter erhitzen und die Pilze darin rundum anbraten.

In den letzten Minuten die Zwiebelwürfel zufügen.

Wenn die Zwiebeln goldgelb sind, alles mit 400 ml Gemüsebrühe ablöschen und gut 10 Minuten köcheln lassen.

1 Becher Kräuter-Crème fraîche unterrühren und mit Salz, Pfeffer und 1 Prise Zucker abschmecken.

 

Das Pilzragout mit den Semmelknödeln servieren.

 

 

Und zu guter Letzt:

 

Herbstrezept / Pilzrezept / Rezepte mit Pilzen: gefüllte Pfannkuchen mit Shiitake-Pilzen

 

Gefüllte Pfannkuchen mit Shiitake-Pilzen

 

Für 4 Personen - ein einfaches Rezept für die, die es nicht zuu "pilzig" mögen:

 

Einen Teig anrühren aus 2 Eiern, 2 Tassen Mehl, 2 Tassen Milch und 1/2 TL Salz. 

In einer kleinen Pfanne, mit jeweils etwas Öl, bei mittlerer bis starker Hitze hintereinander

8 dünne Pfannkuchen backen. Auf einem Teller stapeln und im Ofen bei 50 °C warmhalten.

 

Beim Backen zwischendurch schon 250 g Shiitake-Pilze fein zerkleinern, 150 g Mini-Salami in dünne Scheiben schneiden und 1 rote Zwiebel würfeln.

In einer großen Pfanne 4 EL Öl erhitzen und die Pilzstückchen rundum anbraten. Die Hitze reduzieren, die Salami zufügen, anschließend die Zwiebelwürfel.

Wenn diese glasig sind, 100 g Maiskörner, 1 EL Oregano und 2 gehäufte EL Tomatenmark gründlich unterrühren.

 

Pro Teller 2 Pfannkuchen mit der Pilzmischung füllen und servieren.

 

Guten Appetit! ♥

 

 

Lindenallee

 

Das war's von mir für heute.

Genieße die Zeit und tue das Richtige! ♥


Zutaten für Semmelknödel

Aufregung und Zuckertüten: Schulanfang

 

Hallo Zurück!!! Wie waren Deine Sommerwochen? Ich hab sie trotz des gemischten Wetters sehr genossen. Du weißt ja: Ich brauche definitiv keine Hitze.

 

Nun, Anfang September, sind wir fast alle aus dem Urlaub zurück. Ein Wochenende noch, dann ruft die Arbeit oder die Schule beginnt wieder.

 

In diesen Tagen finden jetzt allerorten die Einschulungsfeiern für die kleinen Erstklässler statt. Was für ein aufregender Tag für die Jungs und Mädchen! Wie sieht die Lehrerin aus? Wer sitzt denn neben mir? Hat jemand die selbe Schultasche wie ich? Sollen wir schon etwas schreiben? Hat Opa immer noch nicht genug geknipst? Und warum dauert die Rede des Herrn Direktors nur so lange? Nun hat er doch ausreichend über die Zukunft unseres Landes gesprochen. Ich möchte endlich meine Zuckertüte öffnen!

 

 

Die Zuckertüte. Von der Mutter selbst gebastelt oder nach Geschmack des neuen Schülers im Schreibwarenladen ausgewählt und liebevoll befüllt. Wochenlang wurden nützliche, originelle und süße Kleinigkeiten zusammengetragen, bis die Schultüte ordentlich bis oben hin vollgestopft war und nun ein verheißungsvolles Gewicht hat. 

 

 

Geöffnet werden darf sie natürlich erst nach dem feierlichen Einschulungsakt. Zuhause angekommen, wird sie dann endlich ausgeschüttet und der Inhalt bewundert. Oooooooohhhh!!!

 

 

Beim Anblick von Brausetütchen, Lutschern, Schokobällchen, Flummis und Legofigürchen ahnen die Kleinen noch nicht, was "der Ernst des Lebens" wohl ist und dass Schule so viel mehr beinhaltet als Silbenklatschen und Schriftschwungübungen.

 

Gute Eltern sind dann die, die ihr Kind wirklich kennen und ihm helfen, an seinen Stärken und Schwächen zu arbeiten. Sich mit ihm über alles freuen, was gut gelaufen ist und ihm Mut machen, wenn die ersten Hürden auftauchen.

 

 

Aber am Einschulungstag wollen wir nicht schon an Hürden denken, sondern den Tag ausgiebig feiern. Ich finde, am besten passt eine traditionelle, kleine Familienfeier mit nachmittäglicher Kaffeetafel und anschließendem Spaziergang. Den Tag mit einem dollen Ausflug oder gar mit Hüpfburg und Animationen zu begehen halte ich für zu überladen. Die Einschulung selber ist für Sechsjährige doch Event genug, oder?

  

Im nachfolgenden Alltag werden sicher alle Eltern ihre Kinder erst einmal auf dem Schulweg begleiten und üben, wo man besonders aufpassen muss. Ein letztes Winken, dann verschwindet die kleine Person mit dem riesengroßen Ranzen schon mit einem ganzen Schwung Schulkameraden im Eingangstor. So ein schönes Alter!

 

 

Übrigens: Auch für uns Erwachsene kann das neue Schuljahr ein guter Moment sein, sich mal wieder ein wenig weiterzubilden. Die entspannten Sommermonate sind vorbei und nun könntest Du doch ganz aktiv ein paar neue Projekte und Ziele in Angriff nehmen, oder?

 

Beim Durchsehen der Volkshochschul-Programme findest Du zum Beispiel viele inspirierende Kurse, die jetzt im Herbst beginnen und noch nicht ausgebucht sind. Von Aquarellmalerei über Italienisch, Kalligrafie, Pralinen-Workshops, Tango Argentino bis hin zu Qi Gong ist für alle etwas dabei.

 

Ich als Töpfertante kann Dir natürlich vor allem das Arbeiten mit Ton ans Herz legen. Wenn es ein paar Anregungen sein dürfen: meine "Märchenkeramik" kennst Du ja sicher schon.

 

 

Ich wünsche Dir jedenfalls einen guten Start in den Frühherbst. Mach was draus und bis in zwei Wochen! ♥

  


Schön ist die Welt

Burg Katz und Loreley Felsen
Burg Katz und Loreley Felsen

 

Schön ist die Welt. Okay und jetzt? Ach so, Du kennst es gar nicht, dieses alte Volks- und Wanderlied? 

 

Schön ist die Welt, 

drum Brüder, lasst uns reisen, 

wohl in die weite Welt,

wohl in die weite Welt...

 

Also ich muss ja vielleicht nicht jeden Tag Volksmusik hören, aber die alten Lieder aus der "Mundorgel" oder anderen Liedersammlungen haben doch eigentlich genau die Prise "Heile Welt", die wir mehr brauchen könnten als je zuvor, oder?

 

Denk mal an "Hoch auf dem gelben Wagen..." oder "Das Wandern ist des Müller's Lust" usw. "...Felder, Wiesen und Auen, leuchtendes Ährengold..." Duften die Zeilen nicht geradezu nach Klee und Löwenzahn? Hört man nicht förmlich die Holzräder über das Kopfsteinpflaster rollen und sieht man nicht gleich das karierte Bündel am krummen Wanderstab? 

 

 

Ich jedenfalls mag diese Stimmung. Und bin, wie gesagt, fest davon überzeugt, dass es uns sehr gut tun würde: Ein kleines bisschen mehr Einfachheit und Rückbesinnung. Und Heimat.

 

Heimat. DIE war zu Zeiten der alten Volkslieder "die Welt". Die Länder, die bereist wurden, waren nicht Thailand oder Braslilien, sondern die Landschaften und Orte im eigenen Sprachraum. Den Harz, die Heide, den Rhein sah man sich an, die Donau, die Nordsee-Inseln und die Alpen. Und schickte stolz eine sorgsam ausgesuchte Ansichtskarte an die Lieben daheim.

