Spätsommer, eine Nähtruhe und Einmachzeit

 

Hallo! Na? Wie waren Deine Sommerwochen bisher? Ich hoffe Du steckst voll schöner neuer Eindrücke und hast die Zeit genau so genossen wie ich.

 

Auch wenn es gerade sehr heiß ist: Es ist Spätsommer und bald schon Frühherbst. Ich liebe diese Zeit so sehr! Gerste, Roggen und Weizen sind eingefahren, nun folgt der Hopfen. Noch gibt es viele Sommerfrüchte auf dem Markt, doch bald sind auch schon die frühen Äpfel und Birnen dran.

 

Die Heide steht in voller Blüte und in den Gärten blühen die Sonnenblumen, Zinnien, Astern und Dahlien um die Wette.

 

Alles strotzt noch vor Sommerkraft, aber langsam werden die Temperaturen gemäßigter, das Licht wird ein bisschen weicher, wir kommen zur Ruhe oder setzen die Pläne um, die uns in den Wochen am Strand oder der Gartenliege so in den Kopf gekommen sind. 

 

 

Auch ich war nicht nur unterwegs, sondern habe an den Sommerregentagen ein paar Bastelstunden eingelegt. Da mir ja, wie Du schon weißt, das "wohlgefällig Gestaltete" am Herzen liegt, habe ich mir einmal meine unansehnlichen Näh-Dosen und -Kartons vorgenommen und dem nützlichen Handwerkszeug einen hübschen Rahmen gegönnt. 

 

Schau mal:

 

 

Selbst zusammengezimmert, lakiert und verziert.

 

Ich finde ja, meine neue Holztruhe sieht schon äußerlich viel hübscher aus als die olle Ansammlung, die sich vorher verbeult, zerschlissen und ein bisschen chaotisch im Schrank türmte. 

 

Aber nun sieh Dir mal das Innere an: 

 

 

Ich hab mir Mühe gegeben mit den Details! Es gibt mehrere Einsätze, die ich nach Bedarf entnehmen kann und aller Kleinkram ist in aufgehübschte Döschen und Schächtelchen gewandert. 

 

Auch ein neues Nadelkissen habe ich mir aus ein paar Stoffresten genäht:

 

 

Die Garnkarten habe ich mit Acrylfarben bemalt...

 

 

... und dazu neue Nadelhefte nach alten Vorbildern gebastelt:

 

 

Falls Du eine ähnliche Kiste nachmachen möchtest, zeige ich Dir hier noch mal den Aufbau: 

 

 

Es gibt drei Ebenen. Auf den Boden der Truhe setze ich den Rahmen, darin lagere ich nun Schnittmuster, Vliseline und dergleichen. Der Rahmen gibt der unteren Innenkiste Halt, in der ich seltener Benutztes aufbewahre. Darauf wiederum kommt die obere Kiste, in die ich alles stecke, woran ich schnell und oft gelangen möchte.

 

Alle Innenteile sind so bemessen, dass zu den Innenmaßen der Truhe ein klein wenig Platz bleibt, um sie leicht zu entnehmen. (Ich habe ausprobiert, dass man sie von innen gut mit zwei Händen greifen und darum auf Griffe verzichten kann.)

 

Hier zur Veranschaulichung noch einmal die eingesetzte untere Kiste, die auf dem Rahmen lagert:

 

 

Hier die obere eingesetzte Kiste:

 

 

Und hier die Scharniere an der Rückwand: 

 

 

Mit ein paar Skizzen und einfachen Berechnungen war ich im Baumarkt und habe mir dort alles millimetergenau aus Sperrholz zusägen lassen. Das Zusägen kostet in der Regel nichts.

 

Nach dem Zusammennageln habe ich alles nach Wunsch und Geschmack mit Acrylfarben lackiert, dann mit Serviettentechnik die Stiefmütterchen aufgebracht und den äußeren Deckel freihändig mit Lack gestaltet. Dabei habe ich mir aber vorher mit Bleistift meine Vorlagen aufgezeichnet.

 

Nun hat die neue Nähtruhe einen Ehrenplatz und ich freue ich mich, dass ich dieses Projekt noch vor dem Herbst fertig bekommen habe. Denn wenn die Tage langsam ruhiger werden, findet man die eine oder andere Stunde, in der man mal ein Kleidungsstück ändern oder aufpeppen möchte und spätestens im Winter sind dann auch wieder ein paar ganze Stücke dran. Ich hab da diesen tollen Lagenrock gesehen... ♥

 

Bei der Gelegenheit: 

 

Warst Du schon oder warst Du mal wieder auf meiner Pinterest-Seite? Die ist prallgefüllt mit vielen Nähideen und Inspirationen für "Country-Fashion", mit leckeren Rezepten, kreativen Dekorationen und vielem mehr. Schau doch mal rein. Die Anmeldung ist kostenlos.

 

 

Bevor ich mich für heute verabschiede, noch eine kleine Erinnerung: Falls Du bisher nicht dazu gekommen bist, vergiss nicht, dass jetzt die beste Gelegenheit ist, die vielen Obst- und Gemüsesorten für den Winter zu verarbeiten. Auch Kräuter gibt es noch im Überfluss. Mehr Auswahl hat kein Monat des Jahres zu bieten! Einkochen ist wirtschaftlich, macht Spaß und die fertige Gläserparade sieht einfach toll aus: Köstliche Zimtkirschenkonfitüre, Kräuteröle, Brombeer-Lavendel-Aufstrich, Tomaten-Paprika-Soße, beschwipstes Johannisbeergelee oder oder oder...

 

Der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt und denk daran, wie praktisch es ist, für alle Fälle einen kleinen feinen Vorrat zu haben - ganz davon abgesehen, dass man so auch immer ein hochwillkommenes Mitbringsel zur Hand hat. 

 

Mehr Motivation und schöne Rezepte findest Du in meinem Archiv "Geheimnisse aus der Schlossküche".

 

Vielleicht begeistert Dich ja beim Lesen und Schauen die Idee so sehr, dass Du gleich eine kleine Einmachparty veranstalten möchtest? Diese Idee kommt bei Deinen Nachbarinnen oder Freundinnen bestimmt gut an und Spaß ist garantiert! Hier sind meine Tipps dazu für Dich. 

 

 

 

Gut. Genießen wir also die schönen Spätsommerwochen mit überbordenden Marktständen, bunten Astern, Dahlien, Herbstanemonen und Sonnenblumen und mit dem ersten Schoko-Birnenkuchen auf der noch sonnigen Wiese! ♥