Apfelernte

 

"...Danach ging das arme Mädchen weiter und kam zu einem Baum, der hing voll herrlicher roter Äpfel, und der Baum rief ihm zu: 'Ach schüttel mich, ach rüttel mich, all meine Äpfel sind ja schon reif!' Da schüttelte es den Baum, dass die Äpfel herabfielen, als regneten sie, und es rüttelte, bis keiner mehr oben war. Als es alle ordentlich zu einem Haufen zusammengelegt hatte, ging es weiter..."

 

Wer erkennt es nicht? Ob bei Frau Holle oder Schneewittchen, der Apfel spielt seit jeher eine Rolle in vielen Mythen und Märchen. Die alten Germanen pflanzten Apfelbäume in die Nähe ihrer Häuser, weil sie so auf den Schutz der Götter hofften, schwangere Frauen aßen viele Äpfel, um schöne Kinder zu bekommen und nicht nur die Kelten glaubten, das Paradies Avalon sei ein wunderschöner Garten voller Apfelbäume.

 

 

Auch heute noch genießen die runden, rotbackigen Früchte höchstes Ansehen. Hat doch die Wissenschaft längst auch ihre vielen gesundheitlichen Vorzüge nachgewiesen: Äpfel senken den Cholesterinspiegel, wirken entgiftend und schützen vor Schlaganfall und Krebs.

 

Diesen Spruch kennst Du sicher: An apple a day keeps the doctor away.

 

Dabei habe ich zumindest bei den Kids festgestellt: Einfach zum Reinbeißen finden sie 'nen Apfel eher nicht so attraktiv. Aber ist er erst mal in Spalten geschnitten, wird er gerne weggeknabbert. In die Pausenbox kommen bei uns darum die Äpfel immer schon vorgeschnitten. Wenn man die Schnittflächen anschließend mit ein wenig Zitronensaft einreibt, bleiben die Stücke appetitlich hell und ich denke, so werden sie auch gegessen.

 

gesunde Pausensnacks: Pausendose mit Apfelspalten

 

Äpfel sind wirklich etwas besonders Gutes. Ganz logisch, dass darum jetzt, zur Erntezeit, vielerorts die nettesten Apfelfeste stattfinden. Es gibt meist ländliche Kuchen, nette Marktstände, Musik, eine Saftpresse... und natürlich jede Menge frisch geerntete Äpfel.

 

Such Dir doch mal die Termine in Deiner Nähe aus dem Internet oder Lokalblatt heraus und dann los zum Traditionsvergnügen.

 

 

Für alle die, die nicht nur auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen die neuen Äpfel kaufen, sondern gleich auch selber pflücken möchten, kann ich ebenfalls die Recherche über's Internet empfehlen. 

 

Viele Obsthöfe bieten das Selberpflücken an und neben dem Pflückvergnügen selber freut natürlich auch der unschlagbar günstige Kilo-Preis. 

 

Aber auch ganz kostenfreie Selbstpflückmöglichkeiten gibt es. In unserer Nähe haben wir zum Beispiel für die Öffentlichkeit zugängliche Streuobstwiesen und einen offenen Stiftungsgarten mit alten Obstsorten. Auch "herrenlose" Obstbäume, die nie abgeerntet werden findet man. Hör Dich um in Eurer Gegend und frag genauer nach. 

 

Eine ganz interessante Seite zu diesem Thema ist www.mundraub.de

 

Keine Sorge, ich schick Dich trotz des Namens nicht zum Äppel klau'n.Schau mal rein.

 

Wenn Du dann Dein Pflückobjekt gefunden hast, brauchst Du nur noch die richtige Ausstattung. Das sind neben festem Schuhwerk vor allem natürlich Körbe und Kisten und - je nach Baumgröße - eine kleines Podest oder eine Leiter, dazu einen Apfelpflücker mit Teleskopstange und eventuell - statt Eimer an der Leiter - eine Erntetasche zum Umhängen. 

 

Apfelernte im Alten Land - reifer Jonagold
Bei den niedrigen Säulenbäumen muss man sich eigentlich nur ein bisschen strecken...
... während man hier natürlich die lange Leiter anlegen muss.
... während man hier natürlich die lange Leiter anlegen muss.

 

Die wichtigsten Punkte beim Pflücken: Alle Früchte vorsichtig behandeln, damit sie keine Druckstellen bekommen und so ernten, dass der Stiel am Apfel bleibt, aber der Ast nicht verletzt wird. Das klappt am besten, wenn der perfekte Reifegrad erreicht ist. Darum pflückt man gerade große Bäume, bei denen natürlich nicht alle Äpfel gleichzeitig reif sind, in mehreren Durchgängen. 

 

Um zu testen, ob ein Apfel wirklich reif ist, macht man die "Kipp-Probe": Dabei zieht oder dreht man den Apfel samt Stiel nach oben und kippt ihn um ca. 90 Grad. Wenn sich so der Apfel samt Stiel ganz leicht vom Ast löst, ist es perfekt.

  

Das prägen wir uns ein und haben gelernt: So bitte nicht:

 

Das verzeihen wir gerade noch einmal aus Fotostyling-Gründen. Aber ansonsten wollen wir niemals ein Stück Ast am Stiel sehen.
Das verzeihen wir gerade noch einmal aus Fotostyling-Gründen. Aber ansonsten wollen wir niemals ein Stück Ast am Stiel sehen.