 

 

Ich finde es sehr erfreulich, dass der Begriff "Heimat" wieder benutzt werden darf, ohne dass jemand zusammenzuckt. Und ich plädiere hier und heute, zu Beginn der Urlaubszeit, dafür, sich auch (auch!) in unserem Land genussvoll umzusehen. 

 

Nordsee
Nordsee
Ostsee
Ostsee
Lüneburg
Lüneburg
Eifel
Eifel
Dresden
Dresden
Thüringer Wald
Thüringer Wald
Heidelberg
Heidelberg
Allgäu
Allgäu

 

Durch Deutschland zu reisen bedeutet eine Reise durch großartige Landstriche und Orte, mit wunderschönen Details auch abseits der Wege.

 

 

Dabei interessiere ich mich, als Prinzessin Schaumkraut halt, vor allem natürlich für unsere vielen Burgen, Schlösser und mittelalterlichen Ortskerne. Denn dort weht er noch: Der Hauch einer sicher auch nicht leichten, aber sehr viel gemächlicheren und überschaubareren Zeit. 

 

Auf nach Bamberg
Auf nach Bamberg

 

Leinensäcke statt Plastikboxen, schwere, alte Eichenmöbel statt furnierter Massenware, langsam gebrutzelte Bratkartoffeln aus der gusseisernen Pfanne statt Industrie-Tortellini aus der Mikrowelle, Kräutertee vom Dorfmarkt statt Kunstgebräu aus dem Discounter.

 

Na, Du verstehst schon...

 

 

Also, wo Du nun auch sein wirst in den schönen Juli- und Augustwochen: Schalte auf jeden Fall einen Gang runter, genieße, entspanne. Und wenn Du dann so in Ruhe irgendwo sitzt, mach Dir doch mal Gedanken, wie Du auch den anschließenden Alltag ein wenig langsamer, bewusster und nachhaltiger gestalten kannst. Das wäre heute mein Tipp des Tages für Dich. 

 

Zur weiteren Vertiefung hier mal wieder ein paar nette Links:

 

www.einfachbewusst.de

 

www.suchtdasglueck.at

 

www.slowliving-conference.de

 

 

 

In dieser entschleunigten, vorfreudigen Stimmung macht der Blog auch in diesem Jahr wieder eine ausgiebige Sommerpause. Wir schnüren unser Ränzlein und sehen uns um oder liegen wohlig-träge am Strand und auf der Sommerwiese.

 

Ich wünsche Dir sanften Wind im Gesicht, lange Gräser, die Deine Beine kitzeln, und jede Menge Sternschnuppen, Blumenduft, Glitzerwellen und Erdbeereis.

 

 

♥ Anfang September geht es hier weiter. ♥

 


Die Kirschen sind reif!

 

Kirschenzeit. Das ist Kindheit. Und Sommer pur. Barfuß über Wiesen laufen, Sonne, Bienensummen und dann im Schatten vor einer Schale mit prallen, süßen, dunkelroten Kirschen sitzen. Was für ein Hochgenuss!

 

 

Meine Lieblingsfrucht wird endlich wieder auf allen Märkten angeboten, aber noch schöner ist natürlich das Selberpflücken! Wenn Du keinen Garten mit Kirschbäumen besitzt, frag doch mal ein bisschen rum: Oft sind ältere Gartenbesitzer richtig froh, wenn sich jemand meldet, bevor die guten Früchte auf den Bäumen vergammeln. Eine andere Möglichkeit sind Obsthöfe, die das Selberpflücken zu einem attraktiven Kilo-Preis anbieten. Das Naschen direkt vom Baum wird dabei meist wohlwollend einkalkuliert. Es kann nichts Schöneres geben.

 

Im alten Land beispielsweise gibt es gleich mehrere Höfe, die im Sommer den Ernte-Laien vertrauen, dass sie die Knubberkirschen auf baumschonende Weise pflücken. Anleitungen, Leitern und Körbe werden ausgeliehen, dann geht es los.

 

 

Unter dem dichten, dunkelgrünen Blätterdach vor Hitze oder Regen geschützt, wandert man von einem vollhängenden Ast zum nächsten. Und wähnt sich in einem paradiesischen Schlaraffenland!

 

 

Eigentlich kann man Kirschen pur mit überhaupt nichts übertreffen. Darum rechne ich bei Ernte und Einkauf niemals nur die Menge für meine Küchenpläne, sondern immer auch eine große Anzahl für den direkten Verzehr.

 

Zuhause angekommen, wandern die Früchte gleich (zunächst ungewaschen) ins Gemüsefach, wo sie sich bis zu drei Tagen frisch halten. Erst unmittelbar vor Verarbeitung oder Wegnascherei werden die Kirschen vorsichtig in einer Schüssel mit kaltem Wasser gewaschen und dann entsteint.

 

Das geht am besten mit einem Kirschentkerner, aber auch wenn Du keinen besitzt, kannst Du Dir helfen - mit einer Flasche und einem Ess-Stäbchen, einer dicken Stricknadel oder etwas Ähnlichem.

 

Tipps zum Kirschen entkernen ohne Kirschentkerner

 

Es ist ganz simpel: Den Stiel entfernen und die Kirsche mit dem Loch nach oben auf den Flaschenhals legen. Mit dem Stäbchen den Stein nach unten durchdrücken. Zack. 

 

Bevor Du loslegst, denk dran, dass Kirschsaft sehr stark färbt. Zieh Dir lieber eine alte Schürze und Handschuhe an - und lege nicht(!) wie ich, damit es auf dem Foto idyllisch aussieht, Oma's hübsch besticktes Zierdeckchen unter.

 

Kirschenglück: Kirschen in einer Schale

 

So. Und was machen wir nun also mit unserer Ernte außer uns Kirschohringe anzuhängen, Kirschkernweitspucken zu veranstalten und außer selig-saftigem Knubbern, äh, Knabbern?

 

Na, eben: Kirschkuchen, Kirsch-Cupcakes, Kirschpie, Kirschtorte, Kirschcreme, Kirschquark, Kirscheis, Kirschkompott usw. usw. ♥.

 

Und um auch im Herbst oder Winter noch von den süßen Früchtchen zu zehren, habe ich für Dich heute gleich drei kirschköstliche Ideen für den Vorratsschrank: Eine raffinierte Schoko-Kirschkonfitüre, die Anleitung zum Ansetzen kleiner Mini-Kirsch-Rumtöpfchen und auch ein herzhaftes Rezept ist dabei: Pikant-aromatisches Kirsch-Chutney.

 

Legen wir also los und köcheln uns erst mal ein paar Gläschen der himmlischen Kirschkonfitüre zurecht: 

 

 

Hinein kommen außer frischen Sauerkirschen auch dunkler Back-Kakao und ein wenig Vanille. Diese Kombination sorgt mit Sicherheit für Aahs und Oohs bei denen, die sie auf ihrem Frühstücksbrötchen genießen. 

 

Hier findest Du das genaue Rezept für meine Schoko-Kirschkonfitüre.

 

Rezept für Schoko-Kirsch-Marmelade oder Kirsch-Schoko-Konfitüre

 

Lecker? Sag ich doch! Und wie wäre es nun mit Kirsch-Rumtopf? Für den brauchst Du nicht dieselbe Geduld wie für den klassischen Rumtopf, bei dem die gesamte Erntesaison hindurch alle Früchte nachgefüllt werden. Trotzdem ist auch der Kirsch-Rumtopf eine besondere Spezialität, mit der Du Gäste likörgläschenweise begeistern oder die Du lieben Menschen mitbringen kannst - praktischerweise stellen wir gleich mehrere Mini-Portionen her.

 

Kirschen für den Vorrat: Kirsch-Rumtopf-Rezept

 

Frische Kirschen, Zucker, Zimt, brauner Rum und dann ein paar Monate Geduld - das sind die Zutaten für meine Kirsch-Rumtöpfchen. Hier habe ich das Rezept für Dich gespeichert. 

