Luftigleicht: Gartenzeit und Fastenzeit

 

Fast Mitte März, schönster Sonnenschein. Zeit, wieder in den Garten zu gehen. Ach, haben wir uns aber lange nicht mehr richtig gesehen, mein Liebster! Dich werde ich nun erst mal schön durchputzen und vom Wintergrau befreien. Zwischen den vertrockneten Zweigen der Stauden und altem Laub finde ich sogar noch einige heruntergefallene Silvesterhülsen. Jetzt aber ran da!

 

 

Ich arbeite guten organischen Dünger in den Boden ein, häufel die Rosen ab und sehe mir an, was da so alles wieder wachsen möchte. Am weitesten sind natürlich die Frühblüher. Winterlinge und Krokusse blühen schon, auf Tulpen und Nazissen warte ich noch.

 

Ouh. Ein Blick auf unseren Rasen holt mich allerdings wieder aus den Frühlingsblütenträumen zurück in die Wirklichkeit. Der braucht eine Sonderkur. Hat meine Zuwendung im Herbst denn nichts gebracht? Doof. Dort wo die Kids den ganzen Winter über täglich zum Kaninchenstall gelaufen sind, ist plattgewalzte, nackte Erde. Da haben wir noch mal richtig zu tun. Aber gut. So ist das eben jetzt. Trittsteine möchten wir halt auch nicht legen.

 

Am Ende der Arbeit wird auch der Rasen wieder grün und dicht sein.

 

 

Die Natur erwacht, wir säen die ersten Kräuter aus und auch wir selber wollen Müdigkeit und Ballast nach dem langen Winter vertreiben. Da hilft es wieder einmal, sich an die alten Jahresabläufe zu erinnern, denn die haben sehr oft ihren Sinn gehabt!

 

Schon seit Aschermittwoch haben wir Fastenzeit. Ob katholisch oder nicht, auf den Zug können wir gerne aufspringen. Denn den Organismus durchzuputzen und zu entgiften, zwischen den Feiertagen etwas reduzierter zu leben, über eine frische, unbelastete und vollwertige Ernährung nachdenken, ist für die meisten von uns doch hilfreich. Fast alle können wir da noch etwas verbessern.

 

 

Darum nehme ich die Fastenzeit gerne an - eine Tradition, die lohnenswert und gut ist. Letztendlich sind solche Dinge wie Achtsamkeit dem eigenen Körper gegenüber oder Nachdenken, was esse ich und woher kommt es, nicht einmal sooo weit weg von religiösen Anschauungen. 

 

Lassen wir uns also darauf ein!

 

Fastenformen gibt es viele. Mir selber ist die ganz strikte Methode, bei der man nur noch Wasser und ungesüßten Tee zu sich nimmt, viel zu anstrengend ist und Molkefasten ist mir zu "durchschlagend". Was ich aber sehr ansprechend finde, ist eine ganz gemäßigte Art des Saftfastens, bei der auch kleine ballaststoffreiche Snacks erlaubt sind. 

 

Ein paar Tage mit dieser Art Saftfasten führt garantiert zu einem Energieschub! Natürlich spreche ich nicht von pappesüßem Bananensaft aus dem Supermarktregal, dazu ein paar Müslieriegel... Nein. Zucker sollte man schon vermeiden. Es geht um frische Gemüsesäfte, ganz viel Mineralwasser dazu und ein wenig Vollkornbrot- oder Vollkornnudeln.

 

Einen Entsafter brauchst Du für meine Vorschläge übrigens nicht, aber einen Standmixer. EIGENTLICH sind meine "Säfte" dadurch Smoothies, denn sie enthalten ja noch alle Fasern des Gemüses. Finde ich aber auch viel besser. So bekomme ich die gesamte Power, produziere keinen Abfall und es füllt natürlich auch den Bauch ein wenig.

 

Los geht der erste Kurtag mit frischem Gurken-/Staudenselleriesaft. Für 1 großes Glas benötigst Du 1/2 Salatgurke und 2 Stangen Staudensellerie. Beides grob zerkleinern und mit 200 ml Mineralwasser im Mixer glatt pürieren.

 

Diesen Rohkostsaft bereite ich mir fünfmal an diesem ersten Tag zu. 

