Internationaler Frauentag

 

Internationaler Frauentag? Ich muss gestehen, dass der mir lange nicht viel bedeutet hat. Er wurde in meiner Region einfach nie besonders beachtet und erst später, durch einige Kolleginnen und Freundinnen anderer Herkunft, habe ich ihn überhaupt registriert.

 

Nachdem ich mich irgendwann einmal näher mit diesem Tag befasst hatte, bekam er langsam eine größere und inzwischen auch umfassendere Bedeutung für mich.

 

 Rhoda J. Glover, of Baldwins, Long Island, New York, in einer Suffragetten Parade
Rhoda J. Glover, of Baldwins, Long Island, New York, in einer Suffragetten Parade

(Bildquelle: https://picryl.com/media/oldest-suffragette-mrs-rhoda-glover-in-pageant)

  

Denn ich denke oft darüber nach, dass es zwar sehr gut ist, dass sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts einige mutige und starke Frauen zusammentaten, um für ihre Rechte zu kämpfen, dass es gut ist, was seitdem erreicht wurde, aber mir fällt vor allem ein, was alles noch NICHT erreicht ist und dass wir immer noch weit entfernt sind von echter Gleichberechtigung.

 

Einer Gleichberechtigung, die tief verwurzelt ist in der Gesellschaft und in den Köpfen. Im Gegenteil: Ich habe den Eindruck, es geht in Teilen sogar wieder rückwärts. Wenn ich mir beim Durchzappen sekundenlang diese würde- und niveaulosen TV-Formate ansehe, die es inzwischen so gibt, wenn ich mich umsehe in der realen und Social Media Welt... Auweia.

 

Da braucht man kaum noch die Statistiken zu häuslicher Gewalt, Missbrauch, Ungleichbehandlung im Arbeitsleben etc. um zu verstehen, wie weit wir entfernt sind. 

 

 

Clara Zetkin (links) und Rosa Luxemburg auf dem Weg zum SPD-Kongress in Magdeburg 1910
Clara Zetkin (links) und Rosa Luxemburg auf dem Weg zum SPD-Kongress in Magdeburg 1910

(Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Zetkin_luxemburg1910.jpg)

 

Es ist halt sehr gründlich geschehen, über sehr viele Jahrhunderte, ja, Jahrtausende, dass die Weisheit und Macht unserer matriarchalen Urkultur ausgemerzt wurde und dass zuletzt, in den dunklen Jahrhunderten, die meisten wissenden Frauen als "Hexen" verfolgt und grausam vernichtet wurden.

 

Weit hergeholt. Was hat das noch mit uns zu tun? Ich finde man muss die Geschichte kennen. Ich finde, es lohnt sich immer wieder daran zu erinnern, dass es in der alten Kultur die große Göttin war, die verehrt wurde. Die Mutter, die für Fruchtbarkeit und den Beginn des Lebens selbst zuständig war, war die Anbetungswürdige. 

 

In den alten Stämmen waren es die Frauen, die die wichtigste Stellung inne hatten. Denn sie waren es schließlich, die Sprache lehrten, die Nahrung zubereiteten, Kleidung anfertigten usw.

Werte wie Verantwortung und Fürsorge herrschten. Die Matriarchinnnen waren liebevoll, weise und gerecht - in den Dörfern und im Himmel darüber. 

 

Mache Dir bitte den langen, ungerechten Weg klar, der daraufhin folgte. 

 

Drei Matronen (Gallo-römisch-germanische Muttergottheiten)
Drei Matronen (Gallo-römisch-germanische Muttergottheiten)

(Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mutterg%C3%B6ttin)

 

Gebe Dich heute bitte nicht mit einer Blume oder einem "Glückwunsch zum Frauentag" zufrieden. Steige ins Thema ein. Mache Dir bewusst, wo Du stehst und wo wir insgesamt stehen. Nur das. Aber zumindest das. Und dann bewege Dich in die richtige Richtung.

 

Einige wildgemischte Links zur Vertiefung: 

 

Deutsche Geschichte - Frauenbewegung

Zeit zu Leben - Selbstfürsorge

Denkträume.de - Feministisch denken, handeln, leben

Frauenpower - Was zeichnet erfolgreiche Frauen aus?

Die Vernichtung der weisen Frauen

 

 

Guido Reni - Portrait einer Alten Frau
Guido Reni - Portrait einer Alten Frau

(Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Guido_Reni_-_Portrait_of_an_Old_Woman_-_WGA19292.jpg)

 

Achte Dich und Deine Schwestern. ♥