 

Rezept für Mini-Kirsch-Rumtopf
Der Mini-Kirsch-Rumtopf ist angesetzt. Keine Sorge: Der Zucker löst sich nach und nach auf.

 

Zuletzt eine peppige Soße für die kommenden Grillabende: scharfes Kirsch-Chutney - passt zu Koteletts und Steaks, gibt aber auch Grillkäse den letzten Pfiff. Solltest Du unbedingt nachmachen!

 

Rezept für selbstgemachte Grillsoße: Rezept für Kirsch-Chutney

 

Kirschen, rote Zwiebeln, Rotweinessig und eine kräftige Prise Nelkenpulver geben diesem sommerlichen Chutney sein Aroma. Im Gläschen lange haltbar ist es ebenfalls ein prima Mitbringsel. Hier verrate ich Dir mein Rezept.

 

Kirsch-Chutney zu Steak und Kotelett

 

Soll keiner mehr sagen, wir hätten nun die Kirsche nicht ausgiebig gewürdigt. Viel Erfolg beim Nachmachen und:

 

Lauf mehr barfuß!

 


Blütenglück im Juni

 

Es blüht und scheint und leuchtet überall. Dem Zauber duftender bunter Blüten kann sich doch eigentlich keiner entziehen, oder?

 

Wie schade, dass es hier bei uns im meist protestantischen Norden gestern keine Blütenteppiche auf den Straßen und Plätzen gab, so wie noch oft in den mehr katholischen Gegenden, wo dies zu den Fronleichnams-Bräuchen gehört:

 

 

Ich find's schön. Und unbedingt erhaltenswert!

 

Na okay, begnügen wir anderen uns eben mit dem, was unsere Gärten und Parks jetzt im Juni zu bieten haben. Das ist immerhin eine ganze Menge. Ich freue mich z. B. schon seit Tagen auf dieses Wochenende, denn da ist wieder "Tag des offenen Gartens".

 

Finde ich als Minigartenreichherrin besonders inspirierend. Die offenen Privatgärten haben oft vergleichbare Gartensituationen, von denen man sich dann so manche Idee abgucken kann. Außerdem spürt man an jeder Ecke die Liebe, den Stolz und die fleißige Vorbereitung. All das, zusammen mit den duftenden Rosen, zarten Glockenblumen, fröhlichen Margariten und dem prächtigem Rittersporn, macht dann die besondere Atmosphäre aus. Kann ich nur weiterempfehlen! Adressen einfach googeln bitte und dann los. Eine Anmeldung ist am Tag des offenen Gartens nicht nötig.

 

Weil Bilder mehr sagen als tausend Worte und da mein Thema Blütenglück ist, lasse ich nun tatsächlich nur noch Bilder sprechen. Hier kommen die zaubergrünen Fotos der letztjährigen offenen Gärten in unserer Umgebung. (Für Details zu den Gärten klicke bitte hier.)

 

Ich wünsche Dir ein duftig-frisches Wochenende! ♥

 

 

 

Könnte so weitergehen? Raus mit Dir! Dann duften sie sogar!

 

 

♥ ♥ ♥


Wir feiern Pfingsten

 

Pfingsten ist relativ spät in diesem Jahr. Wir haben nun schon Frühsommer und so blühen sie gerade garantiert: Die zartduftenden, schönen Pfingstrosen. Glücklich, wer die langlebigen Schönheiten in seinem Garten hat, aber auch alle anderen können sie jetzt überall im Blumenhandel erwerben. Und das solltest Du nicht verpassen, denn sie gehören zu Pfingsten schließlich auf jede Kaffeetafel!

 

Pfingstkaffeetisch decken, Pfingsten feiern, Pfingstrosen auf der Kaffeetafel

 

So geschmückt, lädt unser Tisch am Sonntagnachmittag natürlich noch mehr ein, den frischen Erdbeerkuchen mit Schlagsahne, die kleine festliche Taubentorte oder ein letztes Mal für diese Saison eine leckere Rhabarbertarte zu genießen.

 

 

Während wir im Junisonnenschein das Fest zusammen verbringen und uns am langen Wochenende so richtig nett entspannen, habe ich meist besonders Lust und Muße zurückzublicken in die "gute alte Zeit". 

 

Guck mal, was ich für Dich gefunden habe. Obwohl im Satireblatt "Der Wahre Jacob" erschienen, trieft dieses Pfingstgedicht nur so vor blumig-nostalgischen Ausdrücken. 1888 halt. Ich sag nur: Lerchenlieder, Maiglöckchenduft und ferne Knabenzeit... Aber sieh doch selber:

 

 

Und das für nur 10 Pfennige! Ich LIEBE es. Und bin in Stimmung noch ein wenig mehr von früher zu plaudern. Zum Beispiel von Mägden und von Pfingstmilch.

 

In alten Tagen war nämlich zu Pfingsten auf dem Land die Pfingstmilchsuppe bekannt. Denn die Milch, die die Mägde an Pfingsten molken, schenkte der Bauer ihnen und die Frauen kochten daraus zusammen mit Eiern und Mandeln eine süße Milchsuppe.

 

Diesem Brauch nachempfunden, habe ich hier ein Rezept für eine einfache ländliche Pfingstmilchsuppe für Dich.

 

Traditionelles Pfingstrezept: Rezept für Pfingstmilch-Suppe, süße Milchsuppe mit Mandelklößchen zu Pfingsten, Rezept für Pfingstmilch

 

Mein Rezept ist für 4 Personen und in drei Schritten recht einfach zuzubereiten:

 

Erst einmal bereitest Du Mandelklößchen vor: 40 g Grieß und 40 g gemahlene Mandeln mischen und beiseite stellen. In einem Topf 100 ml Milch, 2 EL Zucker, 1 kräftige Prise Salz und 1 EL Butter unter Rühren zum Kochen bringen, die Mandelmischung einstreuen, den Herd ausschalten und solange mit dem Schneebesen rühren, bis sich der Teig zusammenballt. 

In eine Schüssel umfüllen und 1 Ei unterrühren. 

 

In einem großen Topf ausreichend Wasser mit etwas Salz und Zucker aufkochen, dann abschalten. Mit zwei Teelöffeln Klößchen aus der Mandelmasse abstechen, ins heiße Wasser setzen und in 10 Minuten gar ziehen lassen. Mit der Schaumkelle herausnehmen und beiseite stellen.

 

Für die süße Suppe 150 ml kalte Milch und 4 EL Mehl glatt rühren. Beiseite stellen.

In einem Topf 800 ml Milch, 2 P. Vanillezucker, 4 EL Butter und 6 EL Zucker aufkochen lassen. Die Mehlmilch unterrühren und noch einmal aufkochen lassen. 

 

Die Milchsuppe zusammen mit den Klößchen servieren.

 

 

Wer isst so etwas heute noch? Und doch sind alle verzückt, wenn sie es vorgesetzt bekommen. Schmeckt einfach nach Omas Küche, nach Kindheit, nach wohltuender Einfachheit.

 

Von einer anderen schmackhaften Tradition werde ich heute ebenfalls berichten. Die kannst Du aber mit Deinen üblichen Gerätschaften sicher nicht nachkochen. Es würde bei Weitem den Rahmen sprengen, glaube mir. Ich spreche von einem kompletten Ochsen am Spieß!

 

Denn in unserer Gegend wird in vielen Orten noch ein ganzer Pfingstochse am riesigen Grill gebraten. Schon das Anfeuern am Vorabend ist sehenswert und nach stundenlangem Garen, die ganze Nacht hindurch, erfolgt am nächsten Vormittag der feierliche Anschnitt. Selbstverständlich durch eine echte Respektsperson. Der Herr Landrat oder zur Not der Bürgermeister müssen es schon sein! Danach stehen die Ausgehungerten Schlange und der XXL-Braten wird Stück für Stück zünftig mit Brot und Krautsalat verspeist.

 

Der Pfingstochse wird zwar vor seinem Ende nicht mehr, wie es früher üblich war, mit Blumen geschmückt durch's Dorf geführt, aber ein großes Spektakel ist das Ganze dennoch.