 

Rezept für die Fastenzeit: Gurken-Sellerie-Smoothi

 

 

Gurke und Sellerie. Eine Power-Kombi! Die beiden entschlacken, entwässern und bringen den Stoffwechsel so richtig auf Touren. Damit ich ein bisschen was zu kauen habe, backe ich zu Beginn meiner Kur diese kleinen Fastenbrötchen:

 

Fastenspeise - Rezept für die Fastenzeit: Ballaststoffreiche Fastenbrötchen

 

Zu jeder Saftmahlzeit gibt es 1-2 kleine Brötchen.

 

Hier ist mein Rezept:

 

Ballaststoffreiche Fastenbrötchen (10 Stück á ca. 50 Kcal)

 

Für 10 Minibrötchen: 60 g Dinkelvollkornmehl, 1 P. Trockenhefe, 140 g Haferkleie, 1 TL Zucker, 1 TL Salz, 1 TL gemahlener Kümmel, 1/2 TL gemahlener Anis vermengen.

 

200 ml lauwarmes Wasser zufügen und zu einem glatten Teig verkneten.

 

Abgedeckt an einem warmen Ort mindestens 1 Stunde gehen lassen.

 

Den Ofen auf 250 °C vorheizen. 10 kleine Brötchen formen und auf dem Blech, mittlere Schiene, in gut 10 Minuten fertigbacken.

 

Fastenzeit Rezepte

 

Ganz wichtig ist: Ich trinke vor jeder Mahlzeit zwei große Gläser Mineralwasser, so komme ich auf mindestens 2,5 Liter Wasser pro Tag. Dazwischen genieße ich unterstützende Fastentees, die man im Handel ja problemlos bekommt.

 

 

Am zweiten Tag läuft es eigentlich genauso ab. Nur das ich dieses Mal für jedes der fünf Gläser die frische Kombi aus 1/2 gelben Paprika und 1/2 Handvoll Spinat plus 100 ml Mineralwasser zubereite.

 

Mixer für grüne Smoothies - Smoothie mixen

 

Jetzt kommt die Sache langsam in Schwung. Merkst Du's? Und das Prinzip ist doch auch ganz einfach. Es geht jetzt eben ein paar Tage so weiter, mit Kombinationen wie man sie mag.

 

Die 1-2 Brötchen pro Mahlzeit kannst Du durch 2-4 Scheiben Vollkornknäckebrot oder eine Tasse Vollkornreis oder Vollkornnudeln ersetzen (gekocht gemessen) und für Deine Smoothies probier mal Rote Bete, Weißkohl, Möhren und Kohlrabi. Gib verschiedene Salatsorten dazu, auch mal einen halben Apfel, wirf eine Handvoll Kräuter mit hinein... Ein Gefühl für die Mengen hast Du doch jetzt, nicht wahr?

 

Für's Büro füllst Du Dir vorher Deine Portionen in Schraubverschlussgläser. So einfach ist das.

 

 

Über die selbsthergestellten Säfte geht nichts. Trotzdem kannst Du als Ergänzung auch zu hochwertigen Gemüsesäften aus dem Handel greifen. 

 

In meinem Reformhaus habe ich z. B. diese Supermischung entdeckt: Verschiedene Gemüsesorten plus Löwenzahn- Brennessel- und Artischockensaft. Perfekt für meinen Plan und sehr lecker!:

 

Saftfasten mit Gemüsesaftmischungen

 

Eine übliche Zeit für eine solche Saftkur wären fünf Tage. Aber auch drei bewirken schon viel Gutes und gegen eine kleine Verlängerung spricht normalerweise auch nichts. (Auf der sicheren Seite bist Du bei individuellen Fastenfragen aber erst nach Rücksprache mit einem Arzt.)

 

Ich jedenfalls fühle mich nach fünf Tagen schon super durchgeputzt, bin fit und energiegeladen! (...und passe auch wieder besser in meine zarten, perlenbesetzten Prinzessinnenroben )

 

Anschließend bin ich bereit für viel Bewegung an der frischen Luft und bereit, von den Safttagen langsam umzusteigen auf eine wieder abwechslungsreichere Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, guten Pflanzenölen, Kräutern, naturbelassenen Joghurts und Quark, kräftigem Körnerbrot uvm.

 

 

Zum Abschluss für heute ein paar Fotos von meinem letzten Spaziergang am Blankeneser Strandweg. Befrei Dich und atme durch! ♥

 

Spaziergang am Blankeneser Strandweg - knorriger Baumstamm mit Tau an der Elbe
Spaziergang am Blankeneser Strandweg - bizarrer Stein an der Elbe
Spaziergang am Blankeneser Strandweg - Sonnenungergang an der Elbe
Spaziergang am Blankeneser Strandweg - Sonnenungergang an der Elbe