Weihnachtsstimmung

 

Noch acht Tage. Der Countdown läuft. Bist Du schon in Weihnachtsstimmung? Na, das will ich doch hoffen! Sonst hab ich mein Ziel hier aber verfehlt. Oder brauchst Du einfach nur noch einen kleinen Schubs? 

 

Dann atme erst einmal tief ein...

 

 

... nimm einen Schluck heißen, würzig-süßen Punsch...

 

 

... und lehne Dich ein bisschen zurück. Heute gibt es hier keine Rezepte oder Basteltipps. Heute erzähle ich Dir einfach, wie es bei uns so ist in der Weihnachtszeit. Vielleicht schaffe ich es ja dadurch, Dich in Stimmung zu versetzen?

 

Also wir stimmen uns vor allem mit einem gemütlichen Bummel über den Weihnachtsmarkt so richtig schön ein. Wohlgemerkt: gemütlicher Bummel! Also nicht am Rande von großen Einkaufs-Aktionen, womöglich noch mit ein paar Tüten bepackt, sondern der Markt selber ist dann das alleinige Ziel. Wenn ich an den geschmückten Hütten vorbeischlendere, mir Strickwaren, Lichterhäuschen und Holzschmuck ansehe und mir der Duft von frischen Waffeln in die Nase steigt, dann ist es automatisch da, dieses Gefühl von guter, heimeliger Tradition. Ich liebe es!

 

 

Genauso schön wie ein Weihnachtsmarktbummel ist es, bei trockenem Wetter weite Spaziergänge zu machen. Natürlich am traumhaftesten, wenn es geschneit hat. Warm eingepackt durch den Park oder Winterwald laufen - es kann ja fast nichts Herrlicheres geben!

 

Und auch wenn es momentan noch nicht ganz nach weißen Flocken aussieht, hier zum Trotz zwei SCHNEEBILDER!

 

 

Beizeiten vor dem Fest führt uns unser Weg zu einem Hof im Nachbardorf. Dort stapfen wir die langen Reihen schöner Tannen ab und diskutieren aufgeregt, welcher Baum der prachtvollste, der geradeste, der charaktervollste und der ideal-beastetste ist. Das dauert! Zuletzt sind wir uns aber immer noch einig geworden und dann schmeißen sich Vater und Sohn auf die Erde und sägen ihn ab, unseren Weihnachtsbaum.

 

 

Nach dieser wichtigen Arbeit kann man sich auf dem Hof noch am Feuer die Hände wärmen und es gibt Punsch mit Keksen. So soll es sein, oder?

 

 

Übrigens bekommen unsere Kaninchen selbstverständlich ebenfalls einen Weihnachtsbaum. Mit Holzsternen. Ehrensache!

 

 

Auch all die vielen Festvorbereitungen helfen, das rechte Adventsgefühl zu bekommen. Allen voran die Backtage, die ich mit den Kids mache. Inzwischen liegen mir nach solchen Aktionen nicht mehr die Nerven blank(!), sondern die beiden sind mir eine richtige Hilfe geworden!

 

 

Wenn dann abends die Kerzen angezündet werden und man so wohlig eingekuschelt im warmen Zimmer beisammensitzt... Das ist für mich das ganze Glück. Geborgenheit.

 

 

An Heiligabend schließlich geht's in die festlich geschmückte Kirche. Ohne könnten wir uns den Auftakt des Festes nicht vorstellen.

 

 

Und später gibt es natürlich - begleitet von großem "Ooh!" und "Aah!" - Geschenke!

Frei nach dem Motto "Papa gets a Schlips and Socken..." (Dieses "denglische" Gedicht kennst Du sicher, nicht wahr?) 

 

Die Bescherung findet unter unserer sehr wild und sehr dicht behangenen Tanne statt. (Auf den Hauptästen hängt der "Schmuck" dank langer Schlaufen oder Haken teilweise dreifach hintereinander.) Eigentlich bin ich ja ein Durchsortierer und Rausräumer. Wirklich! Aber an den Christbaumschmuck kann ich einfach nicht ran. Der muss GENAU SO bleiben, wie er immer war. So wild gewachsen aus altem Familienschmuck, Kindergarten-Erdnussmännchen und

Pappsantas, dicken Engeln, an denen ich vor 20 Jahren nicht vorbeigehen konnte, Ringelsöckchen, Weltladen-Glocken und FLITTERRENTIEREN!!!!!

 

Wenigstens DIE wollte ich letztes Jahr loswerden. Aber nein, die liebt unsere Tochter von allen am meisten. Also eine kann-nicht-darf-nicht-Kombi. Kannste nix machen. 

 

Wilde Baumschmuck Mischung

 

Spätestens ab dem Programmpunkt "Bescherung" ist bei uns vorbei mit "stiller Nacht". 

 

Es gibt ein höchst ausgiebiges Essen, die Feuerzangenbowle wird angesetzt und der restliche Abend ist laut, ausgelassen und immer irgendwie auch chaotisch. 

 

 

 

Tja. So sieht das aus bei uns. Ich denke, wir haben großes Glück. Oder empfinde ich einfach nur, dass wir großes Glück haben? Und kann man das lernen? Aber wie geht das denn? 

 

Nun. so rosarot wie ich die Welt betrachte, ist dies definitiv keine tiefschürfende Lebenshilfe-Seite. Außerdem geht es gerade ja auch "nur" um Weihnachten. Da sich aber genau an diesen Tagen alle Erwartungen zuspitzen, hier der Versuch eines Ratschlages, falls Du zu denen gehörst, die Weihnachten eher mit gemischten Gefühlen entgegen sehen: Sei nicht passiv, sondern bereite vor, was nur geht, um die Feiertage froh und zufrieden zu verbringen.

 

Wenn Du alleine bist: Gib Dir einen Ruck. Auch jetzt ist noch Zeit, spontan jemanden einzuladen oder zu besuchen. Denk nach, trau Dich zu fragen und dann esst Ihr lecker und seht Euch nette Filme an. Ist doch gemütlich!

 

Wenn Du mit der Familie feierst und schon so manches "befürchtest": Noch ist Zeit, sich abzustimmen, was jeder vom Fest erwartet und was jeder beitragen kann. Niemand sollte sich zu sehr verbiegen müssen, aber jeder sollte auch ein wenig kompromissbereit sein. Finde raus, was genau Dir (und den anderen) unter den Nägeln brennt, sprich es offen an und dann sei(d) auch bereit für Veränderungen.

 

So entstehen vielleicht jetzt, eine gute Woche vor dem Fest, noch nette neue Pläne für Spieleabende, gemeinsame Kochaktionen oder lockerere Abläufe,  die dann doch ein gutes Gefühl mit sich bringen. Und darum geht es letztendlich ja schließlich.

 

 

Ein bisschen Lebkuchen und ein paar Kerzen gehören dann aber bitte auch für Weihnachtsmuffel dazu, okay?

 

 

Und zuletzt: Ob es schön wird oder doch ein bisschen schwer, Dein Fest: Geh auf jeden Fall hinaus. Geh in die Natur. Mach einen langen, sehr langen Spaziergang unter dem freien Himmel. Mein bester Tipp! ♥

 

 

Und damit verabschiede ich mich für heute. Mit dem Bild des freien Himmels und mit meinem allerliebsten Weihnachtsgedicht genau darüber. Ich wünsche Dir zum Fest ein kleines bisschen von dem Zauber, der aus diesen bekannten Zeilen weht.

 

 

   

Weihnachten

 

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh’ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus in’s freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schneees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

 

 

(Joseph von Eichendorff, 1864)