 

In Elmshorn beispielsweise wird jedes Jahr auf dem Gelände der beliebten Dittchenbühne rund um den imposanten Grill ein großes Stadtteilfest mit Flohmarkt gefeiert. Hier sind ein paar Eindrücke der netten Veranstaltung:

 

Pfingsten feiern, Pfingsttradition: Pfingstochse Dittchenbühne Elmshorn
Pfingsten feiern, Pfingsttradition: Pfingstochse Dittchenbühne Elmshorn
Pfingsten feiern, Pfingsttradition: Pfingstochse Dittchenbühne Elmshorn

 

Wenn Du nun so richtig in Pfingststimmung bist, kommt als Vorletztes für heute eine ganz einfache, kleine Bastelidee, die Du auch gut mit Kindern durchführen kannst: Eine Pfingsttaube aus einem schlichten weißen Pappteller.

 

Dazu zeichnest Du entweder nach diesem Muster die Umrisse der Taube vor oder Du druckst Dir das Bild aus und überträgst die Teile mit Kopierpapier. Wenn Du zufrieden bist, fährst Du alle Konturen mit einem Silberlackstift nach.

 

 

Anschließend schneidest Du die drei Teile aus und verzierst sie nach Geschmack ein wenig weiter:

 

 

Und das war's auch schon fast! Du musst nun nur noch die Flügel mit Klebepads anbringen und fertig ist Deine Pfingstdekoration.

 

 

Das war es von mir zum Fest. Abschließen möchte ich mit einem weiteren netten, kleinen Gedicht. Dieses Mal habe ich etwas von Ringelnatz für Dich herausgesucht. 

 

Feier schön!

 

  

Pfingstbestellung


Ein Pfingstgedichtchen will heraus
Ins Freie, ins Kühne.
So treibt es mich aus meinem Haus
Ins Neue, ins Grüne.

 

Wenn sich der Himmel grau bezieht,

Mich stört’s nicht im geringsten.
Wer meine weiße Hose sieht,
Der merkt doch: Es ist Pfingsten.

Nun hab ich ein Gedicht gedrückt,

 

Wie Hühner Eier legen,

Und gehe festlich und geschmückt —
Pfingstochse meinetwegen —
Dem Honorar entgegen.

 

Joachim Ringelnatz, 1932

 

 

(Quelle: https://de.wikisource.org/wiki/Pfingstbestellung)

 

 

(Bildquelle: http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/Images/db/bildungsgeschichte/pfingsten_1/1_Pfingstochse__777x500_.jpg)


Blau mit weißen Wölkchen: Himmelfahrtstag

 

Eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken...

 

 

Ob Du den heutigen Tag mit einem der schönen Freiluftgottesdienste beginnst oder ihn ganz weltlich einfach als Urlaubstag ansiehst - Es ist Frühling, es ist Feiertag. Und damit erst gar kein Zweifel aufkommt, ob heute wohl Lümmeln auf dem Sofa angesagt ist oder auch Schrauben, Putzen, Papiere ordnen, falle ich hiermit gleich mal mit der Tür ins Haus uns sage: Nein! No! Nix da!

 

Blümchenbluse und Sommerrock angezogen und dann bring Dich in Festtagsmodus! Schön. Haben wir das geklärt.

 

Zur weiteren Einstimmung habe ich als nächstes eine prachtvoll passende Himmelfahrtstorte für Dich. Die sollte dann aber das letzte Alltagsgefühl mit süßem Strahlen beseitigen!

 

Himmelfahrtstorte, Himmelstorte, Wölkchentorte, Wolkenkuchen: Rezept für Christi Himmelfahrt

 

Mmmmmmh... ♥ Himmelblaue Sahne mit luftigen Wölkchen umhüllen zarte Schichten aus Biskuit und Blaubeerquark. Mit dieser Torte als Mittelpunkt der Frühlingskaffeetafel kommt garantiert fröhliche-festliche Stimmung auf. Und dabei ist sie, wie meist bei mir, supersimpel herzustellen. (Du weißt ja schon: Verarmter Adel ohne Dienerschaft...)

 

Himmelfahrtstorte, Himmelstorte, Wölkchentorte, Wolkenkuchen: Rezept für Christi Himmelfahrt (Detail)

 

Unten der "Rohbau". Alles was Du benötigst sind helle Wiener Böden, tiefgekühlte Blaubeeren, Quark, Sahne, Zucker, 1 Zitrone und Gelatine. Mein Rezept für die Himmelfahrtstorte verrate ich Dir hier.

 

Rezept für Blaubeer-Quark Torte

 

Als Alternative zur Kaffeetafel daheim bietet sich der Tag natürlich bei schönem Wetter vor allem für einen Ausflug in die Natur an. Das frische Grün, die bunten Blüten... Ich selber kann mich gar nicht satt sehen. Schau mal, was ich bei meinem letzten Spaziergang vor wenigen Tagen so aufgenommen habe:

 

Frühlingslandschaft mit Pusteblumen
Pusteblume
Frühlingsblumen
Typisch Mai: Kastanienblüten und blauer Himmel
Mai auf dem Land: Verkaufsschilder Erdbeeren und frischer Spargel
Typisch Mai: Zaun und Frühlingsfeld
Typisch Mai: blühende Schafgarbe
Alter Leiterwagen auf Frühlingswiese
Kleeblüten

 

Inspiriert? Dann ab in die Natur. Sie wartet schon auf Dich mit ihrem Vogelgezwitscher, mit vielen Pusteblumen und neuem saftigen Frühlingsgrün! ♥

 

Ob Du nun mit Deinen Freundinnen radelst oder aber die ganze Familie wandert: Die gemütliche Krönung des Ausflugs ist natürlich das erste Picknick des Jahres. 

 

Dass es noch nicht so brütend heiß ist, ist doch eigentlich nur gut und auch wenn Du das gar nicht vorbereitet hast, musst Du auf auf dieses Vergnügen nicht verzichten. Schau Dich doch einfach in Küche und Keller um. Improvisieren ist angesagt!

 

 

Aus Frischkäse, Salz, Pesto oder Tomatenmark rühren wir eine Sandwich-Creme an, frische Kräuter und eingelegte Gürkchen peppen die Brote zusätzlich auf. Das Fleisch, das eigentlich für's Abendessen gedacht war, wird vorab gebraten, aufgeschnitten und eingepackt, Kirschtomaten und Senf sind auch da und ein Nudelsalat dazu ist doch rasch gezaubert: Nudeln nach dem Kochen kalt abschrecken, dann aus Kräutern, Salz, Essig, Öl oder Sahne die Soße mischen und ansonsten hinein, was sich so findet, z. B. ein paar hartgekochte Eier, alles was an Gemüse und Salat so da ist und Käsewürfel. Die Zutaten für kleine herzhafte Pfannkuchen finden sich meist auch - den Teig peppen wir beispielsweise mit Schinkenwürfelchen und Maiskörnern auf. Möhrensticks und einen Quarkdip dazu kriegen wir auch zusammen und dann plündern wir noch die Keks- und Schokoladenvorräte. Dazu Obst, kalter Tee und Saft... Geht doch!

 

 

Alles hübsch einpacken, Picknickdecke, Teller, Gläser, Besteck und Servietten nicht vergessen und los!

 

 

Durchatmen. Gänseblümchenketten machen. Die Seele baumeln lassen.

 

Genieße das lange Wochenende!

 


Die weißen Familienfeste

 

Wonnemonat Mai. Nicht nur, dass er uns mit neuem Grün und den schönsten, duftenden Blüten verwöhnt, finden in diesem Monat traditionell auch die besonderen, fröhlichen, weißen Feste im Lebenskreis statt: Kommunions- und Konfirmationsfeste, besonders gerne aber auch Taufen und Hochzeiten.

 

Die Temperaturen sind angenehm, die Stimmung ist heiter und der ganze Monat steht für Neubeginn. Wirklich perfekt also, gemeinsam mit Familie und Freunden zu feiern.

