Mai-Romantik, Eisheilige und Pfingsten

Maiglöckchen
romantischer Gedichtband mit Porzellantasse "May"

 

Mai, Mai, Mai. Ich muss einfach weiterschwärmen von diesem romantischsten aller Monate. Als Prinzessin aus einer anderen Epoche kann ich ja kaum genug von dem Gefühl bekommen, dass durch gerade diesen Monat weht. Wenn Du einen Moment stillhältst merkst Du es: Ein ganz kleines bisschen duftet er noch wie früher, wie ZU MEINER Zeit! 

 

Um noch ein wenig tiefer einzutauchen und um ein bisschen zurückzuträumen, habe ich mir heute nachmittag zur Teestunde einmal wieder meinen schönen alten Gedichtband zur Hand genommen...

 

Teestunde im romantischen Monat Mai

 

Durch den Wald, den dunkeln, geht holde Frühlingsmorgenstunde...

(Hold! Schon das Wort!!!)

 

Durch den Wald vom Himmel weht eine leise Liebeskunde...

(Liebeskunde! Ja! Nix mit "Boah, krasses Event, eyh. Geht voll ab, Alter!")

 

Wie wohltuend.

 

Gedichte im romantischen Mai
Altes Bild: Mädchen bricht einen blühenden Zweig ab

 

So ein hübscher und reichlich bebilderter Gedichtband war früher sicher so was wie unsere heutigen Träum-Dich-Weg-Hochglanzmagazine. Nichts Kritisches, nichts Unschönes.

Nett, leicht, ideal... Viele mögen da die Nase rümpfen, aber ich frag mal: Und warum denn nicht? Ein bisschen rosarote Auszeit von der rauen Wirklichkeit ist doch einfach nur angenehm. Finde ich jedenfalls. Aber ich bin ja auch "Prinzessin Schaumkraut". 

 

Dame des 19. Jahrhunderts mit Blütenkranz

 

My Sis

 

... im Sonntags-Look. Sie kann auch Kartoffeln schälen und die lilienweißen Händchen in Gartenerde und Hefeteig versenken...

 

  

Apropos Gartenerde. Nicht vergessen: Erst wenn sich nach dem 15. Mai die fünf Eisheiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie (Toller Name! Hat die vier Kollegen bestimmt im Griff!) verabschiedet haben, dürfen die frostempfindlichen Sommerblumen und Kübelpflanzen hinaus an die frische Luft. Vorher kann es halt manchmal noch mal Nachtfröste geben.

 

  

Guter Tipp. Ich selber halte mich jedoch meist - mit Vorsicht - nicht daran. Bin viel zu ungeduldig. Ich finde, wenn man den Wetterbericht verfolgt und die Temperaturen selber beobachtet, bekommt man doch meistens mit, wenn "Gefahr" droht. Dann müssen die ersten Töpfe und Kästen halt schnell ein bisschen abgedeckt oder an die Hauswand gerückt werden.

 

In wenigen Tagen ist das "Zittern" aber eh vorbei... Dann haben wir Pfingsten. Und an Pfingsten fängt er an, der SOMMER!

 

Pfingstrosen

  

Pfingsten, dieses nette lange Fest zwischen Frühling und Sommer. Dieses Fest, dass sehr vielen allerdings gar nichts mehr sagt. Irgendwie fehlt Hase. Oder Baum. 

 

"Am Pfingstmorgen" 1868
"Am Pfingstmorgen" 1868

 

Dabei kann man, wie aus allem, auch aus Pfingsten, so viel mehr machen, als einfach lange rumdümpeln, weil frei ist...

 

Überall sind schöne Frühsommer-Veranstaltungen, bei Sonne wird ein festlicher, fröhlicher Tisch im Garten gedeckt oder - nach einer kleinen Fahrradtour - das erste (in dem Fall bitte recht edle!) Picknick des Jahres genossen. Planung ist alles. Und Freunde oder Familie sind auch froh, wenn was Nettes organisiert wird.

 

(Bei der Gelegenheit: Hast Du übrigens schon meine Pinterest-Seite entdeckt? Dort sammle ich zusätzlich alle möglichen wunderschönen Ideen, die ich im World Wide Pinterest Web und in anderen Quellen so finde. Unter anderem auch zum Thema "Elegant Picnic". ☺)

 

 

... Okay. Pfingsten... 

 

getöpferte Keramiktauben als Pfingsschmuck

 

Bei uns läuft das so ab: Am Samstag vorher wird das Haus geputzt und mit frischen Birkenzweigen und Pfingstrosen geschmückt. Als Tischschmuck habe ich vor ein paar Jahren schon diese einfachen Tauben getöpfert, die ich mit Begriffen beschriftet habe, die ich mit Pfingsten verbinde. Die kleinen Tauben hänge ich mit Bändchen an Zweige in einer Vase.

 

Außerdem dürfen als Tischdeko die kleinen Schoko-Maikäfer nicht fehlen und diese netten Bilder von alten Pfingst-Postkarten, die mir eine liebe Freundin letztes Jahr geschenkt hat:

 

 

Gekocht wird an Pfingstsonntag nicht, denn hier gibt es jedes Jahr mehrere schöne Veranstaltungen, bei denen unter anderem auch ein großer Pfingstochse gegrillt wird...

 

Plakat zum Pfingstochsen-Grillen

So ein ganzer Ochse am Spieß ist natürlich beeindruckend. Der wird die ganze Nacht vorher schon gegrillt und bewacht. Ein Foto habe ich mir verkniffen, ist zumindest für Vegetarier kein schöner Anblick. Ist halt nicht hübsch, aber lecker und wird schlicht mit Kraut und Kartoffelpü verspeist. Und auf der Veranstalung in Elmshorn wird der Ochse vor dem Verzehr zumindest noch in einer festlich-netten Rede gewürdigt!

 

Nachmittags gibt es dann Feiertags-Kaffee, mit Erdbeer-Cupcakes und Maitorte und für die Damen noch meinen Waldmeisterlikör. Prösterchen! 

 

So vorbereitet fehlt uns doch nur noch der Sonnenschein zum Glück, nicht wahr? (Wobei ja - Hilfe! - was anderes angekündigt ist, aber das muss nun einfach falsch sein!)

 

 

Zuletzt, bevor ich es vergesse: Wie versprochen, habe ich Wiesenschaumkraut gesammelt und zwei schöne Rezepte für Dich abgespeichert. Probier sie mal aus. Die hübsche Wiesenschaumkraut-Butter macht sich sicher toll auf dem Feiertags-Frühstückstisch oder wäre auch ein nettes Geschenk.

 

Wiesenschaumkraut wächst und blüht jetzt auf feuchten Wiesen. Ein netter Grund loszuziehen!

 

Hier ist mein gepflücktes Sträußchen:

 

 

Und das habe ich daraus gezaubert:

 

 

Ich wünsche Dir ein herrliches, grün-sonniges Pfingstfest unter Flieder- und Kastanienblüten! ♥

 

Blühender Flieder vor blühender Kastanie