 

Übrigens: Nicht nur auf die Äpfel am Baum achten, sondern bitte auch das heruntergefallene Obst aufsammeln. Einfach ganz nach oben in den Korb legen, damit diese Früchte als erstes verwendet werden. Zumindest für einen leckeren Kuchen sind sie meist noch gut genug!

 

 

Also was kann es im Herbst Schöneres geben, als ein Korb voll selbstgeernteter Äpfel?

 

Korb mit Äpfeln

 

Doch. Eins fällt mir ein: Die Antwort auf die Frage "Was denn nun tun mit all der Pracht?":

Das Schmökern in alten und neuen Apfelrezepten und das anschließende Ausprobieren der Köstlichkeiten.

 

 

... womit wir auch fast schon am Schluss wären für diesen Freitag. "Fast" heißt: Klar, dass ich zuletzt auch wieder ein paar Rezepte für Dich im Gepäck habe. Heute keine Prachttorten oder raffinierte Braten in Apfelsoße, sondern drei klitzekleine, schnelle Alltagsideen, für die man gar nicht erst auf Gäste warten muss.

 

Mein erster Vorschlag: Kleine, fitnessfreundliche Pfannküchlein - vollwertig und fettarm...

 

Fitness Nasschkram: Rezept für Haferflocken-Apfelkücklein, fettarm naschen: vollwertige Apfelfladen

 

So einfach geht es: Mische 200 g Haferflocken, 300 ml fettarme Milch (oder Sojamilch), 1 Prise Salz und 4 EL Honig und geh dann einige Zeit geduldig mit dem Pürierstab durch. 

Nun schneide einen großen Apfel in feine Stücke und verrühre alles.

 

 

Setze mit einem Esslöffel kleine Küchlein in eine große, beschichtete Pfanne (ohne Fettzugabe!) und backe sie bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldgelb. 

 

Das Rezept reicht für ca. 20 Küchlein und jedes hat ungefähr 58 Kalorien.

 

♥  ♥  ♥

 

Die nächste Idee: Mein cremiges Rezept für Apfeleis. Der Clou: Es funktioniert ohne die Zugabe von Ei und vor allem ohne Eismaschine. Sogar rühren musst Du beim Gefrieren nicht zwischendurch.Gut, nä? Und schmecken tut's richtig schön mild-apfelig. Kannste nisch kofen, Musste selber machen!

 

Apfeleisrezept - Rezept für Eis ohne Ei und ohne Eismaschine, Eis machen ohne Eismaschine: Apfeleis!

 

Das einfache Rezept für 4 Portionen:

 

2 - 3 herzhafte Kochäpfel (z. B. Boskop) schälen und in Stücke schneiden. 200 g abwiegen und mit 2 EL Zitronensaft, 1 TL Rapsöl und 100 g Zucker in gut 5 Minuten weichdünsten.

 

In der Zwischenzeit in einem Schüsselchen 1/2 P. Koch-Vanillepudding-Pulver mit 2 EL kalter Milch glatt rühren.

 

Wenn die Äpfel weich sind, die Puddingmischung unterrühren und alles noch einmal kurz aufkochen lassen. Vom Feuer nehmen und mit dem Pürierstab glatt mixen. Umfüllen und komplett auskühlen lassen.

 

200 g Sahne mit 1 P. Sahnefest steif schlagen und gründlich unter die ausgekühlte Apfelmasse mengen. 

 

In eine Tiefkühldose füllen und einfrieren (z. B. über Nacht). Etwa 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Tiefkühlschrank nehmen. 

 

♥  ♥  ♥

 

Und zuletzt habe ich für Dich schnelle zarte Apfelröllchen:

 

Rezept für Apfelröllchen oder auch Mini-Äpfel im Schlafrock, Kleingebäck mit Äpfeln

 

Auch die bekommst Du ganz einfach hin. Das Rezept für 16 Stück:

 

1 Rolle frischen Blätterteig auf der Arbeitsplatte so groß ausrollen, dass ein Speiseteller als Schablone darauf passt. Den Kreis ausschneiden und in 12 Tortenstücke teilen. Die restlichen Stücke übereinanderlegen (nicht kneten, nur flach aufschichten), noch einmal ausrollen und weitere 4 Tortenstücke ausschneiden. Den Teig mit Zimtzucker bestreuen.

 

2 kleinere Kochäpfel (z. B. Elstar) schälen und in Achtel schneiden. Jedes der 16 Apfelstücke in je ein Teigstück einrollen.

 

 

Alle Röllchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und mit dünner Eimilch (1 Eigelb mit einigen EL Milch verquirlt) bepinseln. 

 

Zuletzt mit gehackten Mandeln überstreuen und im vorgeheizten Ofen bei 200 °C in etwa 20 Minuten backen, bis die Äpfel weich und die Mandeln goldbraun sind.

 

Achtung: Die gehen schneller weg als Du gucken kannst!

 

  

So sieht es aus.

 

Viel Spaß beim Nachmachen und: Ich wünsche Dir wundersüße, apfelseelige und sonnige Herbstage!