 

Dabei strotzen gerade die wichtigen Lebensfeste nur so vor altem Brauchtum, das von den Fest-Gestaltern nur zu gerne weitergetragen wird: Zur Taufe das Wasser, die Kerze, die weiße Taufkleidung – geerbt, selbst genäht oder liebevoll zusammengetragen...

 

 

... zur Erstkommunion wieder die festliche Kleidung: Die Jungs im kleinen Anzug, die Mädchen im weißen Kleid mit wunderschönen weißen Blütenkränzen im Haar...

 

 

Wie bei der Erstkommunion wird auch bei Konfirmation und Firmung oft die Haustür geschmückt, die Mädchen halten ein Maisträußchen in der Hand und die Jungs stecken sich die Blümchen an das Revers. Die Taufkerze wird noch einmal entzündet und es wird festlich getafelt. Die jungen Damen und Herren sind nun etwa 14 Jahre alt und so kann bereits auf ein Stück Lebensweg zurückgeblickt werden. Babyfotos und andere alte Bilder werden herausgelegt, vielleicht auch ein Video aus Grundschultagen gezeigt. Ansonsten sind zur Unterhaltung Spiele sehr beliebt, wie beispielsweise ein "Konfirmanden-Quiz". 

 

 

Das am aufwendig gefeiertste Fest schließlich ist die Hochzeit. Ein Jahr Planung vorweg ist nichts! Unzählige Seiten im Internet widmen sich dem Thema, Hochzeitsmessen zeigen den Brautleuten, was es an perlenbestickten Schleiern, spitzenbesetzten und bestickten Traumkleidern, prachtvollen, mehrstöckigen Torten und fulminant dekorierten Festsälen zu planen gibt. Vom ausgelassenen Polterabend, an dem glücksbringenderweise altes Porzellan zerschlagen wird, über den Festtag selber, bis hin zur anschließenden Hochzeitsreise will alles gut überlegt sein: Gästelisten, Trauzeugen, Ringe, Speisen und Getränke, Fotograf, Musik, Brautstrauß... die Liste ist schier endlos!

 

 

Natürlich lohnt die ganze Mühe unbedingt. Schließlich soll es der schönste Tag im Leben sein. Ein Tag, den man niemals mehr wieder vergisst, der Alben und Wandrahmen füllt und nach dem schließlich mit Glück und Segen der ganze Kreislauf wieder von vorne beginnt...

 

 

Tja. So ist das mit dem Wonnemonat. Frühling im Jahreskreis und Feste im Lebensfrühling...

 

Wer nun noch ein bisschen schwelgen möchte, besorgt sich DEN Film zum Thema Mai: 

 

(Bildquelle: www.amazon.de)

 

... und schmilzt im Frühlingssonnenschein bei einem Glas Maibowle dahin, wenn Willy Fritsch den Zwanziger-Jahre-Schlager singt: 

 

 

Wenn der weiße Flieder wieder blüht, 

sing' ich dir mein schönstes Liebeslied. 
Immer, immer wieder knie ich vor dir nieder, 
trink mit dir den Duft vom weißen Flieder. 
Wenn der weiße Flieder wieder blüht, 
küß' ich deine roten Lippen müd'. 
Wie im Land der Märchen werden wir ein Pärchen 
wenn der weiße Flieder wieder blüht.

 

 


Tanz in den Mai

 

Wenn Du meinen Blog schon eine Weile verfolgst, weißt Du ja was mich so umtreibt und bist nicht erstaunt, was wohl für mich einer der Höhepunkte der alten Jahresbräuche ist: Der Tanz in den Mai.

 

Ich liebe es, wenn sich schöne Sitten der "guten alten Zeit" bis heute gehalten haben. Sicher oft reichlich verändert, aber immerhin. 

 

Nach meinem Geschmack ist eine Tanzveranstaltung auch heutzutage viel netter mit Stöckelschuhen und hübschem Kleid, aber man kann ja nicht alles haben. Und wenn auch viele in dieser Gesellschaft Jeans und Schlabber-Shirt bevorzugen - es liegt es ja immer noch an einem selber, welchen Stil man lebt.

 

 

1926: Im Garten des Berliner Hotels "Esplanada" spielt eine Jazzband zum 5 Uhr-Tee.

(Bild-Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bundesarchiv_Bild_183-K0623-0502-001,_Berlin,_Tanztee_im_%22Esplanade%22.jpg)

 

 

1930er Jahre, Ochsenfurt: Kinder warten auf den Beginn des Mai-Umzugs

(Foto: Paul Walde (1899-1970), Bild-Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ochsenfurt_1930er_Umzug_Kinder.jpg)

 

Tanz in den Mai... Wieviel uralte Tradition das beinhaltet! Mit dem Tanz in der Walpurgisnacht feiern wir den Auftakt zu den Festlichkeiten und Bräuchen rund um den Maifeiertag. Verliebte Jungs schmücken in der Nacht das Haus der Angebeteten mit einem großen Birkenzweig, der mit vielen bunten Bändern geschmückt ist. Ist das Mädchen aus dem Nachbarort, gilt es anschließend den Baum zu bewachen und die Nachbarjungs des umworbenen Fräuleins mit Bier und Schnaps auszuzahlen. 

 

 

In der Mitte vieler Dörfer und Städte wird noch immer ein prachtvoller Maibaum aufgestellt, um den dann in althergebrachter Weise getanzt wird.

 

 

Für Tanzfreudige aus Hamburg und Umland hier meine Lieblingsveranstaltungen: 

 

Angesagt und stilvoll unter Kronleuchtern und Stuck:

"Swing in den Mai", am Sonntag, den 30. April 2017, ab 20:00 Uhr, Mozartsäle

 

Mit Hafenblick unter'm Sternenzelt:

"Mai Ahoi", am Sonntag, den 30. April 2017, ab 21:00 Uhr, Museumsschiff Cap San Diego

 

6 Clubs im Park am See:

"Tanz in den Mai", am Sonntag, den 30. April 2017, ab 20:00 Uhr, Café Seeterrassen 

 

Natürlich findest Du viele weitere Tipps auch aus Deiner Umgebung in den Zeitungen und im Internet. Mach Dich hübsch und dann los! Schuhe zertanzen bis in die Morgenstunden. Denn praktischerweise ist ja der daraufolgende Tag immer ein Feiertag und angenehmerweise in diesem Jahr auch noch ein Montag!

 

 

Bunte Bänder leuchten, Vögel zwitschern, das junge Grün leuchtet und warm soll es auch endlich werden... Wir haben es doch einfach wunderbar!

 

Bleiben als Vorletztes nur noch meine Hinweise für's "Davor und Danach"...

 

Meine Rezepte für Birkengelee und Hexenlikör findest Du hier und meine weiteren Mairezepte findest Du hier.

 

 

... und zuletzt gibt es noch eine passende Geschichte aus "meiner" Zeit:

 

 

Die zertanzten Schuhe

 

Es war einmal ein König, der hatte zwölf Töchter und eine war schöner als die andere. Der König behütete seine Töchter sehr: Sie hatten ihre zwölf Betten zusammen in einem Saal und immer wenn sie schlafen gingen, wurde die Tür verschlossen und verriegelt. Trotzdem waren aber jeden Morgen ihre Schuhe zertanzt und keiner wusste, wie das zugehen konnte oder wo sie gewesen waren.

 

Da ließ der König ausrufen, wer ausfindig machen könnte, wo seine Töchter in der Nacht tanzten, der sollte sich eine davon zur Frau wählen und nach seinem Tod König sein. Wer sich aber meldete und es nach drei Tagen und Nächten nicht herausbrächte, der hätte sein Leben verwirkt.

 

Es kam bald ein Königssohn, der wurde freundlich aufgenommen und abends in das Zimmer vor dem Schlafsaal der zwölf Töchter geführt. Da stand sein Bett und er sollte Acht haben, wo sie hingingen und tanzten. Damit sie ja nicht heimlich verschwinden konnten, wurde dieses Mal die Saaltür offen gelassen.

