Märchenmonat

 

Dezember... gibt es einen märchenhafteren Monat im Jahr als diesen? Überall glitzert es wie 1000 Sterntaler, Knusperhäuschen werden gebacken, exotische Gewürze duften durch die Märkte und Stille herrscht im verzauberten Winterwald...

 

 

Als Prinzessin Schaumkraut LIEBE ich natürlich Märchen über alles. Wundert es da, dass ich mit meiner Kutsche in die große Stadt gefahren bin, um mir die Hamburger "Märchenwelten" anzusehen?

 

Mit Prinzgemahl und Gefolge schritt ich durch die Ausstellung und kann bestätigen: Sehr gelungen! Modern aber wahrlich stimmungsvoll. Die Tugenden, um die sich alle Märchen drehen, sind das zentrale Thema und so begegnen uns dort z. B. Mut, Fleiß, Gutherzigkeit und Mitgefühl auf unserem Weg von Raum zu Raum...

 

 

Eine dreidimensionale Reise durch den Märchenwald, Bäume, die uns aufnehmen, Tore die sich öffnen... an Effekten mangelt es nicht und alle Sinne werden berührt...

 

 

Zuletzt dann, in der "Schatzkammer", der plötzlich sehr ruhige Ausklang. Hätte ich mir vielleicht andersherum gewünscht, aber als ausgemachter Märchenfan fand ich das Betrachten der Grimmschen Originalschriften und -bücher natürlich nicht enttäuschend. Im Gegenteil!

 

 

Mich ziehen die Geschichten immer wieder an: Die Erzählung von Rotkäppchen, mit Kuchen und Wein auf der Suche nach Blumen für die Großmutter, von Dornröschen, wie es hinter der dichten Rosenhecke 100 Jahre schläft und vom schönen Schneewittchen hinter den sieben Bergen...

 

 

Oder wer kennt z. B. Frau Holle nicht? Ein kleiner Ausschnitt genügt und schon sind wir wieder mitten drin, in der vertrauten Geschichte:

 

... "da ging das arme Mädchen zum Brunnen zurück und in seiner Herzensangst sprang es hinein, um die Spule zu holen. Es verlor die Besinnung, und als es erwachte und wieder zu sich kam, war es auf einer wunderschönen Wiese, wo die Sonne schien und viele tausend Blumen blühten. Auf dieser Wiese ging es fort und kam zu einem Backofen, der war voller Brot.

Das Brot aber rief: "Ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenne ich! Ich bin schon längst ausgebacken!" Da trat das Mädchen hinzu und holte mit dem Brotschieber fleißig alles nacheinander heraus.

 

Danach ging es weiter und kam zu einem Baum, der hing voller glänzender Äpfel, und diese riefen ihm zu: "Ach, schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif!" Da schüttelte das Kind den Baum, dass die Äpfel fielen, als regneten sie, und schüttelte, bis keiner mehr oben war; und erst als es alle auf einen Haufen zusammengelegt hatte, ging es wieder weiter..."

 

 

Nun, um das Thema Märchen noch ein wenig fortzuführen, ändere ich an dieser Stelle die Geschichte: Auch bei mir nimmt Frau Holle das Mädchen auf, zeigt ihr, wie sie täglich kräftig die Federbetten aufschütteln soll, aber sie führt es auch in ihre urige Küche, wo glänzende Kupferbackformen an der Wand hängen und auf dem blank gescheuerten Holztisch viele irdene Gefäße mit getrockneten Früchten, Zucker, Zimt und anderen Küchenkostbarkeiten bereitstehen. Denn was wären Brot und Äpfel wert, wenn man sie nicht auch genießen würde?

 

In meiner Version zeigt Frau Holle darum der kleinen Gold-Marie, wie man mit diesen beiden Grundzutaten ihre Leibspeise zubereitet, nämlich himmlischen, federleichten Ofenschlupfer!

 

 

Der passt so recht in den kalten Winter und auch wenn Dir noch eine Dessertidee für die nahen Weihnachtstage fehlt: Mit dieser süßen, warmen Köstlichkeit machst Du garantiert jeden glücklich. Unten folgt das märchenhafte Rezept.

 

 

 

Frau Holles himmlischer Ofenschlupfer

 

Den Küchenofen auf 180 °C vorheizen.

 

200 g altbackenes Rosinenbrot von der sonnigen Blumenwiese und 

2 kleine, märchensüße Äpfel in Würfel schneiden

Mit je 100 ml schneeflockenweißer Milch und Sahne übergießen und umrühren.

 

2 Eier von Frau Holles glücklichen Hinterhof-Hühnern

3 Esslöffel Zucker von Rübenbauer Heinz

1 Prise Zimt aus dem fernen Morgenland fleißig verrühren und unter Brot und Äpfel mischen.

  

Eine hübsche Auflaufform gut einfetten, die Mischung einfüllen und etwa 45 Minuten backen. 

 

Nach Frau Holles Art weiße Puderzuckerflocken über den noch warmen Ofenschlupfer rieseln lassen und unbedingt eine gute Vanillesoße dazu reichen. Sofortiges Gold-Mariechen-Gefühl garantiert!
 

 

Mit diesem Beitrag wünsche ich Dir nun glitzernd-duftende, verzauberte Weihnachtstage, voll seltener Köstlichkeiten auf dem "Tischlein-Deck-Dich" und goldenen Schatzkistchen voller Liebe und Fröhlichkeit! ♥

 

Im Märchen ist das Ende stets das Beste und so auch in unserem Jahreslauf.

Hab ein wunderschönes Fest!