 

Der Königssohn schlief aber leider ein und als er am Morgen aufwachte, waren alle Zwölf zum Tanz gewesen: Ihre Schuhe standen da und hatten Löcher in den Sohlen. Den zweiten und dritten Abend ging es ebenso und da wurde ihm tatsächlich sein Haupt abgeschlagen.

 

So wie der erste kamen noch viele und meldeten sich zu dem Wagestück, sie mussten aber alle ihr Leben lassen.

 

Nun trug es sich zu, dass ein armer Soldat, der eine Wunde hatte und nicht mehr dienen konnte, in die Stadt des Königs kam und von der Geschichte hörte. Da begegnete ihm eine alte Frau, die fragte ihn, wo er hin wollte. „Ich weiß noch nicht genau", sprach er, „aber ich hätte wohl Lust König zu werden und auszumachen, wo die Königstöchter ihre Schuhe zertanzen.“ „Ei", sagte die Alte, „das ist so schwer nicht, du musst nur den Wein nicht trinken, den dir eine von ihnen abends bringt und musst tun, als wärst du fest eingeschlafen!“ Darauf gab sie ihm ein Mäntelchen und sprach: „wenn du das umhängst, bist du unsichtbar und kannst den Zwölfen nachschleichen!“

 

Nachdem der arme Soldat so guten Rat bekommen hatte, wurde es ihm Ernst und er fasste sich ein Herz. Er ging vor den König und meldete sich als Kandidat. Er wurde genauso gut aufgenommen wie die andern und es wurden ihm königliche Kleider angetan.

 

Abends zur Schlafenszeit wurde er in das Vorzimmer geführt, und als er zu Bette gehen wollte, kam tatsächlich die älteste und brachte ihm einen Becher Wein. Er schüttete ihn heimlich aus, legte sich nieder und als er ein Weilchen gelegen hatte, fing er an zu schnarchen, wie im tiefsten Schlaf.

 

Das hörten die zwölf Königstöchter, lachten, und die älteste sprach: „Der hätte auch sein Leben sparen können!“ Danach standen sie auf, öffneten Schränke, Kisten und Kästen, holten die prächtigsten Kleider heraus und putzten sich vor den Spiegeln. Sie sprangen herum und freuten sich auf den Tanz. Nur die jüngste sagte: „ich weiß nicht, ihr freut euch, aber mir ist so wunderlich zu Mute, gewiss widerfährt uns ein Unglück!“ – „Du Schneegans", sagte die älteste, „du fürchtest dich doch immer! Hast du vergessen, wie viele Königssöhne schon umsonst da gewesen sind? Dem Soldaten hier hätte ich nicht einmal den Schlaftrunk zu geben brauchen. Der wäre doch nicht aufgewacht.“

 

Als sie alle fertig zurecht gemacht waren, gingen sie zu dem Soldaten, aber der rührte und regte sich nicht. Sie glaubten, ganz sicher zu sein, darum ging die älteste an ihr Bett und klopfte daran. Sofort sank das Bett in die Erde und es öffnete sich eine Falltür. Der Soldat aber sah zu, wie sie hinunter stiegen, eine nach der andern, die älteste voran. Er wusste, dass er keine Zeit zu verlieren hatte, hing sich rasch das Mäntelchen um und stieg hinter der jüngsten mit hinab.

 

Mitten auf der Treppe trat er ihr ein wenig auf's Kleid; da erschrak sie und rief: „es ist nicht richtig, es hält mich was am Kleid!“ „Stell dich nicht so einfältig an!", sagte die älteste, „du bist an einem Haken hängen geblieben.“

 

Da gingen sie vollends hinab, und als sie unten waren, standen sie in einer wunderprächtigen Allee. Die Blätter der Bäume waren alle von Silber und schimmerten und glänzten. Der Soldat dachte 'du willst dir ein Wahrzeichen mitnehmen' und brach einen Zweig davon ab, da gab es natürlich ein lautes Geräusch. Die jüngste rief wieder: „es ist nicht richtig, habt ihr das knallende Geräusch nicht gehört? Das ist noch nie hier geschehen!“ Die älteste aber sprach: „das sind Freudenschüsse, weil wir unsere Prinzen bald erlöst haben!“

 

Darauf kamen sie in eine Allee, wo alle Blätter von Gold waren und endlich in eine dritte, wo sie aus funkelnden Diamanten waren; von beiden brach der Soldat einen Zweig ab, wobei es jedes Mal knallte, so dass die jüngste vor Schrecken zusammen fuhr. Die älteste blieb aber dabei, es wären Freudenschüsse.

 

Da gingen sie weiter bis zu einem großen See, darauf lagen zwölf Boote, und in jedem Boot saß ein schöner Prinz. Sie hatten auf die Zwölf gewartet und jeder nahm eine zu sich. Der Soldat setzte sich mit der jüngsten hinein, da sprach der Prinz: „Ich bin doch so stark wie sonst, aber heute ist das Schiff viel schwerer! Ich muss hier rudern, was ich nur kann!“ – „Wovon sollte das kommen?", sprach die jüngste, „vielleicht vom warmen Wetter, es ist mir auch so heiß zu Mute.“

 

Jenseits des Wassers aber stand ein wunderschönes, hell erleuchtetes Schloss, aus dem fröhliche Musik erschallte. Sie ruderten hinüber, gingen hinein und jeder Prinz tanzte mit seiner Prinzessin. Der Soldat tanzte einfach unsichtbar mit und wenn eine einen Becher mit Wein hielt, trank er ihn aus, so dass er leer war, wenn sie ihn an den Mund brachte. Der jüngsten machte auch das Angst, aber die älteste brachte sie immer wieder zum Schweigen.

 

Sie tanzten bis drei Uhr am andern Morgen, dann waren alle Schuhe durchgetanzt und sie mussten aufhören. Die Prinzen fuhren die Königstöchter über das Wasser zurück. Sie nahmen voneinander Abschied und versprachen in der folgenden Nacht wieder zu kommen. Als sie an der Treppe waren, lief der Soldat schnell voraus, legte sich ins Bett und als die Zwölf langsam und müde herauf kamen, schnarchte er schon wieder laut, so dass sie sprachen „also vor dem sind wir sicher!“ Sie zogen ihre schönen Kleider aus, hängten sie weg, stellten die zertanzten Schuhe unter das Bett und legten sich nieder.

 

Am andern Morgen wollte der Soldat noch nichts sagen, sondern lieber das wunderliche Treiben noch weiter ansehen. Er ging auch die zweite und die dritte Nacht mit und da war alles, wie beim ersten Mal: Sie tanzten, bis die Schuhe entzwei waren. Beim dritten Mal nahm er noch einen Becher mit als Wahrzeichen.

 

Vor der Stunde, in der er antworten sollte, nahm er die drei Zweige und den Becher hervor und ging zum König. Die Zwölf aber standen hinter der Tür und horchten, was er sagen würde. Als der König fragte: „Nun. Wo haben meine zwölf Töchter ihre Schuhe in der Nacht zertanzt?“ antwortete er: „mit zwölf Prinzen in einem unterirdischen Schloss!“ Er erzählte alles und holte die Wahrzeichen hervor. Da rief der König seine Töchter und fragte sie, ob der Soldat die Wahrheit gesagt hätte und weil sie sahen, dass sie verraten waren und leugnen nichts half, erzählten sie alles.

 

Das Rätsel war endlich gelöst und der König fragte den armen Soldaten, welche seiner Töchter er denn zur Frau haben wollte. Er antwortete: „ich bin nicht mehr jung, so gebt mir die älteste.“ Noch am selben Tag wurde die Hochzeit abgehalten und ihm das Reich nach des Königs Tode zugesprochen.

 

Die Prinzen aber wurden auf so viel Tage wieder verwünscht, als sie Nächte mit den Zwölfen getanzt hatten.

 

Ende

 

 

Modifiziert nach Brüder Grimm "Kinder- und Haus-Märchen, Band 2" (1815). Quelle: https://de.wikisource.org/wiki/Die_zertanzten_Schuhe_(1815)

 


Gründonnerstag, Karfreitag und Vorfreude auf Ostern

 

Auch wenn die Temperaturen momentan gar nicht frühlingshaft sind: Der warme März hat dafür gesorgt, dass die Natur jetzt, Mitte April, schon richtig weit ist. Es blüht, so weit das Auge reicht. Mir haben es ja immer schon die wunderschönen, zartrosa oder weißen Magnolien angetan, aber auch die gelben Blüten der Forsythien leuchten jetzt geradezu - selbst bei verhangenem Himmel. Und darunter wachsen gelbe Narzissen, rote Tulpen, blaue Hyazinthen... Wirklich eine bunte Pracht!

 

Bei all den fröhlichen Farben sollten wir aber nicht vergessen, dass vor dem heiteren Osterwochenende gerade noch eine andere Zeit ist - denn wir befinden uns ja mitten in der Karwoche.

 

 

Die beginnt mit dem Palmsonntag, dem letzten Sonntag vor Ostern, und in der Karwoche wird das Fasten traditionell besonders streng eingehalten!

 

Hm. Wenn ich so überlege... Da wir Ostern mit einer Überdosis Braten und Torten begehen, ist es vielleicht nicht nur im Gedenken an die Ereignisse vor 2017 Jahren ratsam, sich noch etwas zurückzuhalten?

  

 

Am heutigen Gründonnerstag z. B. kann man passenderweise ein leichtes, grünes Gemüsegericht auf den Tisch bringen - auch wenn das "Grün" im Wort ursprünglich nichts mit der Farbe zu tun hat, sondern von "grinen" abstammt, was so viel wie klagen und weinen bedeutet.

 

Hier ist mein Vorschlag für Dich:

 

Rezept für Gründonnerstag: Grüne Gemüsepfanne mit grünen Nudeln - ein grünes Gericht

 

Eine leichte Gemüsepfanne mit grünem Spargel, Broccoliröschen und Bärlauch in Pesto-Sahne-Soße, dazu grüne Bandnudeln...

 

Mein Gründonnerstagsrezept für Dich findest Du hier.

 

 

Nach Gründonnerstag folgt der Karfreitag, der Kreuzigungstag, für den es sogar von öffentlicher Seite aus Vorschriften gibt. In Hamburg beispielsweise steht das Riesenrad auf dem Frühlings-"Dom" still. Denn Volksfeste, Tanzveranstaltungen oder Fußballspiele sind verboten.

 

Manche wollen diese Vorschriften für den Karfreitag abschaffen. Frag mich mal, was ich davon halte. Du weißt ja schon, dass ich gegen das graue Einerlei bin, dass uns mit Jogginghose von Montag bis Sonntag, mit Ladenöffnungszeiten an 365 Tagen, mit Pizzaservice auch an Pfingsten droht. Für mich ist das kulturelle Verarmung. Äscht, eyh!

 

Nee, nee. Wir möchten doch bitte hoffentlich die alten Jahreslaufsbräuche hochhalten und essen SELBSTVERSTÄNDLICH an Karfreitag - wenn schon nicht gleich vegetarisch - Fisch!

 

Ich habe hier zwei Rezepte für Dich, die Du vielleicht gerne nachkochen möchtest: 

 

Rezept für Karfreitag: überbackener Lachs mit Kräuterkruste - ein leckeres Karfreitagsgericht

 

Mein erster Vorschlag ist ein überbackener Lachs mit Kräuterkruste.

 

Rezept für Karfreitag: überbackener Lachs mit Kräuterkruste - ein leckeres Karfreitagsgericht - Nahaufnahme

 

Das werden alle mögen! Frischkäse mit Kräutern und Croutons... Das Rezept findest Du hier.

 

Mein zweiter Vorschlag: Fischröllchen mit Pesto und Oliven:

 

Rezept für Karfreitag: Fischröllchen mit Pesto und Oliven - ein leckeres Karfreitagsgericht

 

Aromatisches Pesto Genovese zwischen aufgerollten Seelachsfilets, dazu Pasta mit einer milden Käse-Sahnesoße... Auch richtig lecker! Hier habe ich für Dich das Rezept abgespeichert.

 

Rezept für Karfreitag: Fischröllchen mit Pesto und Oliven - ein leckeres Karfreitagsgericht - Nahaufnahme

 

Eigentlich alles viel zu lecker und kein bisschen zurückhaltend? Nun. Die innere Haltung und das richtige Handeln bei den wirklich wichtigen Themen spielen ja eh die größere Rolle. Stimmen diese beiden nicht, hilft auch kein Wassersüppchen. Also lassen wir uns unseren schönen Karfreitagsfisch ruhig schmecken und pflegen dabei unseren Geist, indem wir uns an unsere Geschichte erinnern und einen klaren Kopf bewahren bei allen Entscheidungen für unsere Zukunft - und die unserer Mitmenschen.

 

Die allernächste Zukunft ist dabei in unserem Land im Normalfall schon mal verdammt erfreulich: Denn mit dem Ostersonntag ist die Fastenzeit schließlich schon wieder vorbei, wir besuchen die Familie im festlich geschmückten Heim, laden Freunde zum Festtagsbrunch ein, machen - dieses Jahr warm eingemummelt - wunderschöne Frühlingsspaziergänge und genießen das Leben in vollen Zügen!

 

 

Meine Rezepte für Ostern findest Du in meinen "Geheimnissen aus der Schlossküche", oben im Menue oder klicke einfach auf diesen Link. Alles ist wie immer schnell und einfach zubereitet, so dass Du es auch spontan noch einplanen kannst. Samstags haben die Geschäfte noch mal auf!

 

 

 

♥ Ich wünsche Dir ein fröhliches und überraschend sonniges Osterwochenende! ♥

 

 


Die Sonne im Märzenwald

 

Die Frühlingstagundnachtgleiche am 20. haben wir schon hinter uns. Von jetzt an ist es länger hell als dunkel und das merken wir alle an unserer Energie. Mir geht es jedenfalls so:

Je weiter der März fortschreitet, desto fröhlicher werde ich.

 

Manchmal fallen mir dann zwei alte Märzlieder ein, die schon ich in meiner Kindheit und unsere Kids dann wieder in ihrer Kindergartenzeit gesungen haben. Irgendwie hüpft mein Herz dabei immer ein bisschen: 

 

... Scheint die Sonne, scheint die Sonne in den Märzenwald 

kommt der helle, der helle Frühling, kommt der Frühling bald.

Komm doch, lieber Frühling, lieber Frühling komm doch bald herbei, 

jag den Winter, jag den Winter fort und mach das Leben frei!

(Auszug. Text und Melodie Heinz Lau, 1950)

 

Oder auch dieses. Wer kennt's nicht?:

 

Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt;

er setzt seine Felder und Wiesen in Stand.

Er pflüget den Boden, er egget und sät

und rührt seine Hände frühmorgens und spät...

(Auszug. Volkslied aus Mähren, Erstveröffentlichung 1905)

 

 

Nachdem auch ich unseren kleinen Garten gedüngt und "gepflügt" habe, das Haus renoviert und durchgeputzt ist, räume ich derzeit vor allem wieder mal die Regale und Tische in den Gartenmärkten leer. Frühlingsgestecke für die Tische, Zweige für Wohnzimmer und Treppenhaus, Narzissen für den Flur... 

 

Märzdekoration: Schale mit Narzissen

 

Narzissen sind natürlich ein Muss in diesen Wochen, aber wovon ich am meisten anschleppe, wovon ich nicht genug bekommen und woran ich mich nicht sattsehen kann, das sind Hornveilchen. Ich gebe es hier und jetzt zu: Ich bin hornveilchensüchtig. Ich finde die sooo klasse. Die können früh raus, sie sind umwerfend niedlich, standfest, leuchtend und halten fast ohne Pflege bis weit in den Sommer hinein. Ach, guck mal, da ist ja auch noch ne freie Stelle! Na da MUSS ich ja wieder los, noch 'n paar Töpfchen kaufen!

 

♥ ♥ ♥
♥ ♥ ♥

 

Übrigens: Jetzt, wo es wieder losgeht mit dem Blütenreigen, möchte ich Dir einmal die kleinen Bücher zeigen, die ich vor einigen Jahren mit den Kids gemacht habe. Durch alle Monate haben wir gesammelt und getrocknet was gerade Saison hat: Frühblüher, Rosen, Kräuter, bunte Blätter und im Winter Ilex, Buchsbaum und Efeu...

 

Nostalgie-Liebe: Blumen pressen für ein Herbarium oder um einen Gedichtsband zu verzieren

 

... ergänzt mit jahreszeitlichen Gedichten, Bastelein und hübschen Glanzbildern. So ist im Laufe der Zeit eine weitere nette Erinnerung aus Kindertagen entstanden.

 

Nostalgie-Liebe: Traditionelle Beschäftigung mit Kindern: Blumen pressen

 

Ob Waldmeister, Flieder oder Rosen...

 

Typisch Mai: Gepresster Waldmeister - Nostalgie-Liebe
Typisch Mai: Gepresster Flieder - Nostalgie-Liebe

 

...trocknen kann man fast alles. Wer keine Blumenpresse besitzt, ordnet die gesammelten Pflanzen einfach zwischen Löschpapier in einem dicken Buch ein. Dann einige Wochen warten und schließlich vorsichtig entnehmen.

 

Die gepressten Blüten eignen sich natürlich nicht nur für ein kleines, individuelles Herbarium, sondern auch zum Verzieren von Einladungen, Grußkarten und - vorsichtig mit Klarlack überzogen - auch für Holzschachteln und dergleichen. Herrlich nostalgisch, das Ganze. Finde ich jedenfalls.

 

Typisch Juni - Blumen pressen: Gepresste Rose - Nostalgie-Liebe

 

 

Lass es Dir gut gehen! ♥

 


Luftigleicht: Gartenzeit und Fastenzeit

 

Fast Mitte März, schönster Sonnenschein. Zeit, wieder in den Garten zu gehen. Ach, haben wir uns aber lange nicht mehr richtig gesehen, mein Liebster! Dich werde ich nun erst mal schön durchputzen und vom Wintergrau befreien. Zwischen den vertrockneten Zweigen der Stauden und altem Laub finde ich sogar noch einige heruntergefallene Silvesterhülsen. Jetzt aber ran da!

 

 

Ich arbeite guten organischen Dünger in den Boden ein, häufel die Rosen ab und sehe mir an, was da so alles wieder wachsen möchte. Am weitesten sind natürlich die Frühblüher. Winterlinge und Krokusse blühen schon, auf Tulpen und Nazissen warte ich noch.

 

Ouh. Ein Blick auf unseren Rasen holt mich allerdings wieder aus den Frühlingsblütenträumen zurück in die Wirklichkeit. Der braucht eine Sonderkur. Hat meine Zuwendung im Herbst denn nichts gebracht? Doof. Dort wo die Kids den ganzen Winter über täglich zum Kaninchenstall gelaufen sind, ist plattgewalzte, nackte Erde. Da haben wir noch mal richtig zu tun. Aber gut. So ist das eben jetzt. Trittsteine möchten wir halt auch nicht legen.

 

Am Ende der Arbeit wird auch der Rasen wieder grün und dicht sein.

 

 

Die Natur erwacht, wir säen die ersten Kräuter aus und auch wir selber wollen Müdigkeit und Ballast nach dem langen Winter vertreiben. Da hilft es wieder einmal, sich an die alten Jahresabläufe zu erinnern, denn die haben sehr oft ihren Sinn gehabt!

 

Schon seit Aschermittwoch haben wir Fastenzeit. Ob katholisch oder nicht, auf den Zug können wir gerne aufspringen. Denn den Organismus durchzuputzen und zu entgiften, zwischen den Feiertagen etwas reduzierter zu leben, über eine frische, unbelastete und vollwertige Ernährung nachdenken, ist für die meisten von uns doch hilfreich. Fast alle können wir da noch etwas verbessern.

 

 

Darum nehme ich die Fastenzeit gerne an - eine Tradition, die lohnenswert und gut ist. Letztendlich sind solche Dinge wie Achtsamkeit dem eigenen Körper gegenüber oder Nachdenken, was esse ich und woher kommt es, nicht einmal sooo weit weg von religiösen Anschauungen. 

 

Lassen wir uns also darauf ein!

 

Fastenformen gibt es viele. Mir selber ist die ganz strikte Methode, bei der man nur noch Wasser und ungesüßten Tee zu sich nimmt, viel zu anstrengend ist und Molkefasten ist mir zu "durchschlagend". Was ich aber sehr ansprechend finde, ist eine ganz gemäßigte Art des Saftfastens, bei der auch kleine ballaststoffreiche Snacks erlaubt sind. 

 

Ein paar Tage mit dieser Art Saftfasten führt garantiert zu einem Energieschub! Natürlich spreche ich nicht von pappesüßem Bananensaft aus dem Supermarktregal, dazu ein paar Müslieriegel... Nein. Zucker sollte man schon vermeiden. Es geht um frische Gemüsesäfte, ganz viel Mineralwasser dazu und ein wenig Vollkornbrot- oder Vollkornnudeln.

 

Einen Entsafter brauchst Du für meine Vorschläge übrigens nicht, aber einen Standmixer. EIGENTLICH sind meine "Säfte" dadurch Smoothies, denn sie enthalten ja noch alle Fasern des Gemüses. Finde ich aber auch viel besser. So bekomme ich die gesamte Power, produziere keinen Abfall und es füllt natürlich auch den Bauch ein wenig.

 

Los geht der erste Kurtag mit frischem Gurken-/Staudenselleriesaft. Für 1 großes Glas benötigst Du 1/2 Salatgurke und 2 Stangen Staudensellerie. Beides grob zerkleinern und mit 200 ml Mineralwasser im Mixer glatt pürieren.

 

Diesen Rohkostsaft bereite ich mir fünfmal an diesem ersten Tag zu. 

 

Rezept für die Fastenzeit: Gurken-Sellerie-Smoothi

 

 

Gurke und Sellerie. Eine Power-Kombi! Die beiden entschlacken, entwässern und bringen den Stoffwechsel so richtig auf Touren. Damit ich ein bisschen was zu kauen habe, backe ich zu Beginn meiner Kur diese kleinen Fastenbrötchen:

 

Fastenspeise - Rezept für die Fastenzeit: Ballaststoffreiche Fastenbrötchen

 

Zu jeder Saftmahlzeit gibt es 1-2 kleine Brötchen.

 

Hier ist mein Rezept:

 

Ballaststoffreiche Fastenbrötchen (10 Stück á ca. 50 Kcal)

 

Für 10 Minibrötchen: 60 g Dinkelvollkornmehl, 1 P. Trockenhefe, 140 g Haferkleie, 1 TL Zucker, 1 TL Salz, 1 TL gemahlener Kümmel, 1/2 TL gemahlener Anis vermengen.

 

200 ml lauwarmes Wasser zufügen und zu einem glatten Teig verkneten.

 

Abgedeckt an einem warmen Ort mindestens 1 Stunde gehen lassen.

 

Den Ofen auf 250 °C vorheizen. 10 kleine Brötchen formen und auf dem Blech, mittlere Schiene, in gut 10 Minuten fertigbacken.

 

Fastenzeit Rezepte

 

Ganz wichtig ist: Ich trinke vor jeder Mahlzeit zwei große Gläser Mineralwasser, so komme ich auf mindestens 2,5 Liter Wasser pro Tag. Dazwischen genieße ich unterstützende Fastentees, die man im Handel ja problemlos